Die verarbeiteten Informationen zum Ukraine-Krieg stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber teils auch von den Kriegsparteien aus Russland und der Ukraine sowie deren Verbündeten. Einige Angaben lassen sich deshalb zum Teil nicht unabhängig überprüfen.
Update vom 29. Juli, 06.35 Uhr: Moskau hat erneut ukrainische Städte unter Beschuss genommen. In Dnipro soll eine russische Raketen ein Wohngebäude getroffen haben. Die Zahl der Verletzten nach dem Raketenangriff stieg über Nacht auf neun.
Update vom 28. Juli, 22.21 Uhr: In der zentralukrainischen Stadt Dnipro ist nah Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj eine russische Rakete in einem Wohnkomplex eingeschlagen. Innenminister Ihor Klymenko sagt, dabei fünf Menschen seien verletzt worden. Auch ein anderes Gebäude sei getroffen worden. Videos in auf Internet-Plattformen zeigten Trümmer in einem Innenhof eines großen Wohnkomplexes.
Raketenangriff auf Russland - Moskau beschuldigt Kiew
Update vom 28. Juli, 20.55 Uhr: Moskau hat Kiew die Schuld am Raketenangriff in der südrussischen Stadt Taganrog am Asowschen Meer gegeben. „Das Kiewer Regime hat eine Terrorattacke (...) gegen die Wohninfrastruktur der Stadt Taganrog im Gebiet Rostow geführt“, teilte das russische Verteidigungsministerium auf Telegram mit. Die russische Luftverteidigung habe die Rakete abgefangen, Trümmerteile seien jedoch herabgefallen.
Am Nachmittag hatten russische Behörden den Einschlag in der Nähe eines Cafés im Zentrum von Taganrog gemeldet. Laut dem Gouverneur der Region Rostow, Wassili Golubew, wurden 15 Menschen verletzt, wovon 9 in Krankenhäuser gebracht wurden. Die Ukrainer sollen laut Moskauer Angaben das Flugabwehrsystem S-200 zur Angriffswaffe umfunktioniert und damit geschossen haben. Das ließ sich zunächst nicht verifizieren. Golubew, berichtete später von einer zweiten Rakete, die über dem Landkreis Asow unweit von Taganrog abgeschossen worden sei. Die Trümmerteile sollen hier in einer unbewohnten Gegend heruntergekommen sein und keine Schäden angerichtet haben. Unabhängig konnten die russischen Angaben nicht überprüft werden.
Ukraine-Krieg: Polen und Litauen könnten Grenze zu Belarus schließen
Update vom 28. Juli, 19.40 Uhr: Wegen der massenhaften Ankunft von Wagner-Söldnern in Belarus erwägen Polen und Litauen eine Schließung der Grenzen zu Belarus. Dies teilte der stellvertretende litauische Innenminister Arnoldas Abramavicius laut der britischen Zeitung The Guardian mit. „Die Erwägungen sind vorhanden, die Möglichkeit zur Schließung der Grenzen besteht“, erklärte er demnach. Ferner betonte er zudem, die Wagner-Söldner könnten zwar ein Land wie Polen militärisch nicht „einschüchtern“. Sie könnten jedoch von Belarus aus nach Polen und baltische Länder geschmuggelt werden, um dort nach Möglichkeit Provokationen durchzuführen.
Update vom 28. Juli, 17.30 Uhr: In Richtung der ukrainischen Städte Kupjansk und Lyman liefern sich russische und ukrainische Truppen weiterhin schwere Kämpfe. Russische Truppen würden dort die ukrainischen Stellungen angreifen, teilte der Befehlshaber der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyi, laut der britischen Zeitung The Guardian mit. Doch die ukrainische Verteidigungslinie verhindere einen russischen Vorstoß.
Spannungen im Schwarzen Meer: Ukraine wirft Russland Bedrohung ziviler Schiffe vor
Update vom 28. Juli, 15.40 Uhr: Ukrainischen Angaben zufolge bedroht die russische Marine zivile Schiffe im Schwarzen Meer. „Russische Kriegsschiffe bedrohen jetzt Zivilisten im Schwarzen Meer und verstoßen damit gegen alle Normen des internationalen Seerechts“, schrieb der Leiter des ukrainischen Präsidialamts, Andrij Jermak, im Kurznachrichtendienst Telegram. Der ukrainische Grenzschutz veröffentlichte die Aufnahme einer Botschaft eines russischen Kriegsschiffes an ein ziviles Schiff in der Nähe eines ukrainischen Hafens. Demnach warnte das russische Schiff vor einer Anfahrt des ukrainischen Hafens. Russland hatte vor kurzem jegliche Sicherheitsgarantien für zivile Schiffe im Schwarzen Meer aufgehoben und verkündet, dass jedes Schiff, das ukrainische Häfen ansteuert, als potenzielles militärisches Ziel gehandhabt werden wird.
