Ukraine-Krieg

Ukraine wehrt Angriffe ab – Soledar wohl von den Russen erobert

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Das ukrainische Militär bereitet sich auf Angriff aus Belarus in Richtung Kiew vor. Die Stadt Soledar hat Russland angeblich eingenommen. Der News-Ticker.

+++ 8.40 Uhr: Das ukrainische Militär meldet, an 13 verschiedenen Orten russische Angriffe abgewehrt zu haben. Die umkämpfte Stadt Soledar im Donbass nennen sie dabei aber nicht. In den vergangenen 24 Stunden haben Einheiten der ukrainischen Streitkräfte Attacken der Okkupanten bei den Ortschaften Hrjaniwka (Gebiet Charkiw), Stelmachiwka (Gebiet Luhansk), Spirne, Rosdoliwka, Wesele, Bachmut, Klischtschijiwka, Majorsk, Wodjane, Newelske, Krasnohoriwka, Marjinka und Pretschystiwka im Gebiet Donezk zurückgeschlagen“, teilt der Generalstab im Lagebericht am Mittwoch (11. Janauar) mit.

Dass Soledar in dieser Aufzählung fehlt, deutet darauf hin, dass die russischen Angaben, die Stadt eingenommen zu haben, stimmen könnten. Soledar ist für die Ukraine strategisch wichtig vor dem Ballungsgebiet zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Im Donbass kontrolliert die Ukraine nur noch diesen Großraum.

Soldaten der russischen Söldner-Truppe Wagner haben nach eigenen Angaben die Stadt Soledar in der Ukraine eingenommen.

Gefechte in Soledar: Söldnertruppe Wagner verkündet Einnahme der Stadt

+++ 8.00 Uhr: Jewgeni Prigoschin, Gründer der russischen Söldnertruppe Wagner erklärte am Mittwoch (11. Januar) noch einmal, dass man die umkämpfte ostukrainische Stadt Soledar eingenommen habe. „Wagner-Einheiten haben das gesamte Gebiet von Soledar unter ihre Kontrolle gebracht“, vermeldete er über seine Pressestelle in den Onlinenetzwerken. Ob dies der Wahrheit entspricht, ist jedoch nicht unabhängig zu überprüfen. Weiterhin gebe es Kämpfe im Stadtzentrum.

