News-Ticker zum Ukraine-Krieg

Wagner-Chef Prigoschin verkündet Einnahme von Bachmut

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Russland erleidet im Ukraine-Krieg schwere Verluste und verliert Waffen und Ausrüstung. Der Kampf um Bachmut scheint entschieden. Der News-Ticker.

HINWEIS DER REDAKTION: Dieser Ticker ist geschlossen. Dia aktuellen Entwicklungen im Krieg in der Ukraine entnehmen Sie bitte unseren neuen News-Ticker.

Update vom 3. April, 4.20 Uhr: Die Söldnertruppe Wagner hat nach eigenen Angaben die heftig umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut „im rechtlichen Sinne“ erobert. „Im rechtlichen Sinne ist Bachmut eingenommen worden“, teilte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin am Montag im Onlinedienst Telegram mit. Zuvor hatte die ukrainische Armee angegeben, Bachmut weiterhin zu „halten“. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj räumte jedoch eine „schwierige“ Lage ein.

Wagner-Chef Prigoschin zufolge konzentrierte sich die ukrainische Armee „auf die westlichen Gebiete“. Nach seinen Angaben war das Verwaltungsgebäude der Stadt unter russischer Kontrolle. In einem Video zu dem Telegram-Beitrag ist der Wagner-Chef zu sehen, wie er eine russische Flagge mit der Aufschrift zu Ehren des russischen Militärbloggers Wladlen Tatarski hält, der am Sonntag bei einem Bombenanschlag in einem Café in St. Petersburg getötet worden war.

Der Chef der Wagner Gruppe Jewgeni Prigoschin bei einem Besuch in der Donezk Region.

„Die Kommandeure der Einheiten, die das Rathaus und das gesamte Zentrum eingenommen haben, werden diese Flagge aufstellen“, sagte der Wagner-Chef. „Das ist die private Militärfirma Wagner, das sind die Jungs, die Bachmut eingenommen haben. Rechtlich gesehen gehört es uns.“

News im Ukraine-Krieg: Russland wirft Ukraine Beschuss eines Dorfes vor

Update vom 2. April, 22.35 Uhr: Der Gouverneur der russischen Region Kursk, Roman Starowoit, wirft der Ukraine Beschuss eines Grenzdorfes vor. „Sieben Bewohner des Dorfes Nikolaewo-Darjino, Distrikt Sudschanski, wurden heute durch Mörserbeschuss der Ukraine unterschiedlich schwer verletzt“, zitierte die Staatsagentur Ria Nowosti aus Starowoits Telegram-Kanal. Die Verletzten, darunter Frauen und Kinder, hätten sich auf einem Friedhof befunden.

Unterdessen untermauert der Kreml seine Provokation mit der Stationierung von Atomwaffen in Belarus: Offenbar sollen die Geschosse an der westlichen Grenze des Landes untergebracht werden - Polen und Litauen grenzen an Belarus.

Explosion in Russland – bekannter Militärblogger kommt ums Leben

Update vom 2. April, 19.25 Uhr: Bei einer Explosion in Russland ist Berichten zufolge ein bekannter Militärblogger ums Leben gekommen: Der Kriegsberichterstatter Vladen Tatarsky sei bei der Detonation in einem St. Petersburger Café getötet worden, meldet unter anderen die russische Staatsagentur Tass.

Unterdessen berichtet der Generalstab in Kiew weiter von schweren Gefechten in der Ostukraine. In Bachmut sei die Lage weiterhin „sehr angespannt“, schrieb Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar auf Facebook. Der Gegner setze dort neben den Angehörigen der berüchtigten Söldnertruppe Wagner inzwischen auch Fallschirmjägereinheiten ein. „Der Feind lässt sich durch die exorbitanten Verluste an Personal nicht abschrecken, die Entscheidungen werden emotional getroffen.“

London nennt Gründe für hohe Verluste Russlands: Alkohol wohl Problem im Ukraine-Krieg

Update vom 2. April, 17.28 Uhr: Nach Darstellung des britischen Verteidigungsministeriums ist der Konsum von Alkohol einer der Gründe für die hohe Opferzahl der russischen Streitkräfte in der Ukraine. Obwohl Russland seit dem Beginn des Angriffskriegs vor einem Jahr bis zu 200.000 Soldaten durch Verletzungen oder Tod verloren habe, seien viele dieser Verluste auf andere Ursachen als die eigentlichen Kampfhandlungen zurückzuführen.

