VonSandra Katheschließen
Die Ermordung von Charlie Kirk treibt die Spaltung in den USA voran. Zur Trauerfeier in Phoenix will auch US-Präsident Trump anreisen.
Phoenix/Washington – Die Trauerfeier für den ermordeten rechtspopulistischen Aktivisten Charlie Kirk soll am kommenden Sonntag (21. September) vor über 60.000 Freunden und Fans im Farm State Stadium unweit von Phoenix im US-Bundesstaat Arizona stattfinden. Auch US-Präsident Donald Trump hat seine Teilnahme angekündigt, wie mehrere US-Medien berichten. Unter Republikanern und Rechten in den USA gilt Kirk derweil als Märtyrer ihrer politischen Ideologie, während die Motive des Täters immer noch Rätsel aufgeben.
Ausrichter der Trauerfeier ist die von Kirk gegründete Organisation Turning Point USA, die sich in den letzten Jahren als wichtiges Werbeinstrument für Trumps Maga-Bewegung entwickelt hat. Die hat neben einiger Politprominenz auch ihre Unterstützer dazu eingeladen, „das außergewöhnliche Leben und unsterbliche Erbe der amerikanischen Legende Charlie Kirk“ zu feiern. Kirk war am 10. September bei einer öffentlichen Veranstaltung von einem 22-Jährigen erschossen worden.
Kirk-Witwe macht Ansage an Gegner ihres Mannes und will „Mission“ weiterführen
Inzwischen hat sich auch die Witwe des rechten Podcasters und Aktivisten zu Wort gemeldet und angekündigt, die Bewegung ihres Mannes weiterzuführen. Den Mord an ihrem Mann schreibt Erika Kirk nicht dem Einzeltäter zu, der nach eineinhalb Tagen Suche durch die Behörden am Freitag festgenommen wurde, sondern einer ganzen Bewegung, die „keine Ahnung“ habe, was ihre Tat in seiner Frau ausgelöst hat. In einem Instagram-Post schrieb Kirk „Wenn sie denken, dass die Mission meines Mannes bis jetzt groß war... Ihr habt keine Ahnung!“
Charlie Kirks „Mission“ war über die letzten Jahre immer stärker mit Donald Trumps Maga-Bewegung zusammengewachsen und eine wichtige Werbeplattform für erzkonservative Positionen bei jungen Menschen in den USA geworden. Umstritten war der 31-Jährige etwa wegen seiner radikalen Ansichten zu Themen wie Rassismus, Geschlechtsidentität, Abtreibungsrecht und Waffenbesitz, wie die Nachrichtenagentur AFP berichtete. Laut einem Bericht der New York Post hat US-Präsident Trump selbst seine Teilnahme zugesagt. Sein Vizepräsident JD Vance begleitete, gemeinsam mit Ehefrau Usha, Erika Kirk bei der Überführung von Kirks Leichnam.
Ermordung von Charlie Kirk treibt Spaltung voran – Motive des Täters noch ungewiss
Die ohnehin schwere gesellschaftliche Spaltung in den USA verspricht der Mord an Kirk nach den Reaktionen der ersten Tage noch weiter zu verschärfen. Unterstützer Kirks sowie rechte Politiker und Meinungsmacher haben etwa eine Kampagne gestartet, in denen sie Personen hinter kritischen Kommentaren über Kirk öffentlich anprangern und damit laut einem Bericht der Welt bereits mehrere hundert Entlassungen erwirkt haben. Gleichzeitig verbreiten rechte wie erzkonservative US-Amerikaner die Theorie, dass es sich bei dem mutmaßlichen Täter, der sich Stunden nach der Tat gestellt hat, um einen „radikalen Linken“ handle.
Gestützt wird die Behauptung von einigen gravierten Patronenhülsen, die am Tatort gefunden wurden und antifaschistische Parolen getragen haben. Andere Hülsen waren laut AFP auch mit Anspielungen auf Shooter-Spiele wie Call of Duty oder Halo graviert. Ersten offiziellen Erkenntnissen zufolge sei der Schütze großer Fan von Computer-Spielen und Waffen gewesen und stamme aus einer Familie mormonischer Republikaner in dem streng konservativen Ort Washington in Utah. (Quellen: AFP) (saka)
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