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Insgesamt 40.000 Soldaten sollen Teil neuer Brigaden der Ukraine sein. Um Bachmut zurückzuerobern, bedarf es noch Ausbildung.
Bachmut – Auch knapp 15 Monate nach Beginn des Angriffskrieges Russlands auf die Ukraine ist weiterhin kein Ende in Sicht. Seit Monaten wird die Stadt Bachmut im Osten der Ukraine gemeinsam von der russischen Armee und der Wagner-Truppe angegriffen. Laut Angaben der Angreifer kontrollieren sie rund 85 Prozent des Stadtgebiets. Nun habe die Ukraine acht neue Brigaden von Soldaten gebildet – für eine künftige Gegenoffensive.
Brigaden: Ukraine rekrutiert insgesamt 40.000 für spezielle Ausbildung
Die Zusammenstellung der Brigaden sei umstritten, berichtete The Guardian. Die Spekulationen über den Zeitpunkt und die Erfolgschancen im Ukraine-Krieg wachsen. Es sei unsicher, ob diese den russischen Truppen ernsthaften Schaden zufügen könnten. Der ukrainische Innenminister Ihor Klymenko erklärte in einem Interview mit Interfax, dass eine neue Aufrüstung und Schulung der Truppen noch anstehe – das dauere weitere zwei bis drei Wochen. Erst dann können sie mit „angemessenen Offensivangriffen“ an der Seite der ukrainischen Armee tätig werden. Die Brigaden aus 40.000 Soldaten seinen laut Innenministerium schon „vollständig zusammengestellt“. Unklar sei gewesen, wie erfolgreich ein Rekrutierungsversuchs angesichts des andauernden Krieges sein kann.
Laut The Guardian gebe es durchgesickerte Dokumente, dass eine Kriegsspielübung zeigte, dass 12 neue Brigaden nötig seien, um durchzubrechen. Ob die neu geformten Brigaden zur Unterstützung der regulären Armee der Ukraine zu diesen erforderlichen Brigaden oder zusätzliche Reserven seien. Die Gruppen bestehen aus Freiwilligen – darunter neue Rekruten, Polizisten und Veteranen früherer Kämpfe mit Russland.
Bachmut: Russland verzeichnet hohen Verlust an Soldaten
Sowohl russische als auch ukrainische Truppen sind weiterhin in Kämpfen in der östlichen Ukraine verwickelt. Allein seit September sind nach Schätzungen der US-Geheimdienste mehr als 20.000 russische Soldaten getötet worden – die Hälfte seien Soldaten der Söldnergruppe Wagner. Diese Zahlen beziehen sich „allein um die Kämpfe um Bachmut“, sagte John Kirby, der Kommunikationsdirektor des Nationalen Sicherheitsrates in Washington. Später korrigierte sein Stellvertreter Sean Savett gegenüber der Washington Post diese Aussage. Demnach handle es sich um die Zahlen der russischen Verluste in der gesamten Ukraine in den letzten fünf Monaten. Russland wies The Guardian zufolge die Todeszahlen zurück, denn diese Zahlen seien „aus dem Nichts gerissen.“ Washington könne die keine konkreten Daten gar nicht wissen.
„Russlands Versuch einer Offensive im Donbass, weitgehend über Bachmut, ist gescheitert“, sagte Kirby. „Russland ist es nicht gelungen, wirklich strategisch wichtiges Territorium zu erobern.“ Auch eine Eroberung des ganzen Stadtgebiets würde den weiteren Kriegsverlauf nicht ändern. Russland setzt hingegen auf mehr Hochpräzisionsraketen. Das Staatsfernsehen berichtete, dass Rüstungsunternehmen aufgefordert wurden „das Tempo und das Volumen der Produktion“ zu erhöhen. (hk/dpa)
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