Dutzende Kampfjets vor Ort

US-Angriffsplan gegen Iran: Zweiter Flugzeugträger erreicht Mittelmeer – massive Truppenverstärkung

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Die amerikanisch-iranischen Gespräche sind in einer Sackgasse. Ein US-Angriff wird immer wahrscheinlicher: Der zweite Flugzeugträger nähert sich dem Nahen Osten.

Update, 15:20 Uhr: Wegen der Gefahr einer Eskalation zwischen den USA und dem Iran hat das Auswärtige Amt Sicherheitshinweise und die seit November 2022 bestehende Ausreiseaufforderung an Deutsche in dem Land bekräftigt. Ein Sprecher des Ministeriums in Berlin forderte deutsche Staatsangehörige nachdrücklich auf, den Iran zu verlassen.

„Es bestehen, wenngleich eingeschränkt, auch weiterhin kommerzielle Verbindungen, Flugverbindungen aus dem Iran in umliegende Länder und auch auf dem Landweg ist weiterhin eine Ausreise möglich“, sagte er. Im Falle einer wie auch immer gearteten Eskalation könne konsularische Hilfe nicht garantiert werden. Noch sei in dem Land eine mittlere dreistellige Zahl Deutscher in der Krisenvorsorgeliste Elefand registriert.

Update vom 20. Februar, 14:19 Uhr: Die USA verstärken ihre Präsenz im Nahen Osten weiter: Inmitten der Spannungen mit dem Iran hat der zweite Flugzeugträger, die USS Gerald R. Ford, das Mittelmeer erreicht. Zusammen mit einem weiteren Zerstörer, der USS Mahan, fuhr der Träger durch die Straße von Gibraltar, wie aus Aufnahmen von Beobachtern vor Ort hervorgeht. Die USS Gerald R. Ford gilt als der weltweit größte Träger und soll die USS Abraham Lincoln, die ebenfalls im Nahen Osten ist, unterstützen. Die Präsenz von gleich zwei Trägern bedeutet eine massive Truppenverstärkung für die US-Armee. Zuvor hatte Trump über die Flotte im Nahen Osten gesagt: „Wenn wir keinen Deal mit dem Iran haben, werden wir sie brauchen.“ Laut einem US-Admiral kann das US-Militär innerhalb von ein paar Stunden massiv zuschlagen.

US-Präsident Donald Trump schickt massive militärische Verstärkung in den Nahen Osten.

Drohender US-Angriff auf Iran: Trump stellt Ultimatum

Update, 17:05 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat bei der Eröffnung seines Friedensrates einen Hinweis zu einem Zeitfenster für einen möglichen US-Angriff gegen den Iran gegeben: „Nun müssen wir möglicherweise noch einen Schritt weitergehen, vielleicht aber auch nicht. Vielleicht kommen wir zu einer Einigung. Sie werden es voraussichtlich in den nächsten zehn Tagen erfahren“, sagte Trump laut Bericht der Bild-Zeitung bezogen auf den Iran. Später sagte der US-Präsident zudem: „Der Iran kann keine Nuklearwaffen haben. Es kann keinen Frieden im Nahen Osten geben, wenn sie Nuklearwaffen haben.“

Über die ​Verhandlungen mit Teheran äußerte sich Trump dennoch durchaus positiv. Es fänden derzeit gute Gespräche statt, ⁠sagt der Republikaner in Washington, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Ziel müsse ein „bedeutsames Abkommen“ mit dem Iran sein.

Trump plant wochenlangen Krieg mit dem Iran – Polen appelliert an Bürger

Update vom 19. Februar, 12:41 Uhr: Die Sorge vor einem Angriff des US-Militärs auf den Iran wächst: Polen hat an seine Bürger appelliert, so schnell wie möglich aus dem Iran auszureisen. „Bitte verlassen Sie sofort den Iran und reisen Sie auf keinen Fall in dieses Land“, sagte Regierungschef Donald Tusk nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP. Die Möglichkeit eines heißen Konflikts sei „sehr real“. Eine Evakuierung aus dem Land werde möglicherweise in ein paar Stunden oder ein paar Tagen nicht mehr möglich sein, warnte Tusk.

