Lage im Ukraine-Krieg

Ukraine-Friedensplan: Nach Showdown in den USA reist Witkoff zu Putin – erste Details sickern durch

Alle Autoren
    schließen
  • Franziska Schwarz
    Franziska Schwarz
  • Felix Busjaeger
    Felix Busjaeger
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier
  • Felix Durach
    Felix Durach
  • Simon Schröder
  • Bedrettin Bölükbasi
    Bedrettin Bölükbasi

In Florida laufen Verhandlungen zwischen Washington und Kiew für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Erste Details sickern durch. Der aktuelle News-Ticker.

Update, 6.08 Uhr: Nach Auffassung von US-Präsident Donald Trump stehen die Chancen auf ein Ukraine-Abkommen aktuell gut. „Ich denke, es gibt eine gute Chance, dass wir einen Deal machen können“, sagte Trump an Bord der Präsidentenmaschine Air Force One vor Journalisten.

Zugleich kritisierte Trump den Korruptionsskandal um den zurückgetretenen ukrainischen Präsidialamtschef Andrij Jermak. „Die Ukraine hat ein paar schwierige, kleine Probleme“, sagte der US-Präsident. „Es herrscht Korruption, was nicht gerade hilfreich ist.“ Experten zufolge dürfte die Affäre außenpolitisch die Verhandlungsposition der Ukraine schwächen.

Transparenzhinweis

Die hier verarbeiteten Informationen stammen von Nachrichtenagenturen und internationalen Quellen, aber auch von Kriegsparteien im Ukraine-Krieg. Die Angaben zum Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

Ukraine-News: Macron empfängt Selenskyj für Gespräche über möglichen Frieden

Update, 1. Dezember, 5.28 Uhr: Frankreichs Präsident Emmanuel Macron empfängt heute den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Paris. Die beiden Staatschefs unter anderem über „die Bedingungen für einen gerechten und dauerhaften Frieden“ in der Ukraine beraten. Weitere Themen sind die Gespräche in Genf, der US-Friedensplan für die Ukraine und die „enge Abstimmung“ mit den europäischen Verbündeten der Ukraine.

Update, 22:51 Uhr: Nach den heutigen Verhandlungen zwischen den USA und der Ukraine über einen Plan für ein Ende des Ukraine-Kriegs soll der US-Sondergesandte Steve Witkoff am Montag nach Moskau reisen und weiter verhandeln. Das berichtet CNN unter Berufung auf einen US-Beamten. Witkoff werde dort voraussichtlich auch Russlands Präsident Wladimir Putin treffen, heißt es in dem Bericht.

Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands

Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten
Russlands Präsident Wladimir Putin bei einem Treffen der Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS). Die GUS besteht aus ehemaligen Staaten der Sowjetunion, die bis heute zum Großteil eng verbunden mit Russland geblieben sind. Doch Moskau-Machthaber Putin hat nicht nur in den Sowjet-Gebieten Freunde. Putin findet auch nach mehreren Jahren Angriffskrieg in der Ukraine noch immer fast weltweit Verbündete. Eine Übersicht: © Imago
Alexander Lukaschenko und Wladimir Putin
Seit Beginn des Ukraine-Kriegs steht ein Mann eng an der Seite Wladimir Putins: Alexander Lukaschenko. Das von ihm autoritär beherrschte Belarus teilt sich eine mehr als tausend Kilometer lange Grenze mit der Ukraine. Lukaschenko unterstützte Putins Truppen logistisch bei ihrer Invasion des Nachbarlandes. © Imago
Kim Jong-un und Wladimir Putin
Ein weiterer enger Verbündeter Wladimir Putins ist Kim Jong-un. Der Machthaber regiert ein totalitäres Nordkorea, das als sozialistische Diktatur historisch enge Beziehungen zu Russland pflegt. © Gavriil Grigorov/Imago
russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist
Im Lauf des Ukraine-Kriegs wurde aus der symbolischen Verbindung ein militärisches Bündnis. Kim Jong-un unterstützte Putins Feldzug mit Waffen, Munition und Soldaten. Laut Schätzungen könnten es mehr als 30.000 Mann aus Nordkorea sein, die an der Front im Ukraine-Krieg kämpfen. Auf dem Bild zu sehen ist ein russischer Soldat, der eine Gruppe nordkoreanischer Kameraden einweist.  © Imago
Xi Jinping zu Gast bei Wladimir Putin
Die Volksrepublik China pflegt sowohl mit Nordkorea als auch mit Russland enge Beziehungen. Das bewies Präsident Xi Jinping zuletzt durch seinen Besuch Moskaus am „Tag des Sieges“. An der Seite Putins begutachte Xi als Gast auf der Ehrentribüne die große Militärparade, die durch Russlands Hauptstadt rollte. Doch China unterstützt Russland nicht nur symbolisch durch Besuche, sondern auch ganz praktisch mit Seltenen Erden und Devisen. Seit Beginn des Ukraine-Kriegs ist China der größte Importeur für russische Rohstoffe geworden. © Imago
Präsident Wladimir Putin mit To Lam
Der Dritte im Bunde der ostasiatischen Verbündeten Russlands ist Vietnam. Hier posiert Präsident Wladimir Putin mit Tô Lâm, Präsident Vietnams von Mai 2024 bis Oktober 2024, bei einem Besuch des russischen Staatschefs in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi. © Kristina Kormilitsyna/Imago
Wladimir Putin und Narendra Modi
In Südasien, konkret auf dem indischen Subkontinent, findet sich mit Narendra Modi der nächste enge Verbündete Russlands. Indiens Premierminister pflegt ein enges Verhältnis zu Putin. Hier umarmen sich beide bei einem Treffen in Neu-Delhi im Jahr 2018. Indien ist durch mehrere internationale Organisationen und Bündnisse mit Russland verbandelt. Die wohl wichtigsten darunter sind die Zusammenkunft der sogenannten BRICS-Staaten und die Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
König Ibrahim Ismail von Johor aus Malaysia beim Besuch Putins in Russland
Auch Malaysia ist wie Russland Mitglied des BRICS-Staatenbundes. In Begleitung seiner Frau Raja Zarith Sofia reiste König Ibrahim Ismail von Johor nach Russland, um Putin im Kreml zu besuchen. © Imago
Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Präsident Wladimir Putin eine gute Beziehung
Zur Gemeinschaft unabhängiger Staaten (GUS) zählt neben Russland unter anderem die Ex-Sowjet-Republik Kasachstan. Das Land teilt sich mit 7644 Kilometern die längste Landgrenze der Welt mit Russland. Präsident Kassym-Schomart Tokajew unterhält zu Putin eine gute Beziehung. Kasachstan bezieht 90 Prozent seiner Waffenimporte aus Russland, das wiederum den in Kasachstan gelegenen Weltraumbahnhof Kosmodrom Baikonur mietet. Beide Länder sind außerdem Mitglied in der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SCO). © Imago
Putin und Traoré
Zu Putins engen Verbündeten gehört auch Burkina Fasos Regierungschef Inbrahim Traoré. Am 9. Mai 2025 besuchte er Putin in Moskau (im Bild). „Wir glauben, dass der Terrorismus, den wir heute erleben, vom Imperialismus herrührt, und wir bekämpfen ihn“, sagte er bei einem bilateralen Treffen. In Erinnerung geblieben ist auch eine virale Rede beim Afrika-Gipfel im Jahr 2023 in Russland. Im Beisein Putins machte er damals den Westen dafür verantwortlich, dass Afrika trotz seiner Rohstoffe der ärmste Kontinent sei.  © IMAGO/Mikhail Metzel/Kremlin Pool
Ägypten Militärband Moskau
Mehr als 80 Jahre Diplomatie verbinden Ägypten und Russland. Das Land am Nil ist wirtschaftlich von Moskau abhängig. Auch Putin profitiert von den Verbindungen nach Kairo. Der russische Präsident betrachtet Ägypten als Tor nach Afrika. Im August 2022 war eine ägyptische Militärband in Moskau zu Gast (im Bild). Auch bei der Militärparade zum 80. Jahrestag des Siegs über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 marschierte eine Einheit aus Ägypten über den Roten Platz.  © Sergei Bobylev/Imago
Laos-einheit in Moskau
Am „Tag des Sieges“ über Nazi-Deutschland am 9. Mai 2025 paradierte auch eine Einheit aus Laos durch Moskau. Angeblich arbeitet Putin derzeit intensiv daran, das Land in den Krieg gegen die Ukraine einzubinden. Im Sommer 2025 begrüßte er den laotischen Präsidenten Thongloun Sisoulith in Moskau. © Ricardo Stuckert/Imago
