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Die Ukraine hat mit der Gegenoffensive begonnen. Während Putin vom Erfolg der russischen Abwehr spricht, würdigt Söldner-Chef Prigoschin das ukrainische Militär.
Moskau – Die Gegenoffensive im Ukraine-Krieg ist im vollen Gange. Nach eigenen Angaben hat die Ukraine weitere kleine Geländegewinne erzielt. Während der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die Erfolge seiner Truppen lobt, sprach der russische Präsident Wladimir Putin am Dienstag (13. Juni) von „katastrophalen“ Verlusten der Ukraine. Die Aussagen widersprechen sich. Aber nicht nur der ukrainische Präsident lobt sein Militär, sondern auch der Chef der Wagner-Gruppe Jewgeni Prigoschin sieht das Potential der Ukraine.
Kiew habe im Zuge der Gegenoffensive innerhalb einer Woche mindestens sieben Dörfer mit einer Fläche von 90 Quadratkilometern zurückerobert. Das gab die ukrainische Vizeverteidigungsministerin Hanna Maljar am Montag (12. Juni) bekannt. Nach Schätzungen von Prigoschin seien es sogar mehr als 100 Quadratkilometer. „Es passiert Folgendes: Die Ukrainer haben eine Offensive begonnen. Ich sage alles so, wie es ist. Mit der Offensive gehen sie präzise vor. Sie machen alles richtig“, sagte er in einem Video, das Twitter-Nutzer „Dmitri“ am Dienstag (13. Juni) veröffentlichte. Dmitri ist laut Newsweek Teil eines unabhängigen Projekts, das verschiedene Materialien zu dem Krieg übersetzt.
„Zu früh zum Feiern“: Prigoschin fordert mehr Abwehr von Gegenoffensive
Moskau teilte am Dienstag (13. Juni) mit, dass dass es mehrere US-amerikanische Bradley-Infanterie-Kampffahrzeuge und deutsche Leopard-Panzer in der Ukraine erbeutet habe. „Leopard-Panzer und Bradley-Schützenpanzer. Das sind unsere Trophäen. Ausrüstung der ukrainischen Streitkräfte in der Region Saporischschja“, hieß es in einer Erklärung des russischen Verteidigungsministeriums.
Prigozhin gathered another meeting to discuss the current state of events, said the Ukrainian offensive is moving competently and carefully, not enough is being done to stop them. pic.twitter.com/pNJnzXyiaE
— Dmitri (@wartranslated) June 13, 2023
Laut Prigoschin sei es „zu früh zum Feiern“, denn es müsse mehr getan werden, um die Gegenoffensive aufzuhalten. „Sie bewegen sich vorsichtig und ruhig. Sie haben ein paar Leoparden und Bradleys verloren. Das sind routinemäßige Kampfverluste. Das sage ich nicht, um sie zu unterstützen, sondern um vernünftig zu urteilen“, fügte der Wagner-Chef hinzu. „Wir müssen mobilisieren, zusammenkommen und verstehen, dass sie nicht aufhören werden, bis sie entweder geschlagen werden oder ein positives Ergebnis erzielen.“ Es werde vor Ort nicht genug getan, um dem Feind entgegenzutreten – so schätze er und das Militär vor Ort die aktuelle Lage Russlands ein. (hk)
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