VonDaniel Dillmannschließen
Russland startet eine neue Offensive im Nordosten der Ukraine. Im Süden stürzt ein Kampfjet Moskaus ins Meer. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.
- Russland mit neuer Offensive: Vorstoß im Nordosten der Ukraine
- Aktuelle Zahlen aus dem Ukraine-Krieg: Kiew meldet hohe Verluste Russlands
- Die hier verarbeiteten Informationen stammen von internationalen Medien und Nachrichtenagenturen, aber auch von den Kriegsparteien Russland, der Ukraine und ihren Verbündeten. Insbesondere die Angaben zu Verlusten der beteiligten Armeen im Ukraine-Krieg lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
Hinweis der Redaktion: Dieser News-Ticker ist beendet. Über die aktuelle militärische Entwicklung im Ukraine-Krieg informieren wir in unserem neuen Ticker vom Dienstag (18. Juli)
Update vom 17. Juli, 23 Uhr: Seit der von Russland gestarteten Offensive im Nordosten der Ukraine sollen sich die beiden Feinde täglich schwere Kämpfe liefern. Wie die ukrainische Vize-Verteidigungsministerin Hanna Maliar auf Telegram schreibt, seien seit zwei Tagen eine große Anzahl an russischen Truppen in der Region Charkiw im Kupjansk-Sektor in der Offensive.
„Wir verteidigen uns. Schwere Kämpfe finden statt, und die Stellungen beider Seiten ändern sich mehrmals täglich dynamisch“, so Maliar weiter. Laut Angaben eines ukrainischen Militärsprechers im Fernsehen habe Russland mehr als 100.000 Soldaten sowie 900 Panzer vor Ort versammelt. Die Ukraine versucht sich gegen die neuen Angriffe zu verteidigen.
Update vom 17. Juli, 20.45 Uhr: Die russischen Streitkräfte starten offenbar eine neue Offensive. Das teilte der ukrainische Befehlshaber Oleksandr Syrskyj laut ukrainischen Medienberichten am Montag mit. Der Vorstoß werde in Richtung der Stadt Kupjansk in der Oblast Charkiw im Nordosten des Landes erfolgen, sagte Syrskyj. Man würde entsprechende Vorbereitungen treffen und die militärischen Pläne anpassen, hieß es.
Sondersitzung im Kreml nach Angriff auf Krim-Brücke
Update vom 17. Juli, 16.51 Uhr: Russlands Präsident Wladimir Putin wird aufgrund der aktuellen Lage im Ukraine-Krieg eine Sondersitzung im Kreml abhalten. Das bestätigte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow gegenüber der russischen Nachrichtenagentur Interfax. In dem Treffen soll vor allem die Lage auf der Krim-Halbinsel nach dem Angriff auf die dortige Kertsch-Brücke besprochen werden.
Update vom 17. Juli, 15.45 Uhr: Ein russischer Su-25-Kampfjet ist in einem Gebiet in der Nähe der Ukraine ins Asowsche Meer abgestürzt. Das berichtet die Nachrichtenagentur Reuters mit Verweis auf Behördenangaben. Der Vorfall habe sich in der Nähe der Stadt Jejsk ereignet, wie die lokalen Behörden in der russischen Region Krasnodar miteilen. Der Pilot habe sich zunächst mit dem Schleudersitz retten können und sei aus dem Wasser gezogen worden. Der russische Telegram-Kanal Baza berichtet nun, der Pilot sei gestorben. Ein Motorschaden sei für den Absturz verantwortlich.
❗️ Russian publication Baza reports that the pilot of the downed SU-25 attack aircraft has died, doctors were unable to save him. https://t.co/wIctz9pooU pic.twitter.com/QJ0Sg3srRC
— NEXTA (@nexta_tv) July 17, 2023
Tote bei russischem Angriff im Nordosten der Ukraine
Update vom 17. Juli, 15.30 Uhr: Mindestens zwei Menschen sind bei einem russischen Raketenangriff im Nordosten der Ukraine getötet worden. Das teilte die Militärverwaltung der Oblast Sumy am Montagnachmittag laut der Online-Zeitung Ukrajinska Prawda mit. Der Angriff sei zwischen 12.35 und 12.39 Uhr auf die Kleinstadt Bilopillja erfolgt. Ein Verwaltungsgebäude sei dabei zerstört worden. Wie viele Opfer es insgesamt gibt, ist noch nicht endgültig geklärt. Um 15 Uhr war von zwei Toten und mindestens fünf verletzten Einsatzkräften die Rede.
News im Ukraine-Krieg: Ukrainische Truppen bei Charkiw in der Defensive
Update vom 17. Juli, 14.15 Uhr: Während die Ukraine rund um Bachmut Fortschritte erzielt, scheint sie bei Charkiw zunehmend in die Defensive zu geraten. Dreimal sollen dort russische Truppen innerhalb eines Tages Angriffe unternommen haben. Am Morgen des 17. Juli wurde der Luftalarm in der zweitgrößten Stadt der Ukraine ausgelöst. Die örtlichen Behörden rechnen nach Angaben der Ukrainska Pravda mit weiteren Attacken im Laufe des Tages.
Update vom 17. Juli, 12.55 Uhr: Russland schickt offenbar Einheiten aus Tschetschenien an die im Ukraine-Krieg hart umkämpfte Front rund um die Stadt Bachmut. Das meldet das US-Institut ISW. Zuvor hatte das ukrainische Verteidigungsministerium weitere Erfolge aus Bachmut gemeldet. Die eigenen Truppen würden Russland dort schwere Verluste zufügen. „Wir kommen allmählich voran“, so die stellvertretende Verteidigungsministerin Hanna Maliar gegenüber dem Nachrichtenportal Kyiv Post.
News zum Ukraine-Krieg: Russland setzt Getreideabkommen aus
Update vom 17. Juli, 12.25 Uhr: Russland hat das Getreideabkommen mit der Ukraine ausgesetzt. Das teilte Kreml-Sprecher Dimitri Peskow mit. Sobald die russischen Forderungen erfüllt seien, könne man das Abkommen wieder reaktivieren. Eine Sprecherin des russischen Außenministeriums gab bekannt, dass auch die Türkei und die Vereinten Nationen über das vorläufige Ende des Abkommens informiert worden seien.
Update vom 17. Juli, 11.45 Uhr: Inmitten des Ukraine-Kriegs ist ein weiterer Konvoi der Söldner-Gruppe Wagner in Belarus eingetroffen. Die Einheiten seien am Vormittag in einem Militärlager nahe dem Dorf Tsel in der Region Mogilev gesichtet worden. Das meldet das unabhängige belarussische Nachrichtenportal Belaruski Hajun. Dem Konvoi sollen mindestens 20 Fahrzeuge angehören.
Kiew meldet weitere Erfolge im Ukraine-Krieg - Verluste für Russland steigen an
Erstmeldung vom 17. Juli: Kiew - Im Ukraine-Krieg haben die ukrainischen Streitkräfte neue Erfolge vermeldet. Laut Angaben der stellvertretenden Verteidigungsministerin Hanna Maliar habe man in der vergangenen Woche fast 18 Quadratkilometer Territorium im Osten und Süden des Landes befreit. Das schrieb Maliar in ihrem Telegram-Kanal. Insgesamt hätten die ukrainischen Streitkräfte seit Beginn der Gegenoffensive rund 210 Quadratkilometer wieder unter ihre Kontrolle gebracht.
Russland wiederum scheint im Ukraine-Krieg weiter hohe Verluste zu erleiden. Laut Angaben der Ukraine sollen mittlerweile mehr als 238.000 russische Soldaten gefallen und mehr als 4.000 Panzer vernichtet worden sein. Diese Angaben der ukrainischen Militärführung lassen sich nicht unabhängig prüfen. Russland selbst macht keine Angaben über die eigenen Verluste im Ukraine-Krieg.
Aktuelle Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg
- Soldaten: 238.300 (+620)
- Panzer: 4115 (+8)
- Gepanzerte Gefechtsfahrzeuge: 8034 (+8)
- Artilleriesysteme: 4481 (+18)
- Flugabwehrsysteme: 4504 (+23)
- Mehrfach-Raketenwerfersysteme: 685 (+4)
- Fahrzeuge und Tanklaster: 7059 (+15)
- Kampf- und Aufklärungsdrohnen: 3828 (+8)
- Schiffe und Boote: 18
- Flugzeuge: 315
- Hubschrauber: 310
- Quelle: Angaben des Generalstabs der Ukraine vom 17. Juli 2023
- Anm.: Nach Berechnungen unabhängiger russischer Medien sind bisher im Ukraine-Krieg mindestens 47.000 russische Soldaten getötet worden. Das habe eine Datenanalyse ergeben, die sich auf die Zahl der eröffneten Erbfälle und die Statistik der Übersterblichkeit im vergangenen Jahr stützt, berichtete das an der Auswertung beteiligte Internetportal Meduza am Montag (10. Juli). Diese Zahlen weichen stark von denen ab, die von ukrainischer Seite veröffentlicht werden.
Ukraine attackiert Krim-Brücke - Russland verliert Radargeräte
Ob auch der Angriff auf die Krim-Brücke durch Spezialeinheiten der Ukraine Teil der Gegenoffensive gegen Russland ist, steht noch nicht fest. Der entstandene Schaden dürfte aber zumindest die Versorgung der russischen Truppen auf der besetzten Krim-Halbinsel erschweren.
Hinzu kommt, dass Russland durch die hohen Verluste im Ukraine-Krieg bereits einen Mangel an Abwehrwaffen verkraften müsse. Das meldet der britische Geheimdienst. Die „Überlebensfähigkeit der russischen Bodentruppen“ hänge davon ab, dass die Militärführung durch Radargeräte die notwendige Aufklärung auf dem Schlachtfeld betreiben könne.
Durch den Verlust mehrerer moderner Radaranlagen des Typs Zoopark-1M sei Russland aber nur noch eingeschränkt in der Lage, die Stellungen der ukrainischen Artillerie zu ermitteln. (Mit Agenturen)
Rubriklistenbild: © Aziz Karimov/dpa


