„Feste Entschlossenheit“

Trump erwartet Putin-Reaktion nach Fall von Assad in Syrien: „Ich kenne Wladimir gut“

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Dr syrische Führer Assad ist gefallen: Islamistische Aufständische haben Damaskus erobert. Trump verlangt nun eine Antwort von Putin.

Update vom 10. Dezember, 15.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat sich auf der Plattform X zu seinem Treffen mit Donald Trump am Sonntag in Paris geäußert. Er dankte dem künftigen US-Präsidenten. Trump sei wohl der einzige außer China, vor dem Wladimir Putin sich fürchte, so Selenskyj. Er setze deshalb Hoffnung auf Trump und dessen „feste Entschlossenheit, diesen Krieg zu einem gerechten Ende zu bringen“.

Donald Trump will nicht, dass sich die USA in den Konflikt in Syrien einmischen. (Archivbild)

Trump sieht Putin nach Sturz von Assad in der Ukraine am Zug

Erstmeldung: Damaskus – Das Regime von Assad in Syrien ist gestürtzt: Die Miliz Hajat Tahrir al-Scham (HTS) erklärte am Sonntag (8. Dezember), die Kontrolle über die syrische Hauptstadt Damaskus übernommen zu haben. Präsident Assad soll Berichten zufolge geflohen sein.

Im Zentrum von Damaskus waren Freudenschüsse zu hören, Jubel und „Allahu Akbar“-Rufe (Gott ist groß). Die Vereinigten Arabischen Emirate riefen die Syrer auf, nach Jahren des Bürgerkriegs nun zusammenzuarbeiten und ein „Chaos“ zu vermeiden.

Die Rebellen und mit ihr verbündete Milizen waren rund zwei Wochen vom Nordwesten des Landes aus mit unglaublicher Geschwindigkeit vorgerückt, hatten Großstädte handstreichartig eingenommen und standen binnen weniger Tage vor den Toren von Damaskus. Die syrische Armee gab viele Positionen kampflos auf.

Trump zu Assads Flucht aus Syrien nach Verlust der Rückendeckung aus Moskau

Der designierte US-Präsident Donald Trump erklärte nach dem Sturz des Regimes in Syrien, Assad sei geflohen, nachdem er die Rückendeckung aus Moskau verloren habe. „Assad ist weg“, schrieb Trump auf seiner Onlineplattform Truth Social. Russland unter Kremlchef Wladimir Putin habe kein Interesse mehr gehabt, Assad zu schützen. Es habe von Anfang an keinen Grund für Russland gegeben, in Syrien zu sein.

„Sie haben wegen der Ukraine jegliches Interesse an Syrien verloren, wo fast 600.000 russische Soldaten verwundet oder getötet wurden – in einem Krieg, der nie hätte beginnen dürfen und ewig andauern könnte. Russland und der Iran sind derzeit geschwächt: Russland wegen der Ukraine und der schlechten Wirtschaft, der Iran wegen Israels militärischer Erfolge“, so Trump weiter.

Trump fordert Reaktion Russlands nach Sturz von Assad in Syrien; „Jetzt ist Putins Zeit zu handeln“

Gleichzeitig wolle der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und die Ukraine „einen Deal machen und den Wahnsinn beenden“, so Trump weiter in seinem Social-Media-Post. Er schrieb außerdem: „Sie haben auf lächerliche Weise 400.000 Soldaten und noch viel mehr Zivilisten verloren. Es sollte sofort eine Feuerpause geben, und Verhandlungen müssen beginnen.“

Zu viele Leben seien sinnlos geopfert, zu viele Familien zerstört worden. „Wenn das so weitergeht, könnte es in etwas viel Größeres und Schlimmeres ausarten. Ich kenne Wladimir gut. Jetzt ist seine Zeit zu handeln. China kann helfen. Die Welt wartet!“

Syrien: Rebellen melden Sturz Assads und die Einnahme von Damaskus – Trump reagiert

Die Milizen verkündeten im Staatsfernsehen am Sonntag, der „Tyrann“ Assad sei gestürzt und Damaskus befreit worden. Sie verlasen eine Erklärung, derzufolge „alle zu Unrecht Inhaftierte“ freigelassen werden sollten. Kämpfer und Bürger wurden aufgerufen, das Eigentum des syrischen Staates zu schützen. Auf einem Platz im Zentrum von Damaskus wurde AFP-Bildern zufolge eine Statue von Hafis al-Assad, dem Vater von Baschar al-Assad, umgestürzt und zerschlagen. Der Assad-Clan hatte das Land seit über 50 Jahren mit eiserner Hand regiert.

