Absichtliche Verspätung?

Trump erschummelt Gespräch mit Selenskyj über Ukraine – und verlangt Frieden von Putin

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Ein Treffen von Trump, Selenskyj und Macron war vor der Einweihung von Notre-Dame nicht vorgesehen. Trump hat es scheinbar durch eine List ermöglicht.

Paris – Der designierte Präsident der Vereinigten Staaten Donald Trump nutzte seine erste Auslandsreise seit seinem Wahlsieg für ein Treffen mit Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj in Paris. Dieses Treffen fand im Vorfeld der feierlichen Wiedereröffnung der Notre-Dame-Kathedrale statt, bei der Trump neben Macron in der ersten Reihe saß. Im Élysée-Palast wurden Gespräche über die Ukraine geführt.

Eröffnung von Notre-Dame: Trump zurück auf der Weltbühne - er trifft alte Feinde und neue Verbündete

Der designierte US-Präsident Donald Trump (l) spricht lachend mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der Kathedrale Notre Dame.
Der designierte US-Präsident Donald Trump (l) spricht lachend mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron in der Kathedrale Notre Dame. © Ludovic Marin/dpa
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (M) schüttelt einem Gast in der Kathedrale Notre Dame die Hand. Frankreichs berühmte Kathedrale wurde nach einem verheerenden Brand offiziell wiedereröffnet wird. Viele Staatschefs und andere Prominente waren dabei.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (M) schüttelt einem Gast in der Kathedrale Notre Dame die Hand. Frankreichs berühmte Kathedrale wurde nach einem verheerenden Brand offiziell wiedereröffnet wird. Viele Staatschefs und andere Prominente waren dabei.  © Thibault Camus/dpa
Der französische Präsident Emmanuel Macron (2.v.l) und seine Frau Brigitte (r) begrüßen den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender vor der Kathedrale Notre Dame anlässlich ihrer feierlichen Wiedereröffnung.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (2.v.l) und seine Frau Brigitte (r) begrüßen den deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier und seine Frau Elke Büdenbender vor der Kathedrale Notre Dame anlässlich ihrer feierlichen Wiedereröffnung. © Christophe Petit-Tesson/dpa
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) spricht mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame, die in Paris feierlich wiedereröffnet wird.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) spricht mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame, die in Paris feierlich wiedereröffnet wird. © Teresa Suarez/dpa
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l-r) und seine Frau Brigitte posieren für ein Foto mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame. Melania Trump begleitete ihren Mann nicht auf seiner Reise nach Frankreich.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l-r) und seine Frau Brigitte posieren für ein Foto mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame. Melania Trump begleitete ihren Mann nicht auf seiner Reise nach Frankreich.  © Christophe Petit-Tesson/dpa
Die Ehefrau von Präsident Emmanuel Macron, Brigitte Macron (Mitte l), unterhält sich flüsternd mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump (Mitte r). Daneben sitzen die Tochter von US-Präsident Joe Biden, Ashley Biden, (l.), First Lady Jill Biden (2.v.l.) und Emmanuel Macron (r.).
Die Ehefrau von Präsident Emmanuel Macron, Brigitte Macron (Mitte l), unterhält sich flüsternd mit dem designierten US-Präsidenten Donald Trump (Mitte r). Daneben sitzen die Tochter von US-Präsident Joe Biden, Ashley Biden, (l.), First Lady Jill Biden (2.v.l.) und Emmanuel Macron (r.). © Ludovic Marin/dpa
