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Christian Stör
Stefan Krieger
Jens Kiffmeier
Nail Akkoyun
Nadja Orth
Ein russischer Soldat soll die Sabotage am Kachowka-Staudamm gestanden haben. Tausende Häuser stehen unter Wasser. Der News-Ticker zur Katastrophe in der Ukraine.
- Überschwemmungen in Cherson: Tausende Häuser unter Wasser
- Russland Schuld an Staudamm-Zerstörung? Ukraine will Beweis haben
- Kachowka-Staudamm zerstört: Wasserstand sinkt weiter
- Alle Neuigkeiten und Entwicklungen rund um den Kachowka-Staudamm in unserem News-Ticker.
Update vom 10. Juni, 13.10 Uhr: Angesichts der Überschwemmungen durch den Bruch des Kachowka-Staudamms hat die ukrainische Atomenergiebehörde den letzten noch in Betrieb gewesenen Reaktor im Atomkraftwerk Saporischschja abgeschaltet. Für die fünf anderen Reaktoren in der von Russland besetzten Atomanlage war bereits ein sogenannter kalter Shutdown vorgenommen worden.
Update vom 10. Juni, 11.05 Uhr: Der große Kühlteich des ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja rückt nach der Zerstörung des Staudamms Kachowka am Dnipro in den Fokus der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA). Der Druck auf den Deich rund um den Teich steige auf der Innenseite, da an der Außenseite der Pegel des aufgestauten Flusses stark gefallen sei, meldete die IAEA. Die Atombehörde beobachte die Lage genau, berichtete IAEA-Chef Rafael Grossi.
Update vom 10. Juni, 09.35 Uhr: Die Ukraine wirft Russland vor, nur Personen mit russischen Pässen das Verlassen überschwemmter Siedlungen im Gebiet Cherson zu erlauben. Ukraine dürften die Gegend nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms dagegen nicht verlassen, schreibt der ukrainische Generalstab. Zudem würden die Besatzer Menschen auf ihren Häusern vertreiben, um dort russische Soldaten unterzubringen.
Kachowka-Staudamm zerstört: Tausende Häuser unter Wasser
Update vom 10. Juni, 07.50 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms stehen in den überschwemmten Gebieten im Raum Cherson nach Behördenangaben mehr als 3.700 Häuser am rechten Ufer des Dnipro unter Wasser. 35 Städte und Dörfer seien weiter überflutet, sagte Gouverneur Oleksandr Prokudin in einem Video. Auf der von Russland kontrollierten linken Uferseite stehen demnach mehr als 3.100 Häuser unter Wasser.
Kachowka-Staudamm in der Ukraine gesprengt: Erste Fotos zeigen die schlimmen Folgen




Update vom 10. Juni, 06.30 Uhr: Russische Stretkärfte haben ukrainischen Angaben zufolge während der Evakuierung aus dem Überschwemmungsgebiet Cherson angegriffen. Drei Menschen wurden dabei verletzt, darunter auch ein minderjähriges Mädchen, wie die Staatsanwaltschaft der Oblast mitteilte. Außerdem seien Teile der zivilen Infrastruktur beschädigt worden.
Update vom 9. Juni, 22.30 Uhr: Ausgewertete Infrarot-Daten eines Aufklärungssatelliten aus dem Bestand der USA belegen, dass es vor dem Bruch des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine eine Explosion gegeben hat. Doch Beweise dafür, wer sie verursacht hat, gebe es dagegen immer noch nicht. Das berichtet die New York Times, die sich auf Angaben eines Beschäftigten der US-Regierung bezieht. Auch Daten einer norwegischen Seismologie-Station stützten die Theorie einer Explosion.
Während auch der ukrainische Geheimdienst eigenen Angaben zufolge immer noch ermittelt, wie es zu der Explosion im russisch besetzten Gebiet des Stausees habe kommen können, hat der Außenminister des Landes, Dmytro Kuleba, den Vereinten Nationen vorgehalten, sich nicht zum Dammbruch geäußert zu haben. Das berichtete das Online-Medium European Pravda. In einer Fernsehansprache hatte Kuleba gesagt, dass die Vereinten Nationen mit ihrem Schweigen am Dienstag einen Fehler gemacht zu haben: „Sie waren stumm zu den Geschehnissen, als hätten sie alle den Mund voll mit Wasser.“
Nach Bruch des Kachowka-Staudamms: Atombehörde gibt vorerst Entwarnung
Update vom 9. Juni, 18.50 Uhr: Nach der Teilzerstörung des Kachowka-Staudamms im Süden der Ukraine hat die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) vorläufige Entwarnung hinsichtlich der Kühlung des Atomkraftwerks Saporischschja gegeben. Das Akw pumpe „weiterhin Kühlwasser aus dem Kachowka-Stausee“, teilte die IAEA am Donnerstag mit. In der infolge des Staudamm-Bruchs teilweise überfluteten Stadt Cherson sank nach ukrainischen Angaben erstmals der Wasserstand.
