„Einladend für Russland“

Trump und die NATO-Ostflanke: Bericht enthüllt prekären US-Plan

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Rumäniens Verteidigungsministerium bestätigt: Die USA verkleinern ihr Truppenkontingent an der NATO-Ostflanke. Eine bedenkliche Nachricht für das Bündnis.

Bukarest/Washington D.C. – Es sind beunruhigende Nachrichten, die aufhorchen lassen: Die USA unter Donald Trump planen, einen Teil ihrer Soldaten von der NATO-Ostflanke in Rumänien abzuziehen. „Rumänien und die Alliierten wurden über die Entscheidung der Vereinigten Staaten informiert, die Stärke der amerikanischen Truppen in Europa zu reduzieren“, heißt es in einer Mitteilung des rumänischen Verteidigungsministeriums vom Mittwochmorgen (29. Oktober).

Trump ordnet wohl den Truppenabzug der US-Soldaten aus Rumänien an.

Wie viele Soldaten genau abgezogen werden, ist noch nicht bekannt. Aktuell sind aber im Land rund 1.700 US-Soldaten stationiert. Hintergrund der Entscheidung sei die „Neubewertung der globalen Ausrichtung der US-Streitkräfte“. Betroffen seien die Rotationsbrigade-Einheiten im Land, die auf „Mihail Kogălniceanu“ (MK) stationiert sind.

Rolle der USA für NATO-Ostflanke: Ohne Trumps Truppen Artikel 5 in Gefahr

Um die Tragweite dieser Entscheidung zu verstehen, muss man die fundamentale Bedeutung der amerikanischen Militärpräsenz für die europäische Sicherheit betrachten. Die USA bilden das militärische Rückgrat der NATO-Ostflanke und stellen derzeit laut dem Europa-Kommando der US-Streitkräfte etwa 78.000 amerikanische Soldaten in Europa. Ihre Präsenz ist für die Glaubwürdigkeit von NATO-Artikel 5 entscheidend, da besonders die baltischen Staaten und Polen auf die amerikanische Sicherheitsgarantie angewiesen sind.

Artikel 5 der NATO

Artikel 5 ist das Herzstück der NATO und besagt, dass ein bewaffneter Angriff gegen ein Mitgliedsland als Angriff gegen alle NATO-Staaten betrachtet wird - nach dem Prinzip „einer für alle, alle für einen“. Die Beistandspflicht wird jedoch nicht automatisch ausgelöst, sondern muss vom Nordatlantikrat einstimmig beschlossen werden, wobei jedes Land selbst entscheidet, welche Art von Hilfe es leistet. Artikel 5 wurde in der NATO-Geschichte nur einmal aktiviert: nach den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gegen die USA.

Dabei verfügen die USA als einzige Nation über die logistischen Kapazitäten, binnen Tagen schweres Gerät und hunderttausende Soldaten an die NATO-Ostfront zu verlegen. Diese einzigartige Fähigkeit zur schnellen Truppenverlegung macht sie zum unverzichtbaren Anker der europäischen Verteidigungsarchitektur.

Expertin warnt vor „Zusammenbruch der NATO-Ostflanke“ bei US-Truppenabzug

Die Bedeutung der amerikanischen Präsenz wird durch Experteneinschätzungen unterstrichen: Ein möglicher US-Rückzug würde laut Julie Smith, der ehemaligen US-Botschafterin bei der NATO, zum „Zusammenbruch der gesamten NATO-Ostflanke“ führen, da andere Verbündete es als zu riskant erachten könnten, ihre Truppen ohne amerikanische Rückendeckung dort zu belassen. Die amerikanische Militärpräsenz fungiert somit als „Vorne-Verteidigung“, die sowohl Europa als auch die USA selbst schützt, so Smith gegenüber dem Economist im Februar.