Bilder des Ukraine-Kriegs: Großes Grauen und kleine Momente des Glücks

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Der Krieg begann Ende Februar mit Angriffen Russlands auf zahlreiche Städte der Ukraine. Die Truppen aus Moskau nahmen frühzeitig auch Kiew, die Haupstadt des Landes, unter Raketenbeschuss. Eine der russischen Raketen wurde als Teil einer Ausstellung vor dem Nationalmuseum für Militärgeschichte platziert. Kurator Pavlo Netesov wollte nach eigener Aussage mit der Ausstellung der zerstörten Ausrüstung die Bewohnerinnen und Bewohner Kiews an die Straßenkämpfe erinnern, die in anderen Städte der Ukraine tobten, von denen die Hauptstadt aber verschont blieb. © Sergei Supinsky/afp
Wolodymyr Selenskyi in Donezk
Eine dieser Städte war Donezk. Im Mai 2022 besuchte der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj die einstige Millionenmetropole und hörte sich dort den Bericht von Frontsoldaten an. In Donezk tobt der Krieg zwischen Russland und der Ukraine bereits seit 2014. Seitdem herrscht dort ein von Moskau installiertes Regime, das sich selbst Volksrepublik Donezk nennt. Nach einigen vorübergehenden Waffenstillstandsabkommen ist die Stadt im Südosten nun wieder Ort erbitterterte Kämpfe. © Uncredited/dpa
Menschen suchen Deckung in Lyssytschansk
Es ist vor allem die Zivilbevölkerung, wie diese beiden Kinder und Seniorinnen in Lyssytschansk, die unter dem Ukraine-Krieg leiden. Die Großstadt liegt mitten im Donbass, die seit Kriegsausbruch am schwersten umkämpfte Region in der Ukraine. Die Bewohnerinnen und Bewohner, die nicht fliehen oder konnten, müssen nun regelmäßig Schutz vor Artilleriebeschuss suchen. © Aris Messinis/afp
Tschassiw Jar, Kleinstadt der Ukraine in der Nähe Lyssytschansk
Unweit von Lyssytschansk liegt die Kleinstadt Tschassiw Jar. Dort räumen Arbeiter die Trümmer eines Hauses von der Straße, das von einer russischen „Hurrikan“-Rakete getroffen wurde. Im Juli 2022 feierte Russland vor allem in der Donbass-Region militärische Erfolge. Zahlreiche Städte und Gemeinden wurden erobert. Die Truppen Wladimir Putins schienen die Ukraine im Sturm zu erobern. © Anatolii Stepanov/afp
brennendes Weizenfeld in der Region Saporischschja
Dieser Mann in Militäruniform ist in einem brennenden Weizenfeld in der Region Saporischschja, während russische Truppen Felder beschießen, um die örtlichen Landwirte an der Getreideernte zu hindern. Die Ukraine auszuhungern und die Ernte zu stehlen, war von Anfang an Teil der russischen Strategie © Uncredited/dpa
Das sechsmonatige Jubiläum im August war ein trauriger Abschnitt im russischen Angriffs-Krieg
Das sechsmonatige Jubiläum des UKraine-Kriegs im August war ein trauriger Abschnitt der russischen Invasion. Doch die ukrainischen Streitkräfte leisteten mit Herz und allen Mitteln weiter Widerstand und feierten ihre Nation, wie hier mit Drohne und ukrainischer Flagge über dem „Monument des Mutterlands“ in Kiew. © Dimitar Dilkoff/afp
Hier wurde im September in der Stadt Kupiansk in der Kharkiv Region eine Brücke bombadiert
Im September begannen die Truppen Wladimir Putins, die Infrastruktur der ukrainischen Städte unter Beschuss zu nehmen. In der Stadt Kupiansk in der Region Kharkiw bombardierte Moskau eine Brücke. An vielen anderen Städten versuchten die russischen Streitkräfte, die Energieversorgung zu stören. © Yasuyoshi Chiba/afp
Statt eines kurzen Angriffskriegs, den der russische Präsident Wladimir Putin geplant hatte, dauert der Krieg immer noch an.