Zur Lage am Akw Saporischschja nach der Staudamm-Zerstörung erklärte die IAEA, auch bei einem Pegelstand unterhalb der bisher als kritisch eingestuften Schwelle von 12,70 Metern könne der Pumpvorgang fortgesetzt werden. Dies verschaffe etwas mehr Zeit, „bevor wir möglicherweise auf andere Versorgungsquellen umsteigen müssen“, erklärte IAEA-Chef Rafael Grossi, der nächste Woche das größte Atomkraftwerk Europas besuchen will.
Kachowka-Staudamm: Russischer Soldat soll Sabotage gestanden haben
Update vom 9. Juni, 15.01 Uhr: Das UN-Menschenrechtsbüro kann noch nicht beurteilen, ob die Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine ein Kriegsverbrechen ist. „Da die Umstände des Vorfalls nach wie vor unklar sind, ist es verfrüht, die Frage zu prüfen, ob ein Kriegsverbrechen begangen worden sein könnte“, sagt Jeremy Laurence in Genf. Nach Angaben von Lawrence sind alle Anträge, die ukrainischen Gebiete unter russischer Besatzung aufzusuchen, bislang abgelehnt worden.
Update vom 9. Juni, 13.32 Uhr: Die Ukraine beschuldigt russische Truppen, das Wasserkraftwerk am Kachowka-Damm in der Region Cherson vermint und dann in die Luft gesprengt zu haben. Der ukrainische Geheimdienst SBU veröffentlichte am Freitag (09. Juni) eine Tonaufnahme eines Gesprächs, in dem ein russischer Soldat die Tat zugeben soll. Zu hören ist ein Mann, der sagt, eine russische Sabotagegruppe sei verantwortlich für den Anschlag. Ob die Aufnahme echt ist, ist von unabhängiger Seite nicht überprüfbar.
Nach Zerstörung des Staudamms: Wasserstand sinkt weiter
Update vom 9. Juni, 11.05 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Damms im Kriegsgebiet Cherson sinkt der Wasserstand im Stausee weiter. Seit der Katastrophe am Dienstag sei der Stand um fast fünf Meter auf 11,7 Meter Stand Freitagmorgen gesunken, teilte der staatliche Wasserkraftwerksbetreiber Ukrhydroenergo in Kiew mit. Das Wasser sinke um etwa einen Meter innerhalb von 24 Stunden. Das Staatsunternehmen wies auch darauf hin, dass die bisher nicht komplett eingestürzte Staumauer weiter berste. Ziel sei es nun, in den oberhalb der Kachowka-Station gelegenen Stauseen das Wasser des Dnipro zu stauen, um Reserven für den Sommer zu haben.
Kachowka-Staudamm: Selenskyj wirft Russland Ökozid vor
Update vom 9. Juni, 7.10 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat Russland vorgeworfen, die nach der Zerstörung des Staudamms entstandene humanitäre Katastrophe noch zu vergrößern. „Russische Terroristen versuchen, die Situation, die sie mit ihrem Ökozid verursacht haben, noch zu verschlimmern“, sagte Selenskyj am Donnerstag in seiner täglichen Videoansprache. Russische Truppen beschössen Rettungskräfte und Evakuierungspunkte, sagte Selenskyj. Entsprechende Videos waren am Donnerstag in den Medien aufgetaucht.
Der ukrainische Staatschef warf Moskau zudem vor, die im von Russland besetzten Teil des überfluteten südukrainischen Gebiets Cherson lebenden Menschen im Stich zu lassen. „Dort weitet sich die Katastrophe bereits am zweiten Tag weiter aus“, sagte Selenskyj.
