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Russland räumt Rückzug ein - Moskau meldet tote Soldaten nach Hubschrauber-Absturz auf Krim

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Die Ukraine verzeichnet Erfolge in der weiterhin umkämpften Stadt Bachmut. Ein Helikopter-Absturz tötet russsische Soldaten. Der News-Ticker zum Ukraine-Krieg.

Update vom 12. Mai, 18.42 Uhr: Beim Absturz eines russischen Mi-28-Militärhubschraubers auf der annektierten Halbinsel Krim sind zwei russische Piloten ums Leben gekommen, berichten russische Nachrichtenagenturen unter Berufung auf das Verteidigungsministerium.

Das Verteidigungsministerium geht davon aus, dass der Grund für den Absturz ein Versagen der Ausrüstung war, berichtete die Nachrichtenagentur TASS. Der Absturz ereignete sich um 15.42 Uhr Ortszeit während eines Übungsfluges, und der Hubschrauber flog ohne Waffen, zitierten Nachrichtenagenturen das Verteidigungsministerium in einer Erklärung. Es wurde eine Untersuchung eingeleitet, um die Ursache des Absturzes zu klären, der sich in der Region Dzhankoi im Norden der Krim ereignete.

Droht die Einkesselung bei Bachmut? Russland räumt Rückzug ein - Wagner rügt „Flucht“

Update vom 12. Mai, 15.55 Uhr: Zwischen der russischen Militärführung und Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin gibt es weiter Spannungen. Eine offizielle Mitteilung aus Sergei Schoigus Verteidigungsministerium über einen strategischen „Rückzug“ nahe Bachmut nutzte Prigoschin am Freitag für beißende Kritik.

Schoigus Sprecher, Igor Konaschenkow räumte ein Zurückweichen bei Berchiwka nordwestlich von Bachmut ein. „Um die Verteidigungsfähigkeit zu erhöhen“ hätten russische Einheiten eine neue Linie entlang des Berchiwka-Stausees bezogen, sagte der Armeegeneral. Prigoschin kommentierte: „Was Konaschenkow gesagt hat, nennt man leider nicht Umgruppierung, sondern Flucht.“ Konaschenkow hatte auch auf mehrere zurückgeschlagene Angriffe hingewiesen (siehe voriges Update).

