Söders Minister-Liste ist fertig: Gerlach wird versetzt
VonChristian Deutschländer
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Wenig Überraschungen, eher Konstanz: Am Mittwoch legt Bayerns Ministerpräsident Markus Söder die Liste vor, welche Minister den Freistaat künftig regieren sollen. Die Eckpunkte vorab.
München – Kleine Rochade statt großer Umbau: Ministerpräsident Markus Söder (CSU) setzt bei seinem Kabinett eher auf Konstanz. Am späten Mittag will er die vollständige Liste der Minister und Staatssekretäre vorlegen. Nach Informationen unserer Redaktion wird es nur wenige Änderungen geben.
Melanie Huml muss als Europaministerin weichen
Die größte Neuigkeit: Die bisherige Digitalministerin Judith Gerlach, mit 38 eine der Jüngsten im Kabinett, wird versetzt. Die Juristin übernimmt das freigewordene Ressort für Gesundheit, in dem einige Kämpfe mit der Bundesebene auszufechten sein werden. Europaministerin war bisher Melanie Huml (48) aus Oberfranken, die dienstälteste Ministerin im Kabinett. Der Schwabe Eric Beißwenger übernimmt dieses Amt im Jahr der Europawahl.
Innenminister bleibt wie angekündigt Joachim Herrmann, er behält seinen Staatssekretär Sandro Kirchner. Als Ministerin für Arbeit und Familie bleibt die Oberbayerin Ulrike Scharf im Amt. Bereits ausgesprochen (und eingehalten) sind die Job-Garantien für Christian Bernreiter (Bau, Verkehr), Michaela Kaniber (Landwirtschaft, nun auch der große Wirtschaftszweig Tourismus), Albert Füracker (Finanzen), Markus Blume (Wissenschaft). Die Staatskanzlei wird weiterhin der Jurist Florian Herrmann führen. Das Justizressort bleibt bei Georg Eisenreich. Einen „Import“ aus Berlin (einzelne Medien hatten über die junge Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner als Gesundheitsministerin spekuliert) wird es nicht geben. Finanzstaatssekretär wird Martin Schöffel, ein Oberfranke.
Kurioser Zuschnitt bei den Ministern der Freien Wähler
Auf Seite der Freien Wähler stehen die Namen schon seit einer Woche fest – wenn auch die Zuschnitte der Ressorts zum Teil kurios sind. Minister für Wirtschaft sowie für das Jagdwesen soll Hubert Aiwanger sein. Thorsten Glauber bleibt Umweltminister, Anna Stolz übernimmt das Schulministerium. Das winzige, um weitere Kompetenzen beschnittene und somit eigentlich entscheidungsfreie Digitalministerium soll Fabian Mehring leiten.
Hoffnungen auf Posten hatten sich etliche der 85 CSU-Abgeordneten gemacht. Seit Edmund Stoibers Zeiten gilt allerdings eine Obergrenze von 17 Regierungsmitgliedern, um eine Aufblähung zu verhindern. Umgangen wird diese verfassungsrechtliche Grenze zum Teil durch die Ernennung von allerlei „Beauftragten“. Eine neue Personalie gibt es zudem in der Landtagsfraktion: Als Parlamentarischer Geschäftsführer setzt sich Michael Hofmann aus Forchheim durch, mögliche Gegenkandidaten verzichteten.