VonPatrick Mayerschließen
Ukrainische Guerillakämpfer zeichnen ihre Überfälle auf russische Munitionsdepots auf. Die Lagerhäuser von Wladimir Putins Streitkräften sind nicht sicher.
Saporischschja – Der Süden der Ukraine ist im Krieg mit dem Moskau-Regime seit zweieinhalb Jahren zu großen Teilen durch Russland besetzt. Doch auch hier sind die Truppen von Kreml-Autokrat Wladimir Putin nicht sicher.
Ukraine-Krieg: Ukrainische Partisanen filmen russisches Munitionslager
Denn: Ukrainische Partisanen operieren hinter den Frontlinien und nehmen zum Beispiel russische Munitionsdepots und Waffenlager ins Visier. Konkret: Die Gruppe „Atesh“ teilte bei X Fotos und Videos, die von einem russischen Munitionslager bei Wyschnewatoje in der Region Saporischschja stammen sollen. „Atesh“ wies darauf hin, dass die Partisanengruppe die gesammelten Informationen mit dem ukrainischen Verteidigungsministerium teile.
Im Ukraine-Krieg soll Putins Invasionstruppen so wohl auch gezeigt werden, dass sie nirgends im durch sie geschundenen Land sicher sind und ihre Waffen vor ukrainischen Gegenangriffen verstecken können. Unklar ist, wie die ukrainischen Partisanen so nahe an das Lager kommen konnten, ohne dabei entdeckt zu werden.
#ATESH identified Russian ammo depots in Vyshnevatoye, Zaporizhzhia region
— ATESH_eng (@atesh_eng) September 21, 2024
The depots are guarded, and large volumes of ammunition are delivered daily to supply frontline troops
We continue to provide data to the Ukrainian Defense Forces pic.twitter.com/ANm3DfIAiM
Waffen im Ukraine-Krieg: Russisches Munitionsdepot im Visier von Partisanen
„Wir verfolgen weiterhin die Bewegungen und Standorte kritischer feindlicher Ziele, um Daten mit den Verteidigungskräften der Ukraine auszutauschen“, hieß es in dem Posting bei X. Laut des Online-Portals Defence Express (DE) treffen riesige Mengen an Kisten in Wyschnewatoje ein, um den Nachschub für die Truppen an der Front zu gewährleisten. Welche Munition dort konkret gelagert wird, geht weder aus dem Social-Media-Posting noch aus dem Bericht hervor. Die Großstadt Melitopol gilt in der Oblast Saporischchja als „Widerstandsnest“ im Rücken von Putins Armee.
Iwan Fedorow, Exil-Bürgermeister der strategisch immens wichtigen Stadt, hatte im Sommer in einem Interview weitere Gegenwehr gegen die Besatzer im Ukraine-Krieg angekündigt. Immer wieder setzen Anschläge den russischen Besatzern und ihren geschätzt 700 Kollaborateuren in Melitopol zu. „Melitopol ist ein Zentrum des Widerstands - des zivilen wie auch des nicht-zivilen Widerstands. Die Kollaborateure sind derzeit in Panik. Aber die Russen sind es noch nicht wirklich. Die russischen Kommandeure verbieten den Kollaborateuren, zu gehen. Wir haben viele Informationen darüber, dass Kollaborateure fliehen wollten, aber von russischen Stellen daran gehindert wurden“, erzählte Fedorow der österreichischen Tageszeitung Der Standard.
Partisanen gegen Putin: Widerstand im Süden der Ukraine gegen die Russen
Im April 2023 explodierte in Melitopol auf offener Straße eine Autobombe, wobei der kremlnahe Politiker Maxim Subarew schwer verletzt wurde. Der Kommunist hatte laut der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) die russischen Invasionstruppen im Frühjahr 2022 an vorderster Front begrüßt. Im März 2023 wurde der Direktor für den öffentlichen Verkehr getötet sowie ein leitender Polizeibeamter durch eine Autobombe schwer verwundet.
Die Partisanengruppe „Atesh“ veröffentlicht bei X immer wieder Foto und Videos von Sabotage-Aktionen. Zum Beispiel davon, wie Trafohäuschen an Zugstrecken in Brand gesteckt werden. Auf dem X-Pofil der Gruppe heißt es: „Militärbewegung von Ukrainern und Krim-Tataren. Unser Ziel ist es, die russische Armee von innen heraus zu zerstören.“ (pm)
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