Weil die Erfolge in der Ukraine ausblieben, benötigten die russischen Truppen immer mehr Rekruten für die Front. Präsident Wladimir Putin verkündete deshalb eine Teilmobilisierung im eigenen Land. Tausende junger Männer mussten sich wie dieser Mann in der Stadt Kineschma von ihren Müttern verabschieden und in den Ukraine-Krieg ziehen. © Vladimir Smirnov/imago
Hier sieht man Putin bei einer Ansprache auf einem großen Screen auf dem Roten Platz anlässlich der Annexion von vier Regionen der Ukraine, die von russischen Truppen im September besetzt waren
Im Osten der Ukraine schuf Wladimir Putin Ende September Tatsachen. Vier Regionen des Landes, die zuvor ihre Unabhängigkeit erklärt hatten, wurden annektiert. Anlässlich der Gebietsgewinne richtete sich Putin in einer TV-Ansprache an die Bevölkerung Russlands. Zumindest auf dem Roten Platz in Moskau wurde Putins Rede frenetisch bejubelt. © Alexander Nemenov/afp
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf
Nach der Explosion eines Lastwagens in der Nähe von Kertsch am 8. Oktober 2022 steigt schwarzer Rauch aus einem Feuer auf der Brücke von Kertsch auf. Sie ist die einzige Landverbindung zwischen Russland und der annektierten Krim-Halbinsel. Russland versprach, die Täter zu finden, ohne die Ukraine sofort zu beschuldigen. © Uncredited/afp
Ukrainische Artilleristen feuern eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk Ende Oktober während des russischen Einmarsches in die Ukraine
Ebenfalls im Oktober gelingt es der Ukraine, an vielen Frontabschnitten vorzurücken. Das gelingt den Streitkräften vor allem dank der Unterstützung aus dem Westen, die immer mehr schweres Gerät in den Konflikt liefert. Hier feuern ukrainische Artilleristen eine 152-mm-Schleppgeschütz-Haubitze (D20) auf eine Stellung an der Frontlinie in der Nähe der Stadt Bakhmut in der ostukrainischen Region Donezk ab. © Dimitar Dilkoff/afp
Ein Einwohner von Cherson hebt seinen Daumen zur Unterstützung der Ukraine auf dem Hauptplatz der Stadt nach der Befreiung von den russischen Besatzern
Mitte November gelingt den ukrainischen Truppen ein großer Erfolg. Sie können die Hafenstadt Cherson im Südosten des Landes zurückerobern. Die Millionenmetropole besitzt neben hohem strategischem auch symbolischen Wert im Kampf gegen Russland. Ein Bewohner feiert die Befreieung mit erhobenem Daumen im Zentrum der Stadt. © Celestino Arce Lavin/dpa
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden
An diesem Tag hielt die Welt den Atem an: Eine Luftaufnahme zeigt den Ort, an dem am 15. November 2022 zwei Männer im ostpolnischen Dorf Przewodow, nahe der Grenze zur kriegszerstörten Ukraine, durch einen Raketeneinschlag getötet wurden. Russland attackierte die Ukraine mit einem massiven Angriff auf die zivile Infrastruktur, wodurch Millionen von Haushalten ohne Strom blieben. Unmittelbar nach dem Vorfall gab es Befürchtungen, dass es sich um eine neue Eskalation des Konflikts handeln könnte, doch am 16. November 2022 gab Polen bekannt, dass das Geschoss wahrscheinlich von der ukrainischen Luftabwehr stammte. Diese Theorie wurde dann auch von Washington bestätigt. © Wojtek Radwanski/Damien Simonart/afp
ein Werk des britischen Straßenkünstlers Banksy auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion
Auch Banksy besuchte die Ukraine inmitten des Krieges. Ein am 17. November 2022 aufgenommenes Foto zeigt ein Werk des britischen Straßenkünstlers auf einer mit Schnee bedeckten Panzerabwehrkonstruktion auf dem Unabhängigkeitsplatz in Kiew. Zu diesem Zeitpunkt war bereits klar, dass die Ukraine sich auf einen Winter des Krieges einstellen wird müssen. © Sergei Supinsky/afp
Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten
Weitere harte Angriffe auf die ukrainische Infrastruktur. Sogar Kernkraftwerke werden zum Ziel russischer Raketen. Dmitri Schewtschenko, Mitarbeiter von Rosenergoatom, inspiziert einen Tank mit destilliertem Wasser, um den Betrieb des vierten Blocks des Kernkraftwerks Saporischschja zu gewährleisten, der durch Beschuss im Zuge der russischen Militäroperation in der Ukraine in Enerhodar beschädigt wurde. © Alexey Kudenko/imago
Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022
Kleine Momente des Glücks im Wahnsinn des Krieges: Eine Frau spielt Gitarre in einer Kneipe während eines Stromausfalls in Lemberg am 2. Dezember 2022, als die Stadt nach den jüngsten massiven russischen Luftangriffen auf die ukrainische Energieinfrastruktur von einem geplanten Stromausfall betroffen ist. © Yuriy Dyachyshyn/afp
Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine
Für einen Augenblick darf dieses Mädchen einfach Kind sein. Hier trifft sie auf den Heiligen Mykola (Heiliger Nikolaus) am 19. Dezember 2022 in Cherson, inmitten der russischen Invasion in der Ukraine © Dimitar Dilkoff/afp
Ukraine-Krieg - Jahrestag Kriegsbeginn- Kiew
Ukrainische Soldaten erinnern am 24. Februar 2023 an der Sophienkathedrale in Kiew an den Beginn des Ukraine-Kriegs ein Jahr zuvor. © Kay Nietfeld/dpa
Ukraine-Krieg - Orthodoxe Ostern in Saporischschja
Die kirchlichen Rituale werden in der Ukraine auch im April 2023 befolgt: Orthodoxe christliche Priester und Gläubige bei der Segnung der traditionellen Osterkörbe am Ostersonntag in der St. Nikolaus-Kirche in Saporischschja. © Andriy Andriyenko/dpa
Ukraine-Krieg - Ukrainische Gegenoffensive im Süden des Landes
Ukrainische Soldaten gestikulieren im September 2023 auf ihrem Bradley Fighting Vehicle (BFV) in der Frontstadt Orichiw. Aus ihrem amerikanischen Schützenpanzer berichten sie von schweren Gefechten. Seit Kriegsbeginn stand Orichiw unter ständigem Beschuss der russischen Armee. © Oliver Weiken/dpa
Ukraine-Krieg - Kupjansk
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj (Mitte) wird am 30. November 2023 während eines Besuchs in einem Gefechtsstand an der Front in Kupjansk über die Kriegssituation informiert. © dpa
Lwiw
Auch im Dezember 2023 feiern die Menschen in der Ukraine Weihnachten. In Lwiw besuchen sie den Gottesdienst an Heiligabend und bereiten sich darauf vor, den ersten Weihnachtsfeiertag am 25. Dezember zu feiern.  © Yuriy Dyachyshyn/AFP
Ukraine-Krieg - Charkiw
Ein großer Haufen Trümmer mit Resten von russischen Raketen liegt in der Stadt Charkiw. In den frühen Morgenstunden des 15. Februar 2024 schlug eine russische Rakete in einem Wohngebiet von Chugugyv ein und tötete eine 67-jährige Frau. © Ximena Borrazas/dpa
Charkiw
Trotz Gesprächen über eine Waffenruhe dauert der Ukraine-Blick auch im Jahr 2025 weiter an. Charkiw steht mehrmals schwer unter russischem Beschuss. Das Kunstwerk „Kreuz des Friedens“ mit einem Kruzifix aus 20.000 Fragmenten russischer Artilleriegeschosse wurde vom amerikanisch-ukrainischen Künstler Sergey Melnikoff (besser bekannt als MFF) und dem ukrainischen Künstler Viktor Belchik geschaffen. © Sergey Bobok/AFP
Ukraine-Krieg - Sumy
Bei einem schweren russischen Luftschlag mit ballistischen Raketen gegen die Stadt Sumy kommen am Palmsonntag 2025 mehr als 30 Menschen ums Leben. Mehr als 100 Zivilpersonen werden verletzt. Unter den Toten sind auch Kinder. © Evgeniy Maloletka/dpa