Das Ministerium in London berief sich in seinem Update vom Sonntag auf Erkenntnisse des Geheimdienstes. „Russische Kommandeure betrachten den verbreiteten Alkoholmissbrauch wohl als besonders abträglich für die Effektivität der Kampfhandlungen“, hieß es in dem Bericht.

Ging am 8. Oktober 2022 in Flammen auf: Die Krim-Brücke über die Straße von Kertsch.

Zur „Befreiung“ der Krim: Ukraine legt Zwölf-Punkte-Plan vor

Update vom 2. April, 16.34 Uhr: Die Ukraine hält an ihrem Rückeroberungsziel fest: Zur „Befreiung“ der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim hat der Sekretär des Nationalen Sicherheitsrats, Olexij Danilow, in Kiew einen 12-Punkte-Plan vorgelegt.

Er sieht die Zerstörung der Krim-Brücke mit der Auto- und Eisenbahnverbindung zum russischen Kernland ebenso vor, wie Einleitung von Strafverfahren gegen Kollaborateure und Verräter. Die Staatsdiener auf der Krim, die sich 2014 bei der Annexion mit den russischen Besatzern eingelassen hätten, würden einer „Säuberung“ unterzogen nach dem Vorbild der Entnazifizierung Deutschlands nach dem Zweiten Weltkrieg, teilte Danilow laut der Nachrichtenagentur dpa mit. 

Russische Verluste erhöhen sich – Ukraine legt 12-Punkte-Plan für Krim vor

Die Kollaborateure und Verräter des ukrainischen Staates sollen in Strafverfahren zur Rechenschaft gezogen werden, heißt es etwa in Schritt 2 des Plans. Besonders erwähnte Danilow auch Richter:innen, Staatsanwält:innen, Angehörige der Sicherheitsorgane, die sich 2014 auf die Seite Russlands geschlagen hätten. Russische Staatsbürger:innen, die sich nach Februar 2014, auf der Krim niedergelassen haben, sollen vertrieben werden. Grundstückskäufe und andere Verträge würden annulliert.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

In russischen Staatsmedien spielte der Plan umgehend eine Rolle. So rief der Gouverneur der Krim-Metropole Sewastopol, Michail Raswoschajew, die Menschen dazu auf, sich von den Äußerungen der „kranken Leute“ in Kiew nicht beeindrucken zu lassen. „Man muss sie heilen, und darum kümmert sich gerade auch unser Militär“, sagte er mit Blick auf Russlands Krieg gegen die Ukraine.

Weitere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg - Militär nennt neue Zahlen

Update vom 2. April, 14.49 Uhr: Russland hat in den vergangenen Wochen im Angriffskrieg gegen die Ukraine etliche Waffen und militärische Ausrüstung verloren. Laut Kyiv Independent konnte Kiew ein Flugzeug, 33 Drohnen, 23 Panzer, 56 Artilleriesysteme und 39 gepanzerte Fahrzeuge zerstören.

  • Soldaten: 174.550 (+560)
  • Fahrzeuge: 5.537 (+9)
  • Mannschaftstransportwagen: 6.986 (+5)
  • Panzer: 3.618 (+2)
  • Artilleriesysteme: 2.687 (+4)
  • Flugabwehrsysteme: 279 (+0)
  • Mehrfachraketenwerfer: 527 (+0)
  • Quelle: Ukrainischer Generalstab vom 2. April. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig prüfen.

Neue Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Neue Zahlen veröffentlicht

Update vom 2. April, 10.22 Uhr: Russland hat im Ukraine-Krieg erneut mit schweren Verlusten zu kämpfen. Im Vergleich zum Vortag sind 560 Soldaten gefallen. Außerdem verlor der Kreml zwei Panzer, vier Artilleriesysteme und neun gepanzerte Fahrzeuge. Das geht aus dem täglichen Lagebericht des ukrainischen Verteidigungsministeriums hervor.

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg: Munition wird knapp

Update vom 2. April, 08.38 Uhr: Russland will seine Munitionsproduktion angeblich um ein Vielfaches gesteigert haben. Das teilte das Verteidigungsministerium mit. „Das betrifft sowohl gewöhnliche als auch Hochpräzisionsmunition“, sagte Verteidigungsminister Sergej Schoigu demnach am Samstag bei einer Sitzung des Generalstabs. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht. Doch zuletzt hatten beide Kriegsparteien in dem Konflikt mit einem eklatanten Mangel an Munition zu kämpfen.

