Aktuelle Lage

Ukraine-Krieg: Kiew feiert Abschuss von Putins Wunderwaffe

Alle Autoren
    schließen
  • Franziska Schwarz
    Franziska Schwarz
  • Jens Kiffmeier
    Jens Kiffmeier

Kiews Offensive gerät ins Stocken, doch auch Russland erleidet Verluste. An zwei Fronten toben heftige Gefechte. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuelle Entwicklung im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen New-Ticker verfolgen.

Update vom 25. Juli, 22.50 Uhr: Die Ukraine wirft Russland den Einsatz von Streumunition gegen zivile Ziele vor. In der Stadt Kostjantyniwka sei ein Krankenhaus von Moskau unter Beschoss genommen worden. Das teilte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte in einem Telegram-Post mit. Drei Menschen seien infolge des Angriffs gestorben, darunter zwei Kinder.

Streumbomben im Ukraine-Krieg

Die über dem Boden explodierenden Streubomben verteilen Geschosse über größere Flächen. Weil oft viele davon nicht sofort explodieren, gelten sie wie Minen als Gefahr für Zivilisten auch in der Zeit nach Ende der Kampfhandlungen. Deutschland und 110 andere Staaten haben sie deswegen mit einem internationalen Abkommen geächtet. Weder die USA noch die Ukraine noch Russland haben sich dem Abkommen zur Ächtung von Streumunition angeschlossen.

Update vom 25. Juli, 21.55 Uhr: Die USA stellen der Ukraine weitere militärische Ausrüstung zur Verfügung. Das neue Paket enthalte vor allem Munition, unter anderem für die Flugabwehrsysteme vom Typ Nasams und Patriot, teilte das Pentagon am Dienstag mit. Die Ausrüstung aus Beständen des US-Militärs hat den Angaben zufolge einen Wert von rund 400 Millionen Dollar (rund 362 Millionen Euro).

Ukraine rechnet mit Raketenangriffen in der Nacht auf Mittwoch

Update vom 25. Juli, 19.15 Uhr: Die Ukraine rechnet offenbar mit weiteren Raketenangriffen aus Russland. Man habe damit begonnen, Kinder aus der Region um die Stadt Torezk zu evakuieren. Das melden örtliche Behörden laut mehrerer ukrainischer Medien. Vor allem in der Nacht erwarte man heftigen Artilleriebeschuss der russischen Truppen.

Update vom 25. Juli, 18.10 Uhr: Russland kommt bei der Reparatur der Krim-Brücke offenbar nicht wie geplant voran. Die Regierung in Moskau hat die Frist für den Abschluss der Arbeiten bis Ende des Jahres verlängert. Die Brücke war am 17. Juli attackiert und beschädigt worden. Der Verkehr sollte ursprünglich im November bereits wieder freigegeben werden.

Krieg in der Ukraine: Kiew feiert Abschuss von Putins Wunderwaffe

Update vom 25. Juli, 16.35 Uhr: Der Ukraine ist es offenbar gelungen, einen weiteren Kampfhubschrauber Russlands zu zerstören. Das geht aus einer Mitteilung der ukrainischen Marine auf Facebook hervor. Die eigenen Truppen hätten den Hubschrauber des Typs Ka-52, besser bekannt als „Alligator“, mithilfe eines tragbaren Flugabwehrsystems getroffen und zum Absturz gebracht. Der Alligator-Hubschrauber gilt als neue Wunderwaffe Putins, der im Ukraine-Krieg vor allem gegen Leopard-Panzer eingesetzt werden soll.

Ein „Alligator“ in Diensten Russlands (Archivbild). Kiew meldet aus dem Ukraine-Krieg den Abschuss des als Leopard-Jäger berühmt gewordenen Hubschrauber.