Turkmenistan Moskau Parade
Turkmenistan schickte ebenfalls eine Einheit nach Moskau. Die zentralasiatische Republik Turkmenistan am Kaspischen Meer gehört auch Jahrzehnte nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion zu den am meisten abgeschotteten Staaten der Welt.  © Ricardo Stuckert/Imago
Aleksandar Vucic Putin Netanjahu
Auch der serbische Staatschef Aleksandar Vučić nahm 2025 – wie auch schon 2018 (im Bild) – in Moskau an der Parade vor rund 10.000 Soldaten teil. Die Beziehungen zwischen Serbien und Russland gelten als traditionell freundschaftlich. Belgrad verweigert sich den Sanktionen gegen Russland und hat den Westen für den Ukraine-Krieg verantwortlich gemacht. Zuletzt gab es trotzdem zwischen Moskau und Belgrad Verstimmungen, als der russische Auslandsgeheimdienst Serbien den Verkauf von Munition an die Ukraine vorwarf. © Mikhail Metzel/Imago
Milorad Dodik
Putins wichtigster Mann am Balkan heißt Milorad Dodik (2. von rechts). Der bosnisch-serbische Separatistenführer betreibt seit Jahren die Abspaltung des Landesteils Republika Srpska vom bosnischen Staat. Dodik stimmt sich dabei regelmäßig mit dem russischen Präsidenten ab. © Alexei Nikolsky/Imago
Salva Kiir Putin
Im September 2023 traf sich Putin mit Salva Kiir Mayardit, dem Präsidenten von Südsudan. „Die Welt diktiert, dass niemand allein überleben oder Erfolg haben kann“, sagte Salva Kiir. Zu Putin gewandt meinte er, dass sein Land starke Freunde brauche: „Sie sind einer von ihnen.“ © Valery Sharifulin/Imago
Orban Putin
Ungarns Regierungschef Viktor Orbán ist Putin im Ukraine-Krieg stets treu geblieben. So hat er während der ungarischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2024 den bis dahin weitgehend isolierten Kremlchef zum Ärger vieler EU-Länder überraschend in Moskau besucht und sich als Vermittler inszeniert (im Bild). Zugleich nutzt Orbán jede Gelegenheit, um gegen die Ukraine auszuteilen.  © Valeriy Sharifulin/Imago
Putin und Ramaphosa
Ende Juli 2023 war Südafrikas Präsident Cyril Ramaphosa bei Putin zu Gast. Der Kremlchef hatte seine Gäste zum Abschluss eines zweitägigen Afrika-Gipfels in St. Petersburg eingeladen, den er in der russischen Ostsee-Metropole veranstaltete. Südafrika, das mit Russland, China, Indien und Brasilien die Brics-Staatengruppe bildet, wird wegen seiner Russland-Nähe vom Westen mit Skepsis betrachtet.  © Sergei Bobylev/Imago
Peseschkian Putin
Im Januar 2025 war Massud Peseschkian in Moskau zu Besuch. Dabei unterzeichnete Irans Präsident gemeinsam mit Putin ein Abkommen über eine strategische Partnerschaft. Russland und der Iran vertieften damit ihre militärische und wirtschaftliche Zusammenarbeit für die nächsten 20 Jahre.  © Imago
Putin Ortega
Seit vielen Jahren steht Nicaragua an der Seite Putins. Nach dem Aufstand der russischen Privatarmee Wagner gegen die eigene Staatsführung im Juni 2023 schickte auch Präsident Daniel Ortega (hier ein Bild aus dem Jahr 2014) eine Botschaft nach Moskau. In der offiziellen Mitteilung hieß es, Ortega und seine Ehefrau sowie Vizepräsidentin Rosario Murillo übermittelten Putin „unsere Zuneigung in revolutionärer Bruderschaft“. © Cesar Perez/afp
Maduro
Venezuelas Präsident Nicolás Maduro tat es ihm gleich. „Wir senden unsere Umarmung der Solidarität und der Unterstützung an den Präsidenten der Russischen Föderation, Wladimir Putin, dem es gelungen ist, einen Versuch des Verrats und des Bürgerkriegs zu bewältigen und seinem Volk den Sieg und den Frieden zu garantieren“, twitterte er damals. © Alexandr Kryazhev/Imago
Putin Goita
Im Juni 2025 verständigten sich Putin und Malis Militärmachthaber Assimi Goïta auf eine bilaterale Kooperation. Russland ist enger Verbündeter von Goïta, der gegen Terrormilizen in Mali auch auf russische Wagner-Söldner setzte. Das Militär hatte sich 2020 und 2021 an die Macht geputscht, die Zusammenarbeit mit Ex-Kolonialmacht Frankreich beendet und sich Moskau zugewandt. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Sassou Nguesso Afewerki
Ende Juli 2023 war Putin gemeinsam mit Denis Sassou Nguesso, dem Präsidenten der Republik Kongo (rechts), und dem eritreischen Präsidenten Isaias Afewerki (links) beim Tag der Marine auf der Newa in St. Petersburg unterwegs. Mit ihrem Besuch beim Russland-Afrika-Gipfel konnten die beiden Staatsmänner die Achse zwischen Russland und ihren Ländern noch einmal stärken. © Alexander Kazakov/Imago
Putin Raúl Castro
Ein besonders inniges Verhältnis pflegt Russland zu Kuba. Für die hoch verschuldete Karibikinsel ist Russland einer der engsten Verbündeten und wichtigsten Geldgeber. Der Kreml bezeichnete den sozialistischen Karibikstaat, der den Ukraine-Krieg nicht verurteilt hat, als „sehr wichtigen Partner“. Im Jahr 2014 war Putin beim vormaligen Präsidenten Raúl Castro zu Gast. © Imago
Putin
Der Kremlchef ist seit Beginn des Ukraine-Kriegs im Februar 2022 im Westen weitestgehend isoliert. Umso wichtiger ist ihm der Kontakt zu seinen Verbündeten – den sucht er in vielen Fällen auch per Video. Im Mai 2025 nahm er an einer Sitzung der Kommission für militärisch-technische Zusammenarbeit mit ausländischen Staaten teil.  © Alexander Kazakov/Imago

