Nach Kirk-Aussagen: Sender schassen Kimmel – „Haben sich in die Hose gemacht“
VonFranziska Schwarz
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Der Trump-Kritiker Jimmy Kimmel bringt in seiner Unterhaltungsshow Kirks Attentäter mit der MAGA-Bewegung in Verbindung. Das hat jetzt Konsequenzen.
Update, 18. September, 12.14 Uhr: Jimmy Kimmels Show ist „auf unbestimmte Zeit“ aus dem US-TV-Programm genommen, obwohl er bei seinem Sender ABC zunächst durchaus Rückendeckung hatte. Nach Informationen des Rolling Stones knickten die Verantwortlichen schließlich aufgrund von indirekten Drohungen der Medienaufsichtsbehörde FCC ein, der US-Medienaufsichtsbehörde. Deren Chef Brendan Carr hatte aufgrund von Kimmels Kirk-Aussagen offen mit dem Entzug der Lizenz von ABC-Partnersendern gedroht, die Kimmels Sendung ausstrahlen, so AFP.
Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter
Der Rolling Stone beruft sich in seinem Bericht auf zwei nicht namentlich genannte Quellen. Laut ihnen fürchteten die Verantwortlichen „Vergeltung durch Trump“. Das Magazin zitierte eine Quelle mit den Worten „Sie haben sich den ganzen Tag in die Hose gemacht“. Zuvor hatte Carr im Gespräch mit dem konservativen Podcaster Benny Johnson gefordert, dass die Sender „Maßnahmen gegen Kimmel“ ergreifen – sonst werde die FCC „zusätzliche Arbeit vor sich haben“.
Nach Kirk-Aussagen: TV-Sender setzt beliebte Show „Jimmy Kimmel Live“ ab – Trump reagiert
Erstmeldung: Los Angeles – Der US-Sender ABC setzt die Talkshow des prominenten Fernsehmoderators Jimmy Kimmel nach dessen Äußerungen über das Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk vorerst ab. Die Sendung werde „in absehbarer Zukunft“ nicht mehr ausgestrahlt, teilte ABC mit. Begründet wurde der Schritt mit Kimmels Äußerungen über den getöteten Vertrauten von Präsident Donald Trump. An welchen Worten genau die Entscheidungsträger Anstoß nahmen, blieb offen.
Kimmel hatte in seiner Show zuletzt suggeriert, dass der mutmaßliche Attentäter Tyler Robinson möglicherweise Teil der sogenannten MAGA-Bewegung des US-Präsidenten gewesen sei. Das Kürzel steht für „Make America Great Again“.
Nach Kirk-Attentat: Trump lobt Absetzung der Kimmel-Show – „Großartige Neuigkeiten für Amerika“
Kimmel reagierte zunächst nicht auf die Entscheidung der Disney-Tochter ABC .Während Politiker der Demokraten Protest äußerten, zeigte sich Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social begeistert über die ABC-Entscheidung.
„Großartige Neuigkeiten für Amerika: Die mit den Einschaltquoten kämpfende Jimmy Kimmel Show wurde abgesetzt. Glückwunsch an ABC, dass sie endlich den Mut hatten, das zu tun, was getan werden musste“, schrieb Trump, der seit langer Zeit Late-Night-Moderatoren scharf kritisiert, die ihn verspotten.
Reaktionen auf Kimmel-Aussagen zu Kirk-Attentat: „Beleidigend und unsensibel“
„Herr Kimmels Kommentare zum Tod von Herrn Kirk sind in einer kritischen Phase unseres nationalen politischen Diskurses beleidigend und unsensibel“, ließ die Produktionsfirma der täglich von Millionen Menschen geschauten Show mitteilen. Ob Kimmels Show überhaupt wieder aufgenommen wird, ist angesichts der aufgeheizten Stimmung in den USA fraglich.
In den Vereinigten Staaten tobt ein erbitterter Streit darüber, wie sich über den Tod Kirks geäußert werden darf, dessen teilweise extrem konservativen Ansichten heftig umstritten waren. Trump und seine Regierung haben angekündigt, gegen Kommentatoren vorzugehen, die sich ihrer Meinung nach nicht angemessen zu dem im Bundesstaat Utah erschossenen 31-Jährigen äußern. Kritiker halten es für höchst bedenklich, dass dabei Presse- und Meinungsfreiheit auf der Strecke bleiben.
Einige Kommentare von Talkmaster Jimmy Kimmel (r.) zum Tod von Trump-Verbündeten Charlie Kirk (2.v.l.) führten zur Absetzung seiner Sendung „Jimmy Kimmel Live!“
Sender ABC beugt sich Trump – Late Night Shows in den USA wegen Trump unter Druck
Die amerikanischen Late-Night-Shows stehen seit der Absetzung des ebenfalls prominenten Talkmasters Stephen Colberts beim Sender CBS besonders unter Druck. Trump machte immer wieder klar, dass ihm neben Colbert vor allem Jimmy Kimmel ein Dorn im Auge sei. Die US-Talkmaster machen sich in pointierter und teils derber Art und Weise über den US-Präsidenten und dessen autoritären Tendenzen lustig und bilden damit in den Augen vieler Beobachter ein wichtiges Gegengewicht zur politisch einseitigen Kommunikation des Weißen Hauses. (Quellen: dpa, AFP) (frs)