Glanzvolle Kulisse für Trump: Der britische Prinz William trifft den designierten US-Präsidenten Donald Trump (l) nach der Wiedereröffnung von Notre Dame in der Residenz des britischen Botschafters in Paris.
Glanzvolle Kulisse für Trump: Der britische Prinz William trifft den designierten US-Präsidenten Donald Trump (l) vor der Wiedereröffnung von Notre Dame in der Residenz des britischen Botschafters in Paris. © Aaron Chown
Elon Musk (M.), CEO von Tesla und SpaceX, nimmt am Gottesdienst in der Kathedrale Notre Dame teil und schaut fasziniert zur Decke. Frankreichs ikonische Kathedrale wurde zum ersten Mal seit einem verheerenden Brand, der das 861 Jahre alte Wahrzeichen im Jahr 2019 fast zerstört hätte, offiziell wiedereröffnet.
Elon Musk (M.), CEO von Tesla und SpaceX, nimmt am Gottesdienst in der Kathedrale Notre Dame teil und schaut fasziniert zur Decke. Frankreichs ikonische Kathedrale wurde zum ersten Mal seit einem verheerenden Brand, der das 861 Jahre alte Wahrzeichen im Jahr 2019 fast zerstört hätte, offiziell wiedereröffnet. © Ludovic Marin
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) begrüßt den designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame, die am Samstag, 7. Dezember 2024, in Paris feierlich wiedereröffnet wurde.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l) begrüßt den designierten US-Präsidenten Donald Trump vor der Kathedrale Notre Dame, die am Samstag, 7. Dezember 2024, in Paris feierlich wiedereröffnet wurde.  © Christophe Petit-Tesson/dpa
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und seine Frau Brigitte begrüßen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor der Kathedrale Notre-Dame anlässlich ihrer feierlichen Wiedereröffnung.
Der französische Präsident Emmanuel Macron (l.) und seine Frau Brigitte begrüßen den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj vor der Kathedrale Notre-Dame anlässlich ihrer feierlichen Wiedereröffnung. © Teresa Suarez/dpa
Der designierte US-Präsident Donald Trump sitzt in der Kathedrale Notre-Dame und wartet auf den Beginn der feierlichen Wiedereröffnung.
Der designierte US-Präsident Donald Trump sitzt in der Kathedrale Notre-Dame und wartet auf den Beginn der feierlichen Wiedereröffnung.  © Thibault Camus/dpa
Elon Musk kommt in der Kathedrale Notre Dame an. Frankreichs ikonische Kathedrale wurde zum ersten Mal seit einem verheerenden Brand, der das 861 Jahre alte Wahrzeichen 2019 fast zerstört hätte, offiziell wiedereröffnet.
Elon Musk kommt in der Kathedrale Notre Dame an. Frankreichs ikonische Kathedrale wurde zum ersten Mal seit einem verheerenden Brand, der das 861 Jahre alte Wahrzeichen 2019 fast zerstört hätte, offiziell wiedereröffnet. © Thibault Camus/dpa
Pariser Kathedrale Notre-Dame steht in Flammen
Am 15. April 2019 fing der Dachstuhl der Notre-Dame Kathedrale Feuer. Vier Stunden lang wüteten die Flammen und fügten dem historischen Bauwerk schwere Schäden zu. Wenige Monate später beschloss das französische Parlament den Wiederaufbau der Kathedrale. Fünf Jahre später und nach Ausgaben von bis zu 600 Millionen Euro wird Notre-Dame am 8. Dezember 2024 feierlich wiedereröffnet. © Christian Böhmer/dpa
Vor der Wiedereröffnung der Pariser Notre-Dame
Kurz vor der Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame verschaffte sich Frankreichs Präsident Emmanuel Macron in Begleitung seiner Ehefrau Brigitte Macron einen eigenen Eindruck von den Reparaturarbeiten. © Sarah Meyssonnier/dpa