Deutschland nicht in den Top 3: Die Nato-Länder mit den größten Truppenstärken

Nato-Übung „Arctic Defender 2024“
Die Nato ist das größte militärische Verteidigungsbündnis der Welt. Der Nordatlantikpakt („North Atlantic Treaty Organization“) soll die territoriale Souveränität der Mitgliedsstaaten sichern und im Kriegsfall verteidigen. Dafür gibt es die Beistandsklausel im Gründungsvertrag der Nato. Die Truppenstärke aller Nato-Länder zusammengerechnet umfasste 2025 nach vorläufigen Zahlen rund 3,4 Millionen Soldaten und Soldatinnen.  © Kay Nietfeld/dpa
US-Armee Nato
Dem „Global Firepower Index“ zufolge stellen die USA mit rund 1,328 Millionen Soldatinnen und Soldaten die größte Nato-Truppe. Im Kampfeinsatz vertraut die US-Armee auch auf den Chinook-Hubschrauber. Der CH-47 ist bekannt für seine Fähigkeit, schweres Material und Personal in unwegsames Gelände zu transportieren. Im Bild ist eine gemeinsame Übung von Südkorea und den USA in Yeoncheon zu sehen. © Jung Yeon-Je/AFP
Militär Türkei
Das zweitgrößte Militär der Nato-Mitgliedstaaten kommt aus der Türkei (Truppenstärke: 355.200). Die Armee gilt als eine der stärksten der Welt. Anhand von mehr als 60 Einzelfaktoren analysieren die Fachleute von „Global Firepower Index“ die militärische Gesamtstärke der Armeen. Türkei, die seit 1952 Mitglied der Nato ist, belegt hier unter 145 Armeen den neunten Platz. © Tunahan Turhan/Imago
Polnische Armee
In der Nato-Rangliste der Truppenstärke liegt Polen auf Platz drei. Die polnischen Streitkräfte verfügen über 202.100 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte sind seit 2010 eine Berufsarmee und gliedern sich wie folgt: Heer, Marine, Luftwaffe, Spezialkräfte, Territorialverteidigung (Freiwilligenmiliz). © Radek Pietruszka/dpa
Frankreich Macron
Platz vier in der Nato-Rangliste belegt Frankreich (Truppenstärke: 200.000). Frankreich ist seit dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs die einzige Atommacht in der Europäischen Union. Der französische Staatspräsident ist Oberbefehlshaber der Streitkräfte und die einzige Person, die einen nuklearen Angriff befehlen kann. Hier hält Präsident Emmanuel Macron (Mitte) eine Rede vor zwei Kampfjets vom Typ Dassault Mirage 2000 (links) und vom Typ Dassault Rafale (rechts). © Ludovic Marin/AFP
Britische Armee bei einer Übung in Finnland
Die Streitkräfte des Vereinigten Königreichs gliedern sich in drei Teilstreitkräfte und umfassen ungefähr 184.860 Soldatinnen und Soldaten. Bei einer Übung in der Nähe von Rovaniemi am Polarkreis testet die Armee hier die mobile Haubitze Archer.  © Ben Birchall/dpa
Pistorius-Besuch in Litauen
Auf Platz sechs in der Nato-Rangliste liegt die Bundesrepublik Deutschland. Die Bundeswehr umfasst das Heer, die Luftwaffe, die Marine, den Cyber- und Informationsraum, sowie den Unterstützungsbereich. Aktuell gibt es rund 181.600 aktive Soldatinnen und Soldaten in Uniform. Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD, rechts) erlebt die Fähigkeiten eines Leopard-2-Panzers auch schon mal aus nächster Nähe. © Alexander Welscher/dpa
Tag der italienischen Streitkräfte 2021
Die italienische Kunstflugstaffel „Frecce Tricolori“ fliegt am Tag der italienischen Streitkräfte über das Denkmal des Unbekannten Soldaten hinweg. Mit einer Truppenstärke von 165.500 Soldatinnen und Soldaten belegt Italien in der Nato-Rangliste den siebten Platz.  © Giuseppe Lami/dpa
Griechenland Militär