Nach der zweiten Runde indirekter Verhandlungen im Atomstreit zwischen dem Iran und den USA hatten sich iranische und omanische Vertreter positiv geäußert. Allerdings: Inzwischen verdichten sich die Hinweise, dass sich das amerikanische Militär auf eine massive Operation vorbereitet, die mehrere Wochen dauern könnte. Offenbar dürfte sich auch Israel an dem militärischen Vorgehen gegen den Iran beteiligen.

Spannungen im Nahen Osten zwischen Iran und USA: Krieg rückt wohl immer näher

Das amerikanische Nachrichtenportal Axios berichtete unter Berufung auf Insider, US-Präsident Donald Trump bereite sich darauf vor, „den Abzug zu drücken“, sollten die Verhandlungen mit dem Iran scheitern. Es habe eine Einigung über einen „Satz von Leitprinzipien“ gegeben, der den Weg für ein Abkommen ebnen könnte, sagte der iranische Außenminister Abbas Araghtschi zuletzt am Dienstag nach dem Treffen in Genf. Der Vermittler Oman sprach von „guten Fortschritten“.

Insider zeichneten gegenüber Axios jedoch ein deutlich pessimistisches Bild trotz der öffentlichen Äußerungen über vermeintliche Fortschritte, die noch sehr vage scheinen. Araghtschi selbst hatte eingeräumt, man sei noch weit entfernt von einer echten Einigung mit den USA. Das amerikanische Portal berichtete, die Trump-Regierung sei kurz vor einem „großen Krieg“ im Nahen Osten, der „sehr bald“ beginnen könnte.

Dies könnte den Quellen des Portals zufolge wohl so aussehen: Eine gemeinsame, amerikanisch-israelische Operation, die viel umfassender gestaltet sein wird, als die Angriffe von Israel gegen den Iran während des 12-Tage-Krieges im Jahr 2025. Demnach würde diese Operation kriegsähnlich werden, wahrscheinlich mehrere Wochen dauern und viel existenzieller für das Mullah-Regime sein.

Amerikanisch-iranische Verhandlungen: Drohungen aus Teheran

Ein Termin für das nächste Treffen ist laut dem iranischen Außenminister noch nicht vereinbart worden. Zunächst würden beide Seiten Entwürfe für ein Abkommen vorbereiten, die dann ausgetauscht würden, danach solle es einen neuen Termin geben.

Der omanische Außenminister Badr Albusaidi schrieb im Onlinedienst X: „Die heutigen indirekten Verhandlungen zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika in Genf sind mit guten Fortschritten bei der Identifizierung gemeinsamer Ziele und relevanter technischer Fragen zu Ende gegangen.“ Die US-Seite äußerte sich zunächst nicht.

Teheran will mit den USA nur über sein Atomprogramm und die Aussetzung von Sanktionen verhandeln, die USA und Israel pochen jedoch auch auf Verhandlungen etwa über das iranische Raketenprogramm. Irans religiöser Chef Ali Chamenei sagte in einer Rede zu den US-Forderungen nach einer Aufgabe des iranischen Atomprogramms: „Wenn es zu Verhandlungen kommen soll – obwohl es eigentlich keinen wirklichen Spielraum für Verhandlungen gibt – ist es ein Fehler und Wahnsinn, das Ergebnis der Verhandlungen im Voraus festzulegen.“ Trump wolle den Iran „dominieren“, es werde ihm aber nicht gelingen, das Land zu „zerstören“.

USA und Iran bereiten sich auf Krieg vor: Trump-Vize äußert sich kritisch über Verhandlungen

US-Vizepräsident JD Vance warf dem Iran vor, von Präsident Donald Trump formulierte „rote Linien“ nicht anzuerkennen. Die Gespräche in Genf seien „in mancher Hinsicht“ gut verlaufen, sagte Vance am Dienstag. Der US-Präsident behalte sich aber „das Recht vor, zu sagen, wann die Diplomatie seiner Ansicht nach ihr natürliches Ende erreicht hat“.