Update vom 11. Januar 2023, 3.30 Uhr: Rund zehneinhalb Monate nach dem russischen Angriff auf die Ukraine sind die Kämpfe in Donezk derzeit besonders heftig. Die Städte Soledar und Bachmut sind dabei von strategischer Bedeutung: Sie sind Teil des ukrainischen Verteidigungswalls vor dem Ballungsraum zwischen Slowjansk und Kramatorsk. Die Einnahme des Gebiets wäre aus russischer Sicht ein bedeutender Schritt hin zur Eroberung des gesamten Donbass – eines der Kriegsziele des Kremls.

Neben regulären russischen Truppen kämpfen bei Soledar auch verschiedene Söldner-Einheiten, darunter auch die berüchtigte Wagnergruppe, die jetzt die Einhnahme der Stadt verkündet hat.

Soledar: Russische Söldner verkünden Einnahme der Stadt

+++ 22.50 Uhr: Nach tagelangen schweren Kämpfen um die ostukrainische Stadt Soledar haben Angehörige der berüchtigten russischen Söldnertruppe Wagner die Eroberung des Ortes verkündet. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin teilte am Dienstagabend nach Angaben der russischen Staatsagentur Tass mit, dass Soledar erobert sei. Im Zentrum des Ortes sei noch eine Gruppe ukrainischer Soldaten eingekesselt. „Die Zahl der Kriegsgefangenen wird morgen mitgeteilt“, wurde Prigoschin zitiert. Auf einem Telegram-Kanal der Wagner-Gruppe hieß es zudem, den eingekesselten ukrainischen Soldaten sei ein Ultimatum zur Kapitulation bis Mitternacht gestellt worden. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig geprüft werden. Von ukrainischer Seite gab es dazu zunächst keinen Kommentar.

News im Ukraine-Krieg: Charkiw bombardiert

+++ 22.40 Uhr: Nur wenige Stunden nach dem Überraschungsbesuch der Bundesaußenministerin Annalena Baerbock (Grüne) im ostukrainischen Charkiw ist die Stadt am Dienstagabend nach Angaben des ukrainischen Regionalgouverneurs bombardiert worden. Im Onlinedienst Telegram forderte Gouverneur Oleg Synegubow die Bewohner dazu auf, in den Schutzräumen zu bleiben. „Die Besatzer bombardieren uns erneut!“, schrieb er weiter. Ein Journalist der Nachrichtenagentur Agence France-Presse (afp) hörte mehrere Explosionen in der Stadt.

News im Ukraine-Krieg: Russland soll nun Soledar kontrollieren

+++ 21.30 Uhr: Die russischen Sturmangriffe auf Soledar im Osten der Ukraine reißen nicht ab. Die schweren Kämpfe zur Verteidigung der Stadt dauern an, teilte die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maljar auf Telegram mit. „Ohne Rücksicht auf seine Verluste greift der Feind weiterhin an.“ Das Vorfeld der ukrainischen Verteidigungslinien sei „mit Leichen der Angreifer übersät“.

Die regulären russischen Truppen werden von Söldner-Truppen unterstützt, darunter auch die berüchtigte Wagner-Gruppe. Diese veröffentlichte am heutigen Dienstag via Telegram Videobilder, die angeblich aus dem Zentrum von Soledar stammen. Die Angaben konnten aufgrund der wenig aussagekräftigen Aufnahme, die zwei vermummte Soldaten vor einem beschädigten Verwaltungsgebäude zeigt, bislang nicht unabhängig bestätigt werden.

News im Ukraine-Krieg: Russischer Angriff auf Kiew erwartet

+++ 19.45 Uhr: Das ukrainische Militär bereitet sich auf einen möglichen erneuten Angriff russischer Streitkräfte aus Belarus in Richtung Kiew vor. Im Norden des Landes seien bereits Abwehrstellungen vorbereitet und verstärkt worden, wie der zuständige Generalleutnant Olexij Pawljuk mitteilte. Um Panzervorstöße russischer Einheiten zu verhindern, seien Minenfelder angelegt worden. Wenn die Angreifer durch diese Sperren aufgehalten würden, sei es für die ukrainische Artillerie einfacher, die Truppenansammlungen zu zerschlagen. 

Bereits zu Beginn des russischen Angriffskriegs hatten die ukrainischen Streitkräfte einen Vorstoß russischer Truppen aus Belarus heraus auf Kiew abgeschlagen. Eine kilometerlange russische Panzer- und Fahrzeugkolonne war nördlich von Kiew zum Rückzug gezwungen worden.