Update vom 28. Juli, 13.52 Uhr: Der russische Machthaber Wladimir Putin hat der Ukraine und dem Westen vorgeworfen, keine Gespräche mit Russland führen zu wollen. „Das Problem ist, sie wollen keine Verhandlungen mit uns eingehen“, sagte er laut der staatlichen Agentur Tass beim Russland-Afrika-Gipfel in St. Petersburg. Der Ukraine-Krieg sei wegen der Bedrohung der russischen Sicherheit durch die USA und Nato ausgebrochen. Moskau hingegen wolle „gleichgestellte Sicherheit für alle“ schaffen. „Doch sie weigern sich, darüber mit uns zu sprechen“, so Putin. „Die Ukraine, oder das aktuelle ukrainische Regime hat diese Weigerung offiziell verkündet und der ukrainische Präsident hat sogar eine entsprechende Resolution unterschrieben, um Verhandlungen zu verbieten“, ergänzte er. Zuvor hatten einige afrikanische Länder auf einen Dialog gedrängt und eine Friedensinitiative vorgeschlagen.
Wagner-Verlegung nach Belarus: Neuer Konvoi mit mehr als 80 Fahrzeugen trifft ein
Update vom 28. Juli, 13 Uhr: Die Verlegung der russischen Söldnertruppe Wagner nach Belarus läuft weiter. Nach Angaben des unabhängigen belarussischen Nachrichtenportals Belaruski Hajun ist der 13. Konvoi von Wagner in Belarus angekommen. Der Konvoi bestehe aus mehr als 80 Fahrzeugen, hieß es in dem Bericht des Portals. Ziel der Fahrzeugkolonne sei das neue Lager der Wagner-Soldaten in Assipowitschji.
Update vom 28. Juli, 10.15 Uhr: Nach dem Ende des Getreideabkommens warnt das britische Verteidigungsministerium vor den Auswirkungen auf afrikanische Staaten. „Die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine werden mit ziemlicher Sicherheit die Ernährungsunsicherheit in Afrika für mindestens zwei Jahre verschärfen“, schrieb das Ministerium in London am Freitag (28. Juli) in seinem täglichen Update bei Twitter. Mit dem Abkommen war es bisher trotz des russischen Angriffskriegs möglich, ukrainisches Getreide über das Schwarze Meer in andere Staaten zu transportieren.
Ukrainischer Drohnenangriff bei Moskau abgewehrt
Update vom 28. Juli, 8.10 Uhr: Russland hat nach eigenen Angaben erneut einen ukrainischen Drohnenangriff auf die Region Moskau vereitelt. Die Luftabwehr habe eine ukrainische Militärdrohne abgefangen, bevor sie ihr Ziel in der Nähe der russischen Hauptstadt habe attackieren können, zitiert die Nachrichtenagentur RIA das russische Verteidigungsministerium. Es habe keine Opfer und Schäden gegeben. Erst am Montag hatte Russland einen ukrainischen Drohnenangriff auf Moskau gemeldet.
Erfolge für Kiew auch im Südosten
Erstmeldung: Kiew – Die Ukraine hat die Befreiung des Dorfes Staromajorske im Südosten des Landes gemeldet. „Unser Süden! Unsere Jungs! Ruhm der Ukraine!“, schrieb Präsident Wolodymyr Selenskyj am Donnerstagabend (27. Juli) auf Telegram. Dazu veröffentlichte er ein Video, das in dem Ort im Süden des Gebiets Donezk aufgenommen worden sein soll. Zu sehen sind darin mehrere Soldaten, die sich als Kämpfer der 35. Brigade vorstellen und die eine ukrainische Flagge halten. Sie hätten Staromajorske vollständig befreit, sagt einer der Männer.
Ukraine meldet Geländegewinne auch bei Bachmut
Auch südlich der russisch besetzten Stadt Bachmut im Donezker Gebiet erzielte die Ukraine eigenen Angaben zufolge Geländegewinne. „Wir bewegen uns schrittweise voran“, schrieb Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar bei Telegram. Schwerpunkte der harten Kämpfe seien die Ortschaften Klischtschijiwka, Kurdjumiwka und Andrijiwka. Im Generalstabsbericht wiederum war von abgewehrten russischen Angriffen südlich von Klischtschijiwka und russischen Bombardements bei Kurdjumiwka die Rede.
Die Ukraine hatte vor etwas mehr als sieben Wochen mit einer Gegenoffensive zur Befreiung der von Russland besetzten Gebiete begonnen. Nachdem die Gegenoffensive zunächst hinter den hoch gesteckten Erwartungen zurückblieb, berichtete die „New York Times“ am Donnerstag unter Berufung auf Pentagon-Beamte, das angegriffene Land habe nun im Südosten seinen bislang wichtigsten Vorstoß gegen die russischen Invasoren begonnen.
Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland
Selenskyj besucht zerstörte Verklärungskathedrale in Odessa
Der ukrainische Präsident Selenskyj besuchte unterdessen die infolge eines russischen Angriffs schwer beschädigte Verklärungskathedrale in Odessa. Er habe sich über das Ausmaß der Zerstörungen in dem Gotteshaus in Kenntnis setzen lassen, das in der zum Unesco-Weltkulturerbe gehörenden Altstadt liegt, teilte Selenskyj auf seiner Homepage mit. Nun sollen Spezialisten die Möglichkeiten zur Restaurierung des berühmten Bauwerks prüfen. Es war in der Nacht zum vergangenen Samstag beschädigt worden, als Russland zum wiederholten Mal die Hafenstadt am Schwarzen Meer bombardierte. (Mit Agenturmaterial)