Ursprünglich hatte Emmanuel Macron separate Treffen mit Donald Trump und Wolodymyr Selenskyj geplant. Doch durch einen geschickten Schachzug von Donald Trump trafen die drei Politiker schließlich gemeinsam zusammen.

Laut Berichten der Bild-Zeitung kam Trump absichtlich etwa 30 Minuten zu spät zu seinem Treffen mit Macron, möglicherweise um ein Dreier-Treffen mit Selenskyj zu ermöglichen. In Paris kursierten Gerüchte, dass Trump absichtlich Zeit gelassen habe, um auf Selenskyj zu stoßen.

Nach Wiedereröffnung der Notre-Dame: Trump fordert eine „unverzügliche Waffenruhe“ im Ukraine-Krieg

Nach dem Treffen äußerte sich Trump auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social und berichtete über die Ergebnisse des Dreiergesprächs in Paris. Der designierte US-Präsident forderte eine „unverzügliche Waffenruhe“ im Ukraine-Krieg und appellierte an Kiew und Moskau, Verhandlungen aufzunehmen. Trump erklärte, dass der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj einen „Deal“ mit Russland zur Beendigung des Krieges anstrebe: „Selenskyj und die Ukraine würden gerne einen Deal machen und den Wahnsinn beenden.“

Später forderte Trump dann auf Truth Social den russischen Präsidenten Wladimir Putin auf, nach dem Sturz des syrischen Machthabers Assad den Krieg in der Ukraine zu beenden. Russland habe wegen der Ukraine jegliches Interesse an Syrien verloren, schrieb Trump am Sonntag auf seiner Plattform TruthSocial. „Ich kenne Wladimir gut. Jetzt ist seine Zeit zum Handeln gekommen. China kann helfen. Die Welt wartet!“, mahnte Trump. Er hatte im Wahlkampf angekündigt, den Krieg in der Ukraine schnell beenden zu wollen.

Donald Trump, Emmanuel Macron und Wolodymyr Selenskyj trafen sich in Paris und sprachen auch über den Ukraine-Krieg.

Trump warnt nach Treffen mit Selenskyj vor Eskalation des Ukraine-Kriegs

Zugleich warnte der zukünftige US-Präsident vor einer Eskalation des Ukraine-Konflikts: „Zu viele Leben werden sinnlos verschleudert, zu viele Familien zerstört, und wenn es weitergeht, kann es zu etwas viel Größerem und viel Schlimmeren werden“, schrieb Trump über den Ukraine-Krieg.

Nach dem Treffen in Paris beschrieb Selenskyj Trump als „resolut“. Auf der Plattform X äußerte sich der ukrainische Präsident: „Wir alle wollen, dass dieser Krieg so schnell wie möglich und auf gerechte Weise beendet wird. Wir sprachen über unsere Menschen, die Lage auf dem Schlachtfeld und über einen gerechten Frieden für die Ukraine.“ Die drei Politiker hätten vereinbart, weiter zusammenzuarbeiten. „Frieden durch Stärke ist möglich.“

Trump in Paris: Macron empfängt den designierten US-Präsidenten mit viel Pomp

Bei seiner Ankunft in Paris wurde Trump von Macron mit viel Pomp empfangen. Dies ist ungewöhnlich für ein Treffen mit einem Kollegen, der noch nicht im Amt ist. Trump lobte zu Beginn des Treffens seine „großartigen Beziehungen“ zu Macron und äußerte sich zu den zahlreichen Konflikten weltweit: „Es scheint, dass die Welt gerade ein bisschen verrückt wird und wir werden darüber sprechen.“

In der Ukraine besteht die Befürchtung, dass Trump die US-Militärhilfe für das von Russland angegriffene Land drastisch reduzieren und Kiew so eine Niederlage bescheren könnte. Die USA sind derzeit der wichtigste Unterstützer und größte Waffenlieferant der Ukraine. Auch in vielen EU-Staaten wird befürchtet, dass Trump eine unausgewogene Waffenstillstandsregelung durchsetzen könnte, die Russland und Kremlchef Wladimir Putin faktisch als Sieger des Angriffskriegs dastehen lassen könnte.

Wiedereröffnung von Notre-Dame: Macron, Trump und Selenskyj mit weiteren Staatschefs in Paris

Am Samstagabend nahmen Macron und Trump – wie auch Selenskyj und diverse andere Staats- und Regierungschefs – an der feierlichen Wiedereröffnung der Kathedrale Notre-Dame teil. Die scheidende First-Lady Jill Biden war ebenfalls anwesend und saß nicht weit von Trump entfernt. Auch der US-Tech-Milliardär Elon Musk, der Trump im Wahlkampf mit viel Geld unterstützt hatte und dem Republikaner seit dem Wahlsieg kaum von der Seite weicht, war bei der Zeremonie.

Nach den Feierlichkeiten traf sich Trump in Paris auch mit dem britischen Thronfolger Prinz William, der ebenso angereist war wie Vertreter anderer Königshäuser. Der designierte US-Präsident, dem eine Faszination für protokollarischen Pomp und royalen Glanz nachgesagt wird, fühlte sich sichtlich wohl im Rampenlicht. (dpa/jal)

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