Modernisierung der Bundeswehr

Flaggschiff der Zeitenwende: Deutschland startet mit der Fregatte F126 sein teuerstes Marine-Projekt

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Die Idee ist mehr als zehn Jahre alt, und die ersten Bleche werden jetzt geschweißt: Mit der Fregatte F126 will Deutschland auf Hoher See auftrumpfen.

Berlin – Spätestens am 16. Juni 2028 ist der Schampus an der Bordwand heruntergelaufen und das Schiff mit dem Wunsch nach mindestens einer Handbreit Wasser unter dem Kiel in den Dienst aufgenommen. Mit der ersten Fregatte der neuen Schiffsklasse F126 hat die Deutsche Marine dann einen gewaltigen Schritt getan, um so etwas wie Macht auf See zu werden; kriegstüchtig zu werden, wie Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gefordert hat. Die neue Schiffsklasse ist nämlich ein Tausendsassa – oder zumindest als solcher geplant. Die F126 kann genau so als Gefangenentransporter in See stechen wie als U-Boot-Jäger; oder unterwegs von einem zum anderen umgebaut werden. Dafür soll sie je nach Einsatzzweck verschiedene Aufbauten erhalten. Insofern hat sie das Nachrichtenmagazin Spiegel auch schon „Lego-Fregatte“ getauft.

Die F-126-Klasse mit ihren letztendlich sechs geplanten Einheiten könnte so etwas wie das Flaggschiff der von Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) ausgerufenen „Zeitenwende“ werden – so viel Geld wie für die F126 hat die Bundesregierung noch nie für die Marine in die Hand genommen. Für den deutschen Militärhistoriker Sönke Neitzel ein klares Signal: „2018 wurde zwar als Ziel festgelegt, die Bundeswehr bis zum Jahr 2031 wieder zu einer ,Vollwert-Armee‘ zu machen, wie es im Amtsdeutsch heißt, aber der politische Wille, dies auch umzusetzen, ist nicht wirklich zu erkennen.“

Bundeswehr-Aufgaben ändern sich – auch die Marine ist gefordert

Dabei gehört zur Aufgabe der Marine auch, erstens Deutschlands Versorgung beispielsweise auch im Mittelmeer sicherzustellen und gleichermaßen Nato-Interessen mitzuverteidigen; möglicherweise auch im Zuge des Ukraine-Kriegs auf kommenden Missionen im Schwarzen Meer. Nach 1990 haben sich die Aufgaben der Bundeswehr von der Landesverteidigung im „Kalten Krieg“ hin zu Einsätzen der internationale Konfliktverhütung und Krisenbewältigung außerhalb Deutschlands verlagert als „Armee im Einsatz“ mit wechselnden Aufgaben.

Ganz anders klang die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesverteidigungsminister, Siemtje Möller (SPD), zum offiziellen Baubeginn der je 160 Meter langen F126: „Wir beweisen damit unsere Verlässlichkeit und Professionalität, aber vor allem unsere Entschlossenheit und unseren Willen, für unsere Sicherheit und die unserer Partner einzustehen.“ Konkret heißt das im Bericht des Militärjournals cpmDefenseNetwork: „Besonderes Kennzeichen dieses Schiffs sind die austauschbaren Missionsmodule, wie zum Beispiel das Modul ASW (Anti Submarine Warfare)-Lagebild, oder das Gewahrsamsmodul – beide sind die ersten Module, die vom Parlament abgesegnet wurden. Darüber hinaus werden die Schiffe an unterschiedliche Einsatzanforderungen und -aufgaben anpassbar sein. Die Fregatten F-126 sollen Ziele in der Luft sowie auf und unter Wasser bekämpfen sowie in der Lage sein, als Führungseinheit Einsätze an Land zu führen.