News im Ukraine-Krieg: Selenskyj fordert Reform des UN-Sicherheitsrats

Update vom 2. April, 06:32 Uhr: Angesichts der vielen Toten im Ukraine-Krieg hat der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj eine Reform des UN-Sicherheitsrats gefordert. Er kritisierte die Vereinten Nationen dafür, dass Russland den Vorsitz des Gremiums trotz seines Angriffskrieges hätte übernehmen dürfen. Erst am Vortag habe die russische Artillerie ein fünf Monate altes Kind getötet und nun übernehme es bei den Vereinten Nationen eine führende Rolle, kritisierte Selenskyj am Samstagabend in seiner täglichen Videoansprache. „Es ist kaum etwas vorstellbar, was den vollständigen Bankrott solcher Institutionen besser demonstriert“, so der 45-Jährige.

Der Vorsitz im Sicherheitsrat rotiert monatlich in alphabetischer Reihenfolge, wobei neben den fünf ständigen auch die zehn nichtständigen Mitglieder an die Reihe kommen. Zuletzt hatte Russland den Vorsitz im Februar 2022 inne - als es die Ukraine überfiel.

Ukraine-Krieg: Ukraine weitet Raketenangriffe auf Russlands Truppen aus

Update vom 1. April, 21.20 Uhr: Ukrainische Kampfflugzeuge haben Versammlungsgebiete russischer Truppen in der Ukraine im Laufe des Tages mit acht Luftschlägen angegriffen, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Zudem habe es separate Raketen- und Artillerieangriffe gegen drei weitere Gebiete sowie zwei russische Munitionsdepots gegeben.

Update vom 1. April, 19.15 Uhr: In Richtung der ukrainischen Städte Lyman, Bachmut, Awdijiwka und Marinka gibt es weiterhin schwere Zusammenstöße zwischen russischen und ukrainischen Truppen. Ukrainische Soldaten haben im Laufe des Tages mehr als 50 russische Angriffe gegen diese Gebiete zurückgeschlagen, teilte der Generalstab in Kiew mit. Versuche zum Vorstoß um Lyman seien ohne Erfolg geblieben, berichtete das Kommando zudem. Das ukraiinische Militär verteidige Bachmut weiterhin „tapfer“, hieß es in dem Bericht.

Ukraine-Krieg: Angriffe gegen Bachmut werden weniger - neue Verluste für Russland

Update vom 1. April, 16.30 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs nimmt die Intensität russischer Angriffe auf die Stadt Bachmut ab. Die Stadt sei zwar immer noch eine Priorität für russische Truppen, erklärte Armeesprecher Serhij Tscherewatji. Allerdings gebe es seit letzter Woche weniger Angriffe. Dort hätten ukrainische Truppen in den vergangenen Tagen 162 russische Soldaten getötet. Außerdem seien 157 russische Soldaten verletzt worden, behauptete er.

Russlands Verluste im Ukraine-Krieg: Ukraine setzt wohl weitere Saboteure fest

Update vom 1. April, 15.05 Uhr: Ukrainische Soldaten haben in der Nähe der Stadt Charkiw im Nordosten des Landes eine Gruppe „russischer Saboteure“ außer Gefecht gesetzt. Dies teilte Vyacheslaw Sadorenko, der Verwalter der Gemeinde Derhatschi im Nordwesten der Stadt, mit. Russische Soldaten hätten versucht, die Gemeinde mit „Saboteurgruppen“ auszuspähen und Informationen zu sammeln, zitierte die Nachrichtenagentur Ukrinform den Verwalter.

Update vom 1. April, 12.26 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu den russischen Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach hat die russische Armee innerhalb von 24 Stunden 630 weitere Soldaten und einen Panzer verloren. Die Informationen lassen sich zum aktuellen Zeitpunkt nicht unabhängig prüfen.

