VonJana Stäbenerschließen
Junge Menschen schauen bei der Berufswahl vor allem aufs Geld. Keine schlechte Idee.
Laut einer Befragung der Wirtschaftsjunioren Deutschland (WJD) legen Menschen der Generation Z, die auch toxischer Männlichkeit den Kampf ansagen, bei der Berufs- und Ausbildungswahl am meisten Wert auf die Bezahlung. Gute Verdienstmöglichkeiten sind für 81 Prozent der Befragten wichtig. Sinn und Zweck des Jobs seien eher zweitrangig: Nur für rund die Hälfte der Befragten ist das Image oder der gesellschaftliche Zweck ihrer Arbeit wichtig bis sehr wichtig (je 55 Prozent).
Immer wichtiger wird für die Generation Z hingegen die Work-Life-Balance: 74 Prozent der Befragten finden die Aussicht auf möglichst wenig Arbeit attraktiv. Mehr als zwei Drittel der Befragten gehen davon aus, mit einer Ausbildung im Vergleich zum Studium eine gleiche oder bessere Aussicht auf solch eine gute Work-Life-Balance zu haben. BuzzFeed News Deutschland sammelt sieben Gründe, warum diese Forderungen der Gen Z goldrichtig sind.
1. Auch die Gen Z hat gelernt, was Inflation bedeutet
Die Inflation geht wieder zurück. Das sind gute Nachrichten. Trotzdem bleibt vieles Luxus, so auch diese sechs winterlichen Dinge. Die vergangenen Jahre haben uns gezeigt, dass das Leben ganz schön teuer sein kann – vor allem Lebensmittel im Supermarkt. Die steigen momentan zwar nicht mehr im Preis, dafür schrumpft die Menge, was auch nicht viel besser ist. Das Ziel der Gen Z, möglichst viel Geld zu verdienen, ergibt vor dem Hintergrund höherer Lebenshaltungskosten Sinn.
2. Sparen ergibt wieder Sinn
Dass die Inflation zurückgeht, wirkt sich auch auf deine Rente aus. Denn wenn du sparst, dann kannst du das momentan bei einigen Banken wieder auf Inflationsniveau tun, denn Zinsen in Höhe von etwa vier Prozent auf Tages- oder Festgeld (Stand November 2023) gleichen die Teuerungsrate (fast) aus. Und wie kannst du viel sparen? Natürlich, indem du möglichst viel verdienst. Mach unser Spar-Quiz und teste, wie es um dein Anleger-Wissen bestellt ist.
3. Immobilien kaufen wird immer schwerer
Der Traum vom Eigenheim war für unsere Eltern realistischer als für uns – selbst Menschen mit durchschnittlicher Bezahlung konnten sich Immobilien leisten. Heute sind tausend Dinge leichter, als Immobilien zu kaufen, zum Beispiel die Regenbogenstrecke bei Mario Kart. Nur wer richtig viel Geld verdient und es gut anlegt, hat darauf noch eine Chance.
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4. Die Rentenbombe tickt
Die gesetzliche Rente wird irgendwann mal nicht reichen, um deinen Lebensstandard im Alter zu halten. Die Rentenbombe tickt und auf diese drei Dinge musst du gefasst sein. Arbeitnehmer:innen müssen wahrscheinlich länger arbeiten, höhere Beiträge zur Rentenversicherung zahlen und das Rentenniveau sinkt. Bedeutet für junge Leute, dass weniger Geld übrigbleibt, um sich selbst zu versorgen. Es sei denn, sie suchen sich besser bezahlte Jobs, in denen sie am besten auch eine ordentliche betriebliche Altersvorsorge bekommen (auf die übrigens jede:r Anspruch hat).
5. Beamt:innen-Life-Goals
@notmarlenevega No shame in having a day job while you pursue the things you love on the side 🫶🏽 I currently work a part time job to support myself while I pursue my art dreams. It may not be a job i love but it pays the bills 😊 It surprises people sometimes because they assume I do art full time and make a lot of money just because my follower count has grown exponentially in the last year lol I wish that were the case with my bank account too 😅 but it’s okay! Hence why I refer to myself as a part time artist, not because I don’t think I’m a real artist, but because art isn’t my full time job. It just helps with transparency and to show that it’s okay to have a day job. it doesn’t make us any less of an artist 💖
♬ original sound - Apex Class
Möglichst wenig tun, für möglichst viel Geld: Das ist möglich mit dem Lazy Girl Job, von dem junge Frauen auf TikTok träumen. Sie wollen sich für ihren Job nicht aufopfern und verachten die Idee des „Dream Jobs“. Ihre Arbeit soll ihnen eher ermöglichen, Geld und Zeit für die Dinge zu haben, die sie wirklich lieben (siehe oben). Gerade Beamt:innen-Jobs sind für sie erstrebenswert: Die haben auch einen Vorteil bei der Rente.
6. Wenn schon Acht-Stunden-Tage, dann wenigstens gut bezahlt
Zu diesem Fazit kommt eine junge Frau aus den USA, die mit einem TikTok viral ging. Sie berichtet unter Tränen von ihren langen Arbeitstagen. Morgens müsse sie das Haus bereits gegen halb acht verlassen, weil sie pendeln müsse, abends komme sie nicht vor 18 Uhr heim. Nach einem solchen Tag habe sie „keine Zeit, irgendwas zu tun“, sondern wolle nur noch essen, duschen und ins Bett. „Acht-Stunden-Tage allgemein sind total verrückt“, sagt sie. Also warum dann nicht wenigstens genug Gehalt bekommen, um das zu kompensieren?
7. Arbeit ergibt sowieso keinen Sinn mehr
Warum also nach dem „Dream Job“ suchen, wenn man einfach so viel Geld verdienen kann, wie eben geht? Der Meinung sind wohl auch die Menschen, die sich im Subreddit r/antiwork darüber auslassen, dass Arbeit keinen Sinn mehr ergibt. „Wenn deine Gehaltserhöhung abgelehnt wird, obwohl die Firma die 15. E-Mail zu Rekordgewinnen herumschickt“, schreibt eine Person. Gegen solche unfairen Aktionen wehrt sich die Gen Z, wenn sie bei der Berufswahl vor allem aufs Geld schaut.
An der Online-Umfrage vom WJD haben vom 5. bis zum 10. September 1012 Männer, Frauen und divers-geschlechtliche Personen im Alter zwischen 15 und 25 Jahren teilgenommen. Damit gehören die Befragten im weitesten Sinne der sogenannten Generation Z an, zu der in etwa die Geburtenjahrgänge ab 1995 gezählt werden.
(Mit Material der dpa)
Rubriklistenbild: © Westend61/IMAGO/Javier De La Torre







