Neuer Rüstungswettlauf

Trump reanimiert das alte „Star-Wars“-Programm gegen Atom-Raketen

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Angstgetrieben: US-Politikberater sehen bereits den kommenden Atomkrieg heraufziehen und wollen sich wappnen – mit einer mehr als 40 Jahre alten Idee. Der kommende US-Präsident Donald Trump will Ronald Reagans „Star Wars“-Programm wieder beleben; beispielsweise gegen russische Interkontinentalraketen vom Typ Jars – hier während einer Parade auf dem Roten Platz in Moskau (Archivfoto).
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Die USA wollen verwirklichen, was bislang technisch unerreichbar war: die Raketenabwehr im Kosmos. Trump fürchtet nukleare Allianz von Russland und Asien.

Washington D.C. – „Ronald Reagan wollte es schon vor vielen, vielen Jahren tun, aber ihm fehlte die Technologie. Aber jetzt haben wir sie, man kann damit eine Nadel aus dem Himmel schlagen“, sagt Donald Trump. Das Magazin Newsweek zitiert den künftigen Präsidenten bezüglich seines Vorhabens, einen Raketen-Abwehr-Schirm über den USA aufzuspannen; ähnlich dem „Iron Dome“ über Israel. Trump reanimiert damit eine Idee aus den 1980er-Jahren, mit der der damalige republikanische Präsident Ronald Reagan krachend gescheitert war.

Die Notwendigkeit dieses ambitionierten Vorhabens sehen republikanische Politiker offenbar in den verstärkten Aktivitäten des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong-un im Zuge des Ukraine-Krieges. Analysten vermuten, dass er sich die Bereitstellung von Soldaten und Waffen mit Hochtechnologie für den Ausbau der atomaren Bewaffnung bezahlen lassen könnte. Laut Newsweek wechseln die USA jetzt von einer eher reaktiven Strategie zu einer verstärkten Abschreckung; offenbar will Trump die Drohgebärden Kims im Keim ersticken – auch durch die Militarisierung des Weltraums.

Angst vor Russland, Nordkorea, China: Trump nimmt erneuten Anlauf zur „Strategic Defense Initiative“

Das setzt dort an, wo Reagan mit seiner „Strategic Defense Initiative“ den damaligen Ostblock brüskiert hatte: Der 40. Präsident der Vereinigten Staaten wollte über den USA einen Raketenabwehr-Schirm im Weltraum aufspannen, was unter dem Begriff „Star Wars“ populär wurde – ein ambitioniertes Projekt, das Reagan 1983 zur Verteidigung der amerikanischen Nation angestoßen hatte. Laserkanonen und im Orbit stationierte Raketen sollten künftige Kriege in den Weltraum verlagern und Russland seine atomaren Zähne am Boden ziehen. Die Vision der Amerikaner: Eine Schlacht des Materials ohne Opfer auf der Erde. Schon nach wenigen Jahren war allerdings klar, dass ein solcher Schutzschild nicht bezahlbar und noch nicht einmal technisch machbar war. Jetzt nimmt Donald Trump also einen erneuten Anlauf auf genau dieses Ziel und setzt damit erklärtermaßen seinen US-amerikanischen Ego-Trip fort.

„Wenn man einmal damit anfängt, Systeme in den Weltraum zu bringen, hört man nie wieder damit auf. Dann bringen die Russen Systeme in den Weltraum, dann bringt China Systeme in den Weltraum, dann verbessern China und Russland ihre Fähigkeit, unsere weltraumgestützten Anlagen zu zerstören; also müssen wir bessere Mittel haben, um ihre Weltraum-Waffen zu zerstören.“

William Alberque in Newsweek

„Zuerst werden wir das Heimatland verteidigen“, zitiert Robert Soofer in einem Beitrag für den US-Thinktank Atlantic Council von der ersten Seite der nationalen Verteidigungsstrategie der Vereinigten Staaten (NDS) von 2022. Soofer war in der vorherigen Trump-Regierung als stellvertretender Verteidigungsminister für Atom- und Raketenabwehr zuständig und sieht jetzt offenbar die Zeit für seine Ideen gekommen. In einem Regierungspapier, aus dem Newsweek zitiert, beharrt Soofer darauf, dass die USA langfristig nur unzureichend geschützt seien gegen einen Angriff mit Langstreckenraketen aus Russland, China oder Nordkorea – ihm zufolge sei die Gefahr „real und wächst“, wie das Magazin schreibt.