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg – über 70 russische Angriffe am Freitag

Update vom 1. April, 9.17 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben offenbar alleine am Freitag 70 russische Angriffe auf Stellungen in der Region Donezk abgewehrt. Wie der ukrainische Generalstab in seinem Morgen-Update am Samstag verkündete, lag der Fokus der russischen Angriffe auf den Städten Lyman, Bachmut, Awdijiwka und Marinka entlang der Frontlinie. Dabei habe die russische Armee fünf Raketenangriffe, 16 Luftschläge und 39 Angriffe mit Mehrfachraketenwerfern ausgeführt. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Raketenangriffe auf das Territorium der Ukraine bleibe „hoch“, schrieb der Generalstab.

Update vom 1. April, 6.45 Uhr: General Mark Miley, der Vorsitzende des Vereinigten Generalstabs in den USA, rechnet nicht mit einem Ende des Ukraine-Kriegs noch in diesem Jahr. Präsident Selenskyj hatte als Kriegsziel definiert, alle russischen Streitkräfte vom Hoheitsgebiet der Ukraine zu vertreiben. „Und das ist eine bedeutende militärische Aufgabe. Eine sehr, sehr schwierige militärische Aufgabe“, sagte Miley. „Wir haben es mit einigen hunderttausend Russen zu tun, die sich noch in der von Russland besetzten Ukraine aufhalten. Ich sage nicht, dass es nicht machbar ist. Ich sage nur, dass es eine sehr schwierige Aufgabe ist.“

Weitere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg – Selenskyj sieht Treffen zwischen Putin und Xi gescheitert

Update vom 31. März, 22.20 Uhr: Bei seinem Besuch in Butscha fand der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj deutliche Worte: „Das Signal, dass Russland seine Atomwaffen in Weißrussland stationieren will, sagt mir, dass das Treffen mit China nicht erfolgreich war, es ist gescheitert“, erklärte er laut CNN gegenüber Reporterinnen und Reportern vor Ort. Und auch gegen Alexander Lukaschenko holte Selenskyj aus. Dieser habe „jegliche Bedeutung verloren“ und könne „nichts darüber entscheiden, welche Art von Waffen in seinem Land stationiert werden.“

Schwere Verluste für Russland im Ukraine-Krieg – Ukrainisches Militär nennt neue Zahlen

Update vom 31. März, 19.35 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs richten russische Truppen in der Ukraine ihre Angriffe in erster Linie gegen Bachmut, Belogoriwka, Awdijinka und Marijinka. Die ukrainische Armee habe im Laufe des Tages 30 russische Angriffe zurückgeschlagen, hieß es im Bericht auf Facebook. Außerdem habe Russlands Militär fünf Raketen sowie 12 Luftangriffe gegen Ziele in der Ukraine durchgeführt.

Update vom 31. März, 17.50 Uhr: Ukrainische Kampfflugzeuge haben Versammlungsgebiete russischer Besatzungstruppen in der Ukraine mit insgesamt sechs Luftschlägen angegriffen, wie der ukrainische Generalstab mitteilte. Dabei seien auch ein Treibstofflager, zwei Luftabwehrsysteme sowie eine Artillerieeinheit beschossen worden. Auch eine Station zur elektronischen Kriegsführung sei unter den Zielen gewesen.

Russland stuft USA als „größte Bedrohung“ ein: Putin unterzeichnet neue außenpolitischen Doktrin

Update vom 31. März, 16.15 Uhr: Russland hat die USA in einer von Kremlchef Wladimir Putin am Freitag unterzeichneten neuen außenpolitischen Doktrin als größte Gefahr eingestuft. Die USA seien „Hauptanstifter, Organisator und Vollstrecker der aggressiven antirussischen Politik des kollektiven Westens“, heißt es in dem Dokument. Die USA seien „Quelle der Hauptrisiken für die Sicherheit Russlands, des internationalen Friedens und einer ausgeglichenen, gerechten und nachhaltigen Entwicklung der Menschheit“. Dementsprechend werde Russland seine Politik ausrichten.

Als strategische Partner Russlands gelten der Doktrin zufolge China und Indien. Gegenüber anderen Ländern werde sich Moskau so positionieren, wie diese sich gegenüber Russland verhielten. Es gelte aber, die „Überreste der Dominanz“ der USA und anderer „unfreundlicher Staaten“ abzubauen. Dabei wird in der Doktrin eine „Russophobie“ westlicher Staaten beklagt. Zudem wird Europa zu einer größeren Eigenständigkeit gegenüber den USA aufgerufen.

