VonMark Stoffersschließen
Der Tankrabatt läuft Ende August aus. Autofahrer sorgen sich um eine Preisexplosion bei Benzin und Diesel. Und Experten sich für den September uneinig.
Berlin – Der Tankrabatt endet bald. Kommt sie oder kommt sie nicht, die große Explosion der Spritpreise bei Benzin und Diesel nach dem 31. August 2022 in Deutschland? Ab 1. September fällt die wichtige Maßnahme aus dem Entlastungspaket 2022 weg. Und schon geht wieder die Angst bei Autofahrern und Pendlern um, dass die Spritpreise für Diesel und Benzin in die Höhe schießen. Klar ist, eine Erhöhung wird kommen, aber wie hoch die Preise letztendlich steigen werden, ist derzeit noch völlig unklar.
Ende des Tankrabatts: Was kommt nach August?
Im Falle des Tankrabatts sollten Bundesbürger seit dem 1. Juni 2022 für drei Monate an der Zapfsäule finanziell entlastet werden. Nach den Plänen der Politik sollten Autofahrer sich auf weniger Kosten einstellen. Beim Benzin sollten es rund 35 Cent sein, während beim Diesel etwa 17 Cent Ersparnis herauskommen sollte. Tatsächlich lief der Tankrabatt aber zunächst nicht wie geplant an.
Wie lange geht der Tankrabatt noch?
Der Tankrabatt startet am 1 Juli. Nun läuft er aus, da der Tankrabatt am 31. August 2022 endet.
Mit der Zeit glich er sich an das ausgegebene Ziel an, was dazu führte, dass die Spritpreise im Vergleich zu den Preisen, die nach Ausbruch des Ukraine-Kriegs aufgerufen wurden, schon eine deutliche Entlastung bedeuten. Doch nun steht das Ende des Tankrabatts vor der Tür und die Furcht vor der großen Explosion der Spritpreise geht in Deutschland um.
Autofahrer stellen sich nun gleichermaßen die Frage: Was kommt nach dem Ende des Tankrabatts? Schießen die Spritpreise für Diesel und Benzin in ungeahnte Höhen? Kommen mögliche neue Maßnahmen, die weitere Entlastungen bringen? Und was erwarten Experten, wenn der Tankrabatt endet?
Tankrabatt endet bald: Wie teuer werden die Spritpreise ab September für Diesel und Benzin?
Gesichert ist bereits, dass nach dem Ende des Tankrabatts die Spritpreise wieder in die Höhe schießen werden. Wie teuer die Fahrt an die Zapfsäule hingegen wird, ist aktuell noch nicht abzusehen. Ursprünglich waren die günstigeren Preise für den Liter Benzin oder Diesel durch die Senkung der Energiesteuer möglich gemacht worden. Da diese Senkung mit dem Ende des Tankrabatts wegfällt, müssen sich Autofahrer auf eine saftige Erhöhung der Spritpreise ab September einstellen.
Im aktuellen Trend kosten Benzin und Diesel im Bundesdurchschnitt inklusive Tankrabatt wie folgt:
- Super: 1,756 Euro
- Diesel: 1,946 Euro
- E10: 1,698 Euro
- Quelle: benzinpreis-aktuell.de (Datum: 21. Aug. 2022, 13:00 Uhr)
Experten warnen vor Panik vor dem Ende des Tankrabatts am 31. August
Experten warnen jedenfalls davor, zum Ende des Tankrabatts am 31. August in Panik zu verfallen. Das Stürmen von Tankstellen, um die verhältnismäßig günstigen Spritpreise zu nutzen, damit der Tank ein letztes Mal vor dem 1. September vollgemacht wird, könnte sich sogar kontraproduktiv auf die Spritpreise auswirken. Denn die hohe Nachfrage könnte die Preise vor dem Auslaufen des Tankrabatts wieder in schwindelerregende Höhen treiben.