Laut Newsweek-Autorin Ellie Cook biete Soofer „einen möglichen Plan für den designierten Präsidenten Donald Trump, um die amerikanische Version des gerühmten israelischen Iron-Dome-Systems zusammenzusetzen“. Allerdings scheint die Idee unausgegoren, weil die Fläche der USA gegenüber Israel einfach zu groß ist, um einen lückenlosen Schutz zu gewährleisten. Dennoch hält Soofer es für blauäugig, die Stärke der USA einzig und allein auf die Androhung von Vergeltungsschlägen zu bauen in der Hoffnung, dass sich Nordkorea, China oder Russland davon beeindrucken ließen. Zu diesem Schluss kommt er wohl auch mit Blick auf die anderen Atommächte.

Neue Atomdoktrin Putins: „Russland normalisiert einen gefährlichen Atomdiskurs“

„Russland normalisiert einen gefährlichen Atomdiskurs“, schreibt Heather Williams. Andere Analysten kritisieren schärfer, was den Ukraine-Krieg an rhetorischem Kanonendonner seit Monaten orchestriert: „Putin verstrickt sich in seinen eigenen roten Linien“, urteilt Peter Dickinson vom Thinktank Atlantic Council. Allerdings vermuten Wissenschaft und Militärs, dass der russische Diktator lediglich blufft. Einen handfesten Beleg für nimmermüde Drohgebärden hat der Thinktank Center for Strategic and International Studies (CSIS) vorgelegt: eine Datenbank mit öffentlichen Ankündigungen des nuklearen Armageddons.

Die Analystin Williams verweist auf eine Studie des CSIS von Anfang 2024, nach der russische Politiker in mehr als 200 Fällen im Zusammenhang mit dem Krieg in der Ukraine auf den Einsatz von Atomwaffen verwiesen hätten. Mit der Eskalation des Konflikts in der Ukraine hätten auch die Drohungen an Schärfe gewonnen. Zuletzt hatte Wladimir Putin auch noch seine Atomdoktrin überarbeitet – bereits die Partnerschaft eines russischen Gegners mit einer nuklearen Macht reiche demnach, um einen atomaren Erstschlag zu rechtfertigen.

Befürchtung in den USA: ein gemeinsamer nuklearer Erstschlag von China und Russland

Soofer sieht also Entschlossenheit geboten – in zweierlei Hinsicht. Der Professor an der Georgetown University sieht die USA einerseits bedroht durch den Angriff eines singulären Gegners, andererseits aber auch durch „einen gemeinsamen oder nahezu aufeinanderfolgenden entwaffnenden nuklearen Erstschlag Chinas und Russlands“, wie ihn Newsweek zitiert. „Angesichts des Ausbaus seiner Atomstreitkräfte durch China müssen sich Verteidigungsstrategen fragen, ob die US-Atomstreitkräfte ausreichen, um zwei Großmächte – möglicherweise gleichzeitig – unter allen Umständen abzuschrecken“, so Soofer.

Seine Idee sieht ein Anschub-Investment von drei Milliarden sowie jährlich bis zu fünf Milliarden Dollar für die Raketenabwehrbehörde zum Kauf von weltraumgestützten Abfangraketen sowie „directed-energy weapons“, also Laser-Kanonen vor. Wenn der Republikaner Donald Trump am 20. Januar ins Oval Office zurückkehrt, „ist die Welt ein gefährlicherer Ort als während seiner ersten Amtszeit“, schreibt Newsweek und lässt offen, wie das gemeint ist, auch Ronald Reagan zündete mit seinem SDI-Projekt den Rüstungs-Turbo.