Piraten im Roten Meer – möglicher künftiger Gegner für deutsche Fregatte

Die F126 löst sukzessive die ältere F125-Klasse mit ihren vier Schiffen ab oder ergänzt sie – neu ist eben das größere „Auslegungsszenario“, das heißt, ein künftiges Bundeswehr-Schiff muss für mehrere Einsatz-Optionen gleichermaßen nutzbar sein. Vor allem für dreidimensionale Bedrohungen, also unter wie auf oder wie über dem Wasser. Die Fregatte hatte als Projekt den Namen „MKS 180“ und datiert als Idee für künftige Marinefahrzeuge auf das Jahr 2009, wie das Marineforum schreibt: „Da eine Auslegung der Plattform (des Schiffes) auf alle denkbaren Bedrohungsszenarien nicht realisierbar sei, müssten die Fähigkeiten künftiger Einsatzverbände mit geringem Aufwand lage- und bedarfsgerecht modular zusammengestellt und vor sowie auch noch während des Einsatzes flexibel angepasst werden können.“

Beispielsweise sollte die F126-Klasse so gebaut werden, dass modular jederzeit nachgerüstet werden könnte oder Module instand gesetzt werden, ohne dass das Schiff aus dem Einsatz genommen werden müsste. Einerseits ist das neben der militärischen Notwendigkeit eine Frage des Budgets: Für die „Lego-Fregatte“ kann also Zubehör nachgekauft werden, wenn wieder Geld da ist. Schließlich soll das „Sondervermögen Bundeswehr“ bis 2027 aufgebraucht sein; eventuell aus diesem Topf zu leistende Hilfen für die Ukraine sollten den Kredit aber auch schneller aufbrauchen können. Zwei weitere optionale Fregatten waren im Sondervermögen enthalten, sind aber wieder herausgelöst worden und stehen 2024 wieder zur Diskussion.

Eine Simulation der neuen F126-Fregatte.

Die aktuellen Drohnenangriffe der islamfreundlichen Huthi-Rebellen im Roten Meer unterstreichen die künftige Notwendigkeit eines solchen maritimen Tausendsassas, wie das Marineforum schreibt. Um nicht nur Piraten und andere asymmetrische Bedrohungen mit einem Schiff bekämpfen zu können, würden im Gegensatz zur F125-Schiffsklasse Missionsmodule an Bord genommen werden. Diese standardisierten Ausrüstungs- und Personalpakete sollen das Schiff ohne großen technischen und zeitlichen Aufwand flexibel an einen bestimmten Auftrag anpassen. Zum Betrieb dieser Missionsmodule seien an Bord Stellflächen vorgesehen, Platz für ein zusätzliches Kontingent von 70 Soldaten, eine Anzahl von freien Arbeitsplätzen in der Operationszentrale sowie die entsprechenden Reserven und Schnittstellen für Klima/Lüftung, Strom, interne und externe Kommunikation notwendig.

Vier statt sechs Fregatten: Sondervermögen begrenzt Einkaufstour der Marine

Im Gegensatz zu Systemen, die fest eingebaut sind, können Missionsmodule, die aktuell nicht für einen Einsatz benötigt werden, unabhängig von ihrem Trägerschiff instand gesetzt und gewartet werden. Im Einsatz ist es denkbar, dass die Trägerplattform unter zeitweiligem Verzicht auf die spezifische Fähigkeit weiterhin auf See bleibt, während das Modul in einem Hafen überholt wird. In einem zweiten Schritt soll den die Module über verschiedene Schiffsklassen hinweg getauscht werden können; in einem dritten Schritt auch zwischen verschiedenen Schiffen der Nato-Partner. Die Bundeswehr gibt für die ersten vier von sechs geplanten Schiffen rund 5,3 Milliarden Euro aus. So viel wie nie zuvor für Projekte in der kleinsten deutschen Teilstreitkraft. Das fünfte und sechste Schiff sind aktuell jedoch lediglich Optionen, über die noch entschieden werden muss. Bis 2035 will die Marine gemäß dem Strategiepapier „Zielbild 2035+“ ihre Flotte von jetzt mehr als 50 Schiffen auf bis zu 70 erweitern.

Für den Schiffsbetrieb ist eine Stammbesatzung von 114 Soldaten vorgesehen. Daneben stehen Kapazitäten zur Verstärkung durch etwa 80 weiteren Personen für Wahrnehmung weiterer Aufgaben zur Verfügung. Die Fregattenklasse 126 wird projektiert von der holländischen Damen Schelde Naval Schipbuilding BV und komplett in deutscher Hand gebaut an verschiedenen deutschen Standorten: Bei NVL in Wolgast werden die Hecksektionen gebaut, German Naval Yards in Kiel fertigt die Bugsektionen. Hochzeit, also die Endmontage der Schiffe sowie die Ausrüstung mit der gesamten Elektrik ist bei Blohm+Voss in Hamburg. Allerdings ist bereits jetzt zu hören, dass die Baupläne aus Holland den Verträgen zeitlich und inhaltlich hinterherhinken.

