VonLucas Maierschließen
Der Absturz des Privatflugzeuges von Prigoschin in Russland wirft weiterhin Fragen auf. In einem aufgetauchten Video zeigte sich der Wagner-Chef bemerkenswert vorhersehend.
Moskau – Rund vier Tage nach dem Absturz der privaten Wagner-Maschine in Russland, hat Moskau nun den Tod von Jewgeni Prigoschin bestätigt. Der Kreml streitet weiterhin ab, mit dem vermeintlichen Unfall etwas zu tun zu haben.
Verschiedenste Experten, unter anderem das Institute for the Study of War (ISW), gehen davon aus, dass es sich um einen Racheakt von Präsident Wladimir Putin handeln könnte. Prigoschin war mit seinen Wagner-Söldnern Ende Juni in Richtung Moskau marschiert. Dabei sind mehrere Angehörige der russischen Armee getötet worden. Der Flugzeugabsturz, der Prigoschins Leben beendet haben soll, könnte die Rechnung für diesen Verrat an Wladimir Putin gewesen sein.
In einem früheren Interview soll Prigoschin die Art seines Todes ungewöhnlich präzise angesprochen haben. Das Video-Interview soll er bereits im April dieses Jahres gegeben haben, wie die ukrainische Nachrichtenagentur unian berichtet.
Tod von Prigoschin: Hat der Wagner-Chef einmal zu viel kritisiert?
In dem Interview spricht der Wagner-Chef davon, dass er lieber getötet werden würde, als „die Menschen anzulügen, die weiterhin in diesem Land leben werden“. Zuvor hatte er sinngemäß gesagt, dass Putin in dieser Phase des Krieges lediglich unausgebildete Männer aus den einkommensschwachen Regionen Russlands als Kanonenfutter an die Front schicken würde.
„Russland stehe am Rand einer Katastrophe“, sagte Prigoschin in dem Video und weiter: „Wenn diese Schrauben heute nicht angepasst werden, wird das Flugzeug in der Luft zerfallen.“ Nach den jüngsten Bildern seines aus dem Himmel stürzenden Privatjets wirkt die Metapher zur Zukunft der Nation nochmal anders. Das Video wurde nach Prigoschins Tod auch in einem Wagner-nahen Telegramm-Kanal veröffentlicht, viele Nutzer äußerten darauf den Verdacht, dass Prigoschin von seinem Tod wusste.
Prigoschin wirklich Tod? Experte mit klarer Einschätzung
Nach dem Absturz von Prigoschins Maschine vor Moskau, überschlugen sich die Spekulationen. Unter anderem wurde spekuliert, ob es sich bei dem Mann an Board des Flugzeugs wirklich um Prigoschin selbst gehandelt habe. Bereits zuvor wurde immer wieder darüber gerätselt, ob der Wagner-Chef Doppelgänger zu seinem Schutz einsetzen würde.
Der renommierte Investigativjournalist, Christo Grosew, geht jedoch nicht davon aus, dass Prigoschin noch am Leben sein könnte. „Es gibt kein überzeugendes Szenario, in dem Prigoschin noch am Leben wäre und seinen Tod inszeniert hätte“, schreibt Grosew am Samstag (26. August) auf Twitter (x).
Aus der Sicht des Experten sei es undenkbar, dass Prigoschin den Gründer der Wagner Gruppe, Dmitiri Utkin, töten würde, um seinen eigenen Tod vorzutäuschen. Utkin soll ebenfalls bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen sein. „Wenn er (Prigoschin) das täte, würden ihn die Söldner bei lebendigem Leib häuten“, so die Einschätzung von Grosew. (Lucas Maier)
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