Auswirkung auf US-Talkshow

Nach Kirk-Aussagen: Sender schassen Kimmel – „Haben sich in die Hose gemacht“

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Der Trump-Kritiker Jimmy Kimmel bringt in seiner Unterhaltungsshow Kirks Attentäter mit der MAGA-Bewegung in Verbindung. Das hat jetzt Konsequenzen.

Update, 18. September, 12.14 Uhr: Jimmy Kimmels Show ist „auf unbestimmte Zeit“ aus dem US-TV-Programm genommen, obwohl er bei seinem Sender ABC zunächst durchaus Rückendeckung hatte. Nach Informationen des Rolling Stones knickten die Verantwortlichen schließlich aufgrund von indirekten Drohungen der Medienaufsichtsbehörde FCC ein, der US-Medienaufsichtsbehörde. Deren Chef Brendan Carr hatte aufgrund von Kimmels Kirk-Aussagen offen mit dem Entzug der Lizenz von ABC-Partnersendern gedroht, die Kimmels Sendung ausstrahlen, so AFP.

Attentat auf Charlie Kirk: Bilder zeigen das Entsetzen – und den mutmaßlichen Täter

Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten.
Nach dem Attentat auf Charlie Kirk veröffentlichte das FBI Bilder und ein Video des mutmaßlichen Täters. Die Trauer in den USA ist groß nach dem Tod des US-Aktivisten. Eine Chronologie der Ereignisse. © FBI (2)/IMAGO / SOPA Images
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte.
Diese Aufnahme entstand nur Minuten vor dem tödlichen Attentat. Charlie Kirk beantwortet gerade Fragen aus dem Publikum - eine Routine, die ihm zum Verhängnis werden sollte. © Tess Crowley
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.
Die letzten Minuten von Charlie Kirk: Der 31-Jährige wirft noch Baseballkappen in die Menge, bevor der tödliche Schuss fällt.  © Tess Crowley/dpa
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte.
Auf diesem Campus der Utah Valley University in Orem ereignete sich das tödliche Attentat auf Charlie Kirk. Der 31-jährige Aktivist wurde vor 3000 Zuschauern von einem Scharfschützen erschossen, der sich auf einem nahegelegenen Dach positioniert hatte. © Lindsey Wasson/dpa
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.
Charlie Kirk galt als einer der einflussreichsten konservativen Aktivisten der USA.  © IMAGO/Charles-McClintock Wilson
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden.
Sekunden vor seinem Tod wurde Charlie Kirk von einem Zuschauer nach Waffengewalt gefragt. Seine letzte Antwort „Zählt man Bandengewalt mit oder nicht?“ sollten seine letzten öffentlichen Worte werden. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten.
Diese dramatischen Szenen spielten sich ab, als Charlie Kirk erschossen wurde. Augenzeugen berichten von Panik unter den 3000 Zuschauern, die sofort zu Boden gingen und um ihr Leben rannten. © Tess Crowley/dpa
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat.
Schock und Fassungslosigkeit auf dem Campus der Utah Valley University: Studenten und Besucher können nicht glauben, was sie gerade miterlebt haben. Viele weinen und trösten sich gegenseitig nach dem brutalen Attentat. © IMAGO/Charles McClintock Wilson
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften.
Was als normale Universitätsveranstaltung begann, endet mit einem Großaufgebot von Rettungskräften. © Tyler Tate/dpa
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht.
Falsche Spur: Diese Festnahme erwies sich als Fehlgriff der Ermittler. Der Mann wurde nach stundenlangen Verhören wieder freigelassen - der wahre Charlie Kirk-Attentäter ist weiterhin auf der Flucht. © IMAGO/Charles McClintock-Wilson
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht.
Spurensicherung am Schauplatz der Tragödie: Polizeibeamte durchkämmen das Gelände rund um das „American Comeback Tour“-Zelt, unter dem Charlie Kirk erschossen wurde. Jeder Zentimeter wird nach Hinweisen auf den flüchtigen Täter abgesucht. © Tess Crowley/dpa
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.
Stille Trauer hinter Absperrband: Auch die Polizeiabsperrung kann die Menschen nicht davon abhalten, Charlie Kirk die letzte Ehre zu erweisen.  © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner.
