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Lange Zeit galt der als „General Armageddon“ bekannte Kommandeur als verschollen. Nach aktuellem Stand hält er sich in Algerien auf.
Update vom 15. September, 20.40 Uhr: Der russische General Sergej Surowikin, der nach dem Aufstand von Jewgeni Prigoschin gegen den Kreml aus der Öffentlichkeit verschwunden ist, hält sich nach Angaben der russischen Zeitung Kommersant mit Vertretern des Verteidigungsministeriums des Kremls in Algerien auf.
Quellen sagten der Zeitung: „Es ist offensichtlich, dass Surowikin nach wie vor das Vertrauen der höchsten Ebene genießt, und es ist möglich, dass die Reise des Generals mit seiner möglichen Ernennung zu einer Position zusammenhängt, die mit der Arbeit in östlicher Richtung verbunden ist.“
Erstmeldung vom 15. September, 09.57 Uhr: Moskau – Nach der Revolte der Wagner-Söldner im Juni war der russische General Sergej Surowikin in Ungnade gefallen. Seither wurde er in der Öffentlichkeit nicht gesehen. Jetzt soll Surowkin wieder aufgetaucht sein. „General Sergej Surowikin ist frei. Lebendig, gesund, zu Hause, bei seiner Familie, in Moskau. Das Foto wurde heute aufgenommen“, schrieb Xenia Sobtschak, eine russische Journalistin und Tochter von Wladimir Putins ehemaligem Chef, auf Telegram.
Das Foto, das nicht von unabhängiger Stelle bestätigt wurde, zeigt einen Mann mit Sonnenbrille und Mütze, der neben einer Frau geht, die Surowikins Frau sein soll. Nach einem Bericht der New York Times unter Berufung auf Regierungskreise soll der russische General freigelassen worden sein. Allerdings sei nicht klar, ob Surowkin in seiner Bewegungsfreiheit in Russland eingeschränkt worden sei.
Surowikin soll sich bei seiner Familie in Russland aufhalten
Surowikin wurde zuletzt am Tag der Meuterei der Wagner-Gruppe in der Öffentlichkeit gesehen. Dort appellierte er an die Söldner, ihre Rebellion zu beenden. Inzwischen bestätigte auch der russische Journalist Alexej Venediktow, dass Surowikin in Freiheit sei. „General Surowikin ist zu Hause bei seiner Familie. Er ist beurlaubt und steht dem Verteidigungsministerium zur Verfügung“, schreibt der Journalist auf Telegram.
Surowikin hat Berühmtheit bei seinem Einsatz in Syrien erlangt. Für seine brutale Vorgehensweise bekam er dort den Spitznamen „General Armageddon“. Anschließend war er kurzfristig für die russischen Truppen in der Ukraine zuständig. Im Juli wurde er von seinem Kommando der russischen Luftstreitkräfte entbunden. Das war die bislang wichtigste Entlassung eines Militärkommandeurs nach der gescheiterten Meuterei von Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin im Juni.
Surowikin galt in Russland als Unterstützer der Wagner-Gruppe
Das gute Verhältnis zu Prigoschin hatte die Frage aufgeworfen, ob Surowikin die Meuterei der Wagner-Truppen unterstützt oder zumindest vorher von dem Aufbegehren gewusst hatte. Damals hatten Prigoschins Truppen kurzzeitig die Kontrollen über die Stadt Rostow übernommen und waren auf dem Vormarsch auf Moskau.
Surowikins Verschwinden hatte zu Gerüchten geführt, dass es breit angelegte Säuberungskampagnen innerhalb des Militärs gäbe. Militärblogger und Kommandeure hatten immer wieder versucht, den Ruf von des in Ungnade gefallenen Generals zu rehabilitieren. Sie verwiesen dabei auf die „Surowikin-Linie“. Das sind die militärischen Verteidigungsanlagen im Ukraine-Krieg, die Surowikin errichten ließ, nachdem er von Oktober 2022 bis Januar 2023 die Kontrolle über die russischen Invasionstruppen übernommen hatte. Diese sollen dazu beigetragen haben, dass die ukrainische Gegenoffensive im Sommer abgeschwächt war. (erpe)
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