Ukraine-Krieg

Ukraine will Dorf im Süden zurückerobert haben: Selenskyj verkündet mit Video von der Front

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15 Mal griff Russland ukrainische Stellungen im Osten des Landes an. Die Ukraine konnte ihre Offensive in Richtung der Krim dennoch fortsetzen. Der News-Ticker.

  • Russische Besatzungstruppen: Ukraine berichtet von ernsten Problemen mit Moral und Disziplin
  • Wagner-Söldner in Belarus: Ukrainischer Militärexperte befürchtet gezielte Provokationen.
  • Die verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber teils auch von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine sowie deren Verbündeten. Einige Angaben lassen sich deshalb zum Teil nicht unabhängig überprüfen.

Hinweis der Redaktion: Dieser Ticker ist beendet. Die aktuellen Entwicklungen im Ukraine-Krieg können Sie in unserem neuen Ticker verfolgen.

Update vom 27. Juli, 22.20 Uhr: Das ukrainische Verteidigungsministerium behauptet, Russland habe ernste Probleme mit der Moral in seinen Streitkräften. Das berichtet die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN. Demnach habe die stellvertretende Ministerin Anna Malyar auf Telegram geschrieben, dass sich in den Besatzungstruppen „weiterhin Panik ausbreitet“. Fälle von Desertion und Selbstverstümmelung, um dem Kriegsdienst zu entgehen, hätten zugenommen.

Das betreffe vor allem Armeeeinheiten, die in Belarus ausgebildet wurden und nun in Russland auf den Einsatz in der Ukraine warten. Gleichzeitig gebe es eine Zunahme der „Informations- und Aufklärungsarbeit“ durch die russische Militärführung unter Militärangehörigen - also Einschüchterung. Androhungen von Inhaftierungen und Hinrichtungen würden die Soldaten zusätzlich demoralisieren.

Ukrainischer Präsident Selenskyj verkündet Rückeroberung von Dorf

Update vom 27. Juli, 20.55 Uhr: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat auf Twitter ein Video veröffentlicht, mit dem er die Rückeroberung des ukrainischen Dorfes Staromaiorske im Südosten des Landes verkündete. Unter den knappen, auf Englisch verfassten Worten „Unser Süden! Unsere Jungs! Ruhm der Ukraine!“ postete er das Video, in dem ukrainische Soldaten der 35. Brigade und des Freiwilligenbataillons „Arei“ mitteilen würden, das Dorf „befreit“ zu haben.

Militärexperte befürchtet gezielte Provokationen durch Wagner-Söldner in Belarus

Update vom 27. Juli, 20.30 Uhr: Der ukrainische Militärexperte Roman Svitan sieht in der Exilierung von Tausenden Söldnern der Wagner-Gruppe nach Belarus ein Kalkül des russischen Präsidenten Wladimir Putin. Die „Wagneriten“ stellten aufgrund ihrer relativ geringen Zahl keine militärische Bedrohung für die baltischen Länder oder Polen dar. Allerdings könnten sie für Provokationen gegen diese Staaten eingesetzt werden, sagte er dem ukrainischen Nachrichtensender News 24.

Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin (Mi.) beim Abzug seiner Söldnertruppe aus Bachmut Ende Mai 2023. Tausende von ihnen halten sich heute in Belarus auf.

„Höchstwahrscheinlich wurden sie dorthin versetzt, um Provokationen auszulösen“, sagte er. Jede Bewegung der 5.000 bis 10.000 Wagner-Söldner in Richtung der Grenze werde eine entsprechende Gegenreaktion oder sogar einen Präventivschlag provozieren, führte er aus. Und ein solcher Angriff könne von Putin als ein „Schlag des schrecklichen Westens gegen die harmlosen Wagner-Söldner“ dargestellt werden, um die Moral der russischen Gesellschaft zu heben, führte er aus. Erst jüngst wurde bekannt, dass die Wagner-Söldner mittlerweile sogar eigene Panzer nach Belarus verlegen. Polen hat bereits angekündigt, seine militärische Präsenz an der Grenze zu Belarus zu erhöhen.

