Wilde Spekulationen

Einfluss auf die US-Wahl? Donald Trump und seine Anhänger fürchten Taylor Swift

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Donald Trump und seine Anhänger wittern im Jahr der US-Wahl eine Verschwörung: Taylor Swift soll den US-Wahlkampf zugunsten von Joe Biden beeinflussen.

Frankfurt – Taylor Swift ist der wohl größte Popstar der Gegenwart. Die 34-Jährige bricht mit ihrer „Eras Tour“ derzeit Rekorde, füllt große Stadien auf der ganzen Welt. Alleine auf Instagram folgen der US-Amerikanerin rund 279 Millionen Menschen. Swift hat einen enormen Einfluss auf ihre Fans, die sogenannten „Swifties“, und darüber hinaus. Auch Anhänger des Ex-US-Präsidenten Donald Trump und Rechte in den USA wissen um ihre Popularität – und fürchten ein politisches Engagement des Megastars vor der US-Wahl in diesem Jahr.

Taylor Swift gegen Donald Trump: Popstar stellte sich 2020 hinter Joe Biden

Hintergrund ist, dass sich die erfolgreiche Sängerin vor der Präsidentschaftswahl 2020 hinter den Demokraten Joe Biden gestellt hatte und seitdem ihre Fans wiederholt dazu aufgefordert hat, wählen zu gehen. Bereits 2018 erregte Swift, die 2023 vom Time-Magazine zur Person des Jahres gekürt wurde, besonderes Aufsehen unter Trump-Anhängern. Damals bezog sie zum ersten Mal politisch Stellung, stellte sich gegen die ultraradikale Republikaner-Kandidatin für den US-Senat, Marsha Blackburn, und bezeichnete sie als „Trump mit Perücke“.

Trump sprang daraufhin Blackburn zur Seite und sagte, dass er die Musik von Swift jetzt „ungefähr 25 Prozent weniger“ möge. Zwar gewann Blackburn die Abstimmung, Wahlbeobachter verzeichneten allerdings einen deutlichen Anstieg bei der Registrierung junger Wähler nach Swifts Äußerungen.

Einfluss auf die US-Wahl 2024? Wilde Spekulationen um Taylor Swift

Bereits vor einigen Wochen nahmen in Kreisen der Trump-Anhänger deshalb die Spekulationen über eine Einflussnahme Taylor Swifts auf den US-Wahlkampf an Fahrt auf. Die absurden Behauptungen gingen sogar so weit, dass sich das Pentagon Mitte Januar gezwungen sah, Stellung zu beziehen.

Moderator Jesse Watters vom rechtskonservativen Sender Fox News hatte zuvor in seiner TV-Sendung angedeutet, bei Swift könne es sich um eine Geheimagentin des US-Verteidigungsministeriums handeln. „Was diese Verschwörungstheorie betrifft: Wir werden sie abschütteln“, teilte Pentagon-Sprecherin Sabrina Singh in einer Stellungnahme gegenüber Politico mit. Damit nahm sie mit einem Augenzwinkern Bezug auf Swifts großen Hit „Shake it off“ (dt.: „Schüttel es ab“) und machte weitere Wortspiele.

Donald Trump und seine Anhänger fürchten Taylor Swifts möglichen Einfluss auf die US-Wahl. (Montage)

Einfluss von Swift auf US-Wahl: Super Bowl bringt neuen Schwung in Spekulationen der Trump-Anhänger

Neuen Schwung bekamen die Spekulationen der Trump-Anhänger um einen Einfluss auf die US-Wahl durch Swift seit dem vergangenen Wochenende. Die Kansas City Chiefs qualifizierten sich für den Super Bowl – das Sportereignis des Jahres in den USA. Im Stadion war dabei auch Taylor Swift, die seit einigen Monaten mit Chiefs-Spieler Travis Kelce zusammen ist.