„Zwei Wochen vor der Star-Wars-Rede hatte Reagan bei einer Ansprache vor konservativen Christen die Sowjetunion als ‚Reich des Bösen‘ gegeißelt – als ‚Zentrum des Bösen in der modernen Welt‘. Im Programm der Republikaner, mit dem Reagan 1980 gewählt wurde, war zu lesen, die USA müssten massiv aufrüsten. Wegen der aggressiven Sowjetunion seien die Gefahren für die USA größer als jemals zuvor“, schreibt Konrad Ege im Freitag.

Kritik an Weltraumrüstung in den USA: „Wenn man einmal damit anfängt, hört man nie wieder damit auf.“

Angesichts der diplomatischen Zurückhaltung Chinas und der geschätzt begrenzten Fähigkeiten Nordkoreas sowie der vermutlich überschätzten Kapazitäten Russlands hält auch Soofer die USA für zunächst gut aufgestellt: Demnach verfügten die USA derzeit über 44 Ground-Based Interceptors (GBIs) über das gesamte Land verteilt – 40 in Silos in Alaska, weitere vier auf dem Luftwaffenstützpunkt Vandenberg in Kalifornien, wie Newsweek berichtet. Bis 2028 wolle das Pentagon die 44 GBIs um 20 Next Generation Interceptors (NGI) erweitern. Ein GBI ist eine Abfangrakete, die aus einem Silo gestartet wird und die anfliegende Bedrohung in der Atmosphäre bekämpft. Die ergänzenden THAAD-Raketen (Terminal High Altitude Area Defense) werden von mobilen Werfern verschossen und wirken in geringeren Höhen.