Symbole der Trauer und des Patriotismus: Die Gedenkstätte wird zum Wallfahrtsort für konservative Amerikaner. © IMAGO/Joe Rondone/The Republic
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.
Nationale Trauer im Yankee Stadium: Charlie Kirks Portrait erstrahlt auf der riesigen Videowand, während tausende Fans eine Schweigeminute einhalten.  © IMAGO/Vincent Carchietta
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.
Tatort-Rekonstruktion unter der Brücke: Forensiker arbeiten daran, den genauen Ablauf des Attentats zu verstehen.  © Lindsey Wasson/dpa
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.
Trauernde halten große Portraits von Charlie Kirk in die Höhe und gedenken des erschossenen Aktivisten.  © Madeleine Kelly/dpa
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer.
Blumen, Ballons und Bibelverse: Diese bewegende Gedenkstätte zeigt Charlie Kirk als christlichen Märtyrer. © Ross D. Franklin/dpa
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk.
Hunderte junge Menschen versammelten sich zu einer spontanen Gedenkfeier für Charlie Kirk. © Tess Crowley/dpa
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar.
Vor dem Hauptquartier von Turning Point USA wird die Tragödie greifbar. © Ross D. Franklin/dpa
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer.
Charlie Kirks Büros: Die Zentrale seiner politischen Organisation wird zum Symbol einer Bewegung ohne Anführer. © Ross D. Franklin/dpa
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk.
Nationale Trauer im Herzen der Macht: Die amerikanische Flagge weht auf halbmast vor dem Weißen Haus zu Ehren von Charlie Kirk. © Mark Schiefelbein/dpa
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand.
Stiller Protest nach der Tragödie: Ein Charlie Kirk-Anhänger steht mit seinem „Pray for America“-Schild am Straßenrand. © Alex Goodlett/dpa
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden.
Nächtliche Kerzenwache für Charlie Kirk: Die Mischung aus amerikanischen Flaggen und christlichen Botschaften macht deutlich, wie seine Anhänger Patriotismus und Glauben miteinander verbinden. © Ross D. Franklin/dpa
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag.
Anhänger Charlie Kirks versammeln sich vor dem Krankenhaus, in das der schwer verletzte Aktivist eingeliefert wurde. Die Nachricht seines Todes trifft sie wie ein Schlag. © IMAGO/Madeleine Kelly
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen.
Auch Donald Trump ist auf einem Foto der Kirk-Gedenkstätte vor dem Timpanogos Regional Hospital zu sehen. © Lindsey Wasson/dpa
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild)
Donald Trump reagiert mit scharfen Worten auf Charlie Kirks Tod. Der US-Präsident macht die „radikale Linke“ für das Attentat verantwortlich und verspricht, alle Beteiligten zur Rechenschaft zu ziehen. (Archivbild) © Manuel Balce Ceneta/dpa
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen.
US-Fahnder veröffentlichten Bilder einer „Person von Interesse“ – sie sollen den miutmaßlichen Täter zeigen. © FBI (2)
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat neue Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.
Beamte stehen auf einem Dach mit Blick auf den Tatort. Das FBI hat zwei Tage nach der tat Überwachungsaufnahmen vom mutmaßlichen Attentäter auf Charlie Kirk veröffentlicht.  © IMAGO / UPI Photo/ FBI (Collage)
US-Medien berichten über den Tatverdächtigen im Fall Charlie Kirk.
Zwei Tage nach der Tat verkündete Donald Trump live im TV die Festnahme des mutmaßlichen Täters im Fall Charlie Kirk. Es handelt sich um einen 22-Jährigen aus Utah. © Patrick T. Fallon/AFP

Der Rolling Stone beruft sich in seinem Bericht auf zwei nicht namentlich genannte Quellen. Laut ihnen fürchteten die Verantwortlichen „Vergeltung durch Trump“. Das Magazin zitierte eine Quelle mit den Worten „Sie haben sich den ganzen Tag in die Hose gemacht“. Zuvor hatte Carr im Gespräch mit dem konservativen Podcaster Benny Johnson gefordert, dass die Sender „Maßnahmen gegen Kimmel“ ergreifen – sonst werde die FCC „zusätzliche Arbeit vor sich haben“.

