„In nur wenigen Stunden“: Ex-Vizeadmiral erwartet schnelle Vernichtung von Irans Militär
VonBedrettin Bölükbasi
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Noch pocht Trump auf Verhandlungen mit dem Iran. Ein Ex-US-Vizeadmiral hält eine massive Zerstörung des Landes innerhalb von nur Stunden für möglich.
Die USA haben massive militärische Verstärkungen in den Nahen Osten entsandt. Die Vorbereitungen für einen militärischen Angriff auf den Iran laufen auf Hochtouren. Noch scheint die Regierung von US-Präsident Donald Trump die Hoffnung auf Diplomatie nicht aufgegeben zu haben. Doch das Eskalationspotential ist so groß wie noch nie. Sollten die USA tatsächlich einen Militärschlag gegen den Iran starten, so erwartet ein ehemaliger hochrangiger Kommandeur eine schnelle Vernichtung der iranischen Armee-Infrastruktur.
US-Angriffsplan gegen den Iran: Ex-Militär lobt amerikanische Fähigkeiten
Bob Harward, ein ehemaliger Vizekommandeur der amerikanischen CENTCOM (Zentralkommando) und Ex-Vizeadmiral, tippt auf eine massive Zerstörungswelle innerhalb iranischer Armeestrukturen, falls Verhandlungen scheitern und die Waffen sprechen müssen. Trump habe gezeigt, dass er mache, was er sage, so Harward gegenüber der israelischen Zeitung Jerusalem Post. Genau hierfür sammle der Präsident jetzt Truppen an.
„Wenn man die iranische Revolutionsgarde ins Visier nimmt und deren Hauptquartiere und Einrichtungen angreift, kann man das wahrscheinlich in nur wenigen Stunden tun. Das ist beispiellos“, betonte der Ex-Vizeadmiral. Ehemals hätten die USA täglich nur 40 bis 50 Luftangriffe durchführen können. Das habe sich jetzt aber vor allem nach den Erfahrungen im Irak und in Afghanistan geändert. „Nun haben wir die Fähigkeit, täglich hunderte Schläge durchzuführen, und das verändert die Gleichung für das Regime vollkommen“, hieß es vom ehemaligen CENTCOM-Vizechef.
Mit Blick auf die zu angreifenden Ziele sagte er der Zeitung, zuerst würde man strategische Raketenstützpunkte und Werferstandorte attackieren. In einem zweiten Schritt würde es schließlich gegen Überbleibsel der Revolutionsgarde gehen, die Vergeltungsangriffe gegen etwa Israel starten könnten. „Ich glaube nicht, dass jemand das Ausmaß oder die Kapazität, über die wir verfügen, wirklich versteht, weil es noch nie jemand zuvor gesehen hat“, warnte Harward.
USA planen Angriff gegen den Iran: Trump warnt vor „sehr schlimmen Dingen“
Laut einem Bericht des US-Senders CNN unter Berufung auf informierte Quellen stehen Trump jetzt jedenfalls mehrere Optionen zur Verfügung. Diese reichen von gezielten Angriffen hin zu Militäroperationen, die mehrere Wochen in Anspruch nehmen könnten. Zu den möglichen Plänen gehören auch Schläge gegen führende Köpfe des Regimes und Vorstöße für einen Sturz des Regimes.
Spekulationen, dass ein Angriff kurz bevorsteht, wiesen die Quellen im CNN-Bericht zurück. Zwar wird die amerikanische Armee offenbar schon am Wochenende bereit für eine Attacke sein, allerdings verwiesen die Quellen auf diplomatische Verhandlungen mit dem Iran. Das Verhandlungsteam der USA habe Hoffnung auf eine Einigung mit den iranischen Kollegen. Noch seien dem US-Militär keine Listen von Zielen weitergeleitet worden.
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Die US-Zeitung Wall Street Journal (WSJ) berichtete unter Berufung auf informierte Quellen, eine weitere Option, die Trump erwäge, sei ein begrenzter Angriff als erster Schritt. Dies soll offenbar als eine Warnung an das Mullah-Regime dienen und dafür sorgen, dass die amerikanischen Forderungen bei Verhandlungen akzeptiert werden, indem es unter Druck gesetzt wird: Ohne dabei direkt als ersten Schritt einen großflächigen Krieg und somit iranische Vergeltung zu riskieren.
Die USA haben zum ersten Mal seit der Invasion des Irak im Jahr 2003 eine dermaßen riesige Luftstreitkraft im Nahen Osten versammelt. Experten halten daher kriegsähnliche Zustände statt einer begrenzten Operation für sehr wahrscheinlich. Trumps jüngste Warnung an Teheran war jedenfalls sehr deutlich: Sollte es keine Einigung geben, so würden „sehr schlimme Dinge“ passieren. (Quellen: Jerusalem Post, CNN, Wall Street Journal, eigene Recherche) (bb)