Update vom 25. Juli, 16.05 Uhr: Die Ukraine meldet trotz heftigen Widerstands weitere Erfolge der Offensive rund um Bachmut. Gegenüber dem Nachrichtenportal Ukrainska Pravda sagte ein Sprecher der ukrainischen Streitkräfte, man stehe kurz vor der Befreiung der Siedlung Andrijiwka. Sollten die eigenen Truppen die Kontrolle über das Dorf südlich von Bachmut übernehmen, würde das die „Einkreisung oder Vertreibung der russischen Streitkräfte aus der Stadt Bakhmut im Gebiet Donezk ermöglichen“, so der Sprecher.

Update vom 25. Juli, 15.00 Uhr: Die Ukraine-Offensive stockt. Das ist seit Wochen kein Geheimnis. Doch im Westen werden die Fortschritte offenbar zunehmend kritisch beäugt. So prangert die Bundeswehr intern an, dass sich die in Deutschland ausgebildeten ukrainischen Soldaten und deren Kommandeure nicht an die beigebrachten Maßnahmen halten. Das berichtete die Bild unter Berufung auf ein Bundeswehr-Papier.

Video aufgetaucht: Russland zerstört Bradley-Panzer

Update vom 25. Juli, 13.26 Uhr: Rückschlag bei der Ukraine-Offensive: Mehrere US-Schützenpanzer sollen an der Kriegsfront in der Ostukraine zerstört worden sein. So sorgt aktuell Videomaterial für Wirbel, dass Russland im Netz veröffentlicht haben soll. Das berichtet das Military Watch Magazine, allerdings ohne das Filmmaterial zu präsentieren. Doch ungeachtet dessen kündigten die USA weitere Militärhilfe für die Ukraine an.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Russland kämpft an der Ukraine-Front mit der militärischen Aufklärung

Update vom 25. Juli, 12.40 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums haben die Russen in ihrem Angriffskrieg gegen die Ukraine Probleme bei der militärischen Aufklärung. Die Briten setzten sich in ihrem Update am Dienstag (25. Juli) mit den russischen Angriffen seit Auslaufen des Getreideabkommens auseinander. Mit dem Deal war bisher sichergestellt worden, dass Getreide aus der Ukraine auf dem Seeweg in andere Länder gebracht werden kann.

Als das Abkommen noch in Kraft gewesen sei, habe sich Russland zurückgehalten, zivile Infrastruktur in den südlichen Häfen anzugreifen, schrieb das Ministerium bei Twitter. „Seitdem Russland das Abkommen nicht verlängert hat, fühlt sich der Kreml wahrscheinlich weniger politisch gezwungen und versucht, Ziele in Odessa zu treffen, weil es glaubt, die Ukraine lagere in der Gegend militärische Güter.“

Ukraine greift Schiff der russischen Schwarzmeerflotte an

Update vom 25. Juli, 10.50 Uhr: Die Ukraine hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau in der Nacht erfolglos versucht, ein Patrouillenschiff der russischen Schwarzmeerflotte anzugreifen. Die russische „Sergej Kotow“ habe aber zwei unbemannte ukrainische Marinedrohnen zerstört.

Das Patrouillenschiff sei zu diesem Zeitpunkt im südwestlichen Teil des Schwarzen Meeres unterwegs gewesen und habe die Schifffahrt überwacht. Es habe keine Verletzten gegeben, teilt das Ministerium mit.

Moskau: Keine Gespräche über Wiederaufnahme des Getreideabkommens

Update vom 25. Juli, 09.50 Uhr: Derzeit wird nach russischen Angaben nicht über eine Wiederaufnahme des Getreideabkommens zwischen Russland und der Ukraine verhandelt. Es gebe zurzeit keine solchen Gespräche, sagt Vize-Außenminister Sergej Werschinin der staatlichen Nachrichtenagentur RIA zufolge.

Die Vereinbarung war im Juli 2022 von der Türkei und den Vereinten Nationen (UN) vermittelt worden. Es sieht vor, dass die Ukraine trotz des von Russland begonnenen Krieges durch einen Schutzkorridor im Schwarzen Meer ihr Getreide verschiffen kann und so eine weltweite Ernährungskrise verhindert wird. Vor allem ärmere Länder sind von den Getreidelieferungen der Ukraine abhängig.