Ukraine-Krieg: Die Ursprünge des Konflikts mit Russland

Menschen in Kiews feiern die Unabhängigkeit der Ukraine von der Sowjetunion
Alles begann mit dem Fall des Eisernen Vorhangs 1989. Die Öffnung der Grenzen zunächst in Ungarn leitete das Ende der Sowjetunion ein. Der riesige Vielvölkerstaat zerfiel in seine Einzelteile. Am 25. August 1991 erreichte der Prozess die Ukraine. In Kiew feierten die Menschen das Ergebnis eines Referendums, in dem sich die Bevölkerung mit der klaren Mehrheit von 90 Prozent für die Unabhängigkeit von Moskau ausgesprochen hatte. Im Dezember desselben Jahres erklärte sich die Ukraine zum unabhängigen Staat. Seitdem schwelt der Konflikt mit Russland. © Anatoly Sapronenkov/afp
Budapester Memorandum
Doch Anfang der 1990er Jahre sah es nicht danach aus, als ob sich die neuen Staaten Russland und Ukraine rund 30 Jahre später auf dem Schlachtfeld wiederfinden würden. Ganz im Gegenteil. Im Jahr 1994 unterzeichneten Russland, das Vereinigte Königreich und die USA in Ungarn das „Budapester Memorandum“ – eine Vereinbarung, in der sie den neu gegründeten Staaten Kasachstan, Belarus und der Ukraine Sicherheitsgarantien gaben.  © Aleksander V. Chernykh/Imago
Ukrainedemo, München
Als Gegenleistung traten die drei Staaten dem Atomwaffensperrvertrag bei und beseitigten alle Nuklearwaffen von ihrem Territorium. Es sah danach aus, als ob der Ostblock tatsächlich einen Übergang zu einer friedlichen Koexistenz vieler Staaten schaffen würde. Nach Beginn des Ukraine-Kriegs erinnern auch heute noch viele Menschen an das Budapester Memorandum von 1994. Ein Beispiel: Die Demonstration im Februar 2025 in München.  © Imago
Orangene Revolution in der Ukraine
Bereits 2004 wurde deutlich, dass der Wandel nicht ohne Konflikte vonstattengehen würde. In der Ukraine lösten Vorwürfe des Wahlbetrugs gegen den Russland-treuen Präsidenten Wiktor Janukowytsch Proteste  © Mladen Antonov/afp
Ukraine proteste
Die Menschen der Ukraine erreichten vorübergehend ihr Ziel. Der Wahlsieg Janukowytschs wurde von einem Gericht für ungültig erklärt, bei der Wiederholung der Stichwahl setzte sich Wiktor Juschtschenko durch und wurde neuer Präsident der Ukraine. Die Revolution blieb friedlich und die Abspaltung von Russland schien endgültig gelungen. © Joe Klamar/AFP
Wiktor Juschtschenko ,Präsident der Ukraine
Als der Moskau kritisch gegenüberstehende Wiktor Juschtschenko im Januar 2005 Präsident der Ukraine wurde, hatte er bereits einen Giftanschlag mit einer Dioxinvariante überlebt, die nur in wenigen Ländern produziert wird – darunter Russland. Juschtschenko überlebte dank einer Behandlung in einem Wiener Krankenhaus.  © Mladen Antonov/afp
Tymoschenko Putin
In den folgenden Jahren nach der Amtsübernahme hatte Juschtschenko vor allem mit Konflikten innerhalb des politischen Bündnisses zu kämpfen, das zuvor die demokratische Wahl in dem Land erzwungen hatte. Seine Partei „Unsere Ukraine“ zerstritt sich mit dem von Julija Tymoschenko geführten Parteienblock. Als Ministerpräsidentin der Ukraine hatte sie auch viel mit Wladimir Putin zu tun, so auch im April 2009 in Moskau. © Imago
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowitsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance.
Das Bündnis zerbrach und Wiktor Janukowytsch nutzte bei der Präsidentschaftswahl 2010 seine Chance. Er gewann die Wahl mit knappem Vorsprung vor Julija Tymoschenko. Amtsinhaber Wiktor Juschtschenko erhielt gerade mal fünf Prozent der abgegebenen Stimmen.  © Yaroslav Debely/afp
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, Ukraine, 2014
Präsident Wiktor Janukowytsch wollte die Ukraine wieder näher an Russland führen – auch aufgrund des wirtschaftlichen Drucks, den Russlands Präsident Wladimir Putin auf das Nachbarland ausüben ließ. Um die Ukraine wieder in den Einflussbereich Moskaus zu führen, setzte Janukowytsch im November 2013 das ein Jahr zuvor verhandelte Assoziierungsabkommen mit der Europäischen Union aus.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Maidan-Proteste Ukraine
Es folgten monatelange Massenproteste in vielen Teilen des Landes, deren Zentrum der Maidan-Platz in Kiew war. Organisiert wurden die Proteste von einem breiten Oppositionsbündnis, an dem neben Julija Tymoschenko auch die Partei des ehemaligen Boxweltmeisters und späteren Bürgermeisters von Kiew, Vitali Klitschko, beteiligt waren. © Sandro Maddalena/AFP
Proteste auf dem Maidan-Platz in Kiew, der Hauptstadt der Ukraine
Die Forderung der Menschen war eindeutig: Rücktritt der Regierung Janukowiysch und vorgezogene Neuwahlen um das Präsidentenamt. „Heute ist die ganze Ukraine gegen die Regierung aufgestanden, und wir werden bis zum Ende stehen“, so Vitali Klitschko damals. Die Protestbewegung errichtete mitten auf dem Maidan-Platz in Kiew ihr Lager. Janukowytsch schickte die Polizei, unterstützt von der gefürchteten Berkut-Spezialeinheit. Es kam zu gewaltsamen Auseinandersetzungen, die über mehrere Monate andauerten. © Sergey Dolzhenko/dpa
Der Platz Euromaidan in Kiew, Hauptstadt der Ukraine, ist nach den Protesten verwüstet.
Die monatelangen Straßenkämpfe rund um den Maidan-Platz in Kiew forderten mehr als 100 Todesopfer. Etwa 300 weitere Personen wurden teils schwer verletzt. Berichte über den Einsatz von Scharfschützen machten die Runde, die sowohl auf die Protestierenden als auch auf die Polizei gefeuert haben sollen. Wer sie schickte, ist bis heute nicht geklärt. Petro Poroschenko, Präsident der Ukraine von 2014 bis 2019, vertrat die These, Russland habe die Scharfschützen entsendet, um die Lage im Nachbarland weiter zu destabilisieren. Spricht man heute in der Ukraine über die Opfer des Maidan-Protests, nennt man sie ehrfürchtig „die Himmlischen Hundert“. © Sergey Dolzhenko/dpa
Demonstranten posieren in der Villa von Viktor Janukowitsch, ehemaliger Präsident der Ukraine
Nach rund drei Monaten erbittert geführter Kämpfe gelang dem Widerstand das kaum für möglich Gehaltene: Die Amtsenthebung Wiktor Janukowytschs. Der verhasste Präsident hatte zu diesem Zeitpunkt die UKraine bereits verlassen und war nach Russland geflohen. Die Menschen nutzten die Gelegenheit, um in der prunkvollen Residenz des Präsidenten für Erinnerungsfotos zu posieren. Am 26. Februar 2014 einigte sich der „Maidan-Rat“ auf eigene Kandidaten für ein Regierungskabinett. Präsidentschaftswahlen wurden für den 25. Mai anberaumt. Die Ukraine habe es geschafft, eine Diktatur zu stürzen, beschrieb zu diesem Zeitpunkt aus der Haft entlassene Julija Tymoschenko die historischen Ereignisse.  © Sergey Dolzhenko/dpa
Ein Mann stellt sich in Sewastopol, eine Stadt im Süden der Krim-Halbinsel, den Truppen Russlands entgegen.