Ukraine wehrt russischen Angriff ab und vernichtet zwei Kompanien

Update vom 27. Juli, 18.35 Uhr: Die Ukraine hat einen massiven Angriff der russischen Streitkräfte im Osten des Landes erfolgreich abgewehrt. Wie die ukrainische Nachrichtenagentur UNIAN berichtete, griffen russische Truppen in den vergangenen 24 Stunden 15 Mal ukrainische Stellungen in der Nähe der Kleinstädte Marjinka und Awdijiwka in der Oblast Donezk an. Die russischen Vorstöße zielten nach Südwesten in Richtung der besetzten Halbinsel Krim. Laut UNIAN fokussieren sich die Bemühungen der russischen Armee auf dieses Gebiet und diese Richtung.

Die Russen setzten Panzer, Mehrfachraketensystem sowie schwere Artillerie ein und feuerten 500 Mal auf die gegnerischen Stellungen. Die ukrainischen Verteidiger haben wohl zwei Kompanien russischer Angreifer getötet oder verwundet. Gleichzeitig haben ukrainische Truppen ihre Offensive in Richtung der Städte Melitopol und Berdjansk nördlich der Krim mit über 1000 Artillerieangriffen fortgesetzt. Angaben von Kriegsparteien lassen sich nur selten unabhängig verifizieren.

Russland nimmt eigenen Matrosen wegen angeblicher Anschlagspläne fest

Update vom 27. Juli, 16.35 Uhr: Russland hat am Donnerstag (27. Juli) wegen angeblicher Sabotagepläne einen Matrosen der russischen Marine festgenommen. Der russische Inlandsgeheimdienst FSB wirft dem Seemann vor, einen Terroranschlag auf eines der Schiffe der Schwarzmeerflotte, „die hochpräzise Raketenwaffen tragen“, geplant zu haben, wie The Moscow Times berichtet. Laut der russischen Nachrichtenagentur Interfax beschuldigte der FSB den inhaftierten Matrosen auch, Staatsgeheimnisse mit Kiew geteilt zu haben. Dem Mann droht als Höchststrafe eine lebenslange Haft. Bei seiner Festnahme soll er zwei improvisierte Sprengsätze bei sich gehabt haben.

Zerstörung und Vernichtung: Bilder aus Kiew, Butscha und Borodjanka

Impressionen aus der Ukraine: Zerstörung in Kiew, Schytomyr, Irpin, Butscha und Borodjanka
Impressionen aus der Ukraine: Zerstörung in Kiew, Schytomyr, Irpin, Butscha und Borodjanka © sl
Impressionen aus der Ukraine: Zerstörung in Kiew, Schytomyr, Irpin, Butscha und Borodjanka
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Update vom 27. Juli, 14.20 Uhr: Laut Wladimir Putin hat die Ukraine ihre Angriffe in den vergangenen Tagen verschärft. Betroffen sei vor allem die Frontlinie in der Region Saporischschja, sagte er dem russischen Fernsehen am Rande des Russland-Afrika-Gipfels in St. Petersburg. Die Ukraine habe dabei an keinem Frontabschnitt Erfolge erzielt. Eine ukrainische Stellungnahme liegt nicht vor.

Russischer Geheimdienst will „Spuren von Sprengstoff“ auf Frachtschiff entdeckt haben

Update vom 27. Juli, 11.25 Uhr: Der russische Geheimdienst FSB hat eigenen Angaben zufolge „Spuren von Sprengstoff“ an einem Frachtschiff im Schwarzen Meer entdeckt. Die Spuren seien „im Frachtraum“ und „auf der Oberfläche eines Rettungsbootes“ eines aus dem türkischen Sinop kommenden Frachters gefunden worden, teilte der FSB am Donnerstag (27. Juli) mit. Dem Frachter, der für einen „Verladen von Getreide“ den Hafen im südrussischen Rostow am Don ansteuerte, sei daher der Zugang zu russischen Gewässern verwehrt worden.

„Das ausländische Schiff könnte früher dafür genutzt worden sein, explosive Substanzen in die Ukraine zu transportieren“, hieß es weiter. Laut FSB hatte das Schiff zuvor den ukrainischen Hafen Reni in der Region Odessa angefahren. Ein Getreidelager in dem Donau-Hafen nahe der rumänischen Grenze war kürzlich von russischen Drohnen angegriffen worden.