Donald Trumps Kabinett: Liste voller skandalöser Überraschungen

Donald Trump im Weißen Haus
Donald Trump ist am 20. Januar 2025 als neuer Präsident ins Weiße Haus zurückgekehrt. Die Posten in seinem Kabinett sind alle verteilt. Wir stellen vor, wer Trump in die Regierung folgt. © Evan Vucci/dpa
 J.D. Vance wird Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus folgen.
J.D. Vance ist Donald Trump als Vizepräsident ins Weiße Haus gefolgt. Der 40 Jahre alte ehemalige Senator aus Ohio ist einer der jüngsten US-Vizepräsidenten aller Zeiten. Nach Washington DC hat Vance seine Ehefrau Usha Vance begleitet. Die 38 Jahre alte Anwältin ist die erste „Second Lady“ der USA mit indischen Wurzeln. Das Paar hat die für den Vizepräsidenten vorgesehenen Räumlichkeiten im „United States Naval Observatory“ nahe dem Weißen Haus bezogen. © Alex Brandon/dpa
Marco Rubio soll laut US-Medien in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernehmen.
Marco Rubio hat in der Regierung von Donald Trump das Amt des Außenministers übernommen. Der 53 Jahre alte Senator aus Florida ist der erste US-Außenminister mit lateinamerikanischen Wurzeln. Rubio trat 2016 gegen Trump bei den Vorwahlen der Republikaner an und musste sich von dem späteren US-Präsidenten als „totaler Witz“ mit einem Schweißproblem beschimpfen lassen. Doch statt sich zu wehren, schluckte der langjährige Senator die Beleidigungen und präsentierte sich als loyaler Anhänger Trumps. In der US-Außenpolitik stellte sich Rubio in der Vergangenheit an die Seite der Ukraine. © IMAGO/Michael Brochstein / SOPA Images
Scott Bessent soll unter Donald Trump den Job des Finanzministers übernehmen
Donald Trumps Nominierung für den Posten des Finanzministers wirkte geradezu langweilig. Scott Bessent übernahm den Job – gegen den Wunsch Elon Musks. Der hatte sich mehrfach gegen die Ernennung des Wall-Street-Experten ausgesprochen. Bessent gilt als international erfahrener Finanzexperte und soll Donald Trump bereits 2016 mehrere Millionen Dollar für den Wahlkampf gespendet haben. In seiner neuen Funktion wird Bessent zahlreiche Wahlversprechen Trumps umsetzen müssen, darunter unter anderem Steuersenkungen, neue Zölle gegen China und die Finanzierung von Projekten wie den geplanten Massenabschiebungen. © DREW ANGERER/AFP
Pete Hegseth soll Verteidigungsminister werden
Eine überraschende Wahl Donald Trumps war die Personalie des Verteidigungsministers. Pete Hegseth war acht Jahre lang als Moderator für Fox News tätig. Als Soldat diente Hegseth im Irak und in Afghanistan. Erfahrung in Regierungsarbeit bringt er aber nicht mit. Doch Hegseth dürfte sich die Nominierung durch Trump mit seiner langjährigen Loyalität verdient haben: Der zweifache Familienvater hält schon seit 2016 zu Trump, als viele den Milliardär noch als politische Witzfigur belächelten. © TERRY WYATT(AFP
Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen
Statt dem ursprünglich von Trump nominierten Matt Gaetz hat Pamela Jo Bondi, genannt Pam Bondi, den Job im Justizministerium bekommen. Die 59 Jahre alte Juristin war in ähnlicher Funktion auf bundesstaatlicher Ebene bereits in Florida tätig. 2013 stellte sie dort in dieser Funktion einen Betrugsprozess gegen die Trump University ein. 2016 unterstützte sie Trump im Vorwahlkampf der Republikaner. Er holte die Juristin drei Jahre später in sein Anwaltsteam, das ihn im ersten Amtsenthebungsverfahren vertrat.  © MANDEL NGAN/AFP
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner
Douglas James „Doug“ Burgum ist Mitglied der Republikaner und hat im Kabinett von Donald Trump den Posten des Innenministers übernommen. Von 2016 an war der ehemalige Unternehmer Gouverneur des Bundesstaates North Dakota.  © IMAGO/Ricky Fitchett
Brooke Rollins soll im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernehmen
Brooke Rollins hat im zweiten Kabinett Donald Trumps das Amt der Landwirtschaftsministerin übernommen. Die Anwältin stammt aus Texas und war bereits in der ersten Regierung Trumps tätig. Sie gilt als loyale Anhängerin des künftigen Präsidenten und als politische Vordenkerin konservativer Strategien. © MANDEL NGAN/AFP
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala
Howard Lutnick, hier im Jahr 2010 mit seiner Ehefrau bei einer Gala, ist Donald Trump als Handelsminister ins Weiße Haus gefolgt. Der Milliardär war stellvertretender Vorsitzender im Übergangsteam Trumps und regelmäßiger Gast in dessen Luxus-Resort Mar-a-Lago. Laut der New York Times war Lutnick lange Zeit als Mitglied der Demokraten registriert, lief nach der Machtübernahme Trumps im Jahr 2016 zu den Republikanern über. © IMAGO
