Auch Maduro-Flugzeuge dabei

USA vor Iran-Schlag? Trump zieht Kampfjets in Wüste zusammen – brisante Experten-Einordnung zu Modellen

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US-Diplomaten treffen mit Verhandlern aus dem Iran zusammen. Donald Trump beordert aber bereits immer mehr Militär in die Region.

Der Termin steht. An diesem Freitag (6. Februar) treffen sich Delegationen der USA und des Iran zum direkten Austausch. „Atomgespräche mit den USA sind für Freitag um 10 Uhr in Maskat terminiert“, schrieb Irans Außenminister Abbas Araghtschi auf X und dankte dem Oman, der als Gastgeber fungiert. Wie die französische Nachrichtenagentur AFP berichtet, bestätigte ein hochrangiger Vertreter des Weißen Hauses Ort und Datum des Treffens.

Setzt er sie gegen den Iran ein? US-Präsident Donald Trump hat in der Region auch F-35-Kampfjets zur Verfügung. (Symbolbild)

Laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna wird Araghtschi Teherans Delegation anführen, der auch die Spitzendiplomaten Madschid Tacht-Rawantschi und Kasem Gharibabadi angehören. An der Spitze des US-Teams stehe Steve Witkoff, Sondergesandter von US-Präsident Donald Trump. Außerdem bestehe die Möglichkeit, dass auch Trump-Schwiegersohn Jared Kushner dabei sein werde. Das US-Duo hatte sich im vergangenen Jahr in Verhandlungen um den Frieden im Nahen Osten verdient gemacht, reiste auch gemeinsam für Gespräche über ein Ende des Ukraine-Kriegs nach Berlin.

Trump zieht Militär rund um Iran zusammen: Dutzende Flugzeuge und rund zwölf Kriegsschiffe

Unabhängig von den diplomatischen Bemühungen scheint sich Trump seit einigen Tagen im Hinblick auf den Iran aber auch auf alle Eventualitäten vorzubereiten. Immerhin war der Ton zwischen Teheran und Washington zuletzt rauer geworden, nachdem sich der US-Präsident im Angesicht der Protestwelle gegen das Mullah-Regime klar positioniert hatte.

Die Washington Post und die New York Times berichten darüber, wie das US-Militär seine Präsenz im Nahen Osten hochfährt. So wurden im vergangenen Monat Dutzende Flugzeuge und rund zwölf Kriegsschiffe in der Region zusammengezogen, wie es unter Berufung auf Beamte des Pentagon, Satellitenbilder und verfügbare Tracking-Daten in der Hauptstadt-Zeitung heißt.