Atomkraftwerk Saporischschja: Aufsichtsbehörde findet Minen

Update vom 25. Juli, 07.00 Uhr: Die UN-Atomaufsicht IAEA entdeckt in einem Bereich des von Russland besetzten ukrainischen Atomkraftwerks Saporischschja Antipersonen-Minen. Die in der Anlage stationierten Inspektoren der Organisation hätten Minen in einer Pufferzone zwischen den inneren und äußeren Umzäunungen der Anlage gefunden, teilt IAEA-Direktor Rafael Grossi mit.

Die Minen befänden sich in einem für das Personal unzugänglichen Bereich und dürften einer ersten Einschätzung zufolge selbst im Falle einer Explosion die nuklearen Sicherheits- und Sicherungssysteme des Standorts nicht beeinträchtigen. „Solche Sprengstoffe auf dem Gelände zu haben, ist jedoch unvereinbar mit den Sicherheitsstandards der IAEA und den Leitlinien für nukleare Sicherheit und erzeugt zusätzlichen psychologischen Druck auf das Personal der Anlage“, erklärt Grossi.

Wieder nächtliche Angriffe auf Kiew

Update vom 25. Juli, 06.05 Uhr: Einen Tag nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau ist die ukrainische Hauptstadt Kiew nach Behördenangaben in der Nacht erneut Ziel russischer Luftangriffe geworden. Russland habe „Kiew mit Kampfdrohnen angegriffen“, teilte Militärverwaltungschef Serhij Popko am Dienstag im Onlinedienst Telegram mit. Ihm zufolge handelte es sich um den sechsten Drohnenangriff auf Kiew in diesem Monat.

Der Luftalarm habe drei Stunden gedauert, alle Geschosse seien entdeckt und zerstört worden. Opfer oder Schäden gebe es nach derzeitigem Stand nicht, erklärte Popko. Angaben zur Anzahl der Drohnen oder ihrem mutmaßlichen Abschussort machte er zunächst nicht.

Ukraine wirft Russland Streubombeneinsatz vor

Update vom 24. Juli, 22.06 Uhr: Ukrainische Behörden werfen Russland einen Streubombeneinsatz in der Stadt Kostjantyniwka vor. Sie liegt im ostukrainischen Gebiet Donezk. Ein Kind sei dabei am Montagabend getötet worden, wie der Chef der örtlichen Militärverwaltung, Pawlo Kyrylenko, auf Telegram mitteilte. Es gebe sieben Verletzte. Die Streumunition sei an einem Gewässer explodiert, wo Menschen Erholung gesucht hätten. Kyrylenko veröffentliche ein Foto, auf dem vermutlich von Blut rot gefärbter Boden zu sehen war. Nach Angaben der örtlichen Staatsanwaltschaft war der getötete Junge zehn Jahre alt. Unter den Verletzten seien vier Kinder, hieß es.

Russland hat im Ukraine-Krieg immer wieder die international geächtete Streumunition eingesetzt. Kremlchef Wladimir Putin drohte zuletzt auch damit, dass Russland seine Arsenale mit vielen Arten dieser Waffen als Antwort auf den Einsatz von US-Streumunition in der Ukraine nutzen könne. Die Ukraine hatte sich von den USA diese Munition liefern lassen, um bei ihrer Gegenoffensive zur Befreiung ihrer von Russland besetzten Gebiete mehr Erfolge zu erzielen.

Drohnenangriffe auf Moskau sollen weitergehen: Putin droht Ukraine mit „harter Vergeltung“

Update vom 24. Juli, 16 Uhr: Russland teilt mit, es habe das Recht, scharf auf ukrainische Drohnenangriffe auf die Krim und Moskau zu reagieren. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Ria Nowosti unter Berufung auf die Website des Außenministeriums. „Die russische Seite behält sich das Recht vor, harte Vergeltungsmaßnahmen zu ergreifen“, heißt es demnach.