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus
Lori Chavez-DeRemer war Abgeordnete im US-Repräsentantenhaus und ist unter Donald Trump Arbeitsministerin geworden. Die Personalie war innerhalb der Republikanischen Partei umstritten. Chavez-DeRemer unterhält enge Beziehungen zu mehreren Gewerkschaften in den USA und unterstützte während ihrer Amtszeit mehrere Gesetzentwürfe der Demokraten, darunter auch eine Amnestie für illegal Eingewanderte, die auf dem Arbeitsmarkt integriert sind. © IMAGO/Michael Brochstein
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy
Robert F. Kennedy Jr., Neffe des einstigen Präsidenten John F. Kennedy, hat sich in den vergangenen Jahren vor allem als Impf-Leugner und Verschwörungstheoretiker hervorgetan. Bei der US-Wahl 2024 trat RFK zunächst als unabhängiger Kandidat an, zog sich dann aber aus dem Rennen zurück und unterstützte die Kampagne Donald Trumps. Der versprach dem 70 Jahre alten Kennedy dafür eine herausragende Rolle bei der Gestaltung der Gesundheitspolitik – und nominierte ihn schließlich als US-Gesundheitsminister. © IMAGO/Robin Rayne
Scott Turner, ehemaliger NFL-Profi, soll unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung werden.
Scott Turner ist unter Donald Trump Minister für Wohnungsbau und Stadtentwicklung geworden. Der ehemalige Profi der American Football League gehörte bereits der ersten Administration Trumps an. Scott ist die erste Schwarze Person im Team des künftigen Präsidenten. Zu Scotts Aufgaben werden unter anderem Programme zur Förderung von erschwinglichem Wohnraum gehören, außerdem zur Unterstützung von Amerikanern mit geringem Einkommen, zur Verhinderung von Diskriminierung auf dem Markt und zur Förderung der Stadtentwicklung. © ANNA MONEYMAKER/AFP
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy
Sean Duffy, hier mit seiner Ehefrau Rachel Duffy, ist der neue Verkehrsminister in der Trump-Regierung. Duffy bringt politische Erfahrung als ehemaliger Kongressabgeordneter mit. Seine Nominierung durch Trump dürfte er aber vor allem seiner Präsenz bei Fox News verdanken. Neben zahlreichen Gastauftritten moderierte Duffy gut ein Jahr seine eigene Show namens „The Bottom Line“ auf dem Spartensender Fox Business Network. © IMAGO/Robert Deutsch
Chris Wright
Neuer Energieminister ist Chris Wright. Er soll Trump dabei helfen, Regulierungen abzubauen und so die Ausbeutung der Rohstoffe in den USA voranzutreiben. Trump hat es eigenen Aussagen zufolge vor allem auf Ölfelder in Alaska abgesehen. Burgums Aufgabe ist, als Energierminister Öl-Förderungen in dortigen Naturschutzgebieten zu ermöglichen. © Ting Shen/AFP
Linda McMahon. Die 76 Jahre alte Managerin ist die Ehefrau von Vince McMahon
Eine weitere Fernsehpersönlichkeit, die Donald Trump mit nach Washington DC gebracht hat, ist Linda McMahon. Die neue Bildungsministerin ist die Ehefrau von Vince McMahon. Gemeinsam mit ihrem Mann führte McMahon die Wrestling-Show WWE zu internationalem Erfolg. Das Vermögen des Ehepaars wird laut Forbes auf fast drei Milliarden Dollar geschätzt. Die McMahons gelten als spendenfreudige Unterstützer der Republikaner im Allgemeinen und Donald Trump im Speziellen. Was genau ihre Aufgaben sind, ist nicht ganz klar. Im Wahlkampf hatte Trump immer wieder angekündigt, das Bildungsministerium abschaffen zu wollen. © imago stock&people
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins
Der ehemalige Kongressabgeordnete Doug Collins hat unter Donald Trump den Posten des Ministers für Kriegsveteranen übernommen – ein wichtiger Posten in den USA, wo die Rolle der Umgang mit den eigenen Veteranen ein konstanter Streitpunkt ist. Collins gilt als loyaler Unterstützer Trumps und verteidigte auch dessen Behauptungen zum angeblichen Wahlbetrug in Georgia bei der US-Wahl 2020.  © IMAGO/Robin Rayne
Kristi Noem vor der US-Wahl
Kristi Noem berichtete vor der US-Wahl in einer Autobiografie davon, wie sie ihren Hund wegen Ungehorsams erschossen hatte. Damit löste die 52 Jahre alte Gouverneurin des Bundesstaates South Dakota eine Welle der Empörung aus – und hinderte Donald Trump wohl daran, sie zu seiner Vizepräsidentin zu machen. Dafür war die Republikanerin rund ein Jahr lang als Ministerin für innere Sicherheit Teil des Trump-Kabinetts tätig. Im März 2026 musste sie aber ihren Hut nehmen.  © Samantha Laurey/Imago
Senator des Bundesstaates Oklahoma Mullin
