VonPatrick Mayerschließen
Die Senatorin Lisa Murkowski gilt unter den Republikanern in den USA als führende Kritikerin von Donald Trump. Sie rügt ihn nun wegen Wladimir Putin.
Washington – Es geht kein Tag in den USA, an dem Donald Trump nicht eine aufsehenerregende Entscheidung bekannt gibt und sich dabei selbst als mutmaßlicher Macher in Szene setzt. So ließ der 78-jährige Republikaner am Donnerstag (20. März) etwa kurzerhand das US-Bildungsministerium schließen.
Kritik an Donald Trump: Lisa Murkowski heißt Politik des US-Präsidenten nicht gut
Und zwar, weil das Ministerium angeblich seinen Job nicht richtig gemacht hatte. Andere US-Behörden sollen nun eben diesen Job übernehmen. Wie unter anderem das „heute journal“ des ZDF berichtet, soll nicht jeder und jede in den Vereinigten Staaten das gutheißen, was das neue (und frühere) Staatsoberhaupt zwischen Los Angeles und New York beschließt.
Und auch nicht damit zufrieden sein, diplomatisch formuliert, wie Trump gegen Moskau-Autokrat Wladimir Putin und Russland mit Blick auf den Ukraine-Krieg agiert. Ganz vorne mit dabei: Senatorin Lisa Murkowski aus der Republikanischen Partei, für die just Trump bei der Wahl im November die Präsidentschaft zurückgeholt hatte.
Lisa Murkowski und Donald Trump: Fehde bei den Republikanern reicht Jahre zurück
Die Fehde zwischen Murkowski und Trump reicht schon Jahre zurück. Schön während seiner ersten Amtszeit (2017 bis 2021) hatte die in Alaska geborene Politikerin den Immobilientycoon aus Florida immer wieder scharf kritisiert und ihm die Eignung für das Präsidentenamt abgesprochen. So hatte sie etwa im Frühsommer 2020 öffentlich erklärt, Trump im November desselben Jahres bei der damaligen Präsidentschaftswahl nicht zu wählen, obwohl er ihre Partei vertritt. Seinerzeit hatte Trump sein Amt an Joe Biden (Demokraten) verloren.
Nach dem Sturm der Trump-Anhänger auf das Capitol am 6. Januar 2021 adressierte sie öffentlich deutliche Worte an den damals abgewählten Präsidenten. Später stimmte sie mit der Mehrheit des US-Senats, in dem sie seit 2010 für Alaska in Washington sitzt, für eine nachträgliche Amtsenthebung Trumps, der Anfang 2022 ein Amtsende Murkowskis geplant haben soll und öffentlich über sie herzog. Im Frühjahr 2024 erwog Murkowski einen Parteiaustritt, als Trump sich in den Vorwahlen durchsetzte und sich seine erneute Kandidatur ankündigte.
Sen. Murkowski: “How we came to a place where we're fighting now with Canada, and we're making nice with Russia. It's beyond me…As long as we've got to send up fighter jets to chase off Russian bombers…I'm not going to trust Putin. And I'm not going to be quiet about it.” pic.twitter.com/fGy5AzeHe9
— Republicans for Ukraine (@GOP4Ukraine) March 19, 2025
Wegen Donald Trumps Ukraine-Politik: Lisa Murkowski wird im US-Senat deutlich
Damit nicht genug: Im Januar sprach sich die republikanische Senatorin öffentlich gegen die Berufung von Trump-Intimus Pete Hegseth als US-Verteidigungsminister aus. Seit Anfang März teilt sie richtig gegen den eigentlichen Parteifreund aus. Angesichts dessen Umgang mit der Ukraine werde ihr „übel“, schrieb die 67-jährige Juristin am 1. März beim Kurznachrichtendienst X. Im Wortlaut: Ich weiß, Außenpolitik ist nichts für schwache Nerven, aber im Moment wird mir übel, da die Regierung sich scheinbar von ihren Verbündeten abwendet und Putin unterstützt, der weltweit eine Bedrohung für die Demokratie und die amerikanischen Werte darstellt.“
Jetzt legte sie nach. „Wie es dazu kommen konnte, dass wir uns jetzt mit Kanada streiten und gleichzeitig mit Russland ein gutes Verhältnis haben? Ich verstehe es nicht. Solange wir Kampfjets schicken müssen (vor Alaska, d. Red.), um russische Bomber zu vertreiben, werde ich Putin nicht trauen. Und ich werde nicht schweigen“, erklärte sie in einer Senatssitzung unter dem Beifall der anwesenden Kollegen. Trump verhandelt derzeit mit Putin und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über einen Waffenstillstand im Ukraine-Krieg.
This week started with administration officials refusing to acknowledge that Russia started the war in Ukraine. It ends with a tense, shocking conversation in the Oval Office and whispers from the White House that they may try to end all U.S. support for Ukraine. I know foreign…
— Sen. Lisa Murkowski (@lisamurkowski) March 1, 2025
Verhandlungen im Ukraine-Krieg: Trump verkauft Gespräche mit Putin als Erfolg
Putins-Regime aus Moskau soll knallharte Bedingungen stellen, während Trump die bisherigen Gespräche als Erfolg verkaufte. Trump kann indes wohl nicht darauf hoffen, dass die Kritik Murkowskis absehbar weniger wird. Das Mandat der US-Senatorin gilt bis Januar 2029: Und sie macht keinerlei Anzeichen, sich mit der Politik des polarisierenden Staatsoberhauptes anfreunden zu wollen. (pm)
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