Moskau bezeichnete die Angriffe, die die Ukraine für sich reklamiert, als „dreiste Aktionen“, die zeigten, dass der Westen die Situation verschärfen wolle. Zugleich habe der Drohnenangriff keinen militärischen Sinn gehabt. Russland betrachte „das Geschehen als eine weitere Anwendung terroristischer Methoden und Einschüchterung der Zivilbevölkerung durch die militärische und politische Führung der Ukraine“.

Medwedew will „unkonventionelle Ziele“ in der Ukraine angreifen

Update vom 24. Juli, 14.30 Uhr: Dmitri Medwedew, stellvertretender Leiter des Sicherheitsrats von Russland, hat sich für eine Ausweitung der Angriffsziele in der Ukraine ausgesprochen. „Wir müssen für unsere Angriffe unkonventionelle Ziele aussuchen. Nicht nur Lagerhallen, Energieverteiler und Öltanks“, schrieb der 57-Jährige bei Telegram. „Es gibt andere Orte, an denen wir noch nicht erwartet werden. Und wo der Effekt sehr bedeutend sein wird“, fügte der ehemalige russische Präsident und Ministerpräsident hinzu.

Kreml äußert sich nach Drohnenangriff auf Moskau

Update vom 24. Juli, 12.30 Uhr: Moskau sieht trotz der jüngsten Drohnenattacke auf die Hauptstadt keinen Grund für eine Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen. „Das ist hier kaum nötig“, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow am Montag (24. Juli) nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Interfax. Die Sicherheitsorgane arbeiteten ohnehin auf Hochtouren. Es werde „rund um die Uhr sehr angespannte Arbeit geleistet“. Moskau war in der Nacht zum Montag mit mindestens zwei Drohnen angegriffen worden, für die Russland die Ukraine verantwortlich macht. Verletzte gab es nach offiziellen Angaben nicht.

Russland: Sprengstoffspuren auf ausländischem Frachter gefunden

Update vom 24. Juli, 10.35 Uhr: Der russische Inlandsgeheimdienst (FSB) hat nach eigenen Angaben Rückstände von Sprengstoff in einem ausländischen Getreidefrachter gefunden. Das Schiff sei von der Türkei auf dem Weg nach Rostow am Don gewesen, um Getreide zu laden, teilt der FSB mit. Im Mai habe der Frachter im ukrainischen Hafen Kilija gelegen und könnte zum Transport von Sprengstoff an die Ukraine genutzt worden sein, heißt es weiter.

Gefechte um Bachmut halten an

Update vom 24. Juli, 10.10 Uhr: Nach Angaben der stellvertretenden ukrainischen Verteidigungsministerin Hanna Maljar finden aktuell die wichtigsten Gefechte in der Ostukraine im Bachmut-Sektor statt. Dies insbesondere außerhalb der Siedlungen Klischtschiwka, Andriiwka und Kurdiumiwka.

„Die Hauptaufgabe des Feindes besteht darin, unseren Vormarsch zu stoppen, und die wichtigsten Kämpfe finden in der Region Klischtschiwka-Andrijiwka-Kurdiumiwka statt, wenn wir von der Richtung Bachmut sprechen. Und das ist der Hauptschauplatz des Geschehens im Osten“, so Maljar. Ihren Angaben zufolge setzt Russland an der Ostfront etwa 400.000 Granaten pro Woche ein, also etwa 60.000 pro Tag. „Das heißt, es ist ein ständiger Beschuss, den unsere Streitkräfte überwinden und trotzdem vorankommen“, sagte Maljar.

Drohnenangriff auf Moskau „Akt des internationalen Terrorismus“

Update vom 24. Juli, 9.10 Uhr: Die russische Außenamtssprecherin Maria Sacharowa hat sich zum Drohnenangriff auf Moskau geäußert. „Es war ein Akt des internationalen Terrorismus“, sagte die Mitarbeiterin des Verteidigungsministeriums unter Sergej Lawrow dem russischen Fernsehsender RTVI.