F126 macht die Marine stärker: Das Militär wird jetzt vom Krieg her gedacht

Das Marineforum sieht die Einsatzschwerpunkte der F126 konkret darin, Seegebiete sowie Schiffsrouten sowohl zu überwachen als auch zu Wasser zu beherrschen– vergleichbar der damaligen Operation Atalanta –, Embargo-Maßnahmen durchzuführen sowie Nationale Risikovorsorge zu betreiben durch Evakuierungsoperationen in Krisengebieten. Konkret bedeuten diese Vorgaben, dass neben dem Selbstschutz die Seeraumüberwachung, das Abfangen von Seezielen und das Durchführen von Untersuchungen – beispielsweise von verdächtigen Handelsschiffen – in den entsprechenden mandatierten Einsätzen als Kernziele schon in die Entwürfe der F1126 eingearbeitet worden waren. Prinzipiell soll die F126 aber ihre vorrangige Stärke in der U-Boot-Jagd finden.

Die Nato wächst und kämpft: Alle Mitgliedstaaten und Einsätze des Bündnisses

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Gegründet wurde die Nato am 4. April 1949 in Washington, D.C. Zunächst zwölf Staaten unterzeichneten den Nordatlantikvertrag: Belgien, Dänemark, Frankreich, das Vereinigte Königreich, Island, Italien, Kanada, Luxemburg, die Niederlande, Norwegen, Portugal und die USA. Sie wurden zu den Gründungsmitgliedern der Nato. Hier präsentiert Gastgeber und US-Präsident Harry S. Truman das Dokument, das die Grundlage für das Verteidigungsbündnis bildet. Der erste Oberkommandeur war der US-Amerikaner Dwight D. Eisenhower, der nach seiner Zeit bei der Nato Truman im Amt des US-Präsidenten beerben sollte. © imago
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In den ersten Jahren nach ihrer Gründung stand die Nato ganz im Dienste der Abwehr der sowjetischen Gefahr. 1952 fanden in Deutschland zahlreiche Manöver der Mitgliedsstaaten statt, unter anderem überwacht vom zweiten Oberkommandeur der Nato, Matthew Ridgway (2.v.l.) und dem damaligen französischen Botschafter in Deutschland, Andre Francois-Poncet (3.v.r.). © imago
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Im Jahr 1952 traten zwei weitere Länder der Nato bei: Griechenland und die Türkei. Die Anzahl der Nato-Mitglieder stieg also auf 14. Noch im selben Jahr fanden die ersten Manöver des Verteidigungsbündnisses statt. Beteiligt waren neben Einheiten Großbritanniens und der USA auch Kampftaucher, sogenannte Froschmänner, der türkischen Marine. © imago
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Im Jahr 1954 beschlossen die Nato-Mitgliedsstaaten auch der Bundesrepublik Deutschland den Beitritt anzubieten. Der britische Außenminister Anthony Eden reiste nach Paris, um im Palais de Chaillot die Vereinbarung zu unterzeichnen. Ein Jahr später, 1955, wurde die BRD als 15. Mitglied der Nato in das Verteidigungsbündnis aufgenommen. © UPI/dpa
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Kurz nach Gründung durchlitt die Nato bereits ihre erste interne Krise. Frankreich entzog bereits 1959 seine Flotte der Nato-Unterstellung. 1966 verabschiedeten sich die Vertreter des Landes aus allen militärischen Organen des Verteidigungsbündnisses. Frankreichs Präsident Charles de Gaulle (l.), hier bei der Beerdigung John F. Kennedys, fürchtete eine Dominanz der USA in der Nato und pochte auf die Unabhängigkeit der französischen Streitkräfte. Das Land kehrte erst im Jahr 2009 wieder als vollwertiges Mitglied in die militärischen Strukturen zurück. © imago
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Im Jahr 1982 fand die nächste Erweiterungsrunde der Nato statt. Spanien wurde das 16. Mitglied des Verteidigungsbündnisses und nahm kurz darauf am Nato-Gipfel in Bonn teil. In der damaligen Bundeshauptstadt kamen die Staatsoberhäupter und Regierungschefs zusammen (v.l.n.r.): Kare Willoch (Norwegen), Francisco Balsemao (Portugal), Leopoldo Calvo-Sotelo (Spanien), Bülent Ulusu (Türkei), Margaret Thatcher (Großbritannien) und Ronald Reagan (USA). © imago
Ihren ersten Kampfeinsatz startete die Nato am 30. August 1995 mit der Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild).
Am 30. August 1995 startete die Nato die Operation „Deliberate Force“ gegen serbische Freischärler im ehemaligen Jugoslawien. Offiziell trat die Nato dabei nur als eine Art bewaffneter Arm der UN-Mission im Land auf. Beteiligt waren 5000 Soldaten aus 15 Ländern mit 400 Flugzeugen, darunter 222 Kampfflugzeugen. 54 dieser Maschinen, die rund um die Uhr von drei Flugzeugträgern und 18 Luftwaffenstützpunkten in Europa losflogen, waren F-16 Fighting Falcon (im Bild). © DOD/USAF/afp