Kampfjets, Kriegsschiffe, Drohnenabwehrsysteme: Griechenland rüstet auf. Die Regierung will Milliarden investieren, um ihr Militär stärker zu machen als je zuvor. Aktuell verfügen die griechischen Streitkräfte (hier bei einer Militärparade in Athen) über eine Truppenstärke von 142.700 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Kostas Galanis/Imago
Luftlandeübung Swift Response
Noch eine weitere Armee der Nato verfügt über mehr als 100.000 aktive Soldatinnen und Soldaten: Spanien (Truppenstärke: 133.282). Allerdings ist das Land weit davon entfernt, das Zwei-Prozent-Ziel der Nato zu erreichen: Mit knapp 1,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes ist Spanien sogar Schlusslicht in der Nato.  © Kay Nietfeld/dpa
Air Police Übung der Nato in Rumänien
Ein Kampfflugzeug vom Typ F-16 der rumänischen Luftwaffe steht auf dem rumänischen Luftwaffenstützpunkt in Borcea. Rumänien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz zehn (Truppenstärke: 81.300).  © Kathrin Lauer/dpa
Kanada - Snowbirds bei Flugtag
Kanada verfügt über rund 68.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. In Canadian Army, Royal Canadian Navy und Royal Canadian Air Force dienen nur Freiwillige. Die Kunstflugstaffel der Air Force ist unter dem Namen „Snowbirds“ bekannt. Die Schneevögel sind ein Symbol Kanadas. © Patrick Doyle/dpa
Ungarn Militär
Die H225M Caracal ist ein taktischer Mehrzweck- und Transporthubschrauber mit großer Reichweite. Benutzt wird er unter anderem von Ungarn (Truppenstärke: 41.600).  © Sergey Kohl/Imago
Abschluss der Nato-Übung Quadriga 2024
Niederländische Kräfte nehmen an der Quadriga-Übung 2024 teil. Die Niederlande liegt auf Platz 13 der Nato-Rangliste (Truppenstärke: 41.380). Die Regierung will die Stärke der nationalen Streitkräfte allerdings deutlich erhöhen. © Kay Nietfeld/dpa
Bulgarien Militär
Seit 2004 ist Bulgarien Nato-Mitglied. Die bulgarischen Streitkräfte bestehen aus den Teilstreitkräften Heer, Marine, Luftstreitkräfte. Derzeit umfasst das Militär in Bulgarien etwa 37.000 Frauen und Männern. © Vassil Donev/dpa
Kriegsende-Gedenken - Tschechien
Flugzeuge hinterlassen am Himmel farbige Spuren in den Nationalfarben Tschechiens anlässlich der Feierlichkeiten zum Tag des Sieges über Nazi-Deutschland im Zweiten Weltkrieg. Tschechien verfügt über 28.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Kamaryt Michal/dpa
Belgische Kronprinzessin schwitzt beim Militär-Sommercamp
Die Streitkräfte aus Belgien untergliedern sich in Heer, Marine, Luftstreitkräfte und medizinisches Korps. Es gibt rein niederländisch- und rein französischsprachige Einheiten. Im Jahr 2022 trainierte auch die belgische Kronprinzessin Elisabeth (2. von rechts) in einem Bootcamp der Königlichen Militärschule ihre Führungsqualitäten. Belgien liegt in der Nato-Rangliste auf Platz 16 (Truppenstärke: 25.000). © Erwin Ceupp/dpa
Schwedische Nato-Truppen in Lettland stationiert
Die schwedischen Streitkräfte bestehen aus den vier Teilstreitkräften: Heer, Marine, Luftstreitkräfte, Heimwehr. Seit dem 7. März 2024 ist Schweden (Truppenstärke: 24.400) das 32. Mitglied der Nato. © Alexander Welscher/dpa
80. Jahrestag der Schlacht von Arnheim
Fallschirmjäger aus acht Nato-Mitgliedsländern (Deutschland, Griechenland, Niederlande, Polen, Portugal, Spanien, Vereinigtes Königreich und USA) springen hier zum Gedenken an den Jahrestag der Schlacht von Arnheim auf der Ginkelschen Heide ab. Portugals Truppenstärke beträgt 24.000 Frauen und Männer.  © Ben Birchall/dpa
Raketensschiff Pori der finnischen Marine
