Merz trifft Trump: US-Präsident wird bei Nachfrage ausfällig – und erklärt Kalkül hinter Iran-Angriff
VonFelix Durach
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Bundeskanzler Merz trifft Trump inmitten der Iran-Eskalation. Beide reden über den Iran-Krieg. Auch die Ukraine, die Zollpolitik und Angela Merkel werden erwähnt.
Update, 18:28 Uhr: Die Pressebegegnung im Weißen Haus ist beendet. Bundeskanzler Merz war bei dem Termin im Weißen Haus meist in der Rolle des Zuhörers. Trump beanspruchte einen Großteil der Redezeit für sich und beantwortete in der anschließenden Fragerunde sogar eine direkt an Merz gerichtete Frage selbst. Mit Blick auf den Kanzler fand Trump aber lobende Worte. Der Besuch seines „Freundes“ Merz in Washington sei eine „Ehre“. Merz sei in Deutschland „sehr beliebt“ und das „Gegenteil von Angela (Merkel, Anm. d. Red.)“, sagte Trump.
Der US-Präsident bedankte sich beim Kanzler auch für dessen Unterstützung mit Blick auf den Iran-Krieg. „Er hilft uns beim Iran“, sagt Trump wohl mit Blick auf logistische Unterstützung für US-Truppen aus Deutschland. Den befürchteten Zorn des US-Präsidenten bekam Merz nicht ab. Dieser richtete sich viel mehr gegen Großbritannien und Spanien, die Trump als Negativbeispiele in der NATO benannte.
Der Politikwissenschaftler Hendrick Ohnesorge von der Universität Bonn analysierte nach dem Treffen beim TV-Sender phoenix, das Treffen sei für Merz gut gelaufen. Dass der Kanzler bei dem Treffen eher eine „Statistenrolle“ einnehmen musste, könne man jedoch nicht von der Hand weisen. „30 Minuten Gespräch und vielleicht hat drei davon der Kanzler gehabt“, sagte Ohnesorge und sprach von einer „Trump-Show“.
Update, 18:20 Uhr: Jetzt darf Merz eine Frage beantworten. Wie steht der Kanzler zu der Ankündigung, die Handelsbeziehungen zu Spanien einzuschränken, will ein Journalist wissen. Merz erklärt, dass Spanien sich wie alle anderen NATO-Länder auch an das Ziel für Verteidigungsausgaben halten müsse. Deswegen sei man auch in Gesprächen mit der Regierung in Madrid. Eine Antwort, die auch Trump zu gefallen scheint.
Update, 18:17 Uhr: Trump betont weiter die vom Iran ausgehende Gefahr mit Blick auf Atomwaffen. Ohne die Operation Midnight Hammer – den US-Angriff auf die iranischen Atomanlagen im Sommer 2025 – hätte der Iran innerhalb von Monaten Atomwaffen gegen Israel einsetzen können, behauptet Trump. „Dann würden wir jetzt hier nicht sitzen“, sagt der US-Präsident weiter.
Update, 18:15 Uhr: Der Kanzler bekommt bislang kaum Redezeit von Trump. Selbst eine direkt an Merz gerichtete Frage einer anwesenden Journalistin zu dessen Reise nach China beantwortet Trump kurzerhand selbst und spricht über die US-Beziehungen zu China. Merz kommt anschließend nicht mehr zu der Frage zu Wort.
Update, 18:11 Uhr: Mit Blick auf den Zollstreit kritisiert Trump die Entscheidung des Supreme Courts gegen die vom US-Präsidenten eingeführten Strafzölle. Auf eine Rückfrage, wie die US-Regierung Deutschland behandeln wolle, scherzt Trump: „Ich denke, wir sollten sie hart treffen“ und schlägt Merz anschließend belustigt gegen das Bein.
