Trump ordnet wieder Atomwaffen-Tests an – „Ich hatte keine Wahl“
VonJan-Frederik Wendt
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US-Präsident Trump und Pekings Machthaber Xi treffen zusammen – vor den Gesprächen macht Trump eine weitreichende Ankündigung.
Update, 30. Oktober, 6.26 Uhr: Die Ankündigung kam kurz vor dem Treffen mit Chinas Staatschef Xi Jinping: US-Präsident Donald Trump hat die „unverzügliche“ Wiederaufnahme von US-Atomwaffentests angeordnet. Trump begründete den Schritt in seinem Onlinedienst Truth Social mit den Testprogrammen anderer Länder. Er habe das von ihm mittlerweile als „Kriegsministerium“ bezeichnete Verteidigungsministerium daher angewiesen, mit Tests der US-Atomwaffen auf gleicher Basis zu beginnen, schrieb Trump.
Vor Treffen mit Xi stellt Trump niedrigere Zölle in Aussicht – unter einer Bedingung
Erstmeldung: Busan/Seoul/Andelsbuch – US-Präsident Donald Trump hofft vor seinem Treffen mit dem chinesischen Staatschef Xi Jinping auf eine Einigung im Handelsstreit mit China. Das berichtete Ntv. „Die Beziehungen zu China sind sehr gut. Ich denke also, dass wir ein sehr gutes Ergebnis für unser Land und für die Welt erzielen werden“, sagte Trump an Bord des Präsidentenflugzeugs Air Force One. Der Republikaner stellte eine Senkung der US-Zölle auf chinesische Waren in Aussicht. Als Gegenleistung forderte er von Xi, die Ausfuhr von Vorprodukten für das Opioid Fentanyl einzudämmen.
„Ich glaube, dass sie uns helfen werden bei der Fentanyl-Situation“, sagte Trump vor Journalisten. Dafür werde China mit den US-Strafverfolgungsbehörden zusammenarbeiten. Zuvor hatte das Wall Street Journal unter Berufung auf Insider berichtet, dass sich die chinesische Regierung zu strengeren Exportkontrollen für Chemikalien verpflichten könnte, aus denen die Droge Fentanyl hergestellt wird.
Trump macht China mitschuldig für Krise in USA – Treffen mit Xi bestätigt
Trump hatte in der Vergangenheit immer wieder behauptet, dass China mitschuldig für die Fentanyl-Krise in den USA sei. Bei Fentanyl handelt es sich um ein synthetisches Opioid, das schnell abhängig macht und eine deutliche stärkere Wirkung als Heroin besitzt. Laut US-Angaben können bereits wenige Milligramm Fentanyl tödlich sein.
Mittlerweile hat China das Treffen zwischen Xi und Trump am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (APEC) in Südkorea bestätigt. „Wie zwischen China und den USA vereinbart, wird Präsident Xi Jinping in Busan mit Präsident Donald Trump zusammentreffen“, erklärte ein Sprecher des chinesischen Außenministeriums am Mittwoch (29. Oktober). Vorgesehen sei ein Austausch „über bilaterale Beziehungen und Fragen von gemeinsamem Interesse“.
Die beiden Staatsoberhäupter würden ausführliche Gespräche über „wichtige Themen“ führen, sagte der Sprecher. Peking sei „bereit, mit der US-Seite zusammenzuarbeiten, um sicherzustellen, dass dieses Treffen positive Ergebnisse bringt, neue Leitlinien liefert und der stabilen Entwicklung der chinesisch-amerikanischen Beziehungen neue Impulse verleiht“.
Werden Trump und Xi über Taiwan sprechen? China veröffentlicht Propaganda-Videos
Ob Trump und Xi auch über Taiwan sprechen werden, ist laut Trump nicht sicher. Vor dem Treffen hat China Videos von Kampfübungen veröffentlicht. Taiwan bezeichnete diesen Schritt als Propaganda. China betrachtet Taiwan als abtrünnige Provinz, die wieder mit dem chinesischen Festland vereinigt werden soll – notfalls mit militärischer Gewalt.
Kurz vor Trumps Ankunft in Südkorea stellte sich heraus, dass Nordkorea am Dienstag (28. Oktober) einen atomwaffenfähigen Marschflugkörper getestet hat. Trump sprach dem Test keine Bedeutung zu. Bei den Gesprächen zwischen Trump und dem südkoreanischen Präsidenten Lee Jae Myung soll es hauptsächlich um das stockende Handelsabkommen zwischen den USA und Südkorea gehen.
Trump war am Mittwoch im Rahmen seiner Asienreise in Südkorea eingetroffen, wo er am APEC-Gipfel teilnimmt. Während seiner Reise sprach er vor Journalisten erneut über eine dritte Amtszeit als US-Präsident. Vor seiner Ankunft in Südkorea war der US-Präsident in Japan und Malaysia unterwegs. Besonders ein Auftritt in Japan führte zu Gerüchten über Trumps Gesundheitszustand. (Quellen: AFP, NTV)