Das Verteidigungsministerium teilte mit, dass „elektronische Kriegsführungssysteme zwei ukrainische Drohnen blockierten und zum Absturz brachten“, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Tass weiter. Niemand sei verletzt worden.

Munitionslager auf Krim im Ukraine-Krieg von Drohne getroffen

Update vom 24. Juli, 8.20 Uhr: Auf der Krim ist wohl erneut ein Munitionslager getroffen worden – wieder bei einem Drohnenangriff. Über der Schwarzmeerhalbinsel seien elf Drohnen abgeschossen oder per Störfunkt zum Absturz gebracht worden, teilte der von Russland eingesetzte Statthalter Sergej Aksjonow nun auf Telegram mit. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

In sozialen Netzwerken kursieren Videos mit einer großen Rauchwolke. Das Munitionsdepot befinde sich laut Aksjonow im Landkreis Dschankoj im Nordosten der Krim. Hier sind viele Lager und Depots zur Versorgung der russischen Besatzungstruppen in der Südukraine untergebracht. Bereits vergangene Woche wurden auf der Krim zwei Munitionslager bei Angriffen getroffen.

Erstmeldung: Moskau – Seit Wochen häufen sich im Ukraine-Krieg Attacken auch in Russland – meist in der unmittelbaren Grenzregion zur Ukraine. Anfang Juli waren über dem Gebiet Moskaus wohl Drohnen abgeschossen worden. Das russische Verteidigungsministerium machte damals die Ukraine verantwortlich. Nun ist es zu einem neuen Zwischenfall gekommen.

Vorwürfe im Ukraine-Krieg: Russland meldet Drohnenangriff auf Moskau

Moskau ist nach russischen Behördenangaben wieder Ziel eines ukrainischen Drohnenangriffs worden. Die russische Luftabwehr habe „einen Versuch des Kiewer Regimes gestoppt, einen terroristischen Akt mit zwei Drohnen auf Objekte im Moskauer Stadtgebiet auszuführen“, teilte das russische Verteidigungsministerium am Montagmorgen (24. Juli) mit. Es seien zwei Drohnen abgewehrt worden, Verletzte gebe es „keine“.

Nach Angaben von Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin trafen die Drohnen gegen 04.00 Uhr (Ortszeit) zwei unbewohnte Gebäude in der russischen Hauptstadt (siehe Foto unten). Es habe aber keine „ernsthafte Zerstörungen“ gegeben, teilte Sobjanin im Onlinedienst Telegram mit.

Die staatliche Nachrichtenagentur Tass berichtete unter Berufung auf Rettungsdienste, einige Drohnenteile seien auf dem Komsomolski-Prospekt in der Nähe des russischen Verteidigungsministeriums gefunden worden. Die zweite Drohne traf den Angaben zufolge ein Geschäftszentrum in der Nähe einer der wichtigsten Ringstraßen um Moskau.

Gegenoffensive im Ukraine-Krieg stößt auf harte Gegenwehr Russlands

Die New York Times berichtete kürzlich, dass die Ukraine bei ihrer Gegenoffensive bereits zahlreiche Bradley-Panzer verloren hat (siehe Video oben). Putin bezeichnete die Gegenoffensive bereit als „gescheitert“. Ob das nun stimmt oder nicht, die schweren Kämpfe in der Ostukraine gehen weiter.

Die ukrainische Armee ist nach Angaben des Generalstabs bei ihrer Gegenoffensive auf schwere russische Gegenwehr gestoßen. Im abendlichen Lagebericht am Sonntag war von fortlaufenden russischen Angriffen zwischen Donezk im Osten und Kupjansk in der Region Charkiw die Rede. Entlang einer Frontlänge von rund 230 Kilometern fanden demnach während der vergangenen 24 Stunden 27 Gefechte statt. Dabei sei von russischer Seite verstärkt Artillerie und Luftwaffe eingesetzt worden. (mit Material von dpa und AFP)

Rubriklistenbild: © IMAGO/Evgeny Biyatov

Kommentare