Russland verliert Dutzende Kampfhubschrauber

Update vom 27. Juli, 10.25 Uhr: Nach Einschätzung des britischen Verteidigungsministeriums hat Russland im Angriffskrieg gegen die Ukraine Dutzende Kampfhubschrauber verloren, mit ihnen allerdings auch erhebliche Schäden angerichtet. „Russland hat seit der Invasion höchstwahrscheinlich etwa 40 Ka-52 verloren, aber dieser Typ hat der Ukraine auch einen hohen Preis abverlangt“, schrieben die Briten am Donnerstag (27. Juli) in ihrem täglichen Update bei Twitter.

In den vergangenen Monaten habe Russland seine Streitkräfte im Süden sehr wahrscheinlich – zumindest mit einer kleinen Anzahl – brandneuer Ka-52M-Varianten erweitert, einem stark modifizierten Fluggerät, das auf den Erfahrungen der Russen in Syrien beruhe, schrieben die Briten. Ihre Einschätzung beruht demnach auf Fotos in sozialen Medien, auf denen Besatzungen neben den neuen Hubschraubern posieren.

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine mit neuem Vorstoß im Südosten

Update vom 27. Juli, 9.45 Uhr: Die ukrainischen Streitkräfte haben ihre Gegenoffensive verstärkt und einen neuen Vorstoß im Süden des Landes unternommen. Ukrainische Truppen rücken dabei näher an die heftig umkämpfte östliche Stadt Bachmut heran. Die ukrainische Armee schickt Tausende von westlich ausgebildeten und ausgerüsteten Soldaten in eine vermeintliche Schwachstelle der russischen Verteidigungsanlagen in der Region Saporischschja, wie der Guardian berichtet. Die Ukraine versucht außerdem, Bachmut teilweise einzukesseln, indem sie von Norden und Süden weiter vorrückt.

Ein Soldat der Ukraine nimmt Stellungen Russlands in Bachmut unter Artilleriebeschuss.

Russland attackiert erneut Hafenanlagen in Odessa

Update vom 27. Juli, 9.00 Uhr: Die russischen Streitkräfte haben nach ukrainischen Angaben in der Nacht zu Donnerstag erneut Hafenanlagen in der Region Odessa beschossen. Es seien Raketen auf die Anlagen abgefeuert worden, teilte Oleh Kiper, der Gouverneur der im Süden der Ukraine gelegenen Region, mit. Ein Wachmann sei getötet worden. Zudem sei ein Frachtterminal beschädigt worden. Seit Russland am Montag vergangener Woche das Getreideabkommen ausgesetzt hat, haben seine Truppen wiederholt die Häfen der Ukraine am Schwarzen Meer angegriffen.

Ukraine schießt russische Marschflugkörper ab

Update vom 26. Juli, 23.05 Uhr: Die Luftabwehr der Ukraine hat heute (26. Juli) 36 Marschflugkörper abgeschossen, die von russischem Territorium aus auf die Ukraine abgefeuert wurden. Das berichtet das Nachrichtenportal Ukrajinska Prawda unter Berufung auf einen Kommandeur der ukrainischen Luftwaffe. Mykola Oleshchuk berichtete in einem Telegram-Beitrag von zwei Angriffen auf die Ukraine. Dabei sollen zunächst am Nachmittag drei russische Raketen vom Typ „Kalibr“ und gegen 17 Uhr 33 von insgesamt 36 gestarteten Raketen vom Typ Kh-101/Kh-555 zerstört worden sein.

Update vom 26. Juli, 21.05 Uhr: Die Ukraine soll Marschflugkörper über den Regionen Kiew, Charkiw und der Stadt Dnipro abgeschossen haben. Das berichtet die Online-Zeitung Ukrajinska Prawda unter Berufung auf eine Stellungnahme von Juri Ihnat, Sprecher der Luftverteidigung. Es soll sich wohl unter anderem um russische Kinschal-Raketen gehandelt haben, fügte er hinzu. Es sei noch zu früh, um Entwarnung zu geben.