Die 16 absurdesten Donald-Trump-Momente 2025

Trumps Gaza Video auf Großleinwänden bei einem Konzert der Band „Massive Attack“ auf dem Unaltrofestival in Italien
Im Februar postete Donald Trump ein KI-generiertes Video, das seine Zukunftsvision für den Gaza-Streifen zeigte. Darin zu sehen waren goldene Trump-Statuen und riesige Hoteltürme. Nach eigener Aussage wollte er das Gebiet zur „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Auch eine Vertreibung der lokalen Bevölkerung stand im Raum. Im Hintergrund lief ein KI-generierter Song mit dem Text „Trump-Gaza, Number one“. Auf dem Foto sieht man ein Konzert der Trump-kritischen Band „Massive Attack“, die das Video im Bühnenbild nutzte. © IMAGO / Alessandro Bremec
Flagge Grönlands im Wind
Seit Beginn seiner zweiten Amtszeit sprach Donald Trump immer wieder davon, Grönland zu US-Staatsgebiet zu machen. Im März sagte er über Dänemark: „Sie sagen, sie hätten Anrechte [auf Grönland]. Ich weiß nicht, ob das wahr ist. Aber ich denke nicht.“ Dass Grönland völkerrechtlich tatsächlich zu Dänemark gehört, schien dem US-Präsidenten egal zu sein. © IMAGO / Kristian Tuxen Ladegaard Berg
US-Präsident Trump sitzt an seinem Schreibtisch im Oval Office, neben ihm steht der 4-jährige Sohn von Elon Musk
Während einer Pressekonferenz im Oval Office flüsterte Elon Musks Sohn X Æ A-Xii dem US-Präsidenten Beleidigungen zu. In den Aufnahmen zu hören sind Sätze wie „Du bist nicht der Präsident. Du musst weggehen.“ oder „Ich möchte, dass du den Mund hältst.“ © IMAGO / CNP / AdMedia
Demonstrantin hält ein gelbes Schild mit einem Pinguin und dem Schriftzug „Don‘t tariff on me“
Am 02.04.2025 veröffentlichte Donald Trump seine Zollliste, die die Weltwirtschaft ins Chaos stürzte. Auf der Liste der sanktionierten Länder standen auch die Heard- und McDonald-Inseln. Erstens gehören sie zu Australien, bräuchten also gar keine eigene Zollregelung und zweitens leben auf ihnen quasi ausschließlich Pinguine. Daraufhin kam die Vermutung auf, Trump habe die Liste von ChatGPT erstellen lassen. Online machten Witze über sanktionierte Pinguine die Runde. © IMAGO / Carl Seibert
McMahon im Weißen Haus
So sehr Trump KI, bzw. AI auch liebt, so wenig Ahnung scheint seine Bildungsministerin Linda McMahon von der Technologie zu haben. Im April freute sie sich darüber, dass Kinder in der Schule zukünftig den Umgang mit „A.1.“ lernen sollen. Die Abkürzung AI schien ihr fremd zu sein. Vor ihrer Politik-Karriere managte McMahon bis 2009 zusammen mit ihrem Ehemann die Show-Wrestling-Liga WWE. © IMAGO / Bonnie Cash - Pool via CNP
Zwei Soldaten winken bei Trumps Militärparade aus einem Panzer, darüber ein gigantischer Monitor mit dem Logo der UFC
Zum 250-jährigen Bestehen der US Army ließ Trump eine Militärparade veranstalten. Zufälligerweise fiel sie exakt auf seinen Geburtstag am 14. Juni. Über den Panzern thronten riesige Werbeanzeigen der Hauptsponsoren – darunter die Kampfsport-Liga UFC und Coinbase, eine Handelsplattform für Kryptowährungen. © IMAGO / Tom Williams
US-Präsident Trump auf dem Dach des West Wings des Weißen Hauses
Große Verwirrung herrschte im August, als Trump einen Spaziergang auf dem Dach des Weißen Hauses machte. Mit Reportern unterhielt er sich über seine Pläne, das Gebäude umzubauen. Auf die Frage, was er noch alles bauen wolle, antwortete er scherzhaft „Atomraketen“. © IMAGO / Pool / ABACA
Hufeisenmagnet zieht mehrere Metallkugeln an, 3D-Illustration
In mehreren Reden stellte Donald Trump absurde Thesen über Magnete auf. Glaubt man dem US-Präsidenten, wisse niemand, was Magnete überhaupt seien. Außerdem würden sie ihre Funktion verlieren, wenn man Wasser auf sie schüttet. © IMAGO / Zoonar.com / Cigdem Simsek
Logo des neuen „Department of War“
