Ukraine-Krieg: Pokrowsk kämpft, anderer Stadt droht der Untergang
VonTadhg Nagel
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Selenskyj warnt vor eskalierendem Ukraine-Krieg in Donezk. Putin konzentriert seine Angriffe auf Pokrowsk. Kostyantynivka rückt ins Visier des Kremls.
Kiew – Fast ein Drittel aller Kämpfe im Ukraine-Krieg konzentriert sich derzeit auf eine einzige Stadt: Pokrowsk in der Oblast Donezk. Während dort die Intensität der Auseinandersetzungen zunimmt, bereitet Russland offenbar eine Offensive gegen eine andere Front vor.
Kostyantynivka im Visier Putins: Ukraine erwartet massive russische Angriffe auf die Stadt
In Kostyantynivka gehen die Kämpfe Selenskyj zufolge unverändert weiter, genau wie im rund 60 km entfernten Dobropillia. Dort habe das Militär hat nach Angaben von Oberbefehlshaber Oleksandr Syrskyi weitere zwei bis drei Kilometer an Boden gewonnen. Doch zugleich warnte der ukrainische Präsident vor einem Gegenangriff: „Russland ist sich bewusst, dass es dort seinen Vorsprung vollständig verloren hat, und wir sind uns bewusst, dass es sich auf eine Vergeltungsaktion vorbereitet. Aus abgefangenen Nachrichten geht klar hervor, dass es Truppen aufbaut, und das können wir anhand aller Beweise erkennen.“
Der Nachrichtenagentur zufolge verhindern ukrainischen Verteidigungskräfte derzeit ein Vorrücken russischer Truppen in Richtung Kostjantyniwka. Man erwarte dort aber die nächsten feindlichen Angriffe. „Wir vernichten den Feind aktiv und lassen ihn nicht aus unserer Richtung in Richtung Kostjantyniwka vorrücken“, habe Oberstleutnant Dmytro Saporoschez, Sprecher des 11. Armeekorps, am Dienstag (4. November) im ukrainischen Fernsehen erklärt. Russland setze bereits taktische Luftwaffe ein, um die Stadt zu zerstören.
Putins Verbündete: Diese Länder stehen im Ukraine-Krieg an der Seite Russlands
Russland sucht Schwachstellen: Putin will Ukraine von Versorgungswegen in Donezk abschneiden
Bereits Ende September versuchten russische Streitkräfte, aus mehreren Richtungen auf Kostyantynivka vorzustoßen und suchen nach Schwachstellen in der ukrainischen Verteidigung. Laut Radio Free Europe strebte der Kreml so an, den ukrainischen Streitkräften den Zugang zu Versorgungswegen zu versperren. Das mache die Stadt zu einem vorrangigen Ziel. Trotz anhaltender Bombardierungen und Unterbrechungen der Wasser- und Stromversorgung hielten einige Einheimische durch, seien jedoch auch sichtlich erschüttert.
Anfang Oktober unternahmen die Truppen des russischen Präsidenten Wladimir Putin erneut einen erfolglosen Versuch, in die Stadt vorzudringen. Obwohl sie versuchten, die schlechte Witterung zu ihren Gunsten zu nutzen, konnte der Angriff durch koordinierte Aktionen der ukrainischen Verteidigungskräfte abgewehrt werden.
Angriff im Oktober gescheitert: Ukrainische Verteidigung wehrt Putin-Truppen erfolgreich ab
Russlands Armee setzte schwere gepanzerte Fahrzeuge ein, darunter Panzer, Schützenpanzer, gepanzerte Mannschaftstransporter und MT-LBs. Die ukrainische Einheit „Phoenix“ führte jedoch bereits in der Formierungsphase der russischen Angriffsgruppe eine Reihe von Drohnenangriffen durch. Gemeinsam mit schweren Bomberdrohnen zerstörte die Angriffsgruppe anschließend gepanzerte Fahrzeuge, die auf offenem Gelände gestoppt hatten.
Die Bilanz der Schlacht: ein Panzer, zwei Schützenpanzer und ein gepanzerter Mannschaftstransporter wurden zerstört. Drei Panzer, vier gepanzerte Fahrzeuge, ein gepanzerter Mannschaftstransporter und ein MT-LB wurden beschädigt. Zudem entdeckte und zerstörte das ukrainische Militär eine feindliche Kanone, die den Vormarsch der gepanzerten Gruppen hätte decken sollen. (Quellen: Militarnyi, Radio Free Europe, Ukrainska Pravda, Ukriniform) (tpn)