Nach Kirk-Aussagen: TV-Sender setzt beliebte Show „Jimmy Kimmel Live“ ab – Trump reagiert

Erstmeldung: Los Angeles – Der US-Sender ABC setzt die Talkshow des prominenten Fernsehmoderators Jimmy Kimmel nach dessen Äußerungen über das Attentat auf den rechten Aktivisten Charlie Kirk vorerst ab. Die Sendung werde „in absehbarer Zukunft“ nicht mehr ausgestrahlt, teilte ABC mit. Begründet wurde der Schritt mit Kimmels Äußerungen über den getöteten Vertrauten von Präsident Donald Trump. An welchen Worten genau die Entscheidungsträger Anstoß nahmen, blieb offen.

Kimmel hatte in seiner Show zuletzt suggeriert, dass der mutmaßliche Attentäter Tyler Robinson möglicherweise Teil der sogenannten MAGA-Bewegung des US-Präsidenten gewesen sei. Das Kürzel steht für „Make America Great Again“.

Nach Kirk-Attentat: Trump lobt Absetzung der Kimmel-Show – „Großartige Neuigkeiten für Amerika“

Kimmel reagierte zunächst nicht auf die Entscheidung der Disney-Tochter ABC .Während Politiker der Demokraten Protest äußerten, zeigte sich Präsident Trump auf seiner Plattform Truth Social begeistert über die ABC-Entscheidung.

„Großartige Neuigkeiten für Amerika: Die mit den Einschaltquoten kämpfende Jimmy Kimmel Show wurde abgesetzt. Glückwunsch an ABC, dass sie endlich den Mut hatten, das zu tun, was getan werden musste“, schrieb Trump, der seit langer Zeit Late-Night-Moderatoren scharf kritisiert, die ihn verspotten.

Reaktionen auf Kimmel-Aussagen zu Kirk-Attentat: „Beleidigend und unsensibel“

„Herr Kimmels Kommentare zum Tod von Herrn Kirk sind in einer kritischen Phase unseres nationalen politischen Diskurses beleidigend und unsensibel“, ließ die Produktionsfirma der täglich von Millionen Menschen geschauten Show mitteilen. Ob Kimmels Show überhaupt wieder aufgenommen wird, ist angesichts der aufgeheizten Stimmung in den USA fraglich. 

In den Vereinigten Staaten tobt ein erbitterter Streit darüber, wie sich über den Tod Kirks geäußert werden darf, dessen teilweise extrem konservativen Ansichten heftig umstritten waren. Trump und seine Regierung haben angekündigt, gegen Kommentatoren vorzugehen, die sich ihrer Meinung nach nicht angemessen zu dem im Bundesstaat Utah erschossenen 31-Jährigen äußern. Kritiker halten es für höchst bedenklich, dass dabei Presse- und Meinungsfreiheit auf der Strecke bleiben.

Einige Kommentare von Talkmaster Jimmy Kimmel (r.) zum Tod von Trump-Verbündeten Charlie Kirk (2.v.l.) führten zur Absetzung seiner Sendung „Jimmy Kimmel Live!“

Sender ABC beugt sich Trump – Late Night Shows in den USA wegen Trump unter Druck

Die amerikanischen Late-Night-Shows stehen seit der Absetzung des ebenfalls prominenten Talkmasters Stephen Colberts beim Sender CBS besonders unter Druck. Trump machte immer wieder klar, dass ihm neben Colbert vor allem Jimmy Kimmel ein Dorn im Auge sei. Die US-Talkmaster machen sich in pointierter und teils derber Art und Weise über den US-Präsidenten und dessen autoritären Tendenzen lustig und bilden damit in den Augen vieler Beobachter ein wichtiges Gegengewicht zur politisch einseitigen Kommunikation des Weißen Hauses. (Quellen: dpa, AFP) (frs)

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