Update, 18:05 Uhr: Mit Blick auf den Ukraine-Krieg bespielt Trump sein altes Narrativ. „Es wäre nie zu dem Krieg gekommen, wenn er Präsident der USA gewesen wäre“, behauptet Trump. Der US-Präsident bedauert weiterhin, dass man zahlreiche Hightech-Waffen „dummerweise“ an die Ukraine geliefert hätte. Diese Waffen würden jetzt in den Arsenalen der US-Streitkräfte fehlen.
Trump lobt Unterstützung bei Iran-Angriffen: „Deutschland war großartig, fantastisch“
Update, 18:00 Uhr: Mit Blick auf die fehlende Unterstützung der europäischen Staaten beim Angriff auf den Iran spricht Trump von gemischten Eindrücken. „Deutschland war großartig, fantastisch“, lobt der US-Präsident. Auch NATO-Generalsekretär Mark Rutte erhält lobende Worte. Kritik gibt es hingegen an Großbritannien und Spanien. „Wir haben hier nicht mit Winston Churchill zu tun“, sagt Trump mit Blick auf Premierminister Keir Starmer. Zu Spanien wolle er die Handelsbeziehungen abbrechen.
Von Deutschland erwarte man nicht, dass es Soldaten in die Region schicke, bekräftigt Trump und bedankt sich für die bisherige Unterstützung. Merz mache einen deutlich besseren Job als Bundeskanzler als seine Vorgängerin Merkel, betont Trump weiter.
Update, 17:55 Uhr: Die erste Frage der anwesenden Journalisten dreht sich um den Angriff auf den Iran. Trump berichtet von gescheiterten Verhandlungen mit den iranischen „Spinnern“. Der US-Präsident sei davon ausgegangen, dass der Iran zuerst angreifen würde und wollte gemeinsam mit Israel einem Angriff zuvorkommen. Als Worst-Case-Szenario für den Iran-Krieg benennt Trump eine Nachfolge des getöteten Führers Ali Chamenei, die dessen Kurs fortsetzen wolle. Die Macht müsse dem iranischen Volk übergeben werden, fordert Trump.
Update, 17:52 Uhr: Merz bedankt sich bei Trump für die Gastfreundschaft und die Möglichkeit, im Gästehaus des Präsidenten – dem Blair House – zu übernachten. Als Themen für das Gespräch nennt der Kanzler neben dem Iran-Krieg auch die Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs.
Treffen in Washington: Trump lobt seinen „Freund“ Merz – „sehr beliebt“ in Deutschland
Update, 17:50 Uhr: Das Treffen beginnt. Friedrich Merz hat neben Donald Trump im Oval Office Platz genommen. Trump startet die Pressebegegnung mit Lob für seinen „Freund“ Friedrich Merz. Der Kanzler sei laut Trump „sehr beliebt” in Deutschland, sein Besuch im Oval Office „eine Ehre”.
Update, 17:24 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) ist am Dienstag zu seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump am Weißen Haus eingetroffen. Das meldet die Nachrichtenagentur AFP. Geplant ist ein rund halbstündiges Gespräch im Oval Office. Daran sollte sich ein gemeinsames Mittagessen anschließen. Der ursprüngliche Zeitplan hat sich jedoch offenbar etwa nach hinten verschoben. Das Gespräch zwischen Merz und Trump sollte bereits laufen.
Update, 16:50 Uhr: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat sich in Washington mit hochrangigen Wirtschaftsvertretern aus Deutschland und den USA getroffen, bevor US-Präsident Trump ihn im Weißen Haus empfangen wird. An dem Arbeitsfrühstück nahmen laut Bundesregierung unter anderem BMW-Chef Oliver Zipse und Lockheed Martin-Chef Frank St. John teil, dessen Unternehmen die F-35-Kampfjets für Deutschland produziert.
Merz ist der erste europäische Regierungsvertreter, der seit Beginn des Iran-Kriegs am Samstag mit Trump zusammenkommt. Geplant sind Gespräche über Trumps Zollpolitik, die Ukraine-Unterstützung und die jüngsten Angriffe der USA und Israels auf den Iran. Es ist bereits der dritte Washington-Besuch des Kanzlers.