Weiteres Kriegsschiff im Schwarzen Meer: Russland stockt Marine-Einheiten auf

Update vom 31. März, 14.15 Uhr: Nach Angaben des ukrainischen Militärs hat die russische Marine ein weiteres Kriegsschiff ins Schwarze Meer verlegt. Die Fregatte könne acht Marschflugkörper des Typs Kalibr abfeuern, warnte das ukrainische Südkommando laut der Nachrichtenagentur Ukrinform.

Ukraine-Krieg: Lukaschenko befürchtet keine neuen Strafmaßnahmen

Update vom 31. März, 13.00 Uhr: Der weißrussische Präsident Alexander Lukaschenko hat am Freitag erklärt, er fürchte keine neuen westlichen Sanktionen gegen sein Land wegen der Stationierung russischer taktischer Atomwaffen in Weißrussland. Wie Reuters berichtet, sagte Lukaschenko in einer im Fernsehen übertragenen Ansprache an die Nation, Minsk sei bereit, seine Souveränität mit allen Mitteln zu verteidigen, auch mit atomaren.

Lukaschenko fügte hinzu, dass Belarus ein Kontingent von Spezialkräften an seiner südlichen Grenze zur Ukraine stationiert habe, „um Provokationen zu verhindern“.

News zum Ukraine-Krieg: Kiew gibt Bachmut nicht auf

Update vom 31. März, 11.40 Uhr: Die ukrainischen Verteidigungskräfte halten ihre Stellung in der Stadt Bachmut in der Region Donezk und fügen den russischen Invasionstruppen schwere Verluste zu. Dies berichtet der Kommandeur der ukrainischen Bodentruppen, Generaloberst Oleksandr Syrskyi. Unabhängig prüfen lässt sich diese Meldung nicht.

„In Bachmut ist der Feind in einigen Gebieten spürbar nervös, weil die Zeit gegen ihn spielt und den Besatzern die personellen Ressourcen für den Sturm auf unsere Stellungen ausgehen“, so Syrskyi nach Angaben des Portal Ukrinform weiter.

News zum Ukraine-Krieg: Fast 150.000 Russen im Frühjahr einberufen

Update vom 31. März, 10.40 Uhr: Die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtet am Morgen über die geplante Frühjahreseinberufung in Russland und zitiert den Generalstab der Streitkräfte der Russischen Föderation mit der Aussage, dass es sich nicht um eine zweite Mobilisierungswelle handelt.

Tass zitiert Wladimir Zimljanskij, den Leiter der Hauptdirektion für Organisation und Mobilisierung des Generalstabs, mit den Worten: „Ich möchte Ihnen allen versichern, dass die Pläne des Generalstabs keine zweite Mobilisierungswelle vorsehen. Diejenigen, die bereits zum Militärdienst einberufen wurden, sowie die Bürger, die freiwillig den Wunsch geäußert haben, an der Operation teilzunehmen, reichen aus, um die zugewiesenen Aufgaben zu erfüllen.“

Tass meldet weiter, dass die Frühjahrseinberufung 2023 zur „üblichen Zeit“ stattfinden wird, d. h. vom 1. April bis zum 15. Juli, und 147.000 Russen im Alter von 18 bis 27 Jahren betreffen wird.

News zum Ukraine-Krieg: Ukraine schießt russische Drohen ab

Update vom 31. März, 9.40 Uhr: Die russischen Invasionstruppen haben Shahed-136/131 Einweg-Angriffsdrohnen aus dem Norden auf die Ukraine abgeschossen, sowie fünf weitere Objekte, wahrscheinlich Ballons. Dies teilte das Luftwaffenkommando der Ukraine auf Facebook mit, wie Ukrinform berichtet.

In der Mitteilung heiß es weiter, dass neun von zehn der Drohnen zerstört wurden. Eine davon wurde von einer Luftabwehreinheit der ukrainischen Bodentruppen abgeschossen, acht weitere wurden von Flugabwehrraketeneinheiten der Luftwaffe und mobilen Gruppen des Luftkommandos Ost zerstört. Wie unter Berufung auf den Generalstab berichtet wurde, schoss Russland außerdem neun S300-Raketen auf zivile Infrastrukturen in Charkiw ab.