Doch der mutmaßliche Frieden hielt nicht lange. Vor allem im Osten der Ukraine blieb der Jubel über die Absetzung Janukowytschs aus. Gouverneure und Regionalabgeordnete im Donbass stellten die Autorität des Nationalparlaments in Kiew infrage. Wladimir Putin nannte den Umsturz „gut vorbereitet aus dem Ausland“. Am 1. März schickte Russlands Präsident dann seine Truppen in den Nachbarstaat. Wie Putin behauptete, um die russischstämmige Bevölkerung wie die auf der Krim stationierten eigenen Truppen zu schützen. In Sewastopol, ganz im Süden der Halbinsel gelegen, stellte sich ein unbewaffneter Mann den russischen Truppen entgegen. Aufhalten konnte er sie nicht. © Viktor Drachev/afp
Bürgerkrieg in Donezk, eine Stadt im Donbas, dem Osten der Ukraine
Am 18. März 2014 annektierte Russland die Halbinsel Krim. Kurz darauf brach im Donbass der Bürgerkrieg aus. Mit Russland verbündete und von Moskau ausgerüstete Separatisten kämpften gegen die Armee und Nationalgarde Kiews. Schauplatz der Schlachten waren vor allem die Großstädte im Osten der Ukraine wie Donezk (im Bild), Mariupol und Luhansk. © Chernyshev Aleksey/apf
Prorussische Separatisten kämpfen im Donbas gegen Einheiten der Ukraine
Der Bürgerkrieg erfasste nach und nach immer mehr Gebiete im Osten der Ukraine. Keine der Parteien konnte einen nachhaltigen Sieg erringen. Prorussische Separatisten errichteten Schützengräben, zum Beispiel nahe der Stadt Slawjansk. Bis November 2015 fielen den Kämpfen laut Zahlen der Vereinten Nationen 9100 Menschen zum Opfer, mehr als 20.000 wurden verletzt. Von 2016 an kamen internationalen Schätzungen zufolge jährlich bis zu 600 weitere Todesopfer dazu. © Michael Bunel/Imago
Trümmer von Flug 17 Malaysian Airlines nach dem Abschuss nahe Donezk im Osten der Ukraine
Aufmerksam auf den Bürgerkrieg im Osten der Ukraine wurde die internationale Staatengemeinschaft vor allem am 17. Juli 2014, als ein ziviles Passagierflugzeug über einem Dorf nahe Donezk abstürzte. Alle 298 Insassen kamen ums Leben. Die Maschine der Fluggesellschaft Malaysian Airlines war von einer Boden-Luft-Rakete getroffen worden. Abgefeuert hatte die Rakete laut internationalen Untersuchungen die 53. Flugabwehrbrigade der Russischen Föderation. In den Tagen zuvor waren bereits zwei Flugzeuge der ukrainischen Luftwaffe in der Region abgeschossen worden. © ITAR-TASS/Imago
Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident Francois Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk
Die Ukraine wollte den Osten des eigenen Landes ebenso wenig aufgeben wie Russland seine Ansprüche darauf. Im September 2014 kamen deshalb auf internationalen Druck Russlands Präsident Putin (l.), Frankreichs Präsident François Hollande, Bundeskanzlerin Angela Merkel und Petro Poroschenko in Minsk zusammen. In der belarussischen Hauptstadt unterzeichneten sie das „Minsker Abkommen“, das einen sofortigen Waffenstillstand und eine schrittweise Demilitarisierung des Donbass vorsah. Die OSZE sollte die Umsetzung überwachen, zudem sollten humanitäre Korridore errichtet werden. Der Waffenstillstand hielt jedoch nicht lange und schon im Januar 2015 wurden aus zahlreichen Gebieten wieder Kämpfe gemeldet. © Mykola Lazarenko/afp
Wolodymyr Selenskyj feiert seinen Sieg bei der Präsidentschaftswahl in der Ukraine 2019
Während die Ukraine im Osten zu zerfallen drohte, ereignete sich in Kiew ein historischer Machtwechsel. Wolodymyr Selenskyj gewann 2019 die Präsidentschaftswahl und löste Petro Poroschenko an der Spitze des Staates ab.  © Genya Savilov/afp
Wolodymyr Selenskyj
Selenskyj hatte sich bis dahin als Schauspieler und Komiker einen Namen gemacht. In der Comedy-Serie „Diener des Volkes“ spielte Selenskyj von 2015 bis 2017 bereits einen Lehrer, der zunächst Youtube-Star und schließlich Präsident der Ukraine wird. Zwei Jahre später wurde die Geschichte real. Selenskyj wurde am 20. Mai 2019 ins Amt eingeführt. Kurz darauf löste der bis dato parteilose Präsident das Parlament auf und kündigte Neuwahlen an. Seine neu gegründete Partei, die er nach seiner Fernsehserie benannte, erzielte die absolute Mehrheit.  © Sergii Kharchenko/Imago
Russische Separatisten in der Ost-Ukraine
Selenskyj wollte nach seinem Wahlsieg die zahlreichen innenpolitischen Probleme der Ukraine angehen: vor allem die Bekämpfung der Korruption und die Entmachtung der Oligarchen. Doch den neuen, russland-kritischen Präsidenten der Ukraine holten die außenpolitischen Konflikte mit dem Nachbarn ein. © Alexander Ryumin/Imago
Ukraine Militär
Im Herbst 2021 begann Russland, seine Truppen in den von Separatisten kontrollierte Regionen in der Ost-Ukraine zu verstärken. Auch an der Grenze im Norden zog Putin immer mehr Militär zusammen. Selenskyj warnte im November 2021 vor einem Staatsstreich, den Moskau in der Ukraine plane. Auch die Nato schätzte die Lage an der Grenze als höchst kritisch ein. In der Ukraine wurden die Militärübungen forciert. © Sergei Supinsky/AFP
Putin
Noch drei Tage bis zum Krieg: Am 21. Februar 2022 unterzeichnet der russische Präsident Wladimir Putin verschiedene Dekrete zur Anerkennung der Unabhängigkeit der Volksrepubliken Donezk und Lugansk. © Alexey Nikolsky/AFP
Explosion in Kiew nach Beginn des Ukraine-Kriegs mit Russland
Am 24. Februar 2022 wurde der Ukraine-Konflikt endgültig zum Krieg. Russische Truppen überfielen das Land entlang der gesamten Grenze. Putins Plan sah eine kurze „militärische Spezialoperation“, wie die Invasion in Russland genannt wurde, vor. Die ukrainischen Streitkräfte sollten mit einem Blitzkrieg in die Knie gezwungen werden. Moskau konzentrierte die Attacken auf Kiew. Innerhalb weniger Tage sollte die Hauptstadt eingenommen und die Regierung Selenskyjs gestürzt werden. Doch der Plan scheiterte und nach Wochen intensiver Kämpfe und hoher Verluste in den eigenen Reihen musste sich die russische Armee aus dem Norden des Landes zurückziehen. Putin konzentrierte die eigene Streitmacht nun auf den Osten der Ukraine. © Ukrainian President‘s Office/Imago
Wolodymyr Selenskyj, Präsident der Ukraine, bei einer Fernsehansprache aus Kiew
Seit Februar 2022 tobt nun der Ukraine-Krieg. Gesicht des Widerstands gegen Russland wurde Präsident Wolodymyr Selenskyj, der sich zu Beginn des Konflikts weigerte, das Angebot der USA anzunehmen und das Land zu verlassen. „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit“, sagte Selenskyj. Die sollte er bekommen. Zahlreiche westliche Staaten lieferten Ausrüstung, Waffen und Kriegsgerät in die Ukraine. Hunderttausende Soldaten aus beiden Ländern sollen bereits gefallen sein, ebenso mehr als 10.000 Zivilpersonen. Ein Ende des Kriegs ist nach wie vor nicht in Sicht. © Ukraine Presidency/afp