Trump und Putin: Die Geschichte ihrer Beziehung in Bildern

Wandbild Putin Trump Litauen
Einen besseren US-Präsidenten als Donald Trump kann sich Kremlchef Wladimir Putin gar nicht wünschen: So könnte dieses Wandbild in der litauischen Hauptstadt Vilnius interpretiert werden. Bemerkenswert: Es ist eine Aufnahme aus dem Mai 2016, als Trump nicht gar nicht im Amt war. Offenbar schwante den Menschen in Litauen schon damals Böses. © Petras Malukas/AFP
Trump telefoniert mit Putin
Trump hat seit Jahren einen guten Draht zu Putin. Am 28. Januar 2017 telefonierte er im Oval Office des Weißen Hauses zum ersten Mal mit dem russischen Präsidenten. © Mandel Ngan/AFP
Wachsfiguren von Trump und Putin
Schon damals standen sie sich auch in Wachsfigurenkabinetten nahe, so auch in Sofia (Bulgarien). © Valentina Petrova/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
Das erste persönliche und extrem heikle Treffen mit Putin wickelte Trump beim G20-Gipfel in Hamburg im Juli 2017 unfallfrei ab. Im Kreml wie im Weißen Haus herrschten anschließend Optimismus und Zufriedenheit.  © Evan Vucci/dpa
G20 Summit - Demonstration
Aktivisten von Oxfam standen dem G20-Gipfel kritisch gegenüber. Mit ihrer Aktion wollten sie auf den Abzweig zwischen mehr sozialer Ungleichheit und weniger Armut hinzuweisen. Sie trugen Masken von Theresa May, Donald Trump, Shinzō Abe, Emmanuel Macron, Angela Merkel, Justin Trudeau, Wladimir Putin, und Jacob Zuma. © Michael Kappeler/dpa
G20-Gipfel - Trump trifft Putin
„Der Fernseh-Trump unterscheidet sich sehr vom realen Menschen,“ sagte Putin nach dem G20-Gipfel in Hamburg vor der Presse über seinen US-Kollegen Donald Trump. © Steffen Kugler/dpa
Apec-Gipfel in Vietnam
Ein zweites Mal trafen sich Trump und Putin am Rande des Gipfels der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft (Apec) im vietnamesischen Da Nang. © dpa
Putin trifft Trump beim Apec-Gipfel in Vietnam
Beide Präsidenten stimmten damals überein, dass das Verhältnis ihrer Länder nicht gut sei. Putin sah weiter eine tiefe Krise. Russland sei aber bereit, „eine neue Seite aufzuschlagen, vorwärtszugehen, in die Zukunft zu schauen“. © Mikhail Klimentyev
Trump Putin Da Nang
„Wenn wir ein Verhältnis zu Russland hätten, das wäre eine gute Sache“, sagte Trump. Sein persönliches Verhältnis zu Putin sei gleichwohl in sehr gutem Zustand, obwohl man sich nicht gut kenne. © Jorge Silva/AFP
Helsinki-Gipfel
Im Juli 2018 kamen Trump und Putin in Helsinki zu ihrem ersten offiziellen Gipfel zusammen.  © Heikki Saukkomaa/dpa
USA Ausstieg aus INF-Abrüstungsvertrag
Sie begrüßten sich mit einem kurzen, doch kräftigen Händedruck. „Es ist an der Zeit, detailliert über unsere bilateralen Beziehungen zu sprechen und über die schmerzhaften Punkte auf der Welt. Davon gibt es sehr viele“, sagte Putin. Trump betonte: „Die Welt möchte, dass wir miteinander auskommen.“ © Alexander Zemlianichenko/dpa
Helsinki
Während des Gipfeltreffens gingen in Helsinki mehrere Hundert Menschen aus Protest auf die Straßen. Dabei machten sie auf eine Reihe von Missständen aufmerksam.  © Joonas SaloIlta-Sanomat/Imago
Melania Trump
Auch First Lady Melania Trump war in Helsinki mit von der Partie. © Alexei Nikolsky/AFP
Trump und Putin
Trump äußerte sich hinterher zufrieden über sein Treffen mit Putin: „Der Dialog ist sehr gut verlaufen“, sagte er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Putin. „Ein produktiver Dialog ist nicht nur gut für die Vereinigten Staaten und Russland, sondern für die Welt.“ © Brendan Smialowski/AFP
Proteste gegen Treffen von Trump und Putin
Derweil protestierten die Menschen auch im fernen Washington, D.C., gegen das Treffen. Unter anderem hielt eine Frau vor dem Weißen Haus ein Schild in die Höhe, auf dem die beiden Präsidenten karikiert waren.  © Andrew Harnik/dpa