Von einigen wird Trump als Friedenspräsident gefeiert. Immerhin habe er in der ersten Amtszeit keinen neuen Krieg angefangen. Doch ein Dekret des Präsidenten vom 5. September will nicht so recht in dieses Bild passen. Trump benannte das „Department of Defense“ (Verteidigungsministerium) kurzerhand in „Department of War“ (Kriegsministerium) um. Damit ist der ehemalige Fox News-Moderator Pete Hegseth nun offiziell „Kriegsminister“. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump spricht vor Kameras
Am 10. September wurde der Rechtsextreme und Trump-Vertraute Charlie Kirk ermordet. Donald Trump drückte sein Entsetzen aus, doch als er nur drei Tage nach dem Vorfall gefragt wurde, wie er mit dem Verlust umgehe, war von Trauer oder Empathie wenig zu spüren. Der US-Präsident beteuerte, dass es ihm „sehr gut“ gehe. Statt über Kirk zu sprechen, wechselte er abrupt das Thema und redete lieber darüber, wie großartig sein neuer Ballsaal werden würde. © IMAGO / ZUMA Press Wire
Armenische und albanische Flagge im Wind, Illustration
Bei einer Pressekonferenz im September redete Trump davon, zwischen „Aberbaidschan“ und Albanien vermittelt zu haben. Eigentlich meinte er Aserbaidschan und Armenien. Es war nicht das erste Mal, dass ihm dieser Fehler passierte. Insgesamt gibt es mindestens drei dokumentierte Fälle. Beim Gipfel der „Europäischen Politischen Gemeinschaft“ machte Albaniens Premier Edi Rama daraufhin Witze über die großartige Streitschlichtung zwischen seinem Land und Aserbaidschan. © iunewind / IMAGO
Bild eines weitgehend zerstörten Teils des East Wings am Weißen Haus während der Abrissarbeiten
Im Oktober rollten Bagger an und zerstörten den historischen East Wing des Weißen Hauses vollständig. Hier soll Trumps neuer Ballsaal entstehen. Weder wurde die Öffentlichkeit im Vorhinein über den Abriss informiert, noch gibt es für das Projekt eine Genehmigung der zuständigen Planungskommission. Finanziert wird es durch private Spenden, unter anderem von Amazon, Apple, Microsoft, Google und Meta. © IMAGO / Celal Gunes
Donald Trump
Ebenfalls im Oktober präsentierte Trump im Weißen Haus Modelle eines Triumphbogens für Washington. Er soll zum 250-jährigen Jubiläum der amerikanischen Unabhängigkeit errichtet werden. Das größte Exemplar gefalle ihm natürlich am besten. Schnell gaben Internet und Presse dem Projekt den Namen „Arc de Trump“. Kritiker sehen Parallelen zu den Machtbauten historischer Diktatoren, beispielsweise zu Napoleon oder zu Plänen für Hitlers „Welthauptstadt Germania“. So bezeichnet etwa „Der Standard“ Trump als „Möchtegern-Cäsar“. © Jim Lo Scalzo/Imago
Bild einer auf Papier gezeichneten Uhr
Donald Trump prahlte mit seinem guten Abschneiden bei einem IQ-Test. Der sei teilweise „wirklich schwierig“ gewesen. Übereinstimmenden Medienberichten zufolge handelte es sich jedoch um den Montreal-Cognitive-Assessment-Test – ein Demenztest, der im Rahmen einer Routineuntersuchung durchgeführt wurde. Aufgaben bestehen unter anderem darin, eine bestimmte Uhrzeit mit gezeichneten Uhrzeigern darzustellen oder ein Nashorn zu erkennen. © AndreyPopov / IMAGO
Links: Musiker Kenny Loggins während eines Auftritts. Rechts: US-Präsident Donald Trump inszeniert sich in einem KI generierten Video als Kampfjet-Pilot, der eine Krone trägt.
Als Reaktion auf die „No Kings“-Proteste postete Donald Trump ein KI-generiertes Video (rechts), das ihn mit einer Königskrone zeigt. In einem Kampfjet fliegt das KI-Abbild des Präsidenten über die Protestierenden und wirft Fäkalien auf diese ab. Im Hintergrund läuft der Song „Danger Zone“, den man aus dem Film „Top Gun“ kennt. Sänger Kenny Loggins (links) protestierte gegen die Nutzung seines Liedes. © Dave Alloca/imago/Truth Social (Screenshot)
US-Präsident Trump in Japan
Bei einem Besuch in Japan wirkte Donald Trump verwirrt. Geistesabwesend läuft er am Begrüßungskomitee vorbei. Premierministerin Sanae Takaichi muss den US-Präsidenten immer wieder auf den richtigen Weg führen. Am Ende kommen beide wieder bei ihrem Startpunkt an  © Mark Schiefelbein/dpa

