Trump mit Bärendienst im Netanjahu-Prozess

Trump zur Waffenruhe zwischen Israel und Gaza: Netanjahu „hat eine große Aufgabe zu erfüllen“

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Trump attackiert das Korruptionsverfahren gegen Netanjahu scharf: Der israelische Regierungschef ist in Gesprächen mit der Hamas – Die Waffenruhe bleibt ungewiss.

Jerusalem – Gegen den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu läuft ein Korruptionsverfahren. Jetzt mischt auch US-Präsident Donald Trump mit und nennnt das Verfahren eine „politische Hexenjagd“.

Über seine Social-Media-Plattform „Truth Social“ teilt der US-Präsident mit: „Lasst Bibi gehen, er hat eine große Aufgabe zu erfüllen!“ Bibi ist Netanjahus Spitzname. Trump betont, die jährlichen Milliarden von Dollar für Israels Schutz und Unterstützung der Vereinigten Staaten – sie würden dies nicht tolerieren.

Nach Ansicht des 79-Jährigen könnte das Verfahren – welches er als „Farce der Gerechtigkeit‘“ und „Wahnsinn“ bezeichnet – Netanjahus Bemühungen schmälern, ein Abkommen im Gaza-Krieg und mit der Hamas auszuhandeln – der Krieg würde somit andauern.

Netanjahu im Gericht – Trump fordert Freilassung

Erst am Freitag hatte das Gericht Netanjahus Antrag auf Verschiebung seines Kreuzverhörs um zwei Wochen abgelehnt, der dies mit diplomatischen und Sicherheitsfragen nach dem 12-tägigen Konflikt zwischen Israel und dem Iran begründet hatte. Benjamin Netanjahu ist außerdem derzeit in Verhandlungen mit der Hamas zur Freilassung israelischer Geiseln involviert.

Trotz des zunehmenden politischen und diplomatischen Drucks wird der Prozess fortgesetzt. Trump hatte bereits wenige Tage zuvor seinen „Schock“ über die Fortsetzung der „lächerlichen Hexenjagd“ gegen Netanjahu ausgedrückt.

Der Korruptionsprozess gegen Benjamin Netanjahu (s. Foto rechts) läuft seit 2020. Trump (s. Foto links) nennt diesen nun eine ‚Hexenjagd‘. (KI-Foto)

Korruptionsvorwürfe gegen Netanjahu: Trump empört

US-Präsident Donald Trump fragt empört via X, wie es sein könne, dass Israels Ministerpräsident dazu gezwungen werde, den ganzen Tag im Gerichtssaal zu sitzen.

Dabei läuft der Korruptionsprozess gegen Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bereits seit fünf Jahren und begann im Jahr 2020. Ihm werden Bestechung, Betrug und Untreue in drei Fällen vorgeworfen, welche er allesamt bestreitet. Anfang dieses Monats sagte Netanjahu erstmals in einem Kreuzverhör aus. Eine Fortsetzung wird recht bald Fortsetzung erwartet.

Zusätzlich zu den laufenden Verhandlungen über eine Waffenruhe und Geiselbefreiung sieht sich Israel auch mit fortgesetzten militärischen Auseinandersetzungen an seiner nördlichen Grenze konfrontiert: Berichten zufolge wurden bei israelischen Luftangriffen im Südlibanon am Samstag drei Personen getötet und zwei verletzt. Das israelische Militär erklärte, es habe Terroristen der Hisbollah ins Visier genommen. Die Aktivitäten stellten einen Verstoß gegen die Vereinbarungen zwischen Israel und dem Libanon dar.

Trump mischt sich ein: Netanjahu unter Druck

Benjamin Netanjahu reagierte auf Trumps Post via X. Er retweetete ihn und erklärte Trump seinen erneuten Dank. Der israelische Ministerpräsident fügt hinzu: „Gemeinsam werden wir den Nahen Osten wieder großartig machen!“.

Indes dämpften israelische Beamte bereits gegenüber Welt die Erwartungen an eine rasche Waffenruhe im Gazastreifen. Donald Trump äußerte erst kürzlich, er rechne damit, dass „innerhalb der nächsten Woche“ eine Waffenruhe erreicht werden könne. Laut Medienberichten gab es jedoch keine wesentlichen Änderungen in den Positionen beider Seiten. Insbesondere die Forderung der Terrororganisation Hamas nach Garantien für ein Kriegsende in Gaza. (ko)

Rubriklistenbild: © Andrew Leyden/picture alliance/dpa/ZUMA Press Wire

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