Kachowka-Staudamm: Wasserversorgung teilweise abgebrochen
Update vom 8. Juni, 22.15 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj setzen russische Truppen Artillerieangriffe gegen die Evakuierungsgebiete im Süden der Ukraine nach der Sprengung des Kachkowka-Dammes fort. „Das ist keine Naturkatastrophe oder eine Manifestation des Klimawandels“, sagte Selenskyj in einer Videobotschaft laut der Nachrichtenagentur Ukrinform. „Dieses Desaster ist Putin und seine Befehle, die er persönlich erteilt“, ergänzte Selenskyj. In mehr als 30 Siedlungen sei kein Leben mehr möglich und es gebe Verwundete wegen des russischen Beschusses. Der Zugang zu Trinkwasser in vielen Städten und Dörfern sei nur sehr schwer möglich.
Update vom 8. Juni, 18.45 Uhr: Nach der Teilzerstörung des Kachowka-Staudamms reicht das Wasser des Stausees nach ukrainischen Angaben nun nicht mehr aus, um die Reaktoren im Atomkraftwerk Saporischschja zu kühlen. Der Chef des ukrainischen Energieunternehmens Ukrhydroenergo, Igor Syrota, sagte am Donnerstag, der Wasserpegel sei unter eine kritische Marke gesunken. Die Wasserreservoirs reichten nun nicht mehr aus.
Kachowka-Staudamm: Tote und schwere Zerstörungen
Update vom 8. Juni, 16.15 Uhr: Die Ukraine und Russland haben insgesamt drei Tote in der teilweise überschwemmten ukrainischen Region Cherson bei Angriffen der jeweils anderen Seite gemeldet. Durch russischen Beschuss auf das Zentrum der von der Ukraine kontrollierten Stadt Cherson sei ein Zivilist während Evakuierungen getötet worden, teilte die örtliche Staatsanwaltschaft mit. In einem Ort bei Cherson seien zudem vier Menschen bei einem weiteren Angriff verletzt worden.
Der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur von Cherson, Wladimir Saldo, erklärte seinerseits im Onlinedienst Telegram, zwei Menschen seien in einem Ort im von Russland kontrollierten Teil der Region an einer Evakuierungsstelle für Zivilisten durch ukrainischen Beschuss getötet worden. Darunter sei eine Schwangere. Zwei weitere Menschen seien verletzt worden.
Kachowka-Staudamm: Russland wirft Ukraine „massive Artillerieangriffe“ vor
Update vom 8. Juni, 13.00 Uhr: Auf Antrag Moskaus befasst sich der Internationale Strafgerichtshof (IStGH) seit Donnerstag (8. Juni) mit den Vorwürfen zur Beschädigung des Kachowka-Staudamms. Die Ukraine habe „nicht nur massive Artillerieangriffe auf den Staudamm (...) ausgeführt, sondern auch den Wasserstand des Kachowka-Beckens absichtlich auf ein kritisches Niveau gebracht“, erklärte der russische Botschafter in den Niederlanden, Alexander Schulgin, nach Angaben des IStGH.
Vorwürfe Kiews, Russland sei für die teilweise Zerstörung der Anlage im Süden der Ukraine verantwortlich, wies Moskau zurück. Die Ukraine hatte erklärt, dass Russland den Staudamm in Nowa Kachowka gesprengt habe. „In Wirklichkeit war es die Ukraine, die das getan hat“, sagte Schulgin. Belege für die Anschuldigungen legte er nicht vor. Ein Urteil des IStGH wird erst in einigen Monaten oder sogar Jahren erwartet.
Selenskyj besucht Gegend um Kachowka-Staudamm
Update vom 8. Juni, 10.34 Uhr: Trotz vieler Gefahren nahe der Front ist er vor Ort: Wenige Tage nach der Explosion des Kachowka-Staudamms in der Südukraine ist Präsident Wolodymyr Selenskyj in die Hochwasserregion gereist. Im Gebiet Cherson habe er sich unter anderem ein Bild von den laufenden Evakuierungen gemacht, teilte Selenskyj über seinen offiziellen Telegram-Kanal mit.
Gesprengter Staudamm: Überflutung der Region um Cherson steigt weiter an
Update vom 8. Juni, 9.50 Uhr: Die Überschwemmungen durch die teilweise Zerstörung des Kachowka-Staudamms in der Ukraine erstrecken sich nach ukrainischen Angaben auf eine Fläche von mehreren hundert Quadratkilometern. „600 Quadratkilometer der Region Cherson stehen unter Wasser, davon 32 Prozent am rechten Ufer und 68 Prozent am linken“, von Russland kontrollierten Ufer des Dnipro, erklärte der Gouverneur der Region Cherson, Oleksandr Prokudin, am Donnerstag (8. Juni) in Onlinemedien.
