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Steckt Trump dahinter? Justizministerium entlässt Epstein-Ermittlerin Comey 

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Die in den Ermittlungen zu Jeffrey Epstein und Sean «Diddy» Combs involvierte Bundesstaatsanwältin Maurene Comey ist Medienberichten zufolge gefeuert worden.

US-Präsident Donald Trump gerät nach Maurene Comeys Entlassung erneut in die Kritik. Die Verbindung zum Epstein-Skandal bleibt brisant.

Washington, D.C. – Die Bundesstaatsanwältin Maurene Comey, die an den Strafverfahren gegen Jeffrey Epstein und seine Komplizin Ghislaine Maxwell beteiligt war, wurde am Mittwoch entlassen. Dies bestätigten zwei mit der Angelegenheit vertraute Personen.

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Trumps Einfluss? Justizministerium entlässt Epstein-Ermittlerin Comey 

Comey, Tochter des ehemaligen FBI-Direktors James B. Comey, war auch Anklägerin im kürzlichen Prozess gegen Sean Combs, den als Diddy bekannten Entertainer. Der Grund für ihre Entlassung war zunächst unklar.

Die Mitteilung über Comeys Kündigung nannte keinen Grund. Sie verwies auf die weitreichenden Befugnisse des Präsidenten laut US-Verfassung. Dies berichtete eine der mit der Angelegenheit vertrauten Personen, die anonym bleiben wollte, da es sich um eine Personalfrage handelt. Das Schreiben wurde von Francey Hakes unterzeichnet, einer politischen Ernannten im Justizministerium, die das Exekutivbüro der US-Staatsanwälte leitet.

Geheime Epstein-Liste birgt Überraschungen: Die 15 prominentesten Namen

Jeffrey Epstein und seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell
Jeffrey Epstein soll sich eine Art Prostitutions-Ring aufgebaut und prominenten Bekannten junge Mädchen zum Sex zur Verfügung gestellt haben. Seine ehemalige Geliebte Ghislaine Maxwell war seine „rechte Hand“. Epstein beging 2019 Selbstmord, bevor er verurteilt werden konnte. Die US-Bezirksrichterin Preska sah keine rechtliche Grundlage dafür, die insgesamt 175 Namen weiterhin zurückzuhalten. Die Liste ist nun öffentlich. Eine Nennung bedeutet nicht, dass die Person aktiver Teil des Missbrauchsnetzwerks um Epstein war, sondern zunächst nur, dass der Name in dem Zivilprozess fiel.  © AFP (Foto undatiert)
Ghislaine Maxwell war Epsteins „rechte Hand“.
2021 wurde Ghislaine Maxwell unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken zu 20 Jahren Gefängnis verurteilt. © Rick Bajornas/Unted Nations via AP/dpa
 Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell.
Die wohl bekannteste Aufnahme aus der Zeit. Dieses undatierte, vom US-Justizministerium zur Verfügung gestellte Foto zeigt Prinz Andrew (l-r), Herzog von York, Virginia Giuffre aus den USA und Ghislaine Maxwell. Giuffre behauptet, als Minderjährige vom Sohn der verstorbenen britischen Königin Elizabeth II. missbraucht worden zu sein. Er hat die Anschuldigungen aber stets bestritten.  © Us Department Of Justice/PA Media/dpa
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal.
Prinz Andrew steckt mittendrin im Epstein-Skandal. Auch Zeugin Johanna Sojberg warf ihm vor, als 21-Jährige von ihm sexuell belästigt worden zu sein. © Neil Hall/PA Wire/dpa
Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.
Er hingegen ist keine Überraschung auf der Liste: Der einstige Präsident Bill Clinton gilt seit den 1990ern als Freund von Jeffrey Epstein, behauptete später jedoch, nichts von dessen Machenschaften gewusst zu haben.  © Evan Agostini/Invision/AP/dpa
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010.
Das Bild zeigt den ehemaligen Vizepräsidenten Al Gore im Jahr 2010. Auch der Nobelpreisträger steht offenbar auf der Liste des Gerichts im Missbrauchsprozess um Jeffrey Epstein und seine Frau Ghislaine Maxwell. © dpa
US-Schauspieler Kevin Spacey
US-Schauspieler Kevin Spacey ist wegen dreimaliger unsittlicher Körperverletzung, siebenmaliger sexueller Nötigung, einmaliger Veranlassung sexueller Handlungen ohne Zustimmung und einmaliger Veranlassung penetranter sexueller Handlungen ohne Zustimmung zwischen 2001 und 2005 angeklagt. Auch sein Name taucht in Zusammenhang mit Epstein auf. Details sind allerdings nicht bekannt. © Yui Mok/PA Wire/dpa
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder
Auf der Liste des Gerichts findet sich auch der Name von Ex-Präsident Donald Trump wieder – allerdings im Kontext der Befragung einer Zeugin, die angab, zu Trump niemals sexuellen Kontakt gehabt zu haben. © Charlie Neibergall/AP
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste.
US-Magier David Copperfield steht ebenfalls auf der Liste. Er sei bei einem Essen bei Epstein anwesend gewesen und auch über die skandalösen Handlungen Epsteins Bescheid gewusst haben. Das behauptete Zeugin Sjoberg. © Christina Horsten/dpa
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009.
Zuvor nicht groß diskutiert, ist auch der Name Michael Jackson in den Akten zu finden. Der Popstar verstarb bereits 2009. Er soll Gast im Anwesen von Epstein in Palm Beach, Florida, gewesen sein, ist sich Zeugin Johanna Sojberg sicher. © Aaron Lambert/The Santa Maria Times Pool via AP/dpa
Des britische Astrophysiker Stephen Hawking.
Nicht minder überraschend taucht in den nun veröffentlichten Seiten auch der Name des britischen Astrophysikers Stephen Hawking auf. Auch er soll auf mindestens einer Feier Epsteins gewesen sein. Hawking starb 2018. © FACUNDO ARRIZABALAGA/dpa
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Liste, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz.
Nicht nur bekannte Männer stehen auf der Epstein-Liste des Gerichts, sondern auch Schauspielerin Cameron Diaz... © Andrew H. Walker/Getty Images/AFP
Schauspielerin Cate Blanchett
...Diaz‘ Schauspielkollegin Cate Blanchett... © Fabian Sommer/dpa
Supermodel Naomi Campbell.
...oder Supermodel Naomi Campbell. © Jennifer Graylock/PA Wire/dpa
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen.
Selbst Leonardo Di Caprio soll auf der Liste stehen. Allerdings wohl nur, weil Epstein mit ihm und Kollegin Cate Blanchett und ihrem Kollegen Leonardo DiCaprio angegeben habe, berichtete Zeugin Johanna Sojberg, die Epstein zum Sex gezwungen haben soll, vor Gericht. Er habe von Telefonaten berichtet. Getroffen habe sie die beiden aber nicht. © Andy Buchanan / AFP
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt.
Ebenso Bruce Willis (67). Der Hollywood-Star ist nach Angaben seiner Familie mittlerweile an frontotemporaler Demenz erkrankt. © Charles Sykes/Invision via AP/dpa
Auch „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht.
Und „Star Wars“-Schöpfer George Lucas hat offenbar zumindest eine Party von Epstein besucht. © dpa
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen.
Der Name von Richard Branson taucht in einer Gerichtsakte auf, die die Daily Mail enthüllt hat. Branson ist Chef der Virgin Group und der Weltraumfirma Virgin Atlantic. Es soll Videoaufnahmen geben, die ihn in einer Epstein-Villa bei expliziten Handlungen zeigen. © John Lamparski/GETTY IMAGES NORTH AMERICA/Getty Images via AFP

