Burkhard Blienert im Interview

Rauchverbot in Außen-Gastro und Auto: Suchtbeauftragter will strengere Tabak-Regeln

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Im Außenbereich der Gastronomie darf aktuell geraucht werden. Burkhard Blienert will das ändern.
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Werden Zigaretten bald teurer? Der Suchtbeauftragte Burkhard Blienert will höhere Preise – und strengere Regeln in der Gastronomie und beim Autofahren.

Berlin – Fast ein Fünftel der Menschen in Deutschland über 15 Jahre alt rauchen. Es gibt 4,4 Millionen Erwachsene, die tabakabhängig sind. Burkhard Blienert, der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, strebt eine „Nichtrauchergesellschaft“ an, sieht dieses Ziel für Deutschland jedoch in Gefahr.

Bis 2030 soll der Anteil der rauchenden Erwachsenen unter 13 Prozent und der rauchenden Jugendlichen unter drei Prozent liegen. „Ich sehe zurzeit nicht, dass Deutschland das erreichen kann“, sagt SPD-Politiker Blienert dazu im Interview mit der Frankfurter Rundschau: „Wir hinken schon bei einfachsten Maßnahmen hinterher, etwa bei der strikten Regulierung von Werbung und Sponsoring oder der unliebsamen Frage nach einer weiteren Verteuerung der Nikotinprodukte.“ Blienert sagt: „Höhere Preise schrecken ab.“

Burkhard Blienert im Interview mit IPPEN.MEDIA in seinem Büro.

Strengere Regeln beim Rauchen: Verbot in Außengastro und im Auto

Neben der Preisgestaltung gebe es weitere Maßnahmen, um den Tabakkonsum in der Bevölkerung zu senken. „Der Baukasten ist vielfältig“. Blienert denkt konkret an strengere Regeln für den öffentlichen Konsum: „Ich bin dafür, das Rauchen im Auto zu unterbinden, wenn Kinder und Jugendliche unter 18 oder auch Schwangere mitfahren.“

Vorschlag Nummer zwei: „Das Rauchen im Außengastro-Bereich sollte aus Gesundheitssicht nicht mehr erlaubt sein.“ Seit 2008 ist das Rauchen in Gaststätten verboten, im Außenbereich gibt es jedoch Ausnahmen. Der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband (Dehoga) weist diese Vorschläge entschieden zurück. Thomas Geppert, Landesgeschäftsführer der Dehoga Bayern, meint im Gespräch mit unserer Redaktion: „Ich verstehe das überhaupt nicht. Es braucht keinen Nichtraucherschutz im Außenbereich, das wissen wir ja aus der Aerosol-Debatte aus der Pandemie.“

Mehr Jugendliche rauchen

Aktuell rauchen vermehrt wieder Jugendliche, obwohl der Trend eigentlich mehrere Jahre rückläufig war. Doch seit 2020 hat sich die Raucherquote unter Jugendlichen fast verdoppelt, wie die aktuelle Debra-Studie, die Deutsche Befragung zum Rauchverhalten, zeigt. Blienert sieht einen der Gründe hierfür in der Pandemie. „Vor Corona haben wir Kinder und Jugendliche durch unsere Präventionsmaßnahmen erreicht. In der Corona-Zeit gab es diese direkte Ansprache nicht.“

Zudem gibt es unter Jugendlichen den Trend zur E-Zigarette. In den sozialen Medien wird diese als weniger schädliche Alternative zur Zigarette beworben. „Generell zu sagen, die E-Zigarette ist die harmlosere Variante, ist gerade mit dem Blick auf Kinder und Jugendliche zu kurz gegriffen“, safr Blienert. Auch beim Alkohol plädiert Blienert für strengere Regeln. Das begleitete Trinken müsse abgeschafft werden. Die generelle Altersfrage sollte auf 18 hochgehen – auch bei Cannabis, wo Jugendliche schon ab 12 oder 13 kiffen.

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