Russische Seeblockade: Ukraine hofft auf Nato-Hilfe

Update vom 26. Juli, 19.25 Uhr: Die Ukraine sucht zum Durchbrechen der russischen Seeblockade gegen Getreideexporte die Hilfe der Nato. Auf Bitten von Präsident Wolodymyr Selenskyj tagte der neue Nato-Ukraine-Rat am Mittwoch erstmals auf Botschafter-Ebene in Brüssel. „Die Welt weiß, dass die Sicherheit der Schwarzmeerhäfen der Schlüssel zu Frieden und Stabilität auf dem globalen Lebensmittelmarkt ist“, sagte Selenskyj im Vorfeld in einer Videoansprache in Kiew. Größere Ankündigungen oder Beschlüsse wurden vom Treffen der 31 Nato-Staaten indes nicht erwartet.

Prag empört: Moskau wirft Tschechien zunehmende Russophobie vor

Update vom 26. Juli, 16.00 Uhr: Mit Empörung in sozialen Netzwerken hat das tschechische Außenministerium auf einen kritischen Menschenrechtsbericht Russlands reagiert. In einer Twitter-Nachricht warf das Moskauer Außenamt den Prager Behörden unter anderem zunehmende Russophobie vor. Das tschechische Außenministerium reagierte darauf mit einer harsch formulierten Gegenwehr: „Die chronischen Probleme Tschechiens: Wir entführen keine Kinder, bombardieren keine Krankenhäuser und besetzen keine Nachbarländer. Verschwindet aus der Ukraine!“

Update vom 26. Juli, 14.00 Uhr: Kremlchef Wladimir Putin hat vor dem zweiten russischen Afrika-Gipfel einen Ausbau der Zusammenarbeit mit afrikanischen Staaten angekündigt. Es sollten Handel und Investitionen sowie engere Kooperationen bei Problemen wie dem Kampf für Ernährungssicherheit, gegen Armut und Klimawandel angestoßen werden, schrieb Putin in einem Grußschreiben an die Teilnehmer des Gipfels. Putin wird selbst auch bei dem bis Freitag in St. Petersburg angesetzten Treffen der Staats- und Regierungschefs der Mehrheit der afrikanischen Staaten erwartet.

FDP-Politiker für militärischen Schutz ukrainischer Getreideschiffe

Update vom 26. Juli, 11.45 Uhr: Vor der Sitzung des neuen Nato-Ukraine-Rats kommt aus der FDP die Forderung nach militärischem Schutz für ukrainische Getreideschiffe auf dem Schwarzen Meer. „Das ist etwas, was ich für realistisch halte“, sagt der Verteidigungspolitiker Marcus Faber gegenüber RTL/ntv. Zu klären sei, welche Länder die Schiffe für mögliche Geleitzüge stellen könnten. Die Türkei habe erklärt, dass sie sich das unter Umständen vorstellen könne.

„Ich finde, andere Schwarzmeernationen müssten sich da bekennen: Bulgarien, Rumänien.“ Sie würden für die Getreideschiffe ja auch ihre Hoheitsgewässer zur Verfügung stellen und hätten ohnehin Schiffe zu Kontrollen der eigenen Grenzen vor Ort. Bulgarien und Rumänien sind beide in EU und Nato. Einen Einsatz unter dem Dach der Nato hält Faber nicht für realistisch. Auch Deutschland könne sich nicht mit eigenen Schiffen beteiligen, da die Marine an der Grenze des Leistbaren sei. Die Anrainerstaaten seien zuerst in der Pflicht.

Russische Schwarzmeerflotte bringt sich in Stellung

Update vom 26. Juli, 9.45 Uhr: Die russische Schwarzmeerflotte bringt sich nach Angaben britischer Militärexperten nach Aufkündigung des Getreideabkommens für eine Blockade ukrainischer Häfen in Stellung. Das geht aus dem Geheimdienstbericht zum Krieg in der Ukraine des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch (26. Juli) hervor.

Demnach patrouilliert die moderne russische Korvette „Sergej Kotow“ bereits die Route zwischen dem Bosporus und der ukrainischen Hafenstadt Odessa. Es gebe eine realistische Möglichkeit, dass die Korvette Teil einer Gruppe sein werde, die Handelsschiffe auf dem Weg Richtung Ukraine abfangen solle, hieß es in der Mitteilung.

