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In der Debatte um die Gaspreisbremse gerät die Strompreisbremse fast in Vergessenheit. Doch wem könnte sie ab wann was bringen? Eine Beispielrechnung.
Berlin – Die Energiekosten in Deutschland explodieren und sind für viele Verbraucherinnen und Verbraucher nicht mehr bezahlbar. Die Ampel will die Krisenlast mit einem Gas- und Strompreisdeckel abfedern. Vor dem Hintergrund der Debatte um die Gasumlage und den Gaspreisdeckel ist die Strompreisbremse aus dem Entlastungspaket 3 beinahe in Vergessenheit geraten. Doch es stellt sich weiter die Frage: Wer kann durch sie wie viel sparen – und ab wann? Vieles ist noch unklar, doch es gibt Beispielmodelle.
Strompreisbremse in Deutschland: Wer kann ab wann wie viel sparen? Es herrscht Unklarheit beim Preisdeckel
Die Strompreisbremse in Deutschland kommt, darauf hat sich die Ampelkoalition bereits im Rahmen des Entlastungspakets 3 verständigt – lange vor dem Gaspreisdeckel. Die Strompreisbremse 2022 ist bitter nötig, denn auch bei Strom sind massive Preisanstiege zu beobachten. Preiserhöhungen um bis zu 120 Prozent sind keineswegs selten. Auch die Deckelung der Strompreise 2022 wird deshalb mit Spannung erwartet. Doch wann kommt der Deckel? Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) schürt Hoffnungen, es könnte bald so weit sein. Aber was genau bringt die Bremse Verbraucherinnen und Verbrauchern?
Tatsache ist, genaue Angaben dazu, wie viel ab wann gespart werden kann, sind derzeit nicht möglich. Vorerst muss spekuliert werden, denn sowohl Zeitpunkt der Maßnahme, als auch ihr genauer Rahmen, sind aktuell noch ungeklärt. Das Vergleichsportal Check24 hat für die Bild jedoch zwei mögliche, beispielhafte Fälle errechnet.
Strompreisbremse: So hoch könnten die Einsparungen beim Stromverbrauch durch die Preisbremse ausfallen
Die Strompreisbremse soll Verbraucherinnen und Verbraucher entlasten, auch, wenn bisher niemand weiß, wann und wie sehr genau. Justizminister Marco Buschmann (FDP) hatte laut ZDF kürzlich eine Rechnung veröffentlicht, nach der der Basisverbrauch bei rund 75 Prozent des Durchschnittsverbrauchs festgelegt werden könnte. Der Strompreisdeckel könnte zudem bei 30 Cent je Kilowattstunde liegen.
Check24 hat zwei konkrete Szenarien durchgerechnet. Szenario 1: Eine Preisdeckelung bei 30 Cent pro kWh, ein Basisverbrauch von 85 Prozent und eine Reduktion der Netzentgelte um 2 Cent pro Kilowattstunde. Ergebnis: Die Kosten lägen bei 1619 Euro – anstatt 2195 Euro. Für einen Privathaushalt mit Verbrauch von 5000 Kilowattstunden läge die Ersparnis damit bei 576 Euro (ausgehend vom aktuellen Strompreis von 43,9 Cent pro kWh). Szenario 2: Ein Haushalt mit einem geringeren Verbrauch, genau genommen 1500 kWh. Hier wären es 486 Euro statt 659 – eine Ersparnis von 173 Euro.
Gas- und Strompreisbremse: Ampelkoalition entschließt sich für Entlastungen bei Energiekosten
Zur Entlastung von Verbraucherinnen und Verbrauchern hat sich die Ampelkoalition für eine Gas- und Strompreisbremse entschlossen, in beiden Fällen bleiben viele Fragen offen. Die Gaspreisbremse ist dabei mit der Abschaffung der Gasumlage die neueste Entwicklung, auch bei der Gaspreisbremse fragen sich Bürger, wie viel sie wirklich sparen können. Viele Details sind bisher noch nicht bekannt, jedoch erklärte Kanzler Olaf Scholz (SPD), man wolle bis Mitte Oktober für Klarheit sorgen – der Ministerpräsident von Niedersachsen, Stephan Weil (SPD), sieht im Gaspreisdeckel trotz allem bereits den „großen Wurf“. Er hatte zuletzt selbst ein Konzept für die Gaspreisbremse vorgelegt.
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