VonKathrin Reikowskischließen
Russland könnte Waffen aus Nordkorea für den Ukraine-Krieg bereitstellen, dementiert aber entsprechende Berichte aus den USA und Großbritannien.
Krasnodar - Waffen aus Nordkorea, die gegen die Ukraine eingesetzt werden? Britische und US-amerikanische Think Tanks wollen Belege dafür gesammelt haben, dass dies bald der Fall sein könnte: Russland soll in großer Menge Waffen aus Nordkorea für den Krieg gegen die Ukraine an seine Grenzen transportieren, möglicherweise als Folge von Gesprächen zwischen dem russischen Präsidenten Wladimir Putin und dem nordkoreanischen Diktator Kim Jong Un Mitte September in Moskau.
Der Think Tank „Center for Strategic and International Studies“ aus Washington (USA) will seit dem 5. Oktober einen „dramatischen und beispiellosen“ Anstieg des Schienenverkehrs entlang der Grenze zwischen Nordkorea und Russland beobachtet haben. Daraus zieht er Schlüsse.
US-Think Tank geht von Abmachung zwischen Putin und Kim Jong Un aus - ein Rätsel bleibt
Auf der Website Beyond Parallel bringt der Think Tank den Anstieg des Zugverkehrs mit Waffenlieferungen in Verbindung: „Angesichts der Tatsache, dass Kim und Putin auf ihrem jüngsten Gipfeltreffen über einen militärischen Austausch und eine Zusammenarbeit gesprochen haben, deutet der dramatische Anstieg des Schienenverkehrs wahrscheinlich darauf hin, dass Nordkorea Waffen und Munition an Russland liefert.“ Allerdings seien die Transportcontainer mit Planen abgedeckt, sodass sich über Satellitenaufnahmen nicht feststellen lasse, was sich genau auf den Schienen befinde.
Der britische Think Tank Royal United Services Institute (RUSI) legte Mitte Oktober einen Bericht vor, der Satellitenaufnahmen von Schiffbewegungen auswertet. Die These: Vor allem zwei Cargo-Schiffe sollen zwischen dem nordkoreanischen Hafen Rajin und dem russischen Militärstützpunkt Dunai mit großen Mengen an Waffen verkehren. RUSI warnt: Dies könne große Auswirkungen auf den Ukraine-Krieg und die Sicherheitsarchitektur in Ostasien haben. Zwar seien auch hier genaue Mengen und Inhalte der Transporte schwer auszumachen, alles deute aber daraufhin, dass Lieferungen am Ende in der Stadt Tikhoretsk ankommen, die 200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt im russischen Bezirk Krasnodar liegt - ebenfalls nicht weit von der besetzten Krim.
⚡️North Korea has established regular supplies of ammunition to russia.
— FLASH (@Flash_news_ua) October 16, 2023
Experts from the British Royal Institute of Defense Studies analyzed satellite images of the Russian base in Fokino (Primorsky Territory) and the North Korean port of Rason. Between them, since August,… pic.twitter.com/V7qeCoKpty
Russland dementiert den Import nordkoreanischer Waffen für Krieg gegen die Ukraine
Auf eine Aussage des Weißen Hauses, das sich auf die Beobachtungen bezieht, dementiert Russland hingegen die Waffenlieferungen aus Nordkorea. Darauf angesprochen, habe Dimitri Peskow, Kreml-Sprecher, den russischen Agenturen gesagt: „Sie berichten die ganze Zeit davon, ohne jeden Beweis.“ Russland werde seine Beziehungen zu Nordkorea aber weiter ausbauen. Das berichtet Reuters.
Die Ukraine setzt unterdessen ATACMS-Raketen aus den USA ein: Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigte, dass die US-Raketen für die Abwehr der russischen Aggressionen eingesetzt werden. (kat)
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