Update, 21:12 Uhr: Die Ukraine-Verhandlungen in Florida waren nach Angaben aus dem Umfeld des Kiewer Verhandlungsteams kompliziert. „Der Prozess ist nicht einfach, da die Suche nach Formulierungen und Lösungen weitergeht“, zitiert die Nachrichtenagentur Quellen, während am Sonntag die Gespräche liefen. Die US-Unterhändler wollten „unbedingt, dass die letzten Punkte vereinbart werden, damit sie nach Moskau reisen können“, erklärte demnach eine weiterer mit dem Verhandlungsverlauf vertrauter Quelle.

Kompliziert seien einzelne Formulierungen, „insbesondere in Bezug auf Gebiete“. Die US-Unterhändler sähen sich „ausschließlich als Vermittler und nicht als Partei, die die Ukraine unterstützt“ – die US-Delegierten übten einen gewissen Druck aus. Alle versuchten aber „konstruktiv zu sein und eine Lösung zu finden“, zitiert die Nachrichtenagentur die Quelle.

US-Außenminister Marco Rubio sowie der Leiter der ukrainischen Delegation, Rustem Umerov, äußerten sich nach dem Treffen positiv. Umerov bezeichnete die Verhandlungen als „produktiv und erfolgreich“, zitiert CNN. Auch Rubio sprach von produktiven Gesprächen und „weiteren Fortschritten“. Man habe auf den Ergebnissen aus Genf aufgebaut, „aber es bleibt noch viel zu tun“.

Neue Details zu Ukraine-Verhandlungen: Gebietstausch und Ukraine-Wahlen

Update, 19:42 Uhr: Neue Details zu den Ukraine-Verhandlungen in Florida: Laut einem hochrangigen Beamten der US-Regierung wird es in den Gesprächen unter anderem um den Wahltermin in der Ukraine gehen, wie das Wall Street Journal berichtet. Zudem soll es um die Möglichkeit eines Gebietsaustauschs zwischen Russland und der Ukraine sowie weitere offene Fragen zwischen dem Weißen Haus und Kiew für ein Ende des Ukraine-Kriegs gehen.

Aktuell verhandelt Kiew mit Washington über einen Friedensplan. Die Gespräche seien „schwierig, aber sehr konstruktiv“, sagte eine mit den Verhandlungen vertraute Quelle gegenüber CNN. Demnach wurden bei dem Treffen bereits einige der heikelsten Fragen zur Beilegung des Krieges erörtert. In den nächsten Tagen werden US-Vertreter dann zu Verhandlungen in Moskau erwartet.