Offensive der Ukraine geht offenbar in die nächste Phase

Erstmeldung: Kiew – Nach mühsamen Kämpfen wird offenbar die nächste entscheidende Phase der Gegenoffensive im Ukraine-Krieg eingeleitet. Bisher sei man sehr vorsichtig vorgegangen, sagte jüngst der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj. Jetzt könnten die „dazugehörigen Aktionen“ beginnen. Die ukrainische Armee befindet sich seit nunmehr 17 Monaten im Ausnahmezustand und zeigt weiterhin starken Widerstand gegenüber den Invasoren. Für die nächste Phase ihres Vorgehens sollen die ukrainischen Truppen bereits Reserven parat haben.

Nach den stürmischen ersten Tagen der Gegenoffensive, in denen Kiew herbe Verluste erlitt, konzentrierten sich die Streitkräfte darauf, die russischen Verteidigungsreihen zu schwächen. Vor allem die Verluste bei Artilleriesystemen auf Moskaus Seite sind in diesen Tagen immens. Laut der Moscow Times versucht Russland derzeit verzweifelt, die Artillerieverluste auszugleichen.

Zusammen mit den Angriffen auf Kommandostützpunkte und Munitionsdepots im Hinterland hat diese Taktik dazu geführt, dass die Ukraine an vielen Stellen der Front mittlerweile die Feuerüberlegenheit hat – und die Verteidigungsreihen der Russen ausgedünnt sind.

Offensive im Ukraine-Krieg: Kiew hat mehr als 30.000 Soldaten zur Verfügung

Die nächste Phase könnte laut dem Militärhistoriker Phillips O´Brien darin bestehen, dass die Angriffe auf die russischen Verteidigungsstellungen selbst stark zunehmen. Es könnte also wieder zu einem Szenario kommen wie in den ersten Tagen der Gegenoffensive: Dabei griff eine vergleichsweise hohe Zahl an Infanteristen, Panzern und Schützenpanzern die Stellungen der Russen an.

Ist diese Phase erfolgreich abgeschlossen, würde ein Angriff mit den verbleibenden Einheiten am schwächsten Punkt der Front erfolgen, so O´Brien. Die Ukraine habe dafür wohl noch mehr als 30.000 Soldaten zur Verfügung und den größten Teil des aus dem Westen gelieferten Geräts.

Minenfelder bleiben für Ukrainer eine Herausforderung bei der Offensive

Ein großes Problem bleiben die großflächigen Minenfelder, die die Russen immer wieder neu auslegen und die sich für die ukrainischen Truppen als gefährliche Fallen herausstellen. Die Truppen können sich nur langsam durchkämpfen. Die einzige Hoffnung: „Einen Korridor zu finden, durch den eine große Zahl an Einheiten brechen kann. Wo das sein wird, deutet sich aktuell noch nicht an“, sagte unlängst die Sprecherin des Weißen Hauses, Karine Jean-Pierre.

Auch Brigadegeneral der Bundeswehr, Christian Freuding, sieht die größte Herausforderung für die Ukraine im Minenfeld. „Unser Grundsatz ist ja: Auftreffen auf Minensperre, ausweichen, umgehen. Bei dem Ausmaß der Minensperren, die in neun Monaten da angelegt wurden, ist dieser Grundsatz gar nicht zu befolgen“, sagte Freuding laut der Deutschen Presse-Agentur (dpa). „Die Ukraine muss sich wirklich jeden Meter Geländegewinn dadurch erarbeiten, dass sie Minensperren unter Feuer öffnet. Und das ist das Schwierigste, das Blutigste, das Dramatischste, was man sich überhaupt vorstellen kann.“ 

Ukraine-Krieg: Putin und Lukaschenko versuchen Gegenoffensive kleinzureden

Trotz hoher russischer Verluste versucht Präsident Wladimir Putin stets, die Offensive der Ukraine kleinzureden. Bei einer Begrüßung durch Putin zu einem Treffen in St. Petersburg sagte der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko laut russischen Nachrichtenagenturen: „Es gibt keine Gegenoffensive.“ Putin entgegnete: „Es gibt sie, aber sie ist gescheitert.“ US-Generalstabschef Mark Milley hatte kürzlich erklärt, die ukrainische Offensive sei „weit von einem Misserfolg entfernt“, werde aber lang, hart und blutig sein. (Mit Agenturen)

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