Deshalb ist es ratsam, immer einen Blick auf die Spritpreise zu werfen, bevor die nächste Fahrt an die Tankstelle ansteht. Darüber hinaus spielt der richtige Zeitpunkt beim Tanken auch eine Rolle. Autofahrer sollten nicht warten, bis der letzte Tropfen Benzin oder Diesel fast aufgebraucht ist. Nach Aussage des ADAC sollten Autofahrer mit dem Tanken nicht bis zum letzten Tag des Tankrabatts warten. Man solle bereits heute die Kraftstoffpreise im Blick behalten und grundsätzlich dann tanken, wenn sich eine günstige Gelegenheit biete, heißt es im Business Insider.
Auslaufen des Tankrabatts: Mit dem Ende könnten lange Schlangen und Engpässe die Folge sein
Des Weiteren befürchten Experten zwei mögliche Folgen, bevor der Tankrabatt Ende August ausläuft: Zum einen könnte es erneut zu langen Schlangen an den Tankstellen kommen, aber auch Engpässe könnten im Bereich des Möglichen liegen, falls die Autofahrer bis zum 31. August warten, um den Tank nochmals mit Benzin oder Diesel komplett aufzufüllen.
Dennoch wird sich das Ende des Tankrabatts beim Autofahrer niederschlagen. Denn ab dem 1. September werden wieder 65 Cent statt derzeit nur 35 Cent Steuern pro Liter Benzin fällig. Bei Diesel sind es dann 47 Cent statt 33 Cent.
Nach Tankrabatt 2022: ADAC gibt Entwarnung vor Explosion bei Spritpreisen von Diesel und Benzin
Während alle möglichen Horrorszenarien die Autofahrer zum Ende des Tankrabatts umtreiben, gibt der ADAC zunächst einmal Entwarnung und beruhigt die Gemüter zumindest etwas. „Zwangsläufig“ sei nicht gegeben, dass die Spritpreise pünktlich zum 1. September wieder sprunghaft in die Höhe schießen. Keine guten Nachrichten, aber eben auch kein Horrorszenario, wenn man bedenkt, was durch die Gasumlage auf Verbraucherinnen und Verbraucher im Winter an Mehrkosten zukommt – trotz der Mehrwertsteuersenkung auf Gas.
Die Tankstellen hätten ein natürliches Interesse daran, im August den noch niedrig versteuerten Kraftstoff in ihre Tanks zu füllen. „Damit können sie sich auch über den 1. September hinaus auf dem Markt mit niedrigen Spritpreisen einen Wettbewerbsvorteil verschaffen oder ihre Margen erhöhen“, erklärt ein ADAC-Sprecher beim Business Insider.
Tankrabatt läuft im August aus: Mineralölverband warnt vor steigenden Spritpreise
Während der ADAC mit seiner Aussage dem Ende August auslaufenden Tankrabatt etwas gelassener entgegensieht, schaut der Mineralölverband En2x deutlich finsterer in die Zukunft. In einer Mitteilung glaubt der Verband, dass ab dem 1. September kaum noch niedrigversteuerter Kraftstoff an Tankstellen im Angebot sei, da das Ende des Tankrabatts die Branche vor eine logistische Herausforderung stellt. Daher stellt En2x die These auf, dass es gut möglich sei, dass die Preise für Diesel und Benzin an Tankstellen bereits vor dem 1. September steigen.
Eine Verlängerung des Tankrabatts ist nach Auslaufen der Maßnahmen über den August hinaus zunächst nicht geplant. Während im September die Energiepreispauschale ausgezahlt wird, hat Bundeskanzler Olaf Scholz bereits ein drittes Entlastungspaket für Oktober und den Schluss des Ampel-Zoffs um ein neues Entlastungspaket in Aussicht gestellt. Details über die geplanten Maßnahmen sind bisher ebenso wenig bekannt wie der Umstand, wer überhaupt vom dritten Entlastungspaket aufgrund der Gaskrise profitieren soll.