In den USA hat die Beziehung viel Aufmerksamkeit bekommen. Swift besuchte die Spiele von Kelces Team regelmäßig – die Augen der Zuschauer und die TV-Kameras waren häufig auf den Popstar gerichtet. Ihr Einfluss wird auch hier deutlich: Alleine durch ihre Beziehung mit dem American-Football-Star soll der Marktwert der Kansas City Chiefs, aber auch der gesamten NFL laut Front Office Sports um rund 331,5 Millionen Dollar angestiegen sein.

Trump-Anhänger im Jahr der US-Wahl 2024 in Sorge wegen Taylor Swift: „Halt Dich aus der Politik raus“

Einige Republikaner befürchten nun, dass Swift ihre Anwesenheit beim Super Bowl dazu nutzen könnte, aktiv Wahlkampf für Joe Biden und seine Demokraten zu machen. „Ich frage mich, wer den Super Bowl gewinnen wird“, schrieb etwa der republikanische Ex-Präsidentschaftsbewerber Vivek Ramaswamy bei X (vormals Twitter). „Und ich frage mich, wen ein künstlich hochgelobtes Pärchen in diesem Herbst als Präsidentschaftskandidaten unterstützen wird.“

Eine Sprecherin von Ex-Präsident Trump, der nach einem verlorenen Gerichtsprozess womöglich vor dem Aus steht, ergänzte Anfang der Woche: „Diese Frau hat Karriere damit gemacht, Lieder über die Wahl des falschen Mannes zu schreiben.“ Es sei also zu erwarten, dass sie auch bei der Präsidentschaftswahl am 5. November auf „den falschen Mann“ setzen werde. Fox-Moderatorin Jeanine Pirro, die als Beraterin während Trumps Zeit im Weißen Haus im Einsatz war, hatte eine klare Botschaft an Swift: „Halt Dich aus der Politik raus, wir wollen Dich da nicht sehen.“