Syrien-Rebellen stürzen Assad: Die Bilder des Machtwechsels

Machthaber Baschar al-Assad ist gestürzt. In ganz Syrien versammeln sich Menschen, um den Sturz der syrischen Regierung zu feiern.
Machthaber Baschar al-Assad ist gestürzt und hat das Land verlassen. Der Bürgerkrieg in Syrien ist beendet. Im ganzen Land versammeln sich Menschen wie hier in der Hauptstadt Damaskus auf den Straßen. Sie feiern den Sturz der syrischen Regierung und das Ende der über 50 Jahre andauernden Herrschaft der Assad-Dynastie.  © dpa/DIA Photo/AP | Ugur Yildirim
Ein zerbrochenes Porträt des syrischen Ex-Präsidenten Hafez Assad liegt auf dem Boden. Menschen durchwühlten die Privatwohnung des geflohenen Machthabers Baschar al-Assad.
Ein zerbrochenes Porträt des syrischen Ex-Präsidenten Hafez Assad liegt auf dem Boden. Der im Jahr 2000 verstorbene Hafez Assad war der Vater Baschar al-Assads und herrschte von 1970 bis zu seinem Tod über das Land. Bürgerinnen und Bürger strömten auch in den Präsidentenpalast und in eine Privatwohnung des geflohenen Machthabers. © dpa/AP | Hussein Malla
Menschen gehen durch die Hallen des Präsidentenpalastes des syrischen Präsidenten, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Der Präsidentenpalast wird nach dem Sturz Baschar al-Assads in Syrien zu einem Publikumsmagenten. Hunderte Menschen strömten in den Protzbau des Ex-Präsidenten und wandelten durch die Hallen. © Hussein Malla / dpa
Eine Gruppe von Menschen macht ein Familienfoto, während sie auf einer Couch in einem Saal des Präsidentenpalastes, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Eine Gruppe von Menschen macht ein Familienfoto, während sie auf einer Couch in einem Saal des Präsidentenpalastes, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © dpa/AP | Hussein Malla
Syrische Oppositionskämpfer stehen vor dem beschädigten Eingang der iranischen Botschaft, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Syrische Oppositionskämpfer stehen vor dem beschädigten Eingang der iranischen Botschaft, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © dpa/AP | Hussein Malla
Syrische Oppositionskämpfer entfernen eine syrische Regierungsflagge von einem offiziellen Gebäude in Salamiyah, östlich von Hama.
Syrische Oppositionskämpfer entfernen eine syrische Regierungsflagge von einem offiziellen Gebäude in Salamiyah, östlich von Hama. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Überall auf den Straßen feiern Menschen den Sturz Assads.
Überall auf den Straßen feiern Menschen den Sturz Assads. © dpa/AP | Emrah Gurel
Ein Satellitenbild von Maxar Technologies zeigt eine riesige Menschenansammlung in Aleppo.
Ein von Maxar zur Verfügung gestelltes Satellitenbild zeigt feiernde Menschen auf den Straßen Aleppos. © dpa/Maxar Technologies/AP | Uncredited
Rauchschwaden im Hintergrund, während Einwohner und Oppositionskämpfer auf einem zentralen Platz in Damaskus feiern.
Rauchschwaden im Hintergrund, während Einwohner und Oppositionskämpfer auf einem zentralen Platz in Damaskus feiern. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Menschen versammeln sich zur Feier des Sturzes der syrischen Regierung in einer Glaubensmoschee.
Menschen versammeln sich zur Feier des Sturzes der syrischen Regierung in einer Glaubensmoschee. © dpa/AP | Emrah Gurel
Rebellen-Anführer Abu Mohammed al-Dschulani spricht in der Umayyaden-Moschee nach der Machtübernahme in Syrien.
Rebellen-Anführer Abu Mohammed al-Dschulani spricht in der Umayyaden-Moschee nach der Machtübernahme in Syrien. © dpa/AP | Omar Albam
Ein Bild von Baschar al-Assad in der Stadt Hama ist durchlöchert von Kugeln.
496721846.jpg © Omar Albam / dpa
Überläufer stellen sich in einer Reihe auf, um ihre Daten bei den syrischen Aufständischen in Aleppo, Syrien, zu registrieren.
Überläufer stellen sich in einer Reihe auf, um ihre Daten bei den syrischen Aufständischen in Aleppo, Syrien, zu registrieren. © dpa/AP | Omar Albam
Nachdem syrische Rebellen Hama erob ert haben, fliehen Menschen aus der Stadt.
Nachdem syrische Rebellen Hama erobert haben, fliehen Menschen aus der Stadt. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Oppositionskämpfer fahren an Panzern der Regierungstruppen vorbei, die auf einer Autobahn zurückgelassen wurden, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad.
Oppositionskämpfer fahren an Panzern der Regierungstruppen vorbei, die auf einer Autobahn zurückgelassen wurden, nach dem Sturz des bisherigen syrischen Machthabers al-Assad. © Hussein Malla / dpa
Eine zerstörte Straße nach einem Angriff der syrischen Armee in Aleppo.
Eine zerstörte Straße nach einem Angriff der syrischen Armee in Aleppo. © Anas Alkharboutli / dpa
Ein syrischer Oppositionskämpfer hält einen Raketenwerfer vor dem Büro der Provinzregierung, an dessen Fassade ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar Assad von Kugeln durchlöchert ist.
Ein syrischer Oppositionskämpfer hält einen Raketenwerfer vor dem Büro der Provinzregierung, an dessen Fassade ein Bild des syrischen Präsidenten Baschar Assad von Kugeln durchlöchert ist. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Ein Kind erklimmt eine abgerissene Statue des ehemaligen Präsidenten Hafis al-Assad. In ganz Syrien wurden derartige Statuen gestürzt.
Ein Kind erklimmt eine abgerissene Statue des ehemaligen Präsidenten Hafis al-Assad. In ganz Syrien wurden derartige Statuen gestürzt. © dpa/IMAGESLIVE via ZUMA Press Wire | Juma Mohammad
Ein im Bürgerkrieg zerstörtes Fahrzeug der syrischen Armee.
Ein im Bürgerkrieg zerstörtes Fahrzeug der syrischen Armee. © IMAGO/Rami Alsayed
Ein syrischer Oppositionskämpfer zerreißt am internationalen Flughafen von Aleppo ein großes Bild, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen verstorbenen Vater Hafis al-Assad zeigt.
Ein syrischer Oppositionskämpfer zerreißt am internationalen Flughafen von Aleppo ein großes Bild, das den syrischen Präsidenten Baschar al-Assad und seinen verstorbenen Vater Hafis al-Assad zeigt. © dpa/AP | Omar Albam
Eine zerbrochene Büste des alten syrischen Präsidenten Hafez Assad
Eine zerbrochene Büste des alten syrischen Präsidenten Hafez Assad, Vater des jetzigen Präsidenten Baschar al-Assad, liegt auf einem von Oppositionskämpfern zerstörten Fliesenboden in Aleppo. © dpa/AP | Omar Albam
Syrische Oppositionskämpfer stehen auf einem beschlagnahmten Kampfjet auf einem Militärflughafen nahe der Stadt Hama.
Syrische Oppositionskämpfer stehen auf einem beschlagnahmten Kampfjet auf einem Militärflughafen nahe der Stadt Hama. © dpa/AP | Ghaith Alsayed
Syrer feiern die Ankunft der Rebellen in Damaskus auf einem Panzerfahrzeug.
Syrer feiern die Ankunft der Rebellen in Damaskus auf einem Panzerfahrzeug. © dpa/AP | Omar Sanadiki
Noch im Morgengrauen feierten Menschen die Ankunft der Rebellen in Damaskus. Immer wieder feuerten Syrer mit Gewehren in die Luft.
Noch im Morgengrauen feierten Menschen die Ankunft der Rebellen in Damaskus. Immer wieder feuerten Syrer mit Gewehren in die Luft. © dpa/AP | Omar Sanadiki
Auch in Deutschland feierten die Exil-Syrer die Flucht von Assad. Hier etwa in Mainz.
Auch in Deutschland feierten die Exil-Syrer die Flucht von Assad. Hier etwa in Mainz. © dpa | Andreas Arnold