Die Lage in den von den Überschwemmungen betroffenen Gebieten bezeichnete Prokudin als „extrem schwierig“. Trotz der Gefahr durch die Wassermassen und schweren russischen Beschusses gingen die Evakuierungen aus dem überfluteten Gebiet weiter.
Ukraine fordert von Russland Reparationszahlungen
Update vom 8. Juni, 9.30 Uhr: Die Ukraine fordert von Russland Reparationszahlungen in Milliardenhöhe für die Zerstörung des Staudamms von Nowa Kachowka in der Südukraine. Die Zerstörung des wichtigen Staudamms aus der Sowjetzeit im Süden der Ukraine am Fluss Dnjepr sei „absolut schrecklich“, sagte Oleg Ustenko, ein Wirtschaftsberater des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, gegenüber Newsweek.
„Dies ist ein eindeutiger terroristischer Angriff der Russen, der viele negative Auswirkungen haben wird: Die Umwelt wird leiden, Menschen werden ihre Häuser verlieren und unsere Energieinfrastruktur wird leiden“, sagte Ustenko. Der Gesamtpreis für die Zerstörung des Staudamms beläuft sich auf „Milliarden von Dollar“, sagte er.
Zerstörung des Kachowka-Staudamms: Putin macht Ukraine verantwortlich
Update vom 8. Juni, 5.30 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan schlägt eine Untersuchungskommission zur Dammexplosion vor. Erdogan habe dies am Mittwoch (7. Juni) in separaten Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und Selenskyj angesprochen, teilte das Präsidialamt in Ankara mit.
Putin meldete sich nach der Explosion am späten Mittwoch (7. Juni) erstmals zu Wort. Er beschuldigte die ukrainische Führung, hinter der Staudammexplosion zu stecken. Dies sei ein Beispiel dafür, dass Kiew und die Hintermänner im Westen auf eine „weitere Eskalation der Kampfhandlungen setzen, Kriegsverbrechen begehen, offen terroristische Methoden anwenden und Sabotageakte auf russischem Gebiet organisieren“, hieß es in der Pressemitteilung des Kremls.
Macron verurteilt Zerstörung des Kachowka-Staudamms
Update vom 7. Juni, 21.52 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron den Angriff auf das Bauwerk verurteilt und der Ukraine schnelle Hilfe zugesichert. „Wir werden in den allernächsten Stunden Hilfe schicken, um den unmittelbaren Bedarf zu decken“, sagte Macron am Mittwochabend nach einem Telefonat mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj. „Ich konnte Präsident Selenskyj meine Solidarität mit seinem Volk nach dem Angriff auf den Kachowka-Staudamm bekunden. Frankreich verurteilt diese abscheuliche Tat, die die Bevölkerung in Gefahr bringt.“
Update vom 7. Juni, 20.55 Uhr: Der ukrainische Premierminister Denys Schmyhal hat internationale Hilfsorganisationen dazu aufgerufen, dabei zu helfen, Zivilisten aus dem durch die Sprengung des Kachkowka-Dammes überfluteten Region zu evakuieren. Russische Truppen hätten „keine Hilfe“ angeboten, erklärte er laut dem US-Sender CNN in einer Videobotschaft auf Twitter. Er wandte sich dabei an die Vereinten Nationen sowie an das Internationale Rote Kreuz. Die Bewohner von Cherson seien „von den Russen verlassen“ worden und Häuser würden „unter dem Wasser verschwinden“.
Selenskyj über Lage am Kachowka-Damm: „Leichen schwimmen auf dem Wasser“
Update vom 7. Juni, 20 Uhr: Laut dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj, schießen russische Truppen auf die Rettungskräfte und Zivilisten in Siedlungsgebieten, die nach der Sprengung des Kachowka-Damms überschwemmt wurden. „Die Leichen ertrunkener Menschen schwimmen auf dem Wasser“, sagte Selenskyj der US-Zeitschrift Politico. „Sie schießen auf die Rettungskräfte“, so der Präsident. Bis man die vollen Auswirkungen der Überschwemmungen sehen könne, würden mehrere Tage vergehen, erklärte er zudem. „Sie wissen sehr wohl, dass sie diesen Krieg verlieren werde“, betonte Selenskyj. Die Russen würden lediglich die „Befreiung unserer Territorien“ hinauszögern.
