Trump kritisiert Chinas Militärparade und sieht Verschwörung gegen USA
VonBettina Menzel
schließen
Chinas Präsident Xi präsentiert sich bei der Militärparade mit Putin und Kim, Trump kritisiert den Schulterschluss des Trios.
Peking – Chinas Staatschef Xi Jinping hat in Peking den russischen Präsidenten Wladimir Putin und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un empfangen. Anlass war der 80. Jahrestag der Kapitulation Japans im Zweiten Weltkrieg. Bei einer Militärparade am Mittwoch (3. September) betonte Xi, die Menschheit stehe heute „erneut vor einer Wahl zwischen Frieden oder Krieg, Dialog und Konfrontation, Win-Win und Nullsummenspiel“. China werde „fest auf der richtigen Seite der Geschichte“ stehen. Donald Trump kritisierte das Treffen und witterte eine Verschwörung.
Chinas Militärparade zum 80. Jahrestages des Endes des Zweiten Weltkriegs. Im Bild: Chinas Präsident Xi Jinping (Mitte), Kremlchef Wladimir Putin (links) und der nordkoreanische Machthaber Kim Jong-un (rechts).
Auf seiner Plattform Truth Social kommentierte der US-Präsident an Xi gerichtet: „Bitte richten Sie Wladimir Putin und Kim Jong-un meine herzlichsten Grüße aus, während Sie sich gegen die Vereinigten Staaten von Amerika verschwören“. China und die USA waren im Zweiten Weltkrieg Alliierte gegen Japan. Viele Amerikaner seien für Chinas Sieg und Ruhm gestorben, so Trump weiter. Die große Frage sei auch, ob Xi die massive Unterstützung der USA an China erwähnen werde, um dem Land „zu helfen, seine Freiheit vor einem sehr unfreundlichen ausländischen Eindringling zu sichern“, schrieb der US-Präsident.
Chinas Geschichte im Zweiten Weltkrieg
Japan hatte China 1937 angegriffen. Der Krieg dauerte bis 1945 und forderte Millionen Tote. Nationalisten und Kommunisten kämpften gemeinsam gegen Japan, obwohl sie einander misstrauten. Nach dem Krieg brach der Bürgerkrieg zwischen ihnen erneut aus. 1949 gewannen die Kommunisten und gründeten die Volksrepublik China. Die Nationalisten zogen sich nach Taiwan zurück. Da es die Volksrepublik 1945 noch nicht gab, kritisieren viele – vor allem in Taiwan – Chinas Versuch, sich heute als Hauptakteur des damaligen Krieges darzustellen. Peking bezeichnet Taiwan indes als „abtrünnige Provinz“.
Militärparade zeigt unbemannte Kampfjets und Laserwaffen
China zeigte auf seiner Parade auch neue Waffentechnologie. Unbemannte Kampfjets etwa, Unterwasser-Drohnen und die mobile Laserwaffe LY-1, die laut Experten gegen kleinere Drohnen und Lenkwaffen eingesetzt werden kann. Zu sehen waren außerdem sogenannte „loyal wingman“-Drohnen, die bemannte Kampfflugzeuge unterstützen sollen. Gesteuert werden könnten sie aus Jets wie dem J-20, einem chinesischen Tarnkappenflugzeug.
Auch Hyperschallraketen vom Typ YJ sowie Interkontinentalraketen der DF-Serie waren Teil der Präsentation. Sie können mit Atomsprengköpfen besetzt das US-amerikanische Festland oder Europa erreichen. Auch tausende Soldaten zogen durch Peking. Noch am Dienstag hatte Trump in einem Radiointerview gesagt, sich angesichts der Nähe von China und Russland „überhaupt keine Sorgen“ zu machen. „Wir haben mit Abstand die stärkste Armee der Welt und sie würden niemals ihr Militär gegen uns einsetzen.“
Nawalny verlängert die Liste der Opfer Putins – ein Überblick
Putin war bereits vor der Militärparade für den Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) nach China gereist. Insgesamt vier Tage dauerte sein Aufenthalt, zahlreiche Themen und Treffen standen auf seiner Agenda. Beobachtern zufolge ungewöhnlich intensiv für einen Staatsbesuch. Auch der Kreml nannte dies „beispiellos“. Bei dem SOZ-Treffen ging es um nicht weniger als eine neue Weltordnung: Multipolar und „gerechter“ soll sie sein, also die Vorherrschaft der USA beenden und dem globalen Süden mehr Gewicht geben. (bme mit dpa)