Trump bestimmte zugleich den Nachfolger von Noem: Markwayne Mullin führt mit Wirkung zum 31. März 2026 das für Einwanderungs- und Grenzschutzbehörden zuständige Ressort. Der Senator des Bundesstaates Oklahoma und sechsfache Vater aus dem Mittleren Westen gilt als bodenständig, konservativ und loyal zu Trump. Mullin wuchs auf einer Ranch auf, übernahm als junger Mann das Familienunternehmen, einen Sanitär- und Handwerksbetrieb, und baute es zu einer großen Firma aus. Bevor er in die Politik ging, kämpfte er außerdem als Mixed-Martial-Arts-Sportler und blieb laut eigenen Angaben in seiner kurzen Profikarriere ungeschlagen. Nun verfügt Trumps Kabinett über einen neuen Kämpfer.  © J. Scott Applewhite/dpa
Der 44 Jahre alte Lee Zeldin
Lee Zeldin ist neuer Direktor der Umweltschutzbehörde. Trump selbst glaubt nicht an den menschengemachten Klimawandel. Zeldins Aufgabe soll also weniger der Schutz der Umwelt sein. Stattdessen soll der Ex-Abgeordnete laut Trump „für faire und rasche Deregulierung sorgen“. Zeldin bedankte sich für den Posten bei seinem neuen Chef via X und kündigte an, „amerikanische Arbeitsplätze zurückzubringen“. © IMAGO/Matt Bishop/imageSPACE
Russel Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“.
Russell Vought nennt sich selbst einen „christlichen Nationalisten“. Erfahrungen hat er bereits als Regierungsbeamter in der ersten Administration von Donald Trump sammeln können. Vought war einer der Autoren des „Project 2025“ und gilt als Hardliner in Sachen Grenz- und Einwanderungspolitik. In der neuen Administration von Donald Trump hat er die Leitung des Büros für Management und Haushalt übernommen. © Michael Brochstein/imago
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten
Tulsi Gabbard war einst Abgeordnete der Demokraten und vertrat den Bundesstaat Hawaii von 2013 bis 2022 im Repräsentantenhaus. 2020 kandidierte sie bei den Vorwahlen der Demokrate. 2022 brach sie mit ihrer Partei und erklärte sich für unabhängig. In den Folgejahren näherte sie sich immer mehr den Republikanern an, bis sie sich vor der US-Wahl 2024 öffentlich für Donald Trump aussprach. Der dankte es der 43 Jahre alte Politikerin jetzt mit einem Amt in seinem Kabinett. Gabbard ist neue Direktorin der Geheimdienste. „Seit über zwei Jahrzehnten kämpft Tulsi Gabbard für unser Land und die Freiheiten aller Amerikaner“, sagte Donald Trump in einem Statement. © Marco Garcia/dpa
John ratcliffe
John Ratcliffe führt seit Ende Januar den Auslandsgeheimdienst der USA. Der ehemalige Kongressabgeordnete aus Texas gilt als enger Vertrauter von Trump. Ratcliffe war zuvor Co-Vorsitzender einer konservativen Denkfabrik. In der ersten Amtszeit des Republikaners war der neue CIA-Direktor als Geheimdienstkoordinator tätig. Die Demokraten warfen Ratcliffe damals unter anderem vor, seine Position für politische Zwecke zu missbrauchen. © Jemal Countess/AFP
Jamieson Greer
Jamieson Greer ist der neue US-Handelsbeauftragte – eine Schlüsselrolle angesichts von Trumps Vorliebe, hohe Zölle auf ausländische Produkte zu verhängen. Historisch habe der US-Handelsbeauftragte nicht im Rampenlicht der Öffentlichkeit gestanden, schreibt die „New York Times“. Unter Trump habe die Rolle aber erheblich an Bedeutung gewonnen.  © Imago
Kelly loeffler
Neue Direktorin der Mittelstandsbehörde ist Kelly Loeffler. Die frühere Senatorin verlor im Januar 2021 die Stichwahl um den Sitz im US-Senat – trotz massiver Unterstützung von Donald Trump. Loeffler ist seit 2004 mit Jeffrey Sprecher, dem Vorsitzenden der New York Stock Exchange, verheiratet. © Imago
Susie Wiles, Spitzname „Ice Lady“, wird unter Donald Trump Stabschefin im Weißen Haus
Ebenfalls dabei ist Susie Wiles. Die sogenannte „Ice Lady“ ist Donald Trumps Stabschefin im Weißen Haus und damit die erste Frau auf dieser Position. Die 67 Jahre alte Politikberaterin leitete den Wahlkampf Trumps bei der US-Wahl 2024. In ihrer neuen Funktion wird sie vor allem dafür zuständig sein, zu regeln, wer Zugang zum künftigen Präsidenten erhält. Doch Wiles hat auf einem wahren Schleudersitz Platz genommen. In seinen ersten vier Jahren Regierungszeit benötigte Trump ganze vier Stabschefs. © Alex Brandon/dpa
Elise Stefanik wird die Vereinigten Staaten von Amerika unter der zweiten Regierung von Donald Trump als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten
Elise Stefanik sollte die USA eigentlich als Botschafterin bei den Vereinten Nationen vertreten. Doch Donald Trump hat seine Nominierung Ende März überraschend zurückgezogen. Zur Begründung erklärte er, er wolle nicht riskieren, dass Stefaniks Mandat im Kongress bei einer Nachwahl an die Demokraten falle. Stefanik ist eine loyale Verbündete Trumps. 2014 war sie mit damals 30 Jahren die jüngste Frau, die ins Repräsentantenhaus gewählt wurde. Einst zählte sie zu den eher moderateren Mitgliedern der Partei. Davon kann jetzt keine Rede mehr sein.  © Annabelle Gordon/Imago