Kachowka-Staudamm gesprengt: Erdogan schlägt Untersuchungskommission vor
Update vom 7. Juni, 17 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine Untersuchungskommission vorgeschlagen. Erdogan habe dies in separaten Telefonaten mit Kremlchef Wladimir Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj angesprochen, teilte das Präsidialamt in Ankara mit. Eine solche Kommission könne mit Experten der beiden Kriegsparteien sowie mit Vertretern der Türkei und der Vereinten Nationen besetzt sein und damit ein ähnliches Format haben wie das sogenannte Getreideabkommen, hieß es.
Update vom 7. Juni, 12.00 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms erwarten die ukrainischen Behörden im Gebiet Cherson weiter steigende Wasserstände. Bis Donnerstagvormittag werde das Wasser noch um einen Meter ansteigen, sagte der Sprecher der Chersoner Militärverwaltung, Olexander Tolokonnikow, am Mittwoch im ukrainischen Fernsehen. Zugleich sagte er, dass der Staudamm weiter breche, weshalb das Wasser noch steigen könne. Das Wasser fließt aus dem Stausee über die schwer beschädigte Staumauer ab.
Sprengung des Kachowka-Staudamms „russisches Kriegsverbrechen“
Update vom 7. Juni, 9.00 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat die Sprengung des Kachowka-Staudamms als russisches Kriegsverbrechen bezeichnet. Ziel sei es gewesen, den Vormarsch der ukrainischen Truppen in der Region zu verhindern, teilte der Stab am Mittwoch (7. Juni) in seinem Morgenbulletin in Kiew mit. Das Wasser aus dem Kachowka-Stausee fließt über die zerbrochene Staumauer weiter ab und flutet weite Teile der Region im Süden der Ukraine.
Sprengung Kachowka-Staudamm: Ukraine und Russland weisen sich gegenseitig Schuld zu
Update vom 7. Juni, 4.30 Uhr: Nach der Zerstörung des Kachowka-Staudamms haben sich die Ukraine und Russland vor dem UN-Sicherheitsrat gegenseitig die Schuld zugewiesen. Der ukrainische UN-Botschafter Serhij Kislizia sprach bei einer kurzfristig einberufenen Dringlichkeitssitzung in New York von einem „Akt des ökologischen und technologischen Terrorismus“. Die Sprengung sei „ein weiteres Beispiel für den Völkermord Russlands an den Ukrainern.“
Zerstörung des Kachowka-Staudamms: US-Geheimdienstinfos sickern durch
Update vom 6. Juni, 20.00 Uhr: Die Regierung von Präsident Joe Biden könne „nicht abschließend sagen“, wer für den massiven Bruch des Kachowka-Damms in der Südukraine verantwortlich sei, sagte der Sprecher des Nationalen Sicherheitsrats, John Kirby, am Dienstag vor Reportern im Weißen Haus.
Zwei US-Beamte und ein „westlicher“ Beamter erklärten jedoch gegenüber NBC News, dass die USA über Erkenntnisse verfügen, die klar auf Russland hindeuten würden. Entsprechende Geheimdienstinformationen könnten noch am Dienstag veröffentlicht werden – dies deckt sich mit der Aussage Kirbys, der erklärte, dass man dabei sei, „Berichte zu bewerten, denen zufolge Russland dahinter steckt“.
Damit würden die USA der russischen Version zur Explosion widersprechen. Moskau macht die Ukraine verantwortlich.
Zerstörung des Kachowka-Staudamms: Militär-Experte spricht von „teuflischem Kalkül“
Update vom 6. Juni, 17.20 Uhr: Nach der Sprengung des Kachowska-Staudamms bei Cherson geht Militärexperte Markus Reisner von einem „teuflischen Kalkül“ aus, mit dem Russland die weiträumige Zerstörung und die hohe Zahl an Opfer billigend in Kauf genommen haben könnte. Durch die Überflutung sei eine Anlandung von Soldatinnen und Soldaten in dem umkämpfen Flussdelta jetzt nicht mehr möglich, sagte er zu ntv. Zuvor waren in der südlichen Region rund um Cherson immer wieder Aktivitäten gemeldet worden, die auf eine Gegenoffensive der Ukraine an diesem Frontabschnitt hingedeutet haben könnte.