Weg frei für Trump: Haley steigt aus US-Vorwahlkampf aus

Donald Trump will wieder US-Präsident werden
Nun ist es raus: Donald Trump will 2024 erneut als US-Präsident antreten. Dann wird der Milliardär aus New York 78 Jahre alt sein. Trump hatte das Amt 2017 bis 2021 inne, verlor 2020 aber die Wahl und musste auf eine zweite Amtszeit verzichten. Die soll nun im dritten Anlauf gelingen. Trump wäre erst der zweite Präsident in der Geschichte der USA, dem ein solches Comeback gelingen würde. © Andrew Harnik/dpa
Nikki Haley tritt als US-Botschafterin bei der UN zurück und 2024 vielleicht noch einmal an
Nikki Haley war Trumps letzte verbliebene Rivalin. Doch am Ende zog auch sie sich aus dem parteiinternen Rennen um die US-Präsidentschaft zurück. Nach ihrer Serie von Niederlagen am Super Tuesday verkündete Haley ihren Ausstieg. Die ehemalige Gouverneurin des Bundesstaates South Carolinas wechselt ihre Haltung zu Donald Trump wie andere Leute die Kleidung. Als Botschafterin Trumps bei den Vereinten Nationen war sie enge Vertraute des Ex-Präsidenten, nach dem Sturm aufs Kapitol distanzierte sie sich. Dann sagte sie, sie werde nicht kandidieren, sollte Trump erneut antreten. Haley gilt als Establishment-Republikanerin, die für möglichst geringe Sozialausgaben, niedrige Steuern und eine aggressive Außenpolitik steht. © Evan Vuccid/dpa
Floridas Gouverneur Ron de Santis spricht nach dem Sieg bei den Midterms zu seiner Anhängerschaft
Als härtester Konkurrent für die Nominierung bei den Republikanern für die US-Wahl 2024 galt lange Ron DeSantis. Der Gouverneur Floridas feierte bei den Midterms einen klaren Sieg und wurde von der Wählerschaft im Amt bestätigt. Er galt als der Hoffnungsträger in der Partei. Das Rennen um die Präsidentschaftsnominierung hat er aber inzwischen aufgegeben. DeSantis hatte sich in der Vergangenheit als Trump-Fan inszeniert, geht mittlerweile aber auf Distanz zum Ex-Präsidenten. Hier zu sehen ist der Politiker mit seiner Frau Casey DeSantis und den drei gemeinsamen Kindern. © IMAGO/Luis Santana
Der erfahrene Politiker Asa Hutchinson tritt als Anti-Trump-Kandidat an
Er war bereits Staatsanwalt, Abgeordneter im Repräsentantenhaus, Behördenleiter der Anti-Drogenbehörde DEA und Gouverneur des Bundesstaates Arkansas. Jetzt wollte Asa Hutchinson 2024 republikanischer Präsidentschaftskandidat werden, doch nach der Vorwahl in Iowa zog er seine Kandidatur zurück. Hutchinson trat als Alternative zu Donald Trump an, denn seines Erachtens sollte dieser „nicht der nächste Anführer unseres Landes sein“. Hutchinson forderte Trump auf, seine Kandidatur aufgrund der Anklage gegen ihn in New York zurückzuziehen – eine Sicht, die die republikanische Wählerschaft nicht teilt. © SCOTT OLSON / AFP
Vivek Ramaswamy, Trump-Fan mit Anti-Woke-Agenda
Vivek Ramaswamy hatte Großes vor. Der 38-jährige, rechtslibertäre Tech-Unternehmer mit indischen Wurzeln wollte US-Präsident werden. Nach seinem enttäuschenden Abschneiden bei der Vorwahl in Iowa warf er aber das Handtuch und empfahl, Trump zu Wählen. Der Trump-Fan sieht die USA in einer „nationalen Identitätskrise“ und fordert eine „nationale Wiederbelebung“. Dazu will er z.B. das FBI und das Bildungsministerium abschaffen. Er wolle Trumps „America-First-Aganda auf die nächste Stufe bringen“.  © Anna Moneymaker / AFP
US-Wahl 2024: Ehemaliger Trump-Vertrauter Christie will ins Weiße Haus
Chris Christie hatte auch noch einmal Ambitionen auf das Weiße Haus angemeldet. Der frühere Gouverneur des US-Bundesstaats New Jersey war einst ein enger Vertrauter von Donald Trump, hat sich aber mittlerweile von ihm losgesagt und kritisiert ihn sogar öffentlich. So bezeichnete er den früheren Präsidenten wegen dessen Haltung zum Ukraine-Krieg als „Feigling“ und „Marionette“ des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Christie wollte 2016 schon einmal Präsidentschaftskandidat seiner Partei werden, zog nach schlechten Ergebnissen bei den Vorwahlen aber zurück. Diesmal gab er bereits vor den Vorwahlen der Republikaner auf. © Charles Krupa/dpa
Zu den krassen Außenseitern zählt auch Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt.