Verhandlungen über ein Ende des Ukraine-Kriegs: Trumps Team wohl mit Fokus auf zwei Punkte

Update, 18:19 Uhr: In Hallandale Beach beraten Vertreter Washingtons und Kiews über einen Plan für ein Ende des Ukraine-Kriegs. Die USA sollen einem Axios-Bericht zufolge heute Differenzen in zwei bislang ungeklärten Punkten ausräumen wollen: Territorium und Sicherheitsgarantien. Ein hochrangiger US-Beamter erklärte demnach: „Die Ukrainer wissen, was wir von ihnen erwarten.“

Der ursprüngliche 28-Punkte-Plan der USA hatte unter anderem vorgesehen, dass die Ukraine nicht nur die von Russland besetzten Gebiete im Osten des Landes abtreten soll, sondern auch noch nicht eroberte Regionen dort. Bei Gesprächen in Genf, an denen auch Vertreter europäischer Staaten beteiligt waren, wurde der Plan dann zugunsten der Ukraine überarbeitet – territoriale Fragen und Sicherheitsgarantien sollen dabei jedoch offen geblieben sein.

Der Sondergesandte Steve Witkoff, links, Außenminister Marco Rubio, Mitte, und Jared Kushner bei einem Treffen mit ukrainischen Beamten. Ukrainische Beamte, v.l.n.r., Oleg Iwaschchenko, Leiter des Auslandsnachrichtendienstes, Andrii Hnatow, Chef des Generalstabs, Wadym Skibitskyi, stellvertretender Chef des Chefs des Verteidigungsnachrichtendienstes und Rustem Umerow, Sekretär für nationale Sicherheit.

Vor seinem Rücktritt hatte der bisherige ukrainische Chefunterhändler Andrij Jermak gegenüber Axios erklärt, dass territoriale Zugeständnisse nur auf Präsidentenebene verhandelt werden könnten. Trump hingegen hatte erklärt, sich erst mit Selenskyj und Putin treffen zu wollen, wenn die Parteien kurz vor einer Einigung zur Beendigung des Krieges stünden.

Selenskyjs Unterhändler pocht vor Ukraine-Verhandlungen auf „klare Richtlinien“

Update, 16:47 Uhr: Vor den Ukraine-Verhandlungen in Florida hat sich US-Außenminister Marco Rubio optimistisch geäußert. Rubio rechne mit Fortschritten bei den Gesprächen mit Kiews Delegation über ein Ende des Ukraine-Kriegs. „Es geht nicht nur um Friedensabkommen. Es geht darum, einen Weg zu ebnen, der für die Ukraine Souveränität, Unabhängigkeit und Wohlstand bedeutet und deshalb erwarten wir, heute weitere Fortschritte zu erzielen“, zitiert die Nachrichtenagentur Reuters Rubio in Florida.

Von ukrainischer Seite heißt es unterdessen, man strebe einen echten Frieden an: „Wir haben klare Richtlinien und Prioritäten: die Wahrung ukrainischer Interessen, die Sicherstellung eines substanziellen Dialogs und das Vorankommen auf der Grundlage der in Genf erzielten Fortschritte“, schreibt Chefunterhändler Rustem Umjerow vor Beginn der Gespräche auf X.

Ukraine-Friedensplan: Selenskyj holt sich Rat von Trump-Versteher

Update, 15:33 Uhr: Während die Ukraine und die USA heute in Florida über einen Plan für ein Ende des Ukraine-Kriegs verhandeln, lässt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die konkrete Position seiner Delegation weitgehend offen. In einem Post auf der Plattform X schreibt Selenskyj ab Sonntag lediglich, sich mit dem finnischen Präsidenten, Alexander Stubb, in einem Telefonat ausgetauscht zu haben: „Wir tauschten uns über verfügbare Informationen zu verschiedenen Aspekten der russischen Position und über die Einschätzung der aktuellen diplomatischen Aussichten aus.“

Zudem habe er Stubb über die Vorbereitung der ukrainischen Delegation auf die heutigen Gespräche mit US-Vertretern unterrichtet, „sowie über die Signale, die wir von amerikanischer Seite erhalten haben“. Welche das sind, bleibt offen. Mit Blick auf weitere Verhandlungen kündigte Selenskyj an: „Diese Woche wird viel Arbeit mit unseren Partnern in Europa erfordern.“

Stubb gilt als Trump-Versteher. Auch Friedrich Merz hatte Stubb vor seinem ersten Trump-Besuch im Weißen Haus besucht.