Der Umfang sei zwar geringer als im Vorfeld der Angriffe auf die iranischen Atomanlagen im vergangenen Sommer, hätten aktuelle und ehemalige US-Beamte erklärt. Trump biete so aber dennoch „eine glaubwürdige militärische Drohung“, die in den kommenden Tagen noch ausgeweitet werden dürfte.

F-35-Jets nahe Iran stationiert: Plant Trump erneut Luftangriff?

Am 26. Januar sei der Flugzeugträger USS Abraham Lincoln, begleitet von drei Lenkwaffenzerstörern, eingelaufen und befinde sich im Arabischen Meer. Die Zerstörer führen demnach Luftverteidigungssysteme und Dutzende Raketen wie Tomahawks mit. Mindestens acht weitere US-Kriegsschiffe würden sich in der Region befinden, darunter mindestens zwei Lenkwaffenzerstörer nahe der Straße von Hormus – also zwischen dem Iran und dem Oman.

Die Times schreibt, Tracking-Daten hätten offenbart, wie ein Osprey-Versorgungsflugzeug in dieser Woche wiederholt vom Arabischen Meer in den Oman geflogen sei. Satellitenbilder hätten am 30. Januar drei dieser Flugzeuge am an der Küste gelegenen Airport Duqm im Oman gezeigt.

Aktuell im Arabischen Meer im Einsatz: Die USS Abraham Lincoln wurde von US-Präsident Donald Trump für alle Eventualitäten in die Region beordert. (Archivbild)

An Bord der Lincoln sollen sich F-35-Jets und EA-18G Growler befinden. Letztere werden zur elektronischen Kampfführung eingesetzt, um Radarsysteme zu stören und die Kommunikation zu unterbrechen. Laut dem Post-Artikel schätzt Gregory Brew, Iran-Analyst des Beratungsunternehmens Eurasia Group, dass die Growler nützlich wären, wenn die USA in iranischen Luftraum eindringen und Ziele im Landesinneren angreifen wollen. Die Stationierung der F-35-Jets ließen demnach vermuten, dass Washington „in größerem Umfang im iranischen Luftraum operieren“ wolle.

Trump contra Iran: Jets und Transportflugzeuge sind in der Region

Zudem seien seit Trumps Aufruf an die Demonstranten, die Proteste fortzusetzen, mehr als drei Dutzend Flugzeuge – darunter Kampfjets –, Drohnen und Transportflugzeuge in der Region gelandet. Die meisten befinden sich demnach auf dem Luftwaffenstützpunkt al-Udeid in Katar.

Auf der Muwaffaq Salti Air Base in Jordanien seien am 25. Januar mindestens ein Dutzend F-15E-Jets und neun A-10C Thunderbolt II, die zum Schutz der Bodentruppen eingesetzt werden, zu sehen gewesen. Bei den F-15 handele es sich um Flugzeuge aus dem Geschwader, das im Juni im Krieg zwischen Israel und dem Iran kämpfte, heißt es unter Berufung auf Nicole Grajewski, Assistenzprofessorin an der Pariser Universität Sciences Po.

Werden zur elektronischen Kampfführung genutzt: Auch EA-18G Growler sollen sich an Bord der USS Abraham Lincoln befinden. (Archivbild)

Auch zwei HC-130J-Combat-King-Transportflugzeuge, die für Such- und Rettungsaktionen in umkämpften Gebieten genutzt werden, hätten sich in der letzten Januar-Woche auf den Weg in Richtung des jordanischen Stützpunktes begeben. Im Sinkflug schalteten sie ihre Ortungssignale ab.

Greift Trump den Iran an? Langstreckenbomber in USA in erhöhter Alarmbereitschaft

Die Stationierung dieser Art von Maschinen kann laut Experten als Indiz dafür angesehen werden, dass sich das Pentagon auf Operationen einstellt, bei denen Piloten oder Spezialeinheiten aus feindlichem Gebiet gerettet werden müssen. Solche Flugzeuge und Hubschrauber seien vor der Operation zur Gefangennahme von Ecuadors Machthaber Nicolás Maduro in die Karibik verlegt worden.

Auf dem Stützpunkt in Jordanien sollen am Montag (2. Februar) auf Satellitenaufnahmen auch mindestens eine MQ-9 Reaper-Drohne und mehrere Mehrzweckhubschrauber aufgetaucht sein. Das Drohnen-Modell wird sowohl zu Angriffen als auch zur Aufklärung eingesetzt.

Insgesamt sollen sich laut der Times zwischen 30.000 und 40.000 US-Militäreinheiten in der Region befinden. Den Beamten zufolge hat Trump jedoch weder Militäraktionen autorisiert noch sich zwischen den verschiedenen vorgelegten Optionen des Pentagon entschieden. Er sei weiter offen für eine diplomatische Lösung.

Dass sich der impulsive Republikaner aber auch schnell umentscheiden kann, musste der Iran bereits im vergangenen Jahr miterleben. In den USA stationierte Langstreckenbomber, die Ziele im Iran angreifen können, seien jedenfalls in erhöhter Alarmbereitschaft. (Quellen: X, AFP, Isna, Washington Post, New York Times) (mg)

Rubriklistenbild: © Tom Reynolds/LOCKHEED MARTIN AERONAUTICS/dpa, SAUL LOEB / AFP

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