Unterschrift wohl noch im April

Trump bekommt Rohstoff-Deal noch im April – endet auch der Ukraine-Krieg?

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Der Rohstoff-Vertrag zwischen den USA und der Ukraine wird wohl in Kürze finalisiert. Doch ein Frieden scheint für Donald Trump noch weit entfernt zu sein.

Kiew – Donald Trump streckt seine Hände seit Wochen nach den Seltenen Erden in der Ukraine aus. Nun scheint der US-Präsident seinem Rohstoff-Deal einen entscheidenden Schritt nähergekommen zu sein. Beide Länder unterzeichneten eine entsprechende Absichtserklärung.

Julija Swyrydenko, stellvertretende Ministerpräsidentin und Wirtschaftsministerin der Ukraine, schrieb auf Facebook, Kiew und Washington hätten damit ihre „Absicht bestätigt, ein Abkommen fertigzustellen und abzuschließen, das für unsere beiden Nationen von Vorteil sein wird“. Trump selbst erklärte, mit einer Unterschrift unter das Abkommen sei nächste Woche zu rechnen, wie unter anderem die Deutsche Presse-Agentur (dpa) und die internationale Nachrichtenagentur Reuters berichten.

Trump bekommt Rohstoff-Deal: „Wird am nächsten Donnerstag unterzeichnet“

Während einer Pressekonferenz an der Seite der italienischen Ministerpräsidentin Giorgia Meloni betonte der Republikaner laut Kyiv Independent: „Wir haben einen Rohstoff-Deal, der am nächsten Donnerstag unterzeichnet wird, wie ich denke.“ An die Ukraine gewandt, fügte er hinzu: „Und ich gehe davon aus, dass sie den Deal einhalten werden.“

Darf sich auf ukrainische Rohstoffe freuen: US-Präsident Donald Trump bekommt seinen erhofften Deal mit Kiew.

Trump sieht ein solches Rohstoff-Abkommen als Gegenleistung für die umfangreichen Militärhilfen der USA im Ukraine-Krieg an. Auch seinen Friedensbemühungen könnte die langersehnte Unterschrift neuen Schwung verleihen, spätestens seit dem Eklat im Weißen Haus mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Februar schien sich seine Regierung mehr und mehr Russland zuzuwenden. Trotz diverser Zugeständnisse an Kreml-Chef Wladimir Putin bislang ohne großen Erfolg.

Wie das National Public Radio (NPR) berichtet, sprach US-Finanzminister Scott Bessent davon, der Deal werde rund um den 26. April unterschrieben werden, also womöglich doch ein paar Tage später als von Trump prognostiziert. „Es ist im Wesentlichen das, worauf wir uns geeinigt haben, als der Präsident (Selenskyj, d. Red.) hier war. Wir hatten ein Memorandum of Understanding. Wir haben direkt einen großen Deal, eine 80-seitige Vereinbarung ausgearbeitet und die werden wir auch unterzeichnen“, wird der ehemalige Hedgefondsmanager zitiert.

Rohstoff-Deal zwischen USA und Ukraine kommt: „Für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft“

Selenskyj betonte in seiner in den sozialen Medien verbreiteten Ansprache: „Hinsichtlich einer Einigung über die wirtschaftliche Zusammenarbeit zwischen der ukrainischen Regierung und der US-Seite wurden gute Ergebnisse erreicht. (…) Die grundlegenden rechtlichen Aspekte wurden fixiert und wir kommen schnell und konstruktiv voran, um für beide Staaten wirtschaftliche Ergebnisse zu erzielen.“

Swyrydenko führte in ihrem Post aus, der Deal werde „Möglichkeiten für besondere Investitionen, die Modernisierung der Infrastruktur und eine für beide Seiten vorteilhafte Partnerschaft zwischen der Ukraine und den Vereinigten Staaten eröffnen“. Es müsse gemeinsam in eine „freie, souveräne und sichere Ukraine“ investiert werden. Nachdem der Vertragstext ausgestaltet sei und die Dokumente unterschrieben seien, stehe die Ratifizierung durch die Parlamente an.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Einzelheiten des Deals wurden nicht bekannt. Die Ukraine erhofft sich im Gegenzug für die freigegebenen Rohstoffe bekanntlich Sicherheitsgarantien. So könnte Trump, der sich eigentlich von Europa abzuwenden scheint, weiterhin dazu gezwungen werden, die Entwicklung genau zu verfolgen und als Kiews Partner aufzutreten.