Zu den krassen Außenseitern zählte von Beginn an Douglas James „Doug“ Burgum, der hier im Juli 2023 bei einer Veranstaltung in Iowa um Stimmen wirbt. Der Republikaner, der am 4. Dezember aus dem Rennen ausstieg, ist seit dem 15. Dezember 2016 Gouverneur von North Dakota. Vor seiner politischen Karriere war er Softwareunternehmer, Microsoft-Manager und Risikokapitalgeber. Im April unterzeichnete Burgum ein Gesetz, das Abtreibungen in der sechsten Schwangerschaftswoche verbietet. Zudem hat er zahlreiche Gesetze unterzeichnet, die die Rechte von trans Menschen einschränken. © SCOTT OLSON/afp
Senator Tim Scott aus dem Bundesstaat South Carolina begreift seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen als Verkörperung des amerikanischen Traumes. In einem im April veröffentlichten Video spricht er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und fordert mehr Optimismus. Scott betont darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nennt er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung.
Tim Scott (blaues Hemd) hat sich aus dem Rennen um die Kandidatur verabschiedet. Am 12. November zog der Senator aus South Carolina seine Kandidatur zurück. In einem im April veröffentlichten Video sprach er sich gegen eine Politik der Spaltung aus und forderte mehr Optimismus. Scott betonte darin auch seine Religiosität und seinen Wunsch, die konservativen Werte Amerikas zu verteidigen. Als Beispiele nannte er etwa den Schutz der Grenzen und der Kampf gegen Abtreibung. Seinen Aufstieg aus armen Verhältnissen begreift Scott als Verkörperung des amerikanischen Traumes.  © ALLISON JOYCE
Mike Pence könnte 2024 bei der US-Wahl für das Amt des Präsidenten kandidieren.
Ausgestiegen ist auch Trumps ehemaliger Vizepräsident. „Dies ist nicht meine Zeit“, sagte Mike Pence am 28. Oktober 2023. Pence war in Umfragen weit abgeschlagen und hatte Medienberichten zufolge Probleme bei der Beschaffung von Geldern für seine Kampagne. „Wir wussten immer, dass dies ein harter Kampf sein würde, aber ich bereue nichts“, erklärte Pence. Mit kritischen Kommentaren nach den Midterms hatte sich der ultrakonservative Pence für einen möglichen Machtkampf innerhalb der Republikanischen Partei in Stellung gebracht. © IMAGO/Aimee Dilger
Larry Elder ist 2024 der erste schwarze Präsidentschaftskandidat bei den Republikanern
Am 26. Oktober zog sich Larry Elder zurück. Schon bei seinem ersten Versuch als Politiker war er gescheitert: 2021 versuchte der rechte Radiomoderator und Rechtsanwalt erfolglos, Kaliforniens demokratischen Gouverneur Gavin Newsom abzulösen. Elder vertritt rechtsradikale Ansichten, wie ein Abtreibungsverbot, glaubt, dass an Grenzen „Mauern funktionieren“, Antirassismus sowie Diversität, Gleichberechtigung und Inklusion hingegen nicht. © SCOTT OLSON / AFP
Perry Johnson ist im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur.
Am 20. Oktober zog sich auch Perry Johnson aus dem Wahlkampf zurück. Er war im Grunde der republikanische Antipolitiker im Kampf um die Präsidentschaftskandidatur. Aufgefallen war der Unternehmer zuvor nur im Jahr 2022, als er für das Amt des Gouverneurs in Michigan kandidieren wollte. Wegen unsauberer Machenschaften wurde er allerdings von den republikanischen Vorwahlen vorzeitig ausgeschlossen. Johnson positionierte sich im Wahlkampf gegen Abtreibungen. Zudem kritisierte er die Höhe der Hilfsgelder, die die USA der Ukraine zur Verfügung stellen. Zugleich stellte Johnson aber klar, dass er Wladimir Putin nicht vertraue. © SCOTT OLSON/afp
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung sind bisher Ryan Binkley, Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez.
Weitere Kandidaten im Kampf um die Bewerbung waren auch Will Hurd, Corey Stapleton und Francis Suarez. Auch sie haben ihre Kandidatur bereits wieder zurückgezogen. Im Rennen sind dagegen noch Ryan Binkley, John Anthony Castro und E. W. Jackson. Chancen auf eine Nominierung dürften sie allerdings kaum haben. Großer Favorit bleibt allen Anklagen und Prozessen zum Trotz weiter der frühere Präsident Donald Trump. Die Republikaner haben auf jeden Fall die Qual der Wahl. © ALLISON JOYCE/afp

Wie berechtigt die Panik vor Taylor Swift bei Trump und seinen Republikanern tatsächlich ist, wird sich wohl erst in den kommenden Wochen und Monaten bis zur US-Wahl zeigen. Bislang ist weder klar, ob Swift überhaupt beim Super Bowl anwesend sein wird – sie gibt einen Tag zuvor noch ein Konzert in Tokio. Noch, ob sie vor der Wahl im November eine Partei offen unterstützen wird. Derzeit muss sich Swift zusätzlich mit „Deepnude“-Kampagnen gegen sie auseinandersetzen. (ph/dpa)

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