Die russische Armee stationiert seit einigen Wochen in Belarus stärkere Einheiten entlang der Grenze zur Ukraine. Militärexperten halten diese zwar noch nicht für stark genug, um einen solchen Angriff zu starten. Dennoch binden sie zur Verteidigung abgestellte ukrainische Truppen, die somit an anderen Frontabschnitten fehlen.

News im Ukraine-Krieg: Kampfhandlungen im Gebiet Luhansk erwartet

+++ 18.55 Uhr: Nach Angaben des Militärkommandos „Nord“ der Ukraine nahmen die russischen Truppen am heutigen Tag zwei nördliche gelegene Dörfer mit Mörsern unter Beschuss. Demnach feuerten sie je 21 Mal auf die Ortschaften, die in den Oblasten Sumy und Tschernihiw liegen. Das Militär fügte hinzu, dass es in beiden Ortschaften weder Opfer noch Zerstörungen der zivilen Infrastruktur gegeben habe.

Zudem wird die Wiederaufnahme der Kampfhandlungen im Gebiet Luhansk erwartet, wie Serhii Haidai, Leiter der Militärverwaltung, berichtet. Da es kälter geworden und der Boden im Gebiet gefroren sei, sei damit zu rechnen, dass „jetzt schweres Gerät zum Einsatz kommen wird“. Er betonte: „Die Russen versuchen mit aller Macht, Kreminna zu halten.“ Mehrere Einheiten von Fallschirmjägern wurden demnach in das Gebiet verlegt. Auch zusätzliche Panzer seien angerückt, „aber jede Nacht zerstören die ukrainischen Verteidiger sechs bis sieben Einheiten“, so Haidai.

News im Ukraine-Krieg: Stadt Soledar „praktisch zerstört“

+++ 17.30 Uhr: Der Kampf um die Stadt Soledar im Donezk hält an: Russland hat die Kleinstadt im Donbass am Dienstag (10. Januar) offenbar insgesamt 86 Mal beschossen. Das teilte der ukrainische Militärkommandeur der Region, Serhij Tscherewatji, laut der ukrainischen Nachrichtenseite Ukrainska Pravda mit. Die russischen Truppen hätten für den Beschuss „verschiedene Artilleriesysteme“ eingesetzt, so der Kommandeur.

Die russische Armee hätte zwar „kolossale Verluste“ erlitten, versuche aber immer noch, Soledar zu erobern, heißt es. Die Stadt sei „praktisch zerstört“. Nach Angaben des britischen Geheimdienstes sind weite Teile der Stadt bereits unter russischer Kontrolle.

Neue Mobilisierung in Russland? Kreml äußert sich

+++ 14.15 Uhr: Rund zehneinhalb Monate nach Beginn des Ukraine-Kriegs hat Russlands Verteidigungsministerium eine Modernisierung der Kreiswehrersatzämter angekündigt. In Russland kursieren seit Wochen Gerüchte, die politische Führung bereite eine zweite Mobilisierungswelle vor. Davon geht auch der ukrainische Geheimdienst aus. Der Kreml hingegen dementiert das.

Verteidigungsminister Schoigu kündigte der Agentur Interfax zufolge zudem eine Verbesserung von Kampfdrohnen und -jets an. Darüber hinaus solle die sogenannte nukleare Triade weiter entwickelt werden, sagte er. Der Begriff beschreibt drei Arten von Atomwaffen: landgestützte Interkontinentalraketen, luftgestützte Trägersysteme sowie U-Boote mit Interkontinentalraketen.

News zum Ukraine-Krieg: Kritisierter russischer General wird offenbar befördert

+++ 12.00 Uhr: Der in Moskau nach einigen Niederlagen im Ukraine-Krieg in Kritik geratene russische General Alexander Lapin ist Medienberichten zufolge zum Generalstabschef der Heerestruppen ernannt worden. Das berichtete die Nachrichtenagentur RBK unter Berufung auf einen Informanten aus dem Verteidigungsministerium. Lapin kommandierte bis zum Oktober die Heeresgruppe Zentrum der russischen Truppen in der Ukraine, wurde dann aber nach teils heftiger Kritik der Hardliner-Fraktion um Tschetschenenführer Ramsan Kadyrow und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin auf dem Posten abgelöst.