Aktuelle Angriffe im Ukraine-Krieg: Russland empört sich über Schlag gegen Öltanker

Update, 14:09 Uhr: Die ukrainischen Angriffe auf Öltanker und die Infrastruktur des internationalen Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) im Schwarzen Meer hat in Russland Empörung ausgelöst. So verurteilte das Moskauer Außenministerium die Militärschläge als Terror, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet. Dadurch würde die freie Schifffahrt in der Region bedroht, hieß es.

Bei den angegriffenen Anlagen handele es sich um zivile Energieinfrastrukturen, die eine wichtige Rolle bei der Gewährleistung der globalen Energiesicherheit spielten und noch nie internationalen Beschränkungen oder Einschränkungen unterlegen hätten. Allerdings attackiert auch Russlands Armee regelmäßig die Infrastruktur in der Ukraine. Einen Tag zuvor hatte die Kiew-Armee zurückgeschlagen und die CPC-Anlage mit Seedrohnen in Brand gesetzt.

Trump-Friedensplan: Verhandlung über das Ende vom Ukraine-Krieg

Update, 12.36 Uhr: Die Gespräche am heutigen Sonntag (30. November) in Florida sind der Auftakt für eine neue Woche intensiver diplomatischer Bemühungen im Ukraine-Krieg. Es sei ein „großer Erfolg, auch der deutschen Außenpolitik“ gewesen, dass die europäischen Regierungen den „absolut inakzeptablen“ US-Plan „erst einmal“ entschärft hätten, sagte dazu der Verteidigungsexperte Guntram Wolff der Nachrichtenagentur AFP.

Gleichzeitig zeige der Vorgang das „große strukturelle Problem“, dass Teile der Regierung von US-Präsident Donald Trump die russische Haltung für „berechtigt“ halten. Wolff arbeitet am Institut Bruegel in Brüssel. Das geplante NATO-Treffen am Mittwoch und Donnerstag bietet den USA erneut die Gelegenheit, ihr Bekenntnis zu dem Verteidigungsbündnis zu bekräftigen – allerdings wird US-Außenminister Marco Rubio daran voraussichtlich nicht teilnehmen, wie aus mit Rubios Reiseplänen vertrauten Kreisen verlautete.

Ukraine-News: Generalstab meldet 76 Pokrows-Offensiven an einem Tag

Update, 11.49 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten an der Front veröffentlicht. Demnach wurden am vergangenen 1.160 russische Soldaten in den Gefechten entweder verwundet oder getötet. Damit stieg ihre Gesamtzahl seit Kriegsbeginn auf 1.172.860. In dem Lagebericht wird auch die Region Pokrowsk erwähnt. Dort habe es binnen eines Tages 76 versuchte Angriffe der russischen Armee gegeben.

Ukraine-News: Russland rückt an Front in Saporischschja im Süden vor

Update, 10.48 Uhr: Russland ist im Süden der Ukraine in kurzer Zeit massiv vorgerückt. In der Region Saporischschja sei die Frontlinie in bestimmten Abschnitten um etwa 10 bis 12 Kilometer verschoben worden, heißt es in einer aktuellen Analyse für das ZDF. Sie stammt von zwei Experten für Sicherheitspolitik, Christian Mölling und András Rácz.

Ziel sei die befestigte Stadt Huljajpole, heißt es. Die ukrainischen Soldaten hätten einen geordneten Rückzug versucht, was aber nur teilweise gelungen sei. Sollte Huljajpole fallen, könnte das den von Moskau erhobenen Anspruch auf nicht russisch besetzte Teile der Region Saporischschja bestärken, so der ZDF-Bericht.

Update, 10.12 Uhr: Eine US-Delegation trifft heute ein ukrainisches Verhandlungsteam in Florida. Vor dem „Friedensstreit in Miami“ warnt ein Beobachter gegenüber der Kyiv Post allerdings vor einem Worst-Case-Szenario. Sollte Washington Kiew am heutigen Sonntag unter Druck setzen, und etwa einen Militärabbau oder einen Verzicht auf eine NATO-Mitgliedschaft fordern, könnte die Ukraine die Friedensplan-Bedingungen ablehnen, sagte Yuriy Boyechko, Vorstand der humanitären Hilfsorganisation Hope For Ukraine. Die Folge, so Boyechko zu dem Blatt: Der drohende Entzug entscheidender US-Militärhilfen.