Trump kritisiert Selenskyj: „Hat nicht die beste Arbeit geleistet“

Mit dem bevorstehenden Abschluss steht der US-Präsident also vor einem weiteren Erfolg, der für ihn womöglich sogar wichtiger ist als der angestrebte Waffenstillstand, den er ursprünglich binnen 24 Stunden erreichen wollte. Nachdem ihm zuletzt vorgeworfen worden war, er habe Selenskyj für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht, widersprach der 78-Jährige laut NPR dieser Ansicht, sagte aber auch: „Ich bin nicht gerade begeistert, dass der Krieg begonnen hat.“

Und über den ukrainischen Präsidenten folgte noch diese Aussage: „Ich mache ihm keine Vorwürfe, aber ich würde nicht sagen, dass er die beste Arbeit geleistet hat. Ich bin kein großer Fan.“

Anders sieht das augenscheinlich hinsichtlich Putin aus, für den Trump in der Vergangenheit bereits mehrmals seine Bewunderung äußerte. Dass er eine Annäherung zu Moskau anstrebt, ist längst kein wirkliches Geheimnis mehr. Doch zunächst muss der „sinnlose“ Krieg beendet werden – was sich aber als äußerst kompliziertes Unterfangen herausstellt.

Streitgespräch: Beim Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj (l.) bei US-Präsident Donald Trump im Februar kamen die Meinungsverschiedenheiten offen zum Vorschein.

Ukraine-Krieg vor Ende? Russlands UN-Vertreter sieht Waffenstillstand als unrealistisch an

So deutete Russlands UN-Vertreter Wassilij Nebensja in New York an, dass nicht so schnell mit einem Schweigen der Waffen gerechnet werden könne. Denn nicht einmal die Vereinbarung der beiden Kriegsparteien, Angriffe auf Energieeinrichtungen für 30 Tage einzustellen, sei eingehalten worden.

„Unter diesen Umständen ist es schlicht unrealistisch, jetzt über einen Waffenstillstand zu sprechen“, betonte der seit 2017 dem UN-Sicherheitsrat angehörende Diplomat. Moskau und Kiew werfen einander vor, gegen die nach einem Telefonat zwischen Trump und Putin getroffene begrenzte Waffenruhe zu verstoßen.

Paris-Treffen für Frieden in Ukraine: Selenskyj kritisiert US-Sondergesandten Witkoff

In Paris traf derweil eine US-Delegation mit Außenminister Marco Rubio sowie den Sondergesandten Steve Witkoff und Keith Kellogg mit Vertretern der Ukraine sowie der Koalition der Willigen zusammen, um über einen Weg zum Frieden zu sprechen. Kiew wurde vertreten von Außenminister Andrij Sybiha, Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Andrij Jermak, Leiter des Präsidialamtes. Für Deutschland reiste Jens Plötner an, der außen- und sicherheitspolitische Berater von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD).

Treffen in Paris: Vertreter aus der Ukraine, den USA und der Koalition der Willigen suchen nach einem Weg zum Frieden.

Allzu vielversprechend verlief der Termin offenkundig nicht. Denn Selenskyj dankte dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron zwar für die Gelegenheit, kritisierte aber Witkoff dafür, nach seinem Treffen mit Putin vergangene Woche in St. Petersburg russische Positionen zu vertreten. Zudem habe die Ukraine nur über eine Waffenruhe sprechen dürfen, nicht jedoch über Moskaus Aufforderung, auf Gebiete zu verzichten. Rubio deutete derweil an, dass die USA die Geduld verlieren und sich anderen Sorgen zuwenden könnten.

Bereits in der kommenden Woche sollen Ukrainer, Europäer und Trumps Leute in dem Format wieder zusammenkommen. Von russischen Vertretern wird dann jedoch erneut jede Spur fehlen. Allerdings scheinen die USA ohnehin eher das überfallene Land als den Aggressor unter Druck setzen zu wollen. Falls der Rohstoff-Deal Trump nicht doch Kiew wieder näherbringt.

Zumindest in Europa wird der US-Präsident auch daran gemessen werden, ob er nach seinen vollmundigen Ankündigungen wirklich einen Frieden zwischen Russland und der Ukraine durchsetzen kann. Der Weg dahin scheint noch einige Brocken aufzuweisen, die beseitigt werden müssen. (mg)

Rubriklistenbild: ©  Alex Brandon/AP/dpa, IMAGO / Panthermedia

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