Russland fehlen die Ressourcen

Kein „Brückenkopf“ – aber Anlass zur Sorge für Putin: Russland machtlos gegen Ukraines Dnipro-Plan?

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Russland steht vor einem Dilemma. Die ukrainischen Stellungen am Fluss Dnipro stellen die Verteilung der russischen Soldaten auf eine Zerreißprobe.

Dnipro – Lange dauern die Kämpfe um das Dnipro-Delta im Osten der Ukraine bereits an. Seit der Rückeroberung der Stadt Cherson führte das ukrainische Militär immer wieder kleiner Spezialoperationen am östlichen Ufer und den Inseln des Dnipro durch. Laut dem Institut für the Study of War (ISW) sollen sich die Stellungen der Truppen nun gefestigt haben – für Russland ein Anlass zur Sorge, denn: Die US-Denkfabrik ist sich unsicher, ob die russischen Besatzer einer permanenten Präsenz der ukrainischen Truppen im Flussdelta standhalten können.

Ukraine plant Brückenköpfe zur Überquerung des Dnipro

Die Dnipro-Region ist im Ukraine-Krieg von zentraler Bedeutung. Der Fluss und seine Umgebung gilt als Einfallstor zur Ostukraine. Die vollständige Kontrolle der Wasserstraße und der gleichnamigen Millionenstadt könnte laut Militärexperten ein „Momentum des Kriegs“ erzeugen und über Sieg oder Niederlage in der gesamten Region entscheiden. Die Etablierung einer dauerhaften Präsenz an den Ufern des Dnipro würde den ukrainischen Truppen die Überfahrt schwerer Waffensystem und gepanzerter Fahrzeuge in neue Frontabschnitte ermöglichen. Nach Einschätzungen des ISW könnte eine Rückeroberung der Wasserstraße die russischen Truppen spalten und beim Vorstoß auf die besetzte Krim helfen.

Einen kleinen Brückenkopf konnten die ukrainischen Streitkräfte bereits nahe der zerstörten Antoniwskyj-Brücke bei Cherson errichten. Weitere sollen nun folgen. In der vergangenen Woche habe es einen Anstieg kleinerer Kampfhandlungen entlang des Flusses gegeben, hieß es am Montag (14. August) aus London.

Was ist ein Brückenkopf?

Möchte eine Konfliktpartei in feindliches Territorium eindringen, überquert sie zunächst das Gewässer, um sich dann in einem begrenzten Bereich in Ufernähe festzusetzen. Um diesen Bereich zu sichern, wird ein Brückenkopf errichtet. Von dort aus wird eine Versorgungs-Verbindung zum eigenen Gebiet hergestellt, um weiteres Material und Personal in das verfeindetet Gebiet zu transportieren.

Ukrainische Streitkräfte hätten russische Positionen am anderen Ufer überfallen oder würden versuchen, weitere kleine Wehrposten zu errichten. „Bei der gemeldeten ukrainischen Präsenz am linken Ufer des Flusses Dnipro handelt es sich wahrscheinlich nicht um einen Brückenkopf. Zumindest jetzt noch nicht“, schrieb Georg Barros, Analyst für Ukraine und Russland Fragen des ISW über Twitter.

Russland in Sorge um ukrainische Stellungen bei Dorf am Dnipro

Das Institut geht derzeit davon aus, dass Russland in großer Sorge vor dauerhaften ukrainischen Stellungen in diesem Bereich ist. Die anhaltenden Kampfhandlungen der Ukraine am Ufer des Dnipro erhärten die russischen Befürchtungen. Die Besatzer könnte möglicherweise nicht über die nötigen Ressourcen verfügen, um einen ukrainischen Brückenkopf über den Fluss Dnipro erfolgreich zu durchbrechen, vermuten die amerikanischen Kriegsexperten: „Ein effektiver russischer Gegenangriff könnte diese ukrainische Vorstoßposition bedrohen, es bleibt jedoch unklar, ob die russischen Streitkräfte über die dafür erforderlichen Reserven verfügen“, heißt es.

Die Ukraine kämpft erbittert um ihre Stellungen im Dnipro-Delta. (Archivfoto)

Russische Militärblogger behaupteten, dass ukrainische Sabotage- und Aufklärungsgruppen weiterhin westlich von Kosatschi Laheri operieren, die ostukrainische Siedlung selbst aber immer noch unter russischer Kontrolle sei. Bislang verfüge die ukrainische Armee nicht über die nötigen Mittel, um am östlichen Ufer des Dnipro weitere Brückenköpfe aufzuschlagen. Christian Mölling, Forschungsdirektor der Gesellschaft für Auswärtige Politik, und András Rácz, Mitglied im Programm Sicherheit und Verteidigung der für Auswärtige Politik, halten es auch zukünftig für äußerst unwahrscheinlich, dass bei Kosatschi Laheri ein neuer Brückenkopf errichtet oder ausgebaut werden könnte.

Das Gebiet befinde sich immer noch in Reichweite der russischen Artillerie und sei ein einfaches Ziel für Gleitbomben. Eine ukrainische Brücke sei in diesem Bereich des Dnipro „äußerst verwundbar“, schrieben die Fachleute bei ZDFheute. „Solange es der Ukraine nicht gelingt, die russische Artillerie und Luftwaffe daran zu hindern, den Antonowsky-Brückenkopf anzugreifen und eine Pontonbrücke zu errichten, ist es äußerst unwahrscheinlich, dass entweder dieser oder der Kosatschi-Laheri-Brückenkopf erweitert werden könnte“, so Mölling und Rácz.

Ukrainische Präsenz stellt Russland vor Dilemma

Die ukrainische Präsenz in Kosatschi Laheri erfülle jedoch einen anderen Zweck als die Errichtung eines Brückenkopfes. „Die Verteidigungslinien sind entlang einer Ost-West-Achse ausgerichtet, da ihr Zweck darin besteht, einen von Norden kommenden Angriff aufzuhalten. Daher droht jede ukrainische Präsenz westlich dieser Befestigungsanlagen, diese zu flankieren“, erklärten die beiden Militärexperten. Mit ihrer Landung in Kosatschi Laheri versuche die ukrainische Führung zudem Russland dazu zu bringen, seine Streitkräfte zu teilen und einige Eliteeinheiten von der Frontlinie in Saporischschja hierher zu verlegen.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

Michael Clarke, Verteidigungsexperte und Professor am King‘s College London, vermutet hinter dem Vorgehen der Streitkräfte ebenfalls „eher eine Ablenkung“, um russische Truppen von anderen Standorten fortzulocken. Das Verteidigungsministerium in London spricht von einem russischen Dilemma. Moskau stünde nun vor der Wahl, ob es auf diese Bedrohungen reagiere und die Kräfte am Dnipro zulasten der bereits ausgedünnten Einheiten im Oblast Saporischschja verstärke, die mit der ukrainischen Gegenoffensive konfrontiert seien. (aa/dpa)

Rubriklistenbild: © LIBKOS/dpa

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