+++ 11.00 Uhr: Ein russisches, mit Hyperschallraketen bewaffnetes Kriegsschiff hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau Übungen im Nordmeer abgehalten. Die „Admiral Gorschkow“ führe eine Luftverteidigungsübung durch, heißt es. Kremlchef Wladimir Putin hatte die Fregatte in der vergangenen Woche auf eine Seereise in den Atlantik und den Indischen Ozean geschickt, um die russische Seemacht zu demonstrieren.

+++ 08.40 Uhr: Russische Kräfte machen nach britischer Einschätzung leichte Fortschritte bei den Kämpfen um die ostukrainische Stadt Bachmut. Reguläre Truppen und Einheiten der Söldnergruppe Wagner hätten in den vergangenen vier Tagen taktische Vorstöße in die zehn Kilometer nördlich gelegene Kleinstadt Soledar gemacht und kontrollierten wahrscheinlich den größten Teil des Orts, teilte das Verteidigungsministerium in London am Dienstag in seinem täglichen Geheimdienst-Briefing mit.

News im Ukraine-Krieg: Schwere Kämpfe im Donbass: „Russland rückt über Leichen eigener Soldaten vor“

Update vom Dienstag, 10. Januar, 06.40 Uhr: Die stellvertretende Verteidigungsministerin der Ukraine, Hanna Maliar, teilte in einer Erklärung auf Telegram mit, dass russische Truppen einen weiteren Versuch unternehmen, in die Stadt Soledar im östlichen Donbass vorzudringen: „Nach einem erfolglosen Versuch, Soledar zu erobern und sich zurückzuziehen, gruppierte der Feind seine Streitkräfte neu, füllte Verluste auf, entsandte zusätzliche Angriffseinheiten, änderte seine Taktik und startete einen mächtigen Angriff.“

Bachmut und die Nachbarstadt Soledar standen im Mittelpunkt intensiver Bemühungen Moskaus. Seit dem Frühsommer versuchen die russischen Streitkräfte in diesem Gebiet vorzurücken. In den letzten Tagen haben sich die russischen Angriffe auf Soledar konzentriert. Ziel dieser Operation war es offensichtlich, die Stadt abzuschneiden. Maliar fügte an: „Der Feind rückt buchstäblich über die Leichen seiner eigenen Soldaten vor, setzt massiv Artillerie, mehrere Raketenwerfer und Mörser ein und bedeckt sogar seine eigenen Kämpfer mit Feuer.“

News im Ukraine-Krieg: Kiew lehnt vorübergehende Waffenruhe ab

Erstmeldung vom Donnerstag, 05. Januar: Kiew/Moskau – Die ukrainische Regierung in Kiew hat kein Interesse an einer kurzfristigen Waffenruhe im Ukraine-Krieg. Das teilte das Büro des Präsidenten Wolyodmyr Selenskyj mit. Den Aufruf Kirills, des Patriarchen der russisch-orthodoxen Kirche, für eine Waffenruhe zwischen russischen und ukrainischen Truppen zum orthodoxen Weihnachtsfest, lehne man ab. „Es ist eine zynische Falle und ein Element der Propaganda“, schrieb der Berater im Präsidentenbüro, Mychajlo Podoljak, am Donnerstag (05. Januar) auf Twitter.

Zuvor hatte der russische Patriarch Kirill beide Seiten im „internen Konflikt“ zu einer Waffenruhe am Freitag (06. Januar) und Samstag (07. Januar) aufgerufen. Nach dem in der Ukraine und Russland befolgten orthodoxen Kirchenkalender ist am Freitag Heiligabend und am Samstag der Weihnachtsfeiertag. (Red mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Viktor Antonyuk/imago

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