Das Raketensschiff Pori der finnischen Marine bricht vom Suomenlinna-Pier in Helsinki zur Nato-Operation „Enhanced Vigilance Activity“ in der Ostsee auf. Auch Finnland verfügt über 24.000 aktiven Soldatinnen und Soldaten. © Vesa Moilanen/dpa
Militärübung „Nordic Response“ in Norwegen
Norwegische Soldaten sitzen während der Militärübung „Nordic Response 24“ auf Schneemobilen. Die Streitkräfte bestehen aus dem Heer, der Marine, der Luftwaffe und der milizartig organisierten Heimwehr. Mit einer Truppenstärke von 23.250 Frauen und Männer belegt Norwegen Platz 20 in der Nato-Rangliste. © Jouni Porsanger/dpa
Deutsche Brigade in Litauen
Litauische Soldaten legen nach einem Schießtraining bei Rudninkai in dem Areal, wo die deutsche Brigade in Litauen stationiert werden soll, eine Pause ein. Die Truppenstärke von Litauen beträgt 23.000 Frauen und Männer. © Kay Nietfeld/dpa
The Royal Life Guards
Rekruten der Royal Life Guards aus Dänemark überqueren auf dem Truppenübungsplatz Kulsbjerg bei Vordingborg das Wasser. Dänemarks Militär verfügt derzeit über etwa 20.000 aktive Soldatinnen und Soldaten. © Mads Claus Rasmussen/Imago
Luftwaffe bildet slowakische Soldaten an Flugabwehrsystem aus
Slowakische Soldaten trainieren an einem Flugabwehrsystem. Seit 2004 ist die Slowakei Mitglied der Nato. Die Truppenstärke des Militärs beträgt 19.500 Frauen und Männer. © Marcus Brandt/dpa
Lettland Militär Parade
imago80894560.jpg © Victor Lisitsyn/Imago
Militärmanöver in Kroatien
Kroatien verfügt über 14.325 aktive Soldatinnen und Soldaten. Die Streitkräfte werden umgangssprachlich meist als „Hrvatska vojska“ (Kroatische Armee) bezeichnet. Kroatien ist seit April 2009 Mitglied der Nato. © dpa
Mazedonien Namensänderung
Die Armee der Republik Nordmazedonien (Truppenstärke: 9000) gliedert sich in ein Heer mit angeschlossenen Luftstreitkräften (Heeresflieger). Aufgrund der Binnenlage des Landes gibt es keine eigenständige Marine.  © Dragan Perkovksi/dpa
Kaja Kallas
Am 15. Mai 2024 besuchte die damalige estnische Premierministerin Kaja Kallas die gemeinsame Übung „Spring Storm“ der estnischen Streitkräfte (Truppenstärke: 7700) und der alliierten Nato-Streitkräfte in Pärnu. © Jussi Nukari/Imago
Slowenien
Sloweniens Truppenstärke beträgt 7300 Frauen und Männer. Die Streitkräfte unterstehen dem Verteidigungsministerium. Die für den Schutz der 46 Kilometer langen Adriaküste zuständige Marine und die Luftstreitkräfte sind keine selbständigen Teilstreitkräfte. © Zeljko Stevanic/Imago
Albanien
Seit 2010 hat Albanien eine Berufsarmee. Sie besteht derzeit aus 6600 aktiven Soldatinnen und Soldaten. Das Joint Force Command bildet ein Hauptquartier, dem die drei Teilstreitkräfte Heer, Luftwaffe und Marine unterstehen. © Imago
Montenegro
Die seit 2006 aufgebauten Streitkräfte von Montenegro umfassen 2350 Frauen und Männer und gelten heute als eine funktionierende Kleinarmee in Europa. Montenegro ist seit Juni 2017 Mitglied der Nato. © Imago
Luxwemburg
Die Armee Luxemburgs umfasst die Streitkräfte des Großherzogtums Luxemburg. Sie besitzt eine leichtbewaffnete, Freiwilligenarmee (Truppenstärke: 1000). Die luxemburgische Armee ist in ein Infanteriebataillon mit zwei Aufklärungskompanien gegliedert. Mit einer dieser beiden Kompanien beteiligt sich Luxemburg am Eurokorps. © Berit Kessler7Imago
Eurofighter über Island. (Archivbild)
Ein Eurofighter fliegt bei der Übung „Rapid Viking 2023“ über Island. Der hohe Norden gewinnt zunehmend an geopolitischer Bedeutung. Nato-Mitglied Island selbst verfügt über keine eigene Armee. © Britta Pedersen