Bei der Operation kam es zum ersten Kampfeinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Zweiten Weltkrieg. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. Nato-Befehlshaber Leighton Smith (Mitte) und UN-Balkankommandant Bernard Janvier (rechts) konnten sich schon am Tag davor am Flughafen von Sarajevo als Sieger fühlen.
Am ersten Kampfseinsatz der Nato war auch Deutschland beteiligt. Die Bundeswehr schickte Tornado-Kampfflugzeuge in den Krieg in Jugoslawien. Ab Juni 1999 übernahm Deutschland die militärische Führung über einen Sektor des Kosovos im Rahmen der so genannten Kosovo-Friedenstruppe (KFOR). Zu Beginn befanden sich rund 6.000 deutsche Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr im Einsatz im Kosovo. © ANJA NIEDRINGHAUS/afp
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Es war der erste Kriegseinsatz der deutschen Luftwaffe seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. 14 deutsche Tornado-Kampfflugzeuge flogen von Piacenza aus 65 Einsätze im ehemaligen Jugoslawien. Nach dem Abzug der schweren Waffen durch die Serben und einer Garantie für die verbliebenen Schutzzonen wurde die Luftoperation am 21. September 1995 beendet. © dpa
Bereits im Jahr 1998 hatte hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.
Bereits im Jahr 1998 hatte das Kabinett Kohl gemeinsam mit den Wahlsiegern der Bundestagswahl 1998, Gerhard Schröder und Joschka Fischer, den ersten Einsatz deutscher Soldaten in einem militärischen Konflikt in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg beschlossen. Außenminister Fischer appellierte: „Wir haben immer gesagt: ‚Nie wieder Krieg!‘ Aber wir haben auch immer gesagt: ‚Nie wieder Auschwitz!‘“ Die Menschen in Deutschland gingen bei Antikriegsdemos gegen den Nato-Einsatz auf die Straße, so wie hier zum Beispiel am 25. März 1999 in Leipzig.  © ECKEHARD SCHULZ/Imago
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen.
Seit Anfang 2001 lieferten sich die Rebellen der UCK (Befreiungsarmee im Kosovo), die bereits im Kosovo-Krieg gegen die Serben gekämpft hatten, Kämpfe mit der mazedonischen Armee. Nach Abschluss eines Friedensabkommens stimmte die UCK ihrer Entwaffnung und Auflösung zu und übergab der Nato ihre Waffen. Insgesamt wurden 3875 Waffen der Rebellen eingesammelt und eingeschmolzen. © Louisa Gouliamaki/dpa
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Nach dem Fall des Eisernen Vorhangs erweiterte sich die Nato um Länder der ehemaligen Sowjetunion. Am 12. März 1999 wurden die Flaggen von Polen, Tschechien und Ungarn am Nato-Hauptquartier in Brüssel (Belgien) gehisst. Das Verteidigungsbündnis war damit auf 19 Mitgliedsstaaten gewachsen. © ATTILA SEREN/imago
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.
Im August 2003 übernahm die Nato durch ein Mandat der Vereinten Nationen in Afghanistan das Kommando über internationale Friedenstruppen und läutete damit den ersten Einsatz des Bündnisses außerhalb Europas ein. Der Einsatz der International Security Assistance Force (ISAF) war ein sogenannter friedenserzwingender Einsatz unter Verantwortung der beteiligten Staaten im Rahmen des Krieges in Afghanistan von 2001 bis 2014.  © SHAH MARAI/afp
Nato-Einsatz in Afghanistan
Am Nato-Einsatz in Afghanistan beteiligte sich auch die deutsche Bundeswehr. Mit gleichzeitig 5.300 stationierten Soldatinnen und Soldaten war es der größte Auslandseinsatz der Bundeswehr. Als Teil der International Security Assistance Force (ISAF) waren deutsche Streitkräfte an mindestens zehn Kampfeinsätzen beteiligt. Zwischen 2001 und 2014 wurden 59 Bundeswehrsoldaten in Afghanistan getötet. © Michael Kappeler/dpa
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen
Im Februar 2020 unterzeichnete Donald Trumps Regierung mit den Taliban das Doha-Abkommen, das einen vollständigen Abzug der US-Truppen aus Afghanistan bis Ende April 2021 beinhaltete. Trumps Nachfolger Joe Biden terminierte den Abzug der US-Truppen bis zum symbolischen Stichtag des 11. September. Die verbündeten Nato-Staaten schlossen sich an, und so begann auch die Bundeswehr mit dem Abzug ihrer letzten Streitkräfte aus Afghanistan. © Boris Roessler/dpa
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Im Jahr 2004 fand die bis dato größte Erweiterungsrunde der Nato statt. Der damalige US-Außenminister Colin Powell gab bekannt, dass das Verteidigungsbündnis sieben neue Mitgliedsstaaten auf einen Streich aufnehmen werde: Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Rumänien, die Slowakei und Slowenien. Die Nato bestand damit aus 26 Mitgliedern. © BENOIT DOPPAGNE/imago
