Bald schon Feuerpause?

„Keine Verbindung zur Realität“: Israelische Beamte dementieren Trump-Aussagen zu Gaza-Waffenruhe

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Laut US-Präsident Trump soll es bald eine Waffenruhe im Gazastreifen geben. Doch israelische Beamte teilen den Optimismus im Weißen Haus nicht.

Tel Aviv/Washington, D.C. – US-Präsident Donald Trump zeigt sich zum wiederholten Male optimistisch über die Lage im Gazastreifen. Aktuell laufen immer noch indirekte Verhandlungen zwischen der Hamas und Israel unter Vermittlung von mehreren Ländern. Geht es nach Trump, so steht eine Waffenruhe kurz bevor. Israelische Beamte sind offensichtlich nicht derselben Meinung.

Waffenruhe im Gazastreifen: Trump ist optimistisch, doch israelische Vertreter sind vorsichtiger

Gegenüber der israelischen Zeitung Israel Hayom betonten anonyme Sicherheitsbeamte aus Israel, bei den Verhandlungen mit der Hamas gebe es trotz des Optimismus im Weißen Haus derzeit noch keine nennenswerten Fortschritte. Ein hochrangiger Beamter kritisierte in dem Zeitungsbericht die Aussagen von Trump und zweifelte an, dass sie der Wahrheit entsprechen. Auch beim Nato-Gipfel in Den Haag hatte Trump gesagt, dass man bald „gute Nachrichten“ aus Gaza haben werde.

„Trumps Aussagen haben nicht immer eine Verbindung zur Realität“, sagte der Beamte. Schließlich habe der US-Staatschef bereits in der Vergangenheit mehrmals gesagt, bald werde es einen Waffenstillstand und eine Freilassung der israelischen Geiseln in Gaza geben. „Es ist aber nicht passiert“, so der Beamte. Die Quelle ergänzte: „Er wirft einfach etwas in den Raum und geht weiter seinen Weg.“ Niemand drehe sich um und kontrolliere die Aussage des US-Präsidenten.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Gaza-News: Hamas rückt von zentraler Forderung nicht ab und will volles Kriegsende mit Israel

Die Hamas scheint derweil von zentralen Forderungen nicht abrücken zu wollen: Forderungen, die die israelische Regierung weitgehend nicht akzeptiert. Ein wichtiger Knackpunkt ist dabei die Forderung, den Krieg komplett einzustellen. Die israelische Regierung, dabei vor allem rechtsextreme Minister wie Itamar Ben-Gvir und Bezalel Smotrich, will den militärischen Druck aber aufrechterhalten. Der Krieg dürfe nur dann enden, wenn die Hamas besiegt sei und nicht wenn die Geiseln freigelassen werden.

Der Hamas-Vertreter Taher el-Nunu sagte laut dem arabischen Sender Al-Dschasira: „Wir sind bereit für einen Waffenstillstand.“ Gleichzeitig unterstrich er, dass man alle Initiativen akzeptieren werde, sofern sie zu einem vollständigen Ende des Krieges führen. Diese Forderung dürfte die Verhandlungen mit Israel erschweren. Bei früheren Verhandlungsrunden hatte die Hamas Garantien von den USA verlangt, dass Israel nach Ende der Feuerpause nicht wieder angreifen werde.

Es gibt dennoch Hoffnung, denn jetzt scheint wohl Bewegung in die Sache zu kommen. Laut einem Bericht der saudischen Zeitung Asharq al-Awsat unter Berufung auf relevante Quellen ist die Hamas zufrieden über Garantien für ein volles Kriegsende, die im Rahmen des aktuellen Vorschlags einer 60-tägigen Feuerpause geliefert werden. Zuletzt drohten israelische Beamte, sollte die Hamas einen Deal nicht akzeptieren, werde alles „zu Staub verfallen“. (bb)

Rubriklistenbild: © Andrew Leyden/picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire

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