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Die Swing States werden bei der US-Wahl im November den Unterschied ausmachen. Dort scheint Kamala Harris gegen Donald Trump an Boden zu verlieren.
Washington, D.C. – Dämpfer für Kamala Harris: Eine aktuelle Umfrage zeigt unerwartet die Schwäche der 59-Jährigen auf. Denn gleich in zwei Swing States der „blauen Wand“ der Demokraten liegt sie plötzlich hinter Donald Trump. Wenige Wochen vor der US-Wahl läuten damit spätestens jetzt die Alarmglocken bei der Demokratin.
Klar ist, dass Harris die beiden Bundesstaaten Michigan und Wisconsin unbedingt für sich entscheiden muss, um bei der Präsidentschaftswahl gegen Trump bestehen zu können. Laut einer Umfrage der Quinnipiac University vom 9. Oktober liegt Harris in beiden Staaten jedoch hinter Trump.
| Bundesstaat | Trump | Harris |
|---|---|---|
| Michigan | 50 | 47 |
| Wisconsin | 48 | 46 |
„Blaue Wand“ der Demokraten zeigt vor der US-Wahl zwischen Harris und Trump Risse
Die Ergebnisse sind für Harris entmutigend. Noch enttäuschender ist jedoch der Vergleich mit der September-Umfrage der Quinnipiac University. Damals lag Harris in beiden Bundesstaaten vor Trump, in Wisconsin mit 48 zu 47 Prozent und in Michigan 50 zu 45 Prozent – was dort eine Wende von acht Punkten in nur einem Monat bedeutet.
„Das war damals, das ist jetzt“, kommentierte Tom Malloy von der Quinnipiac University die Umfrage. „Der Glanz von Harris nach dem TV-Duell ist verblasst.“ Die Umfrage zeigte auch einen möglichen Grund für den Wandel auf: In beiden Swing States trauen die Befragten dem Republikaner bei den beiden wichtigsten Themen der US-Wahl (Wirtschaft und Einwanderung) deutlich mehr zu als Harris.
In Michigan kommt ein dritter Faktor hinzu. Beim Sieg von Joe Biden vor vier Jahren spielten die Wählerinnen und Wähler arabischer Herkunft eine wichtige Rolle. Harris steht nun vor der Herausforderung, diese trotz der massiven US-Unterstützung für Israel im Gaza-Krieg erneut für sich zu gewinnen. Bisher ist Harris das nicht gelungen.
US-Wahl zwischen Trump und Harris entscheidet sich in den Swing States
Aber nicht alles ist negativ für Harris. So lag sie in Pennsylvania in der Umfrage der Quinnipiac University recht komfortabel vor Trump (49 zu 46). Aber auch hier hat sich ihr Vorsprung innerhalb eines Monats halbiert. Der Bundesstaat, der zur als Rostgürtel bekannten Industrieregion im Norden der USA gehört, war früher traditionell demokratisch. Der industrielle Niedergang in der Region hat jedoch dazu geführt, dass Trump und die Republikaner in den letzten Jahren immer mehr Zulauf erhalten haben. Die Umfragen in Pennsylvania fallen derzeit allerdings recht unterschiedlich aus.
Einzelne Umfragen sollten generell mit Vorsicht betrachtet werden. Der Durchschnitt aller Umfragen zur US-Wahl zeigt jedoch, dass Harris in den vergangenen Wochen etwas an Boden gegenüber Trump verloren hat. Aufgrund der Besonderheiten des US-Wahlsystems wird die Entscheidung über den zukünftigen Präsidenten oder die zukünftige Präsidentin in etwa sieben Swing States fallen. Daher könnten am Ende die Stimmen weniger zehntausend Menschen bei der US-Wahl den Ausschlag geben. (cs)
Hinweis: Die Umfrage der Quinnipiac University fand vom 3. bis 7. Oktober statt.
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