Kritik an US-Regierung: Umgang mit Epstein-Fall unter Beschuss

Es war nicht bekannt, ob Comeys Entlassung mit dem Epstein-Fall oder ihrer Verwandtschaft zum ehemaligen FBI-Direktor zusammenhing. Letzterer wurde während Donald Trumps erster Amtszeit entlassen.

Das Justizministerium und das Weiße Haus stehen seit Wochen unter heftiger Kritik von Trumps rechter Basis. Es geht um den Umgang mit dem Epstein-Fall und die Entscheidung, keine weiteren Akten zum Sexhandel-Fall des ehemaligen Finanziers freizugeben. Epstein erhängte sich 2019 in Untersuchungshaft. 2021 wurde Maxwell wegen Sexhandels verurteilt. Combs wurde kürzlich in einem Sexhandel-Prozess teilweise freigesprochen.

US-Justizministerium unter Trump: Neue Ermittlungen gegen Ex-FBI-Chef James Comey eingeleitet

Das Justizministerium bestätigte letzte Woche die Eröffnung einer Strafuntersuchung gegen James Comey. Er war häufiges Ziel Trumps und spielte eine Rolle bei den Ermittlungen zu den Verbindungen von Trumps Wahlkampf 2016 nach Russland. Während seiner ersten Amtszeit entließ Trump Comey mitten in seiner zehnjährigen Amtszeit als FBI-Direktor.

Ein Sprecher des Southern District of New York lehnte eine Stellungnahme ab.

Zu den Autoren

Shayna Jacobs ist Reporterin für Bundesgerichte und Strafverfolgung im Team für nationale Sicherheit bei der Washington Post, wo sie über die südlichen und östlichen Bezirke von New York berichtet.

Perry Stein berichtet für die Washington Post über das Justizministerium und das FBI. Senden Sie ihr sichere Nachrichten über Signal unter perrystein.05.

Jeremy Roebuck berichtet für die Washington Post über das Justizministerium und das FBI. Senden Sie ihm vertrauliche Hinweise über Signal an jeremyroebuck.04.

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Dieser Artikel war zuerst am 17. Juli 2025 in englischer Sprache bei der „Washingtonpost.com“ erschienen – im Zuge einer Kooperation steht er nun in Übersetzung auch den Lesern der IPPEN.MEDIA-Portale zur Verfügung.

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