Darüber hinaus schützen sich die USA mittels des Aegis-Waffensystems – einem zentralisierten, automatisierten Befehls- und Waffenkontrollsystem, ursprünglich entwickelt für die Marine. Seinen eigenen Äußerungen zufolge hat Trump den „Iron Dome“ zur Chefsache erklärt. „Ich werde unser Militär anweisen, mit dem Bau des großen Raketenabwehrschildes Iron Dome zu beginnen, der vollständig in den USA hergestellt wird, ein Großteil davon direkt hier in Arizona“, hatte der Republikaner kurz vor Weihnachten während einer Kundgebung in dem US-Bundestaat versprochen.

William Alberque sieht das kritisch. Den Analysten des Thinktanks Henry L. Stimson Center und ehemaligen Direktor des Nato-Zentrums für Rüstungskontrolle, Abrüstung und Nichtverbreitung von Massenvernichtungswaffen zitiert Newsweek dahingehend, dass die Welt damit den unkontrollierten Rüstungswettlauf des Kalten Krieges wieder belebe. „Wenn man einmal damit anfängt, Systeme in den Weltraum zu bringen, hört man nie wieder damit auf“, sagte Alberque laut Newsweek. „Dann bringen die Russen Systeme in den Weltraum, dann bringt China Systeme in den Weltraum, dann verbessern China und Russland ihre Fähigkeit, unsere weltraumgestützten Anlagen zu zerstören; also müssen wir bessere Mittel haben, um ihre Weltraum-Waffen zu zerstören.“

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