Israels Regierungschef Jair Lapid und der türkische Staatschef Recep Tayyip Erdogan haben sich nach der Wiederaufnahme der diplomatischen Beziehungen zwischen ihren Ländern in New York getroffen.
Tel Aviv - Es sei ein «produktives Treffen» gewesen und die erste Zusammenkunft zwischen dem türkischen Präsidenten und einem israelischen Ministerpräsidenten seit fast 15 Jahren, schrieb der Israeli Lapid am Mittwoch bei Twitter zu dem Treffen am Vortag.
«Die Beziehungen zwischen Israel und der Türkei sind ein Schlüssel für regionale Stabilität und bringen beiden Ländern greifbare Vorteile», schrieb Lapid nach dem Treffen am Rande der UN-Vollversammlung. «Wir haben darüber gesprochen, wie wir die Beziehungen beider Länder nach Jahren der Krise voranbringen können.» Außerdem sei es bei dem Gespräch um die Terrorbekämpfung in Israel und im Allgemeinen gegangen, sowie eine engere Zusammenarbeit beider Länder im Bereich der Wirtschaft und Energie.
Im vergangenen Monat hatten Israel und die Türkei entschieden, Botschafter und Generalkonsuln wieder einzusetzen. Israel hat in dieser Woche Irit Lillian zur neuen Botschafterin in der Türkei ernannt.
Zwischen den einst engen Bündnispartnern war es 2010 zum Zerwürfnis gekommen, nachdem bei der Erstürmung eines Gaza-Solidaritätsschiffs durch die israelische Marine zehn türkische Staatsbürger getötet worden waren. 2016 kam es zu einer ersten Wiederannäherung. Seit der Gaza-Krise 2018 aber, die rund um die Eröffnung der US-Botschaft in Jerusalem eskaliert ist, hatten die beiden Länder keine Botschafter mehr im jeweils anderen Land. In diesem Jahr kam es dann zu einer schrittweisen Annäherung. (dpa)