Krieg in der Ukraine

Gesprengter Kachowka-Staudamm: Wassermassen spülen ganzen Zoo weg

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Nicht nur Menschen verlieren nach der Sprengung des Staudamms in der Ukraine ihre Lebensgrundlage – auch zahlreiche Tiere ertrinken in den Fluten.

Cherson – Mehr als tausend Häuser sind in der Ukraine überflutet und das Wasser steigt weiter: Nach der Sprengung des Staudamms Kachowka in der Südukraine nimmt die Katastrophe verheerende Ausmaße für Mensch und Umwelt an. Etwa 16.000 Menschen leben nach ukrainischen Angaben in der kritischen Zone, die zum Teil unter russischer Kontrolle ist. Doch auch zahlreiche Tiere sind betroffen – viele ertrinken hilflos in den Fluten.

Dieses von Maxar Technologies über AP zur Verfügung gestellte Satellitenbild zeigt den zerstörten Kachowka-Staudamm.

Sprengung des Kachowka-Staudamms: Alle Tiere im Zoo ertrunken

Medienberichten zufolge sowie in Beiträgen auf Twitter werden Wildtiere gezeigt und auch Nutztiere, die versuchen, sich vor den Wassermassen zu retten. In einem Streichelzoo nahe des zerstörten Damms in der Stadt Nowa Kachowka soll das Wasser in die Tiergehege geströmt sein. Dort lebten um die 60 Tiere wie Affen, Stachelschweine, Ziegen und Waschbären – sie sollen alle ertrunken sein.

Überflutete Ortschaften: Menschen versuchen, ihre Tiere zu retten

Während einige Schwäne sich in überfluteten Städten treiben lassen, zeigen viele Videos, die auf Twitter veröffentlicht sind, wie Hunde aus dem Wasser gerettet werden oder Kühe durch überschwemmte Straßen geführt werden. Auch ein Video von einem vor Nässe zitternden Reh und Bilder von einem Schwein, das sich aus einem Stallfenster versucht zu zwängen, kursieren im Netz.

Schwere Folgen für Mensch und Natur: Ukrainische Minister sprechen von „Ökozid“

Bislang ist noch nicht endgültig erklärt, wer für die Zerstörung des Staudamms verantwortlich ist. Die russische sowie die ukrainische Seite beschuldigen sich gegenseitig. Doch es werden schwerwiegende Folgen für Mensch und Umwelt erwartet: Der ukrainische Vizepremierminister Mykhailo Fedorov spricht schon jetzt von einem „Ökozid“, wie er auf Twitter schreibt. Auch das ukrainische Agrarministerium befürchtet, dass nach der Überflutung die landwirtschaftlichen Nutzflächen, also die Felder im Süden, sich in den kommenden Jahren in Wüsten verwandeln könnten. Denn mit dem gesprengten Staudamm wurden auch 31 Feldbewässerungssysteme zerstört. (eike)

Rubriklistenbild: © Uncredited/Maxar Technologies/AP/dpa

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