„Unser Territorium“

Putins Bluthund bellt wieder: Kadyrow droht „Pandabär“ Scholz und Deutschland

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Abseits von Attacken gegen Polen und die Ukraine richtet Ramsan Kadyrow deutliche Worte an Bundeskanzler Olaf Scholz. Eine Drohung sendet er auch an Deutschland.

München – Länger war es still um den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow im Ukraine-Krieg. Doch nun hat sich „Putins Bluthund“ wohl wieder selber von der Kette gelassen und bellt in altgewohnter Manier in Richtung Kiew, Warschau und sogar Berlin. Zum Anlass für das Ende seines Schweigegelübdes nahm der 46-jährige Kadyrow ein Interview im russischen Staatsfernsehen.

Drohungen aus den Reihen der engsten Vertrauten von Wladimir Putin stehen mittlerweile zwar mehr oder weniger an der Tagesordnung und gehören zum Alltag im Ukraine-Krieg und abseits davon. Denn der Westen ist immer wieder ein beliebtes Ziel von Ex-Präsident Dmitri Medwedew, Außenminister Sergej Lawrow oder jüngst auch Putin selbst. Dennoch könnten Kadyrows Drohungen zumindest bei der Regierung der Ukraine, aber auch jene in Deutschland und Polen für mehr als nur hochgezogene Augenbrauen gesorgt haben.

Putins Bluthund bellt wieder: Kadyrow droht Deutschland – Osten ist „unser Territorium“

Deutschland und Bundeskanzler Scholz im Visier von Putins Bluthund. Kadyrow bezechnet Ostdeutschland als „unser Territorium“.

Einmal in Fahrt ließ sich Kadyrow, der Verhandlungen zum Ende des Ukraine-Kriegs mit Kiew strikt ablehnt, nicht stoppen und richtete seine ganz eigene Drohung direkt an Berlin. Nach dem Willen von Putins Bluthund sollen Russlands Soldaten wohl in Deutschland einmarschieren. „Wir sollten dahin zurückkehren“, so Kadyrow bei Russlands Rossija-1, „es ist unser Territorium.“

Seiner Ansicht nach hätten die Deutschen als „Verräter“ bestraft werden sollen, „sodass sie ihren Platz verstehen.“ Der Rückzug der sowjetischen Truppen in den 90er-Jahren aus dem heutigen Ostdeutschland sei eine falsche Entscheidung der damaligen Führung gewesen, die wieder geändert werden müsse. Jetzt müsse man langsam wieder dort eindringen, „damit wir sie jederzeit kontrollieren können“, so Kadyrow.

Kadyrow beleidigt Bundeskanzler Scholz als „Pandabär“ – „in die Schnauze“ hauen

Im beinahe gleichen Atemzug hatte Kadyrow auch noch ein paar weniger freundliche Worte für Deutschlands Bundeskanzler übrig. Diese sind in einem Ausschnitt des Propaganda-Videos zu sehen, das Anton Gerashchenko, seines Zeichens Berater des ukrainischen Innenministeriums, auf Twitter teilte.

Demnach polterte Kadyrow in Richtung Olaf Scholz, dass sich der Kanzler weich „wie ein Pandabär“ bei seinem Besuch des russischen Präsidenten gegeben. Während er jetzt vom Rednerpult mit hasserfüllten Äußerungen über Russland abgebe, so Kadyrow, bevor er klarstellte, dass Olaf Scholz „in die Fresse“ geschlagen werden solle.

Putins Bluthund bellt wieder: Kadyrow droht Ukraine und Polen in Russlands Staats-TV

Doch Deutschland und Scholz waren nicht die einzigen Ziele in Kadyrows Interview bei Rossija-1. Zuvor hatte Putins Bluthund bereits die Ukraine und Polen ins Visier genommen. „Wir werden Odessa, Charkiw und Kiew einnehmen. Wir machen langsam Fortschritte“, legte Kadyrow quasi einen Durchmarsch in dem ausgestrahlten Interview auf Russlands Staats-TV-Sender, nahe.

Abseits der massiven Gebietsgewinne im Ukraine-Krieg, die sich Kadyrow wohl infolge der befürchteten Großoffensive verspricht, machte der Präsident der russischen Teilrepublik Tschetschenien auch nicht vor weiteren Drohungen in Richtung Westen und der Nato halt. „Wir werden durchkommen und Polen erreichen, das aus vollem Halse schreit, obwohl es keine Kraft hat“, bellte „Putins Bluthund“ weiter.

„Wir haben Resultate erzielt, von denen der Westen, die Nato-Staaten und die EU nicht einmal zu träumen gewagt haben“, hebt Putins Bluthund Kadyrow die zweifelhaften Erfolge Russlands hervor, selbst wenn die USA nach den Panzerlieferungen auch die Ukraine unter Druck setzen. Eine sehr optimistische Ansicht, wenn man bedenkt, dass Putins Pläne zu Beginn des Krieges noch davon ausgingen, dass Kiew innerhalb von zwei Tagen unter russischer Kontrolle stehen würde. Hinzu kommt die derzeit harten, aber wenig erfolgreichen Kämpfe an den Frontlinien im Ukraine-Krieg. Ein Umstand, der ein altes Sprichwort vielleicht doch wieder aufleben lässt: Bellende Hunde beißen nicht. (mst)

Rubriklistenbild: © Yelena Afonina/imago

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