Zerstörung des Kachowka-Staudamms: Russland wollte offenbar Chaos stiften
Update vom 6. Juni, 15.15 Uhr: Nach der Zerstörung eines Staudamms in dem von russischen Truppen besetzten Teil der Ukraine sehen Experten die Verantwortung bei Russland. „Alles spricht dafür, dass die Russen den Damm gesprengt haben“, sagte der Militärexperte Carlo Masala am Dienstag dem Nachrichtenportal t-online. Moskau verfolge damit zwei Ziele: Chaos zu stiften und eine Gegenoffensive der Ukraine zu behindern.
Zerstörung des Kachowka-Staudamms: Russland spricht von „Sabotage“ und beschuldigt Ukraine
Update vom 6. Juni, 13.40 Uhr: Entgegen der Ukraine und dem Westen hat der Kreml Kiew der Zerstörung des wichtigen Staudamms im russisch besetzten Nowa Kachowka beschuldigt. „Wir erklären offiziell, dass es sich hier eindeutig um eine vorsätzliche Sabotage der ukrainischen Seite handelt, die auf Befehl (...) des Kiewer Regimes geplant und ausgeführt wurde“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Dienstag. Beweise für die Anschuldigungen legte er nicht vor. Präsident Wladimir Putin werde über alle Entwicklungen informiert, sagte Peskow.
Kachowka-Sprengung in der Ukraine: Staudamm liegt strategisch wichtig am Fluss Dnipro
Erstmeldung vom 6. Juni: Cherson/Kiew - In der Ukraine wurde am frühen Dienstagmorgen offenbar der strategisch wichtige Staudamm Kachowka am Fluss Dnipro nahe der Front in der südukrainischen Region Cherson gesprengt. Das ukrainische Einsatzkommando Süd teilte am Dienstagmorgen mit, die russischen Besatzer hätten den Damm in der Stadt Nowa Kachowka gesprengt. Moskau warf Kiew hingegen vor, für die schwere Beschädigung selbst verantwortlich zu sein. Der Staudamm befindet sich im russisch besetzten Teil des Landes.
Sprengung des Kachowka-Staudamms bei Cherson: Das sind die Folgen für die Ukraine
Die schwere Beschädigung des Kachowka-Staudammes könnte schwere Folgen haben. Der Militärgouverneur des Gebiets, Olexander Prokudin, warnte, dass der Wasserstand innerhalb von fünf Stunden eine kritische Höhe erreichen könnte. Auf der linken Seite des Flusses sei deshalb mit Evakuierungen von Anwohnern begonnen worden. Dort liegt auch die von den Ukrainern befreite Stadt Cherson. Der Vorfall verlagert den Ukraine-Krieg damit erneut weg von der Front und in zivile Gegenden - denn die Menschen des Landes sind am Ende die Leidtragenden der Explosion. Beschädigungen könnten allgemeine Konsequenzen für die Wasserversorgung in der Ukraine haben, konkret auch für die Kühlwasserversorgung des AKW Saporischschja.
Auf der südlichen - russisch besetzten - Seite des Flusses habe es bislang keine Evakuierungen gegeben. Laut staatlichen russischen Nachrichtenagenturen sagte der von Moskau eingesetzte Bürgermeister in Nowa Kachowka: „Das Wasser ist gestiegen“. Bislang sei es aber nicht notwendig, Zivilisten zu evakuieren. Beide Angaben konnten bislang nicht unabhängig geprüft werden.
Kachowka-Staudamm nach Sprengung schwer beschädigt - Lage eskalierte bereits im Oktober
Es ist nicht das erste Mal, dass der Kachowka-Staudamm bei Cherson in den Fokus des Ukraine-Kriegs rückt. Bereits im vergangenen Oktober warfen sich Russland und die Ukraine gegenseitig vor, eine Sprengung des Dammes zu planen. Moskau hatte damals laut eigenen Angaben bereits eine Evakuierung der damals besetzten Stadt begonnen und sich darauf vorbereitet, dass große Siedlungsgebiete überflutet werden könnten.
Kiew hatte währenddessen vor falschen Anschuldigen gewarnt und den Verdacht geäußert, dass Moskau die Sprengung selbst durchführen und die Ukraine durch die Schuldzuweisung diskreditieren wolle. Selenskyj soll laut eigenen Angaben damals Informationen gehabt haben, dass das russische Militär bereits Minen verlegt hatte. (mit Agenturen)
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