Der geplante Abzug aus Rumänien ist jedoch nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil einer größeren strategischen Wende. Die Rotationsbrigade-Einheiten der USA sind eigentlich Teil einer umfassenden NATO-Strategie zur Stärkung der Ostflanke des Bündnisses, die sich seit dem Ukraine-Krieg 2022 erheblich intensiviert hat. Die nun angekündigte Reduzierung der US-Streitkräfte ist eine Folge der im Februar verkündeten neuen Prioritäten der US-Regierung.

Neuausrichtung der US-Streitkräfte inmitten der Verhandlungen mit Putin zum Ukraine-Krieg

Besonders brisant ist aber der Zeitpunkt der Entscheidung: Sie kommt, während die Friedensverhandlungen zum Ende des Ukraine-Kriegs weiterhin nicht vorankommen und Russland unter Wladimir Putin immer häufiger in den Luftraum der NATO eindringt, auch in Rumänien. Bereits am Dienstag (28. Oktober), vor der öffentlichen Bestätigung des rumänischen Verteidigungsministeriums, gab es Spekulationen über die Zukunft der US-Soldaten in Europa. Denn laut der Kyiv Post gab es auch interne Diskussionen über Truppen-Kürzungen in Polen. Die endgültige Entscheidung betraf jedoch nur Rumänien, teilte eine anonyme Quelle mit dem Medium.

Laut Quellen hängen die Kürzungen damit zusammen, dass die USA ihre Ressourcen auf die westliche Hemisphäre konzentrieren wollen, um China im Pazifik besser entgegentreten zu können. Diese strategische Neuausrichtung erfolgt vor dem Hintergrund der Taiwan-Frage, die im Zentrum der amerikanisch-chinesischen Rivalität steht und bei Trumps Treffen mit Xi Jinping am Donnerstag (30. Oktober) eine entscheidende Rolle spielen dürfte.

Kritik und Unsicherheit bei NATO-Verbündeten: Abzug der US-Truppen Signal an Putin

Die Reaktionen auf Trumps Pläne fallen entsprechend kritisch aus. Ein ehemaliger rumänischer Militärbeamter bezeichnete die Entscheidung gegenüber der Kyiv Post als „schwer verständlich“, insbesondere angesichts der Tatsache, dass die derzeitige militärische Präsenz der USA in Europa – etwa 80.000 Soldaten – historisch gesehen bescheiden sei. Außerdem bleibt die Frage, ob die USA nach Rumänien auch in Polen ihre Militärpräsenz verringern werden.

Jede Reduzierung in unserer Region wird von Russland als einladend empfunden.

Justyna Gotkowska, stellvertretende Direktorin des Zentrums für Oststudien (OSW) 

Diese Unsicherheit wird durch Trumps wechselhafte Kommunikation verstärkt: Zwar hat Trump erst vor kurzem bei einem Treffen mit Polens neuem Präsidenten Karol Nawrocki garantiert, dass die US-Truppen in Polen nicht reduziert würden, aber in der Vergangenheit änderte Trump des Öfteren schnell seine Meinung. Die stellvertretende Direktorin des Zentrums für Oststudien (OSW) Justyna Gotkowska unterstrich die Bedeutung von Trumps Zusicherung, merkte jedoch an, dass weiterhin Bedenken hinsichtlich der US-Präsenz in Europa bestünden.

Ihre Warnung bringt die Sorgen der osteuropäischen NATO-Partner auf den Punkt: „Jede Reduzierung in unserer Region wird von Russland als einladend empfunden“, sagte Gotkowska am Dienstag (28. Oktober) einer Gruppe von Reportern bei einer Gesprächsrunde in der polnischen Botschaft in Washington und betonte den entscheidenden „Abschreckungswert“ der US-Militärpräsenz an der nordöstlichen Flanke. (Quellen: Eigene Recherche, Kyiv Post, Economist) (bg)

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