Iran-Angriffe: Grüne fordern bei Merz-Besuch in Washington Antworten von Trump
Update, 16:10 Uhr: Grünen-Fraktionschefin Britta Haßelmann hat von Kanzler Friedrich Merz (CDU) gefordert, bei seinem Treffen mit US-Präsident Donald Trump über die amerikanische Absichten im Iran-Krieg zu sprechen. Die Grünen-Politikerin stellte zentrale Fragen: „Was ist denn jetzt die Strategie? Wie geht es weiter im Nahen Osten für die Menschen dort?“
Haßelmann kritisierte zudem den jüngsten Angriff der USA und Israels vom Samstag scharf. „Dieser Angriff, der jetzt erfolgt ist am Samstag durch die USA und Israel hatte kein völkerrechtliches Mandat“, erklärte sie in Berlin. Europa müsse der Trump-Administration deutlich machen, gemeinsam für eine regelbasierte Ordnung einzustehen.
Erstmeldung vom 3. März: Es war so etwas wie die Feuerprobe seiner noch jungen Amtszeit, als Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) im Juni vergangenen Jahres nach Washington zu Donald Trump reiste. Kurz zuvor hatte der US-Präsident vor den Augen der Weltöffentlichkeit den ukrainischen und den südafrikanischen Staatschef im Oval Office auflaufen lassen. Zahlreiche Beobachter befürchteten ein ähnliches Schicksal für Merz, doch der Kanzler überstand den Termin unbeschadet. Am Dienstagabend ist Merz erneut zu Gast bei Trump – und auch dieses Mal ist die Lage heikel.
Anders als bei seinem harmonischen Antrittsbesuch im Juni dürfte Merz dieses Mal unter Druck geraten. Trump und Verteidigungsminister Pete Hegseth haben bereits europäische Verbündete für mangelnde Unterstützung kritisiert. Trump zeigte sich vom britischen Premierminister Keir Starmer enttäuscht, der die Nutzung britischer Stützpunkte durch die US-Armee zu spät erlaubt habe. Hegseth warf den „traditionellen Verbündeten“ vor, beim „Einsatz von Gewalt nur zu zögern und zaudern“.
Der Kanzler könnte also unter dem schlechten Timing leiden, dass er als erster europäischer Regierungschef nach dem Iran-Angriff auf Trump trifft und zum Ziel für dessen Unmut über mangelnde Unterstützung werde. Merz selbst hat sich bislang zurückhaltend positioniert. Zwar äußerte er Verständnis für die Militärschläge, mahnte aber gleichzeitig: „Das ist nicht ohne Risiko.“ Der Kanzler warnte vor unkalkulierbaren Eskalationen und bezweifelte, ob Militärschläge von außen einen politischen Wandel von innen ermöglichen könnten. Dabei verwies er auf gescheiterte US-Interventionen in Afghanistan, dem Irak und Libyen.
Besuche im Weißen Haus: Trumps legendäre Momente im Oval Office
Diese vorsichtige Haltung steht im Kontrast zu Merz‘ früheren Äußerungen. Im Januar hatte er selbst ein Ende der iranischen Führung vorhergesagt und die Militärschläge deutlich unterstützt: „Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht für uns alle“, sagte Merz damals dem ZDF. Neben dem Iran-Konflikt könnten auch der Zollstreit und die Ukraine-Verhandlungen zur Sprache kommen. Merz wünscht sich „eine noch engere transatlantische Kooperation“ bei den Friedensbemühungen für die Ukraine.
Für das Treffen am Dienstagvormittag (Ortszeit, 17.15 Uhr deutscher Zeit) sind zunächst 30 Minuten im Oval Office angesetzt - Verlängerung möglich. Anschließend ist ein gemeinsames Mittagessen geplant. (Quellen: dpa, ZDF) (fdu)