Ukraine-News: Selenskyj bestätigt Erfolge in Bachmut - Russland auch bei Soledar unter Druck?

Update vom 12. Mai, 13.25 Uhr: Nach der ukrainischen Vize-Verteidigungsministerin hat nun auch Wolodymr Selenskyj selbst Landgewinne bei Bachmut vermeldet. „Wir haben den Bericht von General Syrskyj gehört, dessen Einheiten mit übermächtigen Anstrengungen den Feind aufgehalten und sogar an einigen Abschnitten zurückgeworfen haben“, erklärte Selenskyj nach einer Generalstabssitzung auf Telegram.

Ukrainische Einheiten sind in der Nähe der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut um gut zwei Kilometer vorgerückt. Russische Kriegsreporter hatten bereits von einer drohenden Einschließung der Russen um Bachmut geschrieben.

Unterdessen hat das russische Militär hat nach eigenen Angaben Angriffe der ukrainischen Streitkräfte bei der ostukrainischen Kleinstadt Soledar nahe Bachmut zurückgeschlagen. Am gesamten Frontverlauf bei Soledar in der Region Donezk habe es am Donnerstag Offensiveinsätze der ukrainischen Truppen gegeben, berichtet das amtliche Nachrichtenportal Swesda, das zum russischen Verteidigungsministerium gehört. Dabei habe das ukrainische Militär mehr als 1000 Soldaten und bis zu 40 Panzer eingesetzt.

Die Ukraine geht aktuell in Bachmut in die Offensive. (Symbolfoto)

In Putins Staats-TV: Ex-Militär rechnet mit „massivem Schlag innerhalb Russlands“

Update vom 12. Mai, 13.00 Uhr: In einer Fernsehsendung des russischen Staatsfernsehens hat Michail Chodarjonok, ehemaliger Kommandeur der russischen Luftverteidigung und jetziger TV-Kommentator, dass die Ukraine „im Zuge einer erwarteten Gegenoffensive zuerst einen massiven Schlag innerhalb Russlands“ durch den Einsatz von „hochpräziser Waffentechnik“ ausüben werde. Die BBC hat die Passage ins Englische übersetzt.

Die Ukraine soll Berichten zufolge eine Frühjahrsoffensive vorbereiten, um ihre von Russland besetzten Gebiete zurückzuerobern. In den letzten Monaten wurde das militärische Potenzial des Landes durch westliche Hilfe verstärkt, einschließlich der Lieferung fortschrittlicher Militärausrüstung, Panzern und Artillerie.

News im Ukraine-Krieg: Prigoschin lädt Schoigu nach Bachmut ein

Update vom 12. Mai, 10.58 Uhr: In einem offenen Brief, den er auf Telegram veröffentlichte, wendete sich jetzt der Chef der Söldnertruppe Wagner, Jewgeni Prigoschin, an Russland Verteidigungsminister Sergei Schoigu. Prigoschin fordert Schoigu dazu auf, zur Lageeinschätzung selbst nach Bachmut zu kommen. „In Anbetracht der schwierigen operativen Lage und Ihrer langjährigen Kampferfahrung bitte ich Sie, nach Bachmut zu kommen, das unter Kontrolle russischer Militäreinheiten ist, und selbständig die Lage einzuschätzen“, heißt es im Schreiben Prigoschins.

Der Söldnerchef beklagte sich in der Vergangenheit mehrfach öffentlich über die seiner Ansicht nach fehlende Unterstützung seitens des Verteidigungsministeriums – und griff dabei Schoigu auch persönlich an. Das Verhältnis zwischen Prigoschin und Schoigu gilt als angespannt. Auch die Einladung kann als Hohn verstanden werden – vor allem der Einschub mit der „langjährigen Kampferfahrung“. Schoigu hat zwar den Titel eines Armeegenerals, diente aber nie bei den Streitkräften.

News im Ukraine-Krieg: Kiew erobert Land bei Bachmut zurück

Update vom 12. Mai, 10.10 Uhr: Laut Angaben aus Kiew konnte die ukrainische Armee in der seit Monaten umkämpften Stadt Bachmut zwei Kilometer Gebiet von Russland zurückgewinnen. Vize-Verteidigungsministerin Hanna Malijar erklärte, dass die russische Seite „erhebliche Verluste“ erlitten habe. Im Gegensatz dazu habe die Ukraine in Bachmut seit Wochenbeginn „keine einzige Stellung aufgegeben“.

Bachmut zählte vor Beginn des Krieges 70.000 Einwohner und ist nach den monatelangen Kämpfen weitgehend zerstört und verlassen. Allerdings hat die Stadt aufgrund der seit Monaten andauernden Gefechte für beide Seiten mittlerweile hohe symbolische Bedeutung erlangt. Beide Seiten verzeichnen in den Kämpfen um Bachmut hohe Verluste.

News im Ukraine-Krieg: Höchste Alarmstufe in Bachmut

Update vom 12. Mai, 9.40 Uhr: Bei den in Bachmut kämpfenden russischen Truppen herrscht nach Darstellung eines Kriegskorrespondenten des russischen Staatsfernsehens höchste Alarmstufe. Wegen der ukrainischen Angriffserfolge an den Flanken der in der Stadt kämpfenden Söldnertruppe Wagner drohe eine umfassende Einkesselung, schrieb Jewgeni Poddubny auf Telegram. Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin hatte zuvor mehrfach vor einem drohenden Kessel aufgrund ungesicherter Flanken gewarnt.

Der ukrainische Armeesprecher Serhij Tscherewatyj berichtete am Abend von verzweifelten Versuchen der russischen Einheiten, das weitere Vordringen der Ukrainer mit massiven Artillerieschlägen und Luftangriffen aufzuhalten. Die Intensität der Kämpfe habe zugenommen, sagte Tscherewatyj nach Angaben der Agentur Unian. Allein am Donnerstag seien 165 russische Soldaten getötet und weitere 216 verwundet worden, behauptete er. Seine Angaben konnten ebenso wenig überprüft werden wie die der Gegenseite.

News im Ukraine-Krieg: Kiew veröffentlicht aktuelle Zahlen

Update vom 12. Mai, 8.20 Uhr: Der ukrainische Generalstab hat neue Zahlen zu Russlands Verlusten im Ukraine-Krieg veröffentlicht. Demnach wurden in den Gefechten etwa 750 russische Soldaten binnen eines Tages getötet oder verletzt. Unabhängig prüfen lassen sich die Angaben nicht.

  • Soldaten: bislang insgesamt etwa 197.670 (+750)
  • Gepanzerte Kampffahrzeuge: 7295 (+8)
  • Panzer: 3745 (+5)
  • Artilleriesysteme: 3068 (+15)
  • Unbemannte Flugkörper / Drohnen: 2636 (+9)
  • Fahrzeuge und Treibstofftanks: 5996 (+12)
  • Quelle: Generalstab der Ukraine auf Facebook vom 12. Mai 2023

News im Ukraine-Krieg: Russisches Verteidigungsministerium widerspricht

Update vom 12. Mai, 4.45 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium hat Berichte von prorussischen Militär-Bloggern und dem Leiter der Söldnergruppe Wagner über einen Durchbruch der ukrainischen Armee in der umkämpften Stadt Bachmut zurückgewiesen. Das Ministerium schrieb in einer Mitteilung, dass „die einzelnen Erklärungen auf Telegram über einen ‚Durchbruch‘ an mehreren Stellen der Frontlinie nicht der Realität entsprechen.“

Mehrere prorussische Blogger, welche die Lage vor Ort verfolgen, hatten sich zuvor besorgt über ukrainische Truppenbewegungen und von russischen Soldaten aufgegebene Stellungen gezeigt, vor allem in der Nähe von Bachmut, dem Hauptschauplatz der Kämpfe in der Ostukraine.

Das Ministerium in Moskau erklärte in seiner täglichen Mitteilung, mehrere Angriffe und ukrainische Aufklärungsmissionen an der Front seien zurückgedrängt worden. Bezüglich der Zahl gab es keine Abweichungen im Vergleich zu zurückliegenden Tagen und Wochen. Aktuell sei am Abend nur in der Nähe von Malyniwka in der Region Donezk gekämpft worden, und zwar mit Artillerie und aus der Luft, hieß es.

Die Informationen über einen angeblichen russischen Rückzug nahe Bachmut erwähnte das Ministerium nicht. Es erklärte lediglich, Einheiten würden „weiterhin den Westteil der Stadt befreien“. „Die allgemeine Lage im Gebiet der militärischen Spezialoperation ist unter Kontrolle“, hieß es. Die Angaben waren von unabhängiger Seite nicht sofort zu überprüfen.

News im Ukraine-Krieg: Militärblogger berichtet von schweren Rückschlägen

Update vom 11. Mai, 21.27 Uhr: Die Nachricht von den schweren Verlusten in Bachmut erreicht auch Russland. Im Staatsfernsehen würden bereits die Alarmglocken schrillen, scheibt Jewgeni Poddubny in seinem Telegram-Kanal. Laut dem Militärblogger gebe es auch Berichte von Erfolgen der Ukraine in Soledar. Die Stadt liegt nordöstlich von Bachmut und befindet sich seit Anfang des Jahres unter russischer Kontrolle.

Update vom 11. Mai, 19.53 Uhr: Die Ukraine hat nach eigenen Angaben am heutigen Donnerstag 13 Luftangriffe auf russische Ziele durchgeführt. Die eigene Artillerie habe außerdem acht Gefechtsstände der russischen Armee unter Beschuss genommen. Laut Angaben der ukrainischen Militärführung finden die schwersten Kämpfe aktuell weiter um die Stadt Bachmut statt.

Update vom 11. Mai, 17.15 Uhr: Videos zeigen ukrainische Soldaten im Kampfeinsatz, offenbar ganz in der Nähe von Bachmut. Verbreitet werden sie von der dritten Brigade der ukrainischen Armee. Darüber berichtet n-tv. Die Bilder sollen zeigen, wie die 72. Brigade der russischen Armee in die Flucht getrieben wird. „Leider haben sie noch nicht die gesamte Brigade vernichtet. Zwei Kompanien wurden schwer geschädigt“, sagte Sergji Cherewatji, Sprecher der Osttruppe, in dem Video.

News im Ukraine-Krieg: Russland nennt Details zur Lage in Bachmut

Update vom 11. Mai, 16.15 Uhr: Die russischen Angriffe auf die umkämpfte ostukrainische Stadt Bachmut dauern Angaben aus Moskau zufolge an. „Die Sturmabteilungen führen im Gebiet Donezk ihre Angriffe im westlichen Teil der Stadt Artjomowsk (sowjetischer Name von Bachmut) fort. Die Luftlandetruppen haben sie dabei unterstützt und die Einheiten der ukrainischen Streitkräfte an den Flanken gebunden“, sagte der Sprecher des russischen Verteidigungsministeriums, Igor Konaschenkow, am Donnerstag. Dabei seien 230 Gegner getötet und mehrere Militärfahrzeuge, darunter eine Haubitze außer Gefecht gesetzt worden.

News im Ukraine-Krieg: Großbritannien liefert neue Waffen an Kiew – Russland will „angemessen reagieren“

Update vom 11. Mai, 14.30 Uhr: Großbritannien liefert Langstreckenraketen vom Typ „Storm Shadow“ an die Ukraine. Dies gebe der Ukraine die beste Chance auf Verteidigung, sagt Verteidigungsminister Ben Wallace und bestätigt damit einen CNN-Bericht. „Wir helfen den Ukrainern, ihre Heimat zu verteidigen.“ Die Raketen ermöglichten es der Ukraine, russische Kräfte von ihrem Territorium zurückzudrängen, sagt Wallace.

„Ich bin der Meinung, dass dies eine wohlüberlegte und angemessene Reaktion auf die russische Eskalation ist.“ Großbritannien werde nicht danebenstehen, während Russland Zivilisten töte. Das russische Militär will nach Angaben des Präsidialamtes in Moskau auf eine mögliche Lieferung britischer Marschflugkörper an die Ukraine „angemessen reagieren“, erklärte Sprecher Dmitri Peskow laut der Welt.

Trotz schwerer Verluste für Russland: Sprecher verkündet „teilweise erfüllte“ Kriegsziele

Update vom 11. Mai, 12.15 Uhr: Mehr als 14 Monate nach dem Einmarsch in die Ukraine hat Russland eigenen Angaben zufolge seine Kriegsziele „teilweise“ erreicht. Wichtigste Aufgabe sei es gewesen, die Menschen im Donbass zu schützen, sagte Kremlsprecher Dmitri Peskow in einem am Mittwochabend (10. Mai) ausgestrahlten Interview mit dem bosnischen Fernsehsender ATV. „Teilweise ist es uns gelungen, diese Aufgabe zu erfüllen, zum Teil sind wir davon aber noch weit entfernt“, so Peskow.

Russland hat seit Kriegsbeginn den angeblichen Schutz der Bevölkerung im Donbass als Vorwand für seine Angriffe genutzt, infolge derer auch über die Ostukraine hinaus Gebiete besetzt und völkerrechtswidrig annektiert wurden.

Das Ausbleiben sichtlicher Erfolge in den vergangenen Monaten erklärte Peskow damit, dass die russische Armee angeblich gar keinen Krieg führe. „Krieg führen, ist etwas ganz anderes, das bedeutet die totale Zerstörung der Infrastruktur, die totale Zerstörung von Städten. Wir tun das nicht“, sagte der Kremlsprecher.

Selenskyj: Angeblicher Drohnenangriff auf den Kreml „false flag operation“

Update vom 10. Mai, 11.35 Uhr: Ukraines Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte in einem Interview mit dem US-Sender BBC, Russland setze darauf, dass sich der Krieg in einen „eingefrorenen Konflikt“ verwandele. Westliche Sanktionen hätten bereits erhebliche Auswirkungen auf die russische Rüstungsindustrie, etwa bei Artilleriemunition. „Sie haben noch viel in ihren Lagern, aber wir bemerken bereits weniger täglichen Beschuss in einigen Gebieten“, sagte der Präsident. Er forderte, die Umgehung der Sanktionen zu verhindern, etwa die Lieferung von Gütern an Russland über Drittstaaten.

Selenskyj wies erneut russische Vorwürfe zurück, die Ukraine stecke hinter dem angeblichen Drohnenangriff auf den Kreml in Moskau vergangenen Woche. Dabei könne es sich eher um eine „false flag operation“ handeln, mit der Russland einen Vorwand kreiere, um die Ukraine noch stärker anzugreifen. „Sie suchen ständig nach etwas, das wie eine Rechtfertigung klingt“, sagte Selenskyj. Aber das habe nicht gewirkt. „Selbst ihre eigenen Propagandisten haben es nicht geglaubt, weil es sehr, sehr künstlich wirkte.“

News zum Ukraine-Krieg: Moskau rekrutiert Häftlinge als „Kanonenfutter

Update vom 10. Mai, 9.30 Uhr: Das russische Verteidigungsministerium rekrutiert nach Einschätzung britischer Geheimdienste mittlerweile selbst Häftlinge für den Angriffskrieg gegen die Ukraine. Es sei wahrscheinlich, dass sich allein im April 2023 bis zu 10.000 Gefangene dem Militär angeschlossen haben, teilte das britische Verteidigungsministerium am Donnerstag (11. Mai) mit. Die Initiative laufe seit Jahresbeginn. Die Kampagne sei Teil des Versuchs, die Zahl der Soldaten zu erhöhen und gleichzeitig eine neue Mobilmachung zu vermeiden, die in der russischen Öffentlichkeit sehr unpopulär wäre, hieß es in London.

Zuvor hatte die Söldnergruppe Wagner seit Sommer 2022 in russischen Gefängnissen neue Kämpfer rekrutiert. Im Zuge eines Streits mit dem Verteidigungsministerium habe Wagner aber den Zugang verloren. Nach Ansicht von Militärexperten sollen die Gefangenen, denen im Gegenzug für ihren Einsatz eine Begnadigung versprochen wird, als „Kanonenfutter“ eingesetzt werden, um reguläre Einheiten zu schonen.

News zum Ukraine-Krieg: Russische Truppen auf dem Rückmarsch

Update vom 10. Mai, 21.35 Uhr: Die Lage in Bachmut scheint sich zu Gunsten der Ukraine zu verschieben. Russische Truppen haben sich nach Angaben eines hochrangigen ukrainischen Militärbeamten aus einigen Gegenden der seit Monaten heftig umkämpften Stadt zurückgezogen. Der Rückzug sei nach Angriffen durch ukrainische Soldaten erfolgt, erklärte der Befehlshaber der ukrainischen Bodentruppen, Oleksandr Syrskyj, am Mittwoch in Onlinediensten. Demnach sind die russischen Truppen in der östlichen Region Donezk an einigen Stellen der Front um bis zu zwei Kilometer zurückgefallen.

„Unsere Verteidigungskräfte halten die Front und hindern den Feind am Vormarsch - die Schlacht um Bachmut geht weiter“, erklärte Syrskyj. „Wir sehen die Ergebnisse der effektiven Aktionen unserer Einheiten“, betonte er und fügte hinzu, dass seine Truppen rund um Bachmut Gegenangriffe starteten.

News zum Ukraine-Krieg: Prigoschin warnt vor „Zusammenbruch“ und „Einkesselung“ in Bachmut

Update vom 10. Mai, 20.48 Uhr: Die schweren Verluste Russlands im Ukraine-Krieg zeigen offenbar Wirkung: Mit einer Gegenoffensive hat die Ukraine die Truppen von Putin an der Front bei Bachmut offenbar erfolgreich zurückgedrängt, weshalb die Wagner-Gruppe jetzt eine Einkesselung befürchtet. „Angesichts fehlender Munition droht sich der Fleischwolf nun in umgekehrter Richtung zu drehen“, warnte Söldner-Boss Jewgeni Prigoschin am Mittwochabend auf Telegram.

Wegen hoher Verluste habe Wagner den Flankenschutz regulären Einheiten der russischen Armee überlassen müssen. „Es besteht jetzt die ernsthafte Gefahr der Einkesselung von Wagner durch den Zusammenbruch der Flanken“, schrieb Prigoschin und fügte hinzu: „Die Flanken weisen bereits jetzt Risse auf und bröckeln.“

Ukraine-News: Trauer und Entsetzen nach Tod von AFP-Journalist in der Ostukraine

Update vom 10. Mai, 15.45 Uhr: Mit Trauer und Entsetzen haben Kollegen und Politiker auf den Tod des französischen AFP-Journalisten Arman Soldin reagiert. Soldin starb bei einem Raketenangriff in der Ostukraine. Er wurde nur 32 Jahre alt. Soldin, ein begeisterter Fußballspieler, wurde von Kollegen als „mutig, kreativ und hartnäckig“ beschrieben. Er war Teil eines fünfköpfigen Teams von AFP-Reportern, das ukrainische Soldaten an der Front begleitete.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron twitterte: „Mutig war er seit den ersten Stunden des Konflikts an der Front, um die Fakten zu recherchieren, um uns zu informieren.“ Wenig später sprach auch das ukrainische Verteidigungsministerium Soldins Familie und den Kollegen auf Twitter sein „aufrichtiges Beileid“ aus. „Er hat sein Leben dafür geopfert, der Welt die Wahrheit zu berichten.“ US-Außenminister Antony Blinken sagte, er sei angesichts der Todesnachricht „am Boden zerstört“, und weiter: „Unsere Gedanken sind bei ihnen und der gesamten AFP-Familie.“

