Im Rahmen eines Gefangenenaustausches ist der zwischenzeitlich entführte Bürgermeister der ukrainischen Stadt Melitopol, Iwan Fedorow, nach Angaben aus Kiew zufolge freigekommen.
Kiew (dpa) - «Dafür erhielt Russland neun seiner gefangenen Soldaten der Jahrgänge 2002-2003», sagte die Sprecherin des Leiters des Präsidentenbüros, Darja Sariwna, in der Nacht zum Donnerstag örtlichen Medien zufolge. Es habe sich dabei um Wehrdienstleistende gehandelt.
Fedorow war am Vortag freigekommen. Vergangenen Freitag war der 33-Jährige in der südukrainischen Großstadt von Unbekannten entführt worden. Die Stadt mit knapp 150 000 Einwohnern wurde bereits kurz nach dem russischen Einmarsch vor knapp drei Wochen von russischen Truppen besetzt.
Krebsforscher unterstützen ukrainische Patienten mit Rat und Geld
Krebsforscher wollen dafür sorgen, dass geflüchtete ukrainische Patienten möglichst schnell Hilfe bekommen und unterstützen sie mit Rat und Geld. Tausende Krebspatienten aus der Ukraine hätten ihre Heimat verlassen und benötigten medizinische Hilfe, hieß es. Mit aktuellen Infos in der Landessprache und einem Hilfsfonds für mitreisende Angehörige wollen das Deutsche Krebsforschungszentrum (DKFZ) und die Deutsche Krebshilfe Geflüchteten unter die Arme greifen. Die beiden Institutionen fordern bundesweit einheitliche unbürokratische Lösungen. «Es darf nicht sein, dass Menschen in dieser ohnehin extrem belastenden Situation mühsam nach Hilfe suchen müssen und dabei möglicherweise über föderale Hürden stolpern», so DKFZ-Chef Michael Baumann in einer Mitteilung vom Donnerstag.
Die Deutsche Krebshilfe hat einen Hilfsfonds mit 2,5 Millionen Euro für Angehörige ukrainischer Krebspatienten eingerichtet, die Betroffene während der Behandlung in Krebszentren in Deutschland begleiten. Damit sollen Reise- und Aufenthaltskosten oder andere Ausgaben von Familien der Patienten beglichen werden. Die Weltgesundheitsorganisation geht nach Angaben der Krebsforscher davon aus, dass in der Ukraine über 400 000 Menschen mit und nach einer Krebsdiagnose leben. Davon seien viele auf der Flucht. Teils sei die Erkrankung der Grund für die Flucht, weil die medizinische Versorgung wegen zerstörter Klinken oder fehlenden Medikamenten in der Heimat nicht mehr sichergestellt sei.
Derzeit erhalten ukrainische Flüchtlinge laut Mitteilung in Deutschland zunächst eine medizinische Grundversorgung nach dem Asylbewerberleistungsgesetz. Für Krebspatienten bedeute dies in der Regel, dass die onkologische Behandlung fortgesetzt werden könne. Es gebe aber große Unsicherheit, wie man an die Leistungen komme. (dpa)