100. Jahrestag Waffenstillstand Erster Weltkrieg
Im November 2018 nahmen Trump und Putin an einer Gedenkfeier anlässlich des Endes des Ersten Weltkriegs in Paris teil. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron lud damals zum Spitzentreffen ein. © Ludovic Marin/AFP
Erster Weltkrieg - Waffenstillstand 1918
Auch vor Ort waren First Lady Melania Trump (links), die damalige Bundeskanzlerin Angela Merkel und Brigitte Macron, die Ehefrau des französischen Präsidenten. © Francois Mori/dpa
Beginn des G20-Gipfels
Kurz danach trafen Trump und Putin beim G20-Gipfel in Buenos Aires erneut aufeinander. © Ralf Hirschberger/dpa
G20-Gipfel in Argentinien
Die Gespräche wurden von der Eskalation zwischen Russland und der Ukraine um einen Seezwischenfall vor der Krim überschattet. Deshalb sagte Trump ein direktes Treffen mit Putin am Rande des Gipfels kurzfristig ab.  © dpa
Japan, Osaka
Im Juni 2019 trafen Trump und Putin beim G20-Treffen im japanischen Osaka zusammen. © Imago
Osaka 2019
Trump wurde dabei von einem Reporter angesprochen, ob er Putin bei ihrem gemeinsamen Treffen auch sagen werde, dass sich der Kremlchef nicht in die US-Wahlen einzumischen habe. Trump beugte sich zu Putin und sagte: „Mische Dich nicht in unsere Wahlen ein“ – ein Lächeln glitt dabei über Trumps Gesicht. Die Aktion war allerdings nicht ganz ernst gemeint. © Brendan Smialowski/AFP
Osaka 2019
Trump nannte das Verhältnis zu Putin „sehr, sehr gut“.  © Brendan Smialowski/AFP
Trump Putin
Am Ende seiner ersten Amtszeit musste sich Trump wegen Machtmissbrauchs und Behinderung der Ermittlungen im Senat verantworten. Hintergrund war die sogenannte Ukraine-Affäre. Viele Menschen in den USA sahen Trump als Verräter – und Putin als Feind. © Olivier Douliery/AFP
Ukrainekrieg - Anti-Kriegsprotest in New York
Im Januar 2025 kam Trump zum zweiten Mal an die Macht. Im Ukraine-Krieg stellte er sich auf die Seite von Putin. Das rief Proteste hervor. Auch am Times Square in New York galt: Trump ist ein Verräter. © Adam Gray/dpa
Trump Putin
Trump sucht dennoch weiter die Nähe zu Putin. Nach offiziellen Angaben haben beide im Februar 2025 ein erstes Mal miteinander telefoniert, seit der US-Präsident wieder im Amt ist. Vor dem zweiten Gespräch am 18. März verkündete Trump: „Ich freue mich sehr auf das Gespräch mit Präsident Putin.“ Auch danach telefonierte er noch mehrmals mit seinem russischen Amtskollegen. © Alexander Nemenow/AFP
Trump und Putin
Am 15. Augsut 2025 kam es zum Gipfel zwischen Trump und Putin in Alaska. Es handelte sich um das erste persönliche Treffen der beiden Staatschefs seit Putins Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022. Das Treffen fand in der Stadt Anchorage statt. Am Ende gab es von beiden Staatschefs nichts Konkretes. © Andrew Caballero-Reynolds/AFP

Ein anonymer Trump-Berater sagte gegenüber Axios: „Der Chef (Trump, Anm. d. Red.) hat langsam genug.“ Zwar würden Personen um Trump versuchen, ihn von einem Angriff auf den Iran abzuhalten. Jedoch sehe er eine Chance von 90 Prozent, in den kommenden Wochen einen militärischen Schlag gegen das Regime zu sehen, so der Berater.

In den vergangenen Tagen und Wochen hat das US-Militär massive Verstärkung in die Region entsandt. Laut US-Medien und Flugbeobachtungsprogrammen absolvierten Transportflugzeuge der amerikanischen Armee mehr als 150 Flüge, um Waffen und Munition in den Nahen Osten zu schaffen. In den vergangenen 24 Stunden wurden außerdem mehr als 50 Kampfjets wie die F-35, F-22 und F-16 in die Region geschickt. Der Krieg, so die Quellen, könne viel größer werden als von vielen erwartet. (Quellen: Axios, dpa, AFP, eigene Recherche) (bb)

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