Trumps „ICE-Barbie“ beschwert sich über Kritik – und sendet weitere Agenten nach Minnesota
VonBabett Gumbrecht
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Trotz Kritik und Protesten bleibt die Trump-Regierung bei ihrer harten Linie. Um Stärke zu demonstrieren, sind 2000 Agenten auf dem Weg nach Minneapolis.
Minneapolis – Nach den tödlichen Schüssen eines Beamten der US-Einwanderungsbehörde ICE auf eine Frau in Minneapolis ist die Stimmung in dem US-Bundesstaat weiter aufgeladen. Deswegen greift die US-Heimatschutzministerin Kristi Noem durch und entsendet weitere Hunderte Bundesbeamte in die Stadt.
„Wir entsenden heute und morgen weitere Beamte. Hunderte werden eintreffen, um unseren ICE- und Grenzschutzbeamten in Minneapolis ein sicheres Arbeiten zu ermöglichen“, sagte gegenüber Fox News. Außerdem forderte Noem von Gouverneur Tim Walz und dem Bürgermeister von Minneapolis, Jacob Frey, „die Rhetorik zu mäßigen“. Sie warf ihnen vor, die Situation vor Ort in ihrer Stadt „politisiert und unangemessen darüber gesprochen zu haben“, berichtet MediaIte.
Trumps ICE-Barbie schießt gegen Walz: „Sie haben die Öffentlichkeit aufgehetzt“
„Sie haben die Öffentlichkeit aufgehetzt. Sie haben die Art von Zerstörung und Gewalt angeheizt, die wir in den letzten Tagen in Minneapolis erlebt haben“, erklärte Noem. Sie bekräftigte obendrein ihre frühere Behauptung, Good sei eine inländische Terroristin, und beschuldigte die Frau, die viermal angeschossen wurde, die Polizeiarbeit behindert zu haben. Die 37-jährige weiße US-Staatsbürgerin Renee Nicole Good wurde am 7. Januar von einem ICE-Beamten in Minneapolis erschossen. Nach Angaben der Behörden hatte sie bei einem ICE-Einsatz die Straße mit ihrem Auto blockiert.
Ein ICE-Beamter näherte sich zu Fuß, ging um ihren Wagen herum und filmte auch, wie sie ihn ansprach. Vertreter der US-Regierung warfen Good vor, versucht zu haben, den Beamten zu überfahren. Der ICE-Beamte habe aus Notwehr gehandelt, argumentieren sie – eine Darstellung, die Bürgermeister Frey dezidiert zurückweist. Auf Videos des Vorfalls ist zu sehen, wie der ICE-Agent links neben dem Wagen zu sehen ist, der nach rechts abdreht – also von ihm weg –, als er schießt.
Trump setzt auf Härte: ICE und Nationalgarde im Einsatz - Razzien, Proteste und Ausschreitungen
Razzien gegen Einwanderer: Trump-Regierung schickt 2000 Bundesagenten nach Minneapolis
Schon seit mehreren Tagen führen die US-Einwanderungsbehörden in den Städten Minneapolis und St. Paul im US-Staat Minnesota eine großangelegte Razzia durch, bei der nach Angaben des Heimatschutzministeriums über 2000 Bundesagenten im Einsatz sind. Die Regierung unter Donald Trump begründet die Aktionen mit Untersuchungen wegen vermuteter Betrügereien, die auch die somalische Gemeinde betreffen sollen. Amerikanische Medien hinterfragen, ob die offiziell genannten Gründe nur als Deckmantel für eine politisch getriebene Verschärfung der Migrationspolitik verwendet werden.
Tina Smith, die demokratische Senatorin aus Minnesota, betrachtet die Deportationsmaßnahmen der Trump-Administration als Bedrohung für die Sicherheit der Bevölkerung in Minneapolis und St. Paul. Gegenüber ABC News erklärte sie, dass sie vor Ort chaotische Zustände beobachte, da Einwanderungsbeamte US-Bürger festnähmen und – wie sich gezeigt habe – auch töten würden.
Timeline: Die ICE-Schüsse in Minnesota
Mittwoch, 7. Januar
ICE-Agent Jonathan Ross erschießt Renee Nicole Good (37) in ihrem SUV
Donnerstag, 8. Januar
ICE setzt Razzien in Minneapolis fort, weitet sie nach Richfield aus
Freitag, 9. Januar
Neues Video veröffentlicht: 47-Sekunden-Video aus der Perspektive des schießenden Officers wird von Alpha News veröffentlicht und später vom Department of Homeland Security geteilt
Samstag, 10. Januar
Zehntausende demonstrieren bei eisigen Temperaturen in Minneapolis bei ICE Out of Minnesota-Ralley
Sonntag, 11. Januar
US-Heimatschutzministerin Kristi Noem sendet weitere Agenten nach Minnesota
Schwere Anschuldigungen gegen die Trump-Regierung: Vertuschung von Schüssen in Minneapolis
Senatorin Smith richtete nun ernste Beschuldigungen gegen die amerikanische Regierung: Trump, Noem und Vizepräsident JD Vance würden versuchen, „zu vertuschen“, was sich in Minneapolis ereignet habe. „Was ich damit meine, ist, dass man sehen kann, dass alles, was sie tun, darauf abzielt, das Narrativ zu beeinflussen, um ohne jegliche Untersuchung zu sagen, was passiert ist.“ Smith zweifelt auch aus diesem Grund daran, dass die Untersuchungen in diesem Fall neutral und objektiv durchgeführt werden. (Quellen: MediaIte, Fox News, dpa) (bg)