Erhebliche Verluste für Russland: Ukrainisches Militär veröffentlicht aktuelle Zahlen

Update vom 31. März, 8.20 Uhr: Das ukrainische Militär hat seine Daten zu den russischen Verlusten im Ukraine-Krieg aktualisiert. Demnach sind innerhalb eines Tages weitere 460 russische Soldaten im Kampf gefallen. Das geht aus dem Bericht des Generalstabs hervor. Die Zahlen im Überblick:

Ukraine wehrt Angriffe in Bachmut ab – Drohnenalarm in Kiew

Update vom 31. März, 6.15 Uhr: Die ukrainischen Truppen schlugen im Osten des Landes nach eigenen Angaben mehrere gleichzeitig geführte russische Angriffe an verschiedenen Frontabschnitten zurück. „Im Brennpunkt“ standen die Abschnitte bei Kupjansk, Limansk, Bachmut, Awdijiwka und Marjinsk, wie der Generalstab in Kiew am Donnerstag in seinem Lagebericht mitteilte. „Insgesamt wurden 47 Angriffe des Feindes abgewehrt.“

Einmal mehr stand die schwer umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut im Mittelpunkt des Geschehens. Am Abend wurde in der gesamten Ukraine Luftalarm ausgelöst. In Kiew wurden die Bewohner wegen bevorstehender Angriffe mit sogenannten Kamikaze-Drohnen aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. In Charkiw im Osten des Landes gab es Explosionen, aus mehreren Städten wurden Drohnen-Überflüge gemeldet.

News zum Ukraine-Krieg: Verteidiger von Bachmut wehren mehrere Angriffe ab

Update vom 30. März, 19.01 Uhr: Bachmut bleibt weiter schwer umkämpft. „Unsere Verteidiger halten die Stadt jedoch tapfer und wehren zahlreiche feindliche Angriffe ab“, teilte der ukrainische Generalstab nun auf Facebook mit. „Insgesamt wurden 47 Angriffe des Feindes abgewehrt“, hieß es im Lagebericht von diesem Donnerstag (30. März) weiter. „Im Brennpunkt“ hätten neben Bachmut auch Kupjansk, Limansk, Awdijiwka und Marjinsk gestanden.

News zum Ukraine-Krieg: Litauen verschärft Strafen für Verstöße gegen Russland-Sanktionen

Update vom 30. März, 17.11 Uhr: In Litauen werden Unternehmen künftig noch härter bestraft, die gegen Russland-Sanktionen verstoßen. Am Donnerstag stimmte Parlament in Vilnius für eine Verschärfung der bisher geltenden Regelungen in dem baltischen EU- und Nato-Land.

Demnach können Verstöße gegen die Sanktionen künftig mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro oder bis zu 5 Prozent des Jahresumsatzes sowie der Beschlagnahmung von Gütern oder Geld im Zusammenhang mit den Verstößen geahndet werden. Litauen grenzt an die russische Ostsee-Exklave Kaliningrad und an Russlands Verbündeten Belarus.

News zum Ukraine-Krieg: Neue Einschätzung des Verteidigungsministeriums

Update vom 30. März, 15.55 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums dient eine geplante Rekrutierungskampagne in Russland von Freiwilligen für den Krieg gegen die Ukraine lediglich als Tarnung für neue Zwangseinziehungen. Die Geheimdienstinformationen lassen die reale Möglichkeit zu, dass die Unterscheidung zwischen Freiwilligen und Zwangseinziehungen in der Praxis verwischt und regionale Behörden Männer zum Beitritt zwingen werden, um ihre Einstellungsziele zu erreichen. Laut russischen Medien sollen 400.000 Freiwillige angeworben werden.

News zum Ukraine-Krieg: Geheimdienst nimmt Journalisten fest

Update vom 30. März, 13.30 Uhr: Der russische Geheimdienst FSB hat in Jekaterinburg im Ural einen Korrespondenten des Wall Street Journal festgenommen. Evan Gershkovich werde der „Spionage im Interesse der amerikanischen Regierung“ verdächtigt, teilte der FSB laut Staatsagentur Tass mit. Er habe im Auftrag der US-Seite Informationen über den militärisch-industriellen Komplex in Russland gesammelt, die ein Staatsgeheimnis darstellten. Das Wall Street Journal bestätigte die Festnahme.

