Vorwurf

Spionage für Russland: Deutscher festgenommen

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Das Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr in Koblenz: Hier arbeitete der Verdächtige.

Die Bundesanwaltschaft lässt in Koblenz einen Bundeswehr-Beschäftigten festnehmen. Der Verdacht: Er spionierte für Russland.

Koblenz – Wegen des Verdachts geheimdienstlicher Agententätigkeit für Russland hat die Bundesanwaltschaft in Koblenz einen deutschen Behördenmitarbeiter festnehmen lassen. Wie die Behörde in Karlsruhe mitteilte, wurde der Beschäftigte beim Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung der Bundeswehr am Mittwoch von Beamten des BKA festgenommen. Auch wurden seine Wohnung und der Arbeitsplatz durchsucht. Der Beschuldigte sei dringend verdächtig, für einen ausländischen Geheimdienst tätig gewesen zu sein.

Der Mann, Thomas H., soll sich ab Mai dieses Jahres „aus eigenem Antrieb“ mehrfach an das Russische Generalkonsulat in Bonn und die Russische Botschaft in Berlin gewandt und eine Zusammenarbeit angeboten haben. Dabei habe er Informationen aus seiner beruflichen Tätigkeit übermittelt – „zwecks Weiterleitung an einen russischen Nachrichtendienst“.

Mutmaßliche Spionage für Russland: Mann in Koblenz festgenommen

Gegen den Beschuldigten Thomas H. hatte der Ermittlungsrichter des Bundesgerichtshofs bereits am 27. Juli Haftbefehl erlassen. Die Ermittlungen wurden in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für den Militärischen Abschirmdienst und dem Bundesamt für Verfassungsschutz geführt.

Der Verfassungsschutzbericht 2022 hatte gezeigt, dass die Bedrohung in Deutschland durch Spionage für Russland offenbar zunimmt. Die deutschen Sicherheitsbehörden haben Anstrengungen gegen Spionage durch russische Dienste zuletzt verstärkt. Als Reaktion auf den Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine hatten europäische Staaten zudem russische Agenten ausgewiesen. Die Bundesregierung erklärte 40 Angehörige der russischen Botschaft in Berlin zu unerwünschten Personen. (afp/dpa)

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