VonAstrid Theilschließen
Einem Medienbericht zufolge unterstützen westliche Geheimkommandos das ukrainische Militär. Sie bilden unter anderem ukrainische Soldaten aus und leiten wichtige Informationen weiter.
New York/Kiew - Immer wieder wird von der Nato betont, dass keine Soldaten in die Ukraine geschickt werden. Laut einem Bericht der New York Times sollen allerdings Geheimkommandos westlicher Unterstützerstaaten in der Ukraine tätig sein. Es habe sich ein Netzwerk aus militärisch trainierten Einheiten und Geheimdiensten gebildet. Diese sollen das ukrainische Militär bei der Beschaffung von Informationen, Waffen und dem Training militärischer Truppen helfen. 20 Staaten seien insgesamt beteiligt.
Deutsche Soldaten schulten beispielsweise ukrainische Kollegen an Waffen, die dann in die Ukraine geliefert werden sollen. So wurden an der Artillerieschule in Idar-Oberstein in Rheinland-Pfalz durch die Bundeswehr ukrainische Soldaten an der Panzerhaubitze 2000 ausgebildet. Auch Großbritannien bildete ukrainische Soldaten aus, teils auch in Polen.
Hilfe von der Nato: CIA-Agenten in Kiew
Der Artikel berichtet auch über eine amerikanische Einsatzgruppe namens „Grey Wolf“, die in Ramstein die ukrainische Luftwaffe bei Fragen taktischer und technischer Natur berät. Nicht nur bei der Waffen-Nutzung und deren strategischen Einsatz werden ukrainische Soldaten unterstützt. Mitglieder der US-Spezialeinheit „Green Berets“ sollen ukrainischen Soldaten in Deutschland Erste-Hilfe-Kurse gegeben haben.
Auch Geheimdienste sollen laut der New York Times umfangreich im Ukraine-Krieg aktiv sein. Mitarbeiter des CIA würden beispielsweise besonders in der Hauptstadt Kiew operieren und eine große Rolle beim Austausch von Geheiminformationen zwischen den USA und der Ukraine spielen. „Gleichzeitig arbeiteten auch ein paar Dutzend Kommandos aus anderen Nato-Staaten, darunter Großbritannien, Frankreich, Kanada und Litauen in der Ukraine“, heißt es in dem New York Times-Artikel. Die Autoren berufen sich auf Informationen von Mitarbeitern der Biden-Regierung.
Ukraine-Krieg: Westliche Kommandos bilden aus und beraten
Die Kommandos würden weiter bei der Ausbildung und Beratung des ukrainischen Militärs helfen. Auch bei Fragen der Logistik sollen sie die Ukraine beraten und zum Beispiel dabei helfen, Waffenlieferungen der Verbündeten bis an die Front zu transportieren. Im Mai hatte die US-amerikanische Armee-Staatssekretärin Christine E. Wormuth bei einer Veranstaltung des Atlantic Council gesagt: „Wir versuchen dabei zu helfen, die verschiedenen Lieferungen von Waffen zu bewegen.“
An der Front an sich seien laut der New York Times keine Kommandos, aber sie würden in anderen Teilen des Landes agieren und von dort aus über verschlüsselte Kanäle kommunizieren. Der US-Abgeordnete Jason Crow betonte gegenüber der New York Times die Bedeutung der Unterstützung durch westliche Staaten. „Es war entscheidend zu wissen, mit wem man sich in chaotischen Situationen auf dem Schlachtfeld auseinandersetzen und an wen man Waffen bringen sollte. Ohne diese Beziehungen hätte das viel länger gedauert“. at