Nach Assads Flucht beginnt „eine neue Ära für Syrien“

Nach der „Unterdrückung“ der Assad-Zeit sei nun „der Beginn einer neuen Ära für Syrien“ gekommen, erklärten die islamistischen Kämpfer im Onlinedienst Telegram. Die Kämpfer riefen die ins Ausland geflüchteten Syrer auf, in ein „freies Syrien“ zurückzukehren. Assad habe Syrien über den internationalen Flughafen von Damaskus verlassen, bevor sich Armee und Sicherheitskräfte dort zurückgezogen hätten, teilte der Leiter der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte, Rami Abdel Rahman, mit. 

Regime in Syrien stürzt - „Chance, neues Syrien aufzubauen“

Auch Maslum Abdi, der Anführer der von kurdischen Kämpfern dominierten und von den USA unterstützten Demokratischen Kräfte Syriens (SDF), sprach von „historischen“ Momenten und dem Sturz von Assads „autoritärem Regime“. Der „Wandel“ biete eine „Chance, ein neues Syrien aufzubauen, das auf Demokratie und Gerechtigkeit basiert und die Rechte aller Syrer garantiert“, fügte Abdi im Onlinedienst Telegram an.

Assads Regierung hatte zuvor noch bestritten, dass sich die Armee aus Gegenden um Damaskus zurückgezogen hätten. Nach Berichten über die Flucht des Präsidenten erklärte Regierungschef Mohammed al-Dschalali indes in einem Video im Internetdienst Facebook, er sei bereit zur Kooperation mit „jeder Führung, die das syrische Volk bestimmt“. Er stehe für jegliches Verfahren zur Machtübergabe bereit. (dpa/jal)

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