News zum Ukraine-Krieg: Selenskyj erinnert an russischen Abzug aus Gebiet Kiew

Update vom 30. März, 12.20 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat mit einem Video an den russischen Abzug aus dem Gebiet Kiew vor einem Jahr erinnert. Das Jahr 2022 sei für viele zum schrecklichsten ihres Lebens geworden. Die russischen Truppen hätten „Tod und Zerstörung“ gebracht. „Ereignisse, die man sich im 21. Jahrhundert nicht vorstellen konnte, wurden in den Vororten von Kiew Butscha und Irpin zur Realität“, schrieb der 45-Jährige auf Telegram. „Doch die Befreiung des Gebietes Kiew wurde zu einem Symbol dessen, dass die Ukraine in diesem Krieg gewinnen kann“, so der Staatschef.

Ukraine aktuell: Bachmut wird angeblich zum „Schlachtfeld für Russen“

Update vom 30. März, 11.00 Uhr: Die Wagner-Söldner, die in der schwer umkämpfen Stadt Bachmut im Einsatz sind, erleiden angeblich eine „enorme Anzahl von Verlusten“. Das sagte der hochrangigste Offizier der amerikanischen Streitkräfte, US-Generalstabschef Mark Milley, laut CNN vor US-Gesetzgebern. „Die Ukrainer führen eine sehr effektive Raumverteidigung durch, die den Russen nachweislich sehr teuer zu stehen kommt. Es ist also ein Schlachtfest für die Russen.“ Die ukrainische Militärführung hatte am Mittwoch einen russischen Teilerfolg bei den Kämpfen um Bachmut eingeräumt.

Ukraine-Krieg: Kiew kündigt Zeitplan für Frühjahrsoffensive an

Update vom 30. März, 8.00 Uhr: Wann beginnt die erwartete Frühjahrsoffensive der ukrainischen Armee? Wahrscheinlich im April oder Mai. Das sagte zumindest der ukrainische Verteidigungsminister Oleksij Resnikow in einem Interview mit dem estnischen Sender ERR. Die deutschen Leopard-Panzer, die bereits in der Ukraine eingetroffen sind, würden Teil der „Gegenoffensive auf Beschluss unseres Generalstabs“ sein, so Resnikow: „Ich bin sicher, dass wir die Befreiung der vorübergehend besetzten Gebiete fortsetzen werden, wie es in Kiew, Tschernihiw, Sumy, Charkiw und Cherson (Oblasts) geschehen ist. Das alles wird weitergehen.“ Vieles hänge aber auch von den Wetterbedingungen ab, so der Minister.

Vizeministerin: Russische Verluste bis zehnmal höher als ukrainische

Die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar gab erstmals konkretere Einblicke in die Verluste der Streitkräfte. Demnach sind die Zahlen der Toten auf russischer Seite deutlich höher als auf der ukrainischen. „Es gibt Tage im Osten, an denen das Verhältnis der Verluste (Todesopfer) bei 1 zu 10 liegt“, teilte sie am Mittwoch auf Telegram mit. „Das ist natürlich nicht jeden Tag der Fall, und das durchschnittliche Verhältnis ist niedriger, aber immerhin.“

Das ukrainische Militär hat bisher keine Angaben zu den eigenen Verlusten seit Kriegsbeginn vor über einem Jahr gemacht. Dagegen wird eine tägliche Statistik mit den angeblichen Verlusten des russischen Militärs veröffentlicht. Demnach haben die russischen Streitkräfte bisher über 172.000 Tote zu beklagen. Das russische Militär macht seinerseits auch keine Angaben zu den eigenen Verlusten. Der britische Verteidigungsminister Ben Wallace schätzte die russischen Verluste an Toten und Verwundeten am Mittwoch auf rund 220.000 ein, wie Sky News berichtete.

Kiews Luftwaffensprecher: Brauchen moderne Jets

Die Luftstreitkräfte der Ukraine benötigen nach den Worten ihres Sprechers Juri Ihnat „dringend“ moderne Kampfflugzeuge. „Uns helfen weder die polnischen noch tschechischen Migs, ebenso wie Mirages oder Tornados“, sagte Ihnat am Mittwoch im ukrainischen Fernsehen. Die von den Nachbarn erhaltenen Migs seien zwar eine willkommene und notwendige Verstärkung, doch benötige die Ukraine vielmehr Mehrzweckkampfflugzeuge der vierten Generation, wie etwa die amerikanische F-16. Da die Ausbildung von Piloten und Bodenpersonal an diesen Maschinen „kein einfacher Prozess“ sei, wäre eine Entscheidung „möglichst gestern“ nötig. (mit Agenturmaterial)

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