Ukraine-News: Türkei sieht bei Wladimir Putin Verhandlungsbereitschaft für Frieden

Update, 8.09 Uhr: Der türkische Außenminister Hakan Fidan sieht sowohl in Kiew als auch in Moskau eine wachsende Bereitschaft für ein Friedensabkommen. „Nach unserem Verständnis ist auch Herr Putin bereit, einem Waffenstillstand und einem umfassenden Friedensabkommen unter bestimmten Bedingungen zuzustimmen“, sagte der Fidan der Welt am Sonntag mit Blick auf den Kremlchef.

Denn dieser Krieg verursache auch Russland sehr hohe Kosten, führte Fidan aus. Es gehe zudem auch um dauerhafte „Stabilität für ganz Europa“. Noch ist unklar, welche Sicherheitsgarantien die Ukraine erhalten könnte. Putin hatte zuletzt gesagt, Russland könnte schriftlich zusichern, dass es keine europäischen Länder angreifen werde.

Update, 15.15 Uhr: Die Ukraine ist nach Angaben aus Kiewer Sicherheitskreisen für Explosionen auf zwei Öltankern im Schwarzen Meer verantwortlich. „Modernisierte Marinedrohnen“ vom Typ Sea Baby hätten die beiden Schiffe „erfolgreich ins Visier genommen“, hieß es am Samstag aus dem ukrainischen Inlandsgeheimdienst SBU gegenüber der Nachrichtenagentur AFP

Um den Angriff zu belegen, zeigte ein SBU-Vertreter AFP ein Video, auf dem nach seinen Angaben Marinedrohnen zu sehen waren, die in Richtung zweier Schiffe gleiteten und dort Explosionen auslösten. Auf den unter der Flagge Gambias fahrenden Schiffen „Virat“ und Kairos“ war am Freitag im Schwarzen Meer vor der türkischen Küste Feuer ausgebrochen, insgesamt 45 Besatzungsmitglieder wurden nach türkischen Behördenangaben in Sicherheit gebracht.

Die „Kairos“ war demnach leer und auf den Weg in Richtung des russischen Schwarzmeerhafens Noworossijsk. Am Samstag erklärte der ukrainische Geheimdienstvertreter, die „Virat“ sei ebenfalls leer auf dem Weg nach Noworossijsk gewesen. Demnach sollten beide Schiffe dort mit Mineralölprodukten befüllt werden.

Orban äußert sich zum Ende des Ukraine-Kriegs und spricht vom „Pufferstaat“

Update, 7:36 Uhr: Viktor Orbán hat erklärt, dass die Ukraine aus seiner Sicht nach einem Ende des Ukraine-Krieges allenfalls als „Pufferstaat“ zwischen Russland und der Nato weiter existieren sollte. „Die einzige mögliche dauerhafte Lösung besteht darin, dass die Nachkriegsordnung auf dem grundlegenden Prinzip aufbaut, dass die Ukraine wieder zu dem Pufferstaat wird, der sie einst war“, sagte er der Welt am Sonntag.

Seit Wochen wird um Bedingungen für ein Ende des Ukraine-Kriegs gerungen. Orbán erklärte nun, er halte auch Gebietsabtretungen an Russland für unumgänglich. „Russland behält jenes Territorium, das auf einer internationalen Friedenskonferenz ausgehandelt wird, und alles westlich dieser Linie – bis zur östlichen Nato-Grenze – bildet das Territorium des ukrainischen Staates, der erneut als Pufferstaat existieren würde“, sagte er weiter. Nato und Russland würden sich nach seinen Vorstellungen überdies einigen „auf Umfang und Ausstattung der begrenzten ukrainischen Streitkräfte, die in der Pufferzone operieren dürfen“. 

Ukraine-News: Selenskyjs Büroleiter tritt wegen Korruptionsermittlungen zurück 

Update, 16:46 Uhr: In der Ukraine ist der Leiter des Präsidentenbüros, Andrij Jermak, nach Durchsuchungen von Anti-Korruptionsermittlern in seiner Wohnung zurückgetreten. Jermak habe eine Rücktrittserklärung unterzeichnet, sagte Präsident Wolodymyr Selenskyj in einer Videobotschaft. (Quellen: CNN, TASS, eigene Recherche) (bb)

Rubriklistenbild: © dpa/Terry Renna

Kommentare