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist.
Seit Juni 2005 unterstützt die Nato die Afrikanische Union, u.a. auch die AU-Mission in Somalia (Amisom). Dort kontrolliert die mit der Terrororganisation Al Qaida verbundene islamistische Bewegung Al-Shabaab Teile des Südens und setzt die Scharia in strenger Form durch. Im Rahmen der AU-Mission in Somalia testet ein Panzerfahrer im Januar 2013 seine Lenkung, während er auf einem Stützpunkt an der Front in Lower Shabelle stationiert ist. © TOBIN JONES/afp
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Zu ihrem 50-jährigen Bestehen im Jahr 2009 nahm die Nato zwei weitere Mitglieder auf: Albanien und Kroatien. Bundeskanzlerin Angela Merkel begrüßte den albanischen Ministerpräsidenten Sali Berisha bei den Feierlichkeiten rund um die Erweiterung sowie zum Jubiläum auf dem Nato-Gipfel in Straßburg und Kehl. © imago
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Am 5. Juni 2017 wird die Nato um ein weiteres Mitglied erweitert. Montenegro tritt dem Verteidigungsbündnis bei. Das Land hatte sich 2006 von Serbien unabhängig erklärt und wurde inklusive Flagge elf Jahre später in Brüssel am Nato-Hauptquartier begrüßt.  © Gong Bing/imago
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Die vorerst letzte Nato-Erweiterung fand im Jahr 2020 statt. Am 27. März trat Nordmazedonien dem Verteidigungsbündnis bei. Griechenland hatte die Aufnahme des Landes wegen eines Streits über dessen Namen jahrelang blockiert. Nachdem sich beide Länder geeinigt hatten, war der Weg frei für gemeinsame Manöver, wie hier zum Beispiel mit Einheiten der US-Armee in der Nähe von Krivolak. © imago
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle.
Im Rahmen ihrer Mission im Irak traniert und unterstützt die Nato die irakischen Sicherheitskräfte im Kampf gegen den sogenannten Islamischen Staat. Am 9. Dezember 2021 trafen sich der irakische Sicherheitsberater Qassem al-Araji (links) und der Nato-Befehlshaber Michael Lollesgaard in der „Grünen Zone“ der Hauptstadt Bagdad. Die USA-geführte Koalition beendete damals ihren Kampfeinsatz und verlegte sich auf eine Ausbildungs- und Beratungsrolle. © AHMAD AL-RUBAYE/afp
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Luftraum-Überwachung setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Düsenjägerpilot in Mont-de-Marsan noch einmal sein Flugzeug für die viermonatigen Mission vor.
Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine hat die Nato ihre seit Jahren bestehende Mission für die Luftsicherheit der baltischen Staaten an der Ostflanke des Militärbündnisses noch einmal ausgebaut. Zur Überwachung des Luftraums setzt Frankreich vier Rafale-Kampfflugzeuge ein. Vor dem Start am 25. November 2022 bereitet ein Pilot in Mont-de-Marsan noch einmal seinen Jet für die viermonatige Mission vor.  © THIBAUD MORITZ/afp
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an.
Unter dem Eindruck des Ukraine-Kriegs ist im April 2023 auch Finnland der Nato beigetreten. Der Schritt ist historisch. Finnlands Präsident Sauli Niinistö bezeichnete den Nato-Beitritt als Beginn einer neuen Ära. Finnland hat eine 1340 Kilometer lange Grenze zu Russland. Das nordische Land mit seinen rund 5,5 Millionen Einwohnern hatte zuvor jahrzehntelang großen Wert auf militärische Bündnisfreiheit gelegt. Mit dem Beitritt Finnlands wächst die Nato-Außengrenze Richtung Russland nun auf mehr als das Doppelte an. © JOHN THYS/afp
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Und am Horizont ist bereits die nächste Erweiterung der Nato zu sehen. Zusammen mit Finnland hatte sich auch Schweden um einen Beitritt zum Verteidigungsbündnis beworben. Der Aufnahmeprozess läuft. Im baltischen Meer fanden bereits erste gemeinsame Übungen der US Navy und der schwedischen Marine statt.  © IMAGO/U.S. Navy
Droht immer wieder mit einem Austritt aus der Nato: US-Präsident Donald Trump.
Bereits während seiner ersten Amtszeit stellte US-Präsident Donald Trump den Nutzen der Nato für die USA infrage und kritisierte die Verbündeten dafür, zu wenig in ihre Verteidigung zu investieren. Stattdessen würden sich die Staaten der Europäischen Union (EU) auf die militärische Stärke der USA verlassen. Nach seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 erneuerte Trump seine Kritik und stellte sogar Artikel 5 des Nordatlantikvertrags infrage. Dieser besagt, dass ein Angriff auf einen Nato-Staat als Angriff auf alle Nato-Staaten gilt. © Anna Ross/Uncredited/dpa/Montage

Fregattenkapitän Peter Wiemann ist im Marinekommando der Dezernatsleiter Fähigkeitsentwicklung in der Abteilung Planung und gleichzeitig Beauftragter der Marine im Integrierten Projektteam MKS 180 (F126) und voll des Lobes für das neue Schiff: „Die Idee, die hinter der F126 steht, ist, die Grundbefähigungen durchhaltefähig bereitstellen zu können und nicht, Spitzenwerte in Einzeldisziplinen zu erzielen.“ Folgerichtig orientiert sich die technische Umsetzung nicht an den Grenzbereichen des Machbaren – insofern ist die F126 explizit als Allrounder gebaut worden. Das begrenzt die Beschaffungskosten sowie die technische Anfälligkeit im Betrieb. Wiemann sieht in der F126 dank ihrer Modularität ein künftiges Arbeitspferd für die Marine von 2020 an.

Historiker Neitzel sieht die Bundesregierung mit dem Schiff in der Realität einer modernen Streitmacht angekommen. Wenn die F126 in fünf Jahren ihren Dienst aufnehmen wird, mag er darin das Bemühen der Bundesregierung erkennen, wie er sagt, „das Militär wieder mehr vom Krieg her zu denken“. Für Peter Wiemann ist der aktuelle Start mit dem Schneiden der ersten Bleche sehr viel emotionaler, wie er schreibt: „Damit verbreitet sich zu Recht allenthalben ein Gefühl von ,Jetzt geht’s wirklich los‘.“ (Karsten Hinzmann)

Rubriklistenbild: © Damen Naval

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