Nato-Admiral zu Russland im Ukraine-Krieg: „Goliath wankt“

Update vom 10. Mai, 12.30 Uhr: Die Nato sieht die russischen Streitkräfte in der Ukraine in einer zunehmend schwierigen Situation. „Russland ist im 15. Monat eines Krieges, von dem es dachte, er würde drei Tage dauern“, sagte der Vorsitzende des Militärausschusses, Admiral Rob Bauer, am Mittwoch (10. Mai) in Brüssel.

Er fügte hinzu: „Goliath wankt. Und das liegt daran, dass David unterstützt von 50 Nationen aus der ganzen Welt enorme Widerstandsfähigkeit und taktische Brillanz bewiesen hat.“ Bauer spielte damit auf die Bibel-Geschichte von David und Goliath an. In dieser tötet der kleine Hirtenjunge David mit einer Steinschleuder den furchteinflößenden Riesen Goliath.

Ukraine-News: Ukraine meldet nach Prigoschins Klage Erfolg in Bachmut

Update vom 10. Mai, 11.40 Uhr: Südwestlich von Bachmut gab es wieder schwere Gefechte. Das berichteten übereinstimmend beide Kriegsparteien. Dabei sollen mindestens zwei Kompanien der russischen Armee aufgerieben und Gefangene gemacht worden sein. Das Territorium sei komplett frei von russischen Soldaten, teilte der Gründer des umstrittenen ukrainischen Regiments Asow, Andrij Bilezkyj, in der Nacht auf Telegram mit. Unabhängig prüfen ließen sich die Angaben zunächst nicht.

Zuvor hatte Wagner-Chef Jewgeni Prigoschin beklagt, dass die russische Armee an der Seite seiner Söldner zurückweiche. „Sie haben alles stehen lassen, sind davongerannt und haben die Front auf einer Breite von fast zwei Kilometer und einer Tiefe von fünfhundert Metern entblößt.“ Prigoschin warnte vor weiteren ukrainischen Vorstößen an den Flanken seiner Einheiten bei Bachmut.

Ukraine-News: Siegesparade auf Rotem Platz zeigt russische Schwächen

Update vom 10. Mai, 9.30 Uhr: Die Parade zum „Tag des Sieges“ über Nazideutschland in Moskau hat nach Ansicht britischer Geheimdienstexperten die Schwächen des russischen Militärs offenbart. Der seit 15 Monaten andauernde Angriffskrieg Russlands in der Ukraine stelle die Russen vor Herausforderungen hinsichtlich Material und strategischer Kommunikation, hieß es im täglichen Geheimdienstbericht des Verteidigungsministeriums in London am Mittwoch (10. Mai).

Von den 8000 an der Parade teilnehmenden Militärs seien die meisten Angehörige von Hilfstruppen und paramilitärischen Verbänden sowie Kadetten gewesen. Die einzigen einsatzbereiten regulären Truppen seien Kontingente der Eisenbahntruppen und der Militärpolizei gewesen.

Ukraine-News: US-Regierung sieht Ukraine gut aufgestellt

Erstmeldung vom 10. Mai: Die Ukraine verfügt nach Auffassung der US-Regierung über alle notwendigen Mittel, um bei einer Gegenoffensive von Russland besetzte Gebiete zurückzuerobern. „Sie haben alles, was sie brauchen, um bei der Rückeroberung von Gebieten, die Russland in den letzten 14 Monaten mit Gewalt erobert hat, erfolgreich zu sein“, sagte US-Außenminister Antony Blinken bei einer Pressekonferenz mit seinem britischen Amtskollegen James Cleverly am Dienstag in Washington. Zuvor hatte die US-Regierung weitere militärische Unterstützung für die Ukraine im Wert von 1,2 Milliarden US-Dollar (rund 1,1 Milliarden Euro) angekündigt. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj begrüßte das neue Hilfspaket ausdrücklich.

„Ich danke Präsident (Joe) Biden, dem Kongress - beiden Parteien - und jeder amerikanischen Familie für ihre kontinuierliche Unterstützung und für die amerikanische Stärke, die uns stärker macht“, sagte Selenskyj am Dienstag in seiner allabendlichen Videoansprache. Mit der neuen US-Hilfe soll insbesondere die ukrainische Luftverteidigung gestärkt und der Bedarf an Munition gesättigt werden, wie das US-Außenministerium mitteilte. Die USA schicken demnach auch zusätzliche Artilleriegeschosse und Unterstützung für die Instandhaltung vorhandener Waffensysteme.

Die USA gelten als wichtigster Verbündeter der Ukraine im Abwehrkampf gegen die russische Invasion. Laut Verteidigungsministerium steuerten die Vereinigten Staaten seit Kriegsbeginn Militärhilfe im Wert von mehr als 36,9 Milliarden US-Dollar bei. (mit Agenturmaterial)

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