„Russland treibt Leute in den Tod“ – heftige Kämpfe in Donezk
VonOliver Schmitz
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Präsident Wolodymyr Selenskyj spricht über die Lage im Ukraine-Krieg – erneut in drastischen Worten.
Kiew/Donezk – In einer Rede am Mittwochabend (26. Oktober) hat Wolodymyr Selenskyj das Vorgehen Russlands im Ukraine-Konflikt erneut verurteilt. Laut dem ukrainischen Präsidenten sei der „Wahnsinn des russischen Kommandos“ in der Region um Donezk aktuell am deutlichsten zu sehen. „Tag für Tag und monatelang treiben sie dort Menschen in den Tod“, wirft Selenskyj der Militärführung von Wladimir Putin vor. Denn Russland muss derzeit große Verluste hinnehmen.
Ukraine-Krieg: Donezk unter „maximalem“ Beschuss – aber große Verluste für Russland
In den letzten Tagen hat es an den Fronten des Ukraine-Kriegs keine „signifikanten Änderungen“ gegeben, berichtet Selenskyj. Besonders heftige Kämpfe würden derzeit in der Donezk-Region in Richtung Bakhmut und Avdiyivka toben. Dort konzentriere Russland derzeit die „maximale Kraft der Artillerieangriffe“.
Laut Selenskyj „verstärkt“ das ukrainische Militär derzeit „seine Positionen überall an der Front“. Man würde nicht nur die „Möglichkeiten der Besatzer“ verringern, sondern auch ihre Logistik zerstören. Das seien gute Nachrichten für die Ukraine, resümiert der Präsident. Vor allem die ukrainische Luftwaffe ist weiterhin sehr erfolgreich. So wurden unter anderen bereits rund 250 russische Helikopter abgeschossen.
Mittlerweile haben die „russischen Besatzer bereits so viel Ausrüstung verloren, wie die meisten Armeen der Welt einfach nicht haben und nie haben werden“, sagt Selenskyj. Der ukrainische Präsident ist überzeugt: „Russland wird nicht in der Lage sein, diese Verluste zu ersetzen.“ Tatsächlich gab es auch im russischen Staats-TV bereits Panik wegen des Zustands des Militärs.
Ukraine-Krieg: Präsident Selenskyj wendet sich per Video an die Welt
Ukraine-Krieg: Selenskyj beklagt russischen „Terror“ gegen Energiesektor
Deutlich problematischer sind für die Ukraine die wiederholten Luftangriffe, die Wolodymyr Selenskyj als beispiellose Attacke auf die Energieversorgung bezeichnete. „Russische Terroristen haben so schwierige Bedingungen für unsere Energiearbeiter geschaffen, dass niemand in Europa jemals zuvor so etwas gesehen oder erlebt hat“, sagte der ukrainische Präsident. Anschließend warnte er erneut vor bevorstehenden Stromabschaltungen im ganzen Land und